Monat: August 2012

Filme, Filmkritiken, Heimkino

Kritik: The Music Never Stopped (USA 2011)

"Sie wissen doch wie das ist, wenn man einen Song hört durch den man in eine andere Zeit versetzt wird." Musik ist wahrscheinlich die einzige Kunstform mit der jeder etwas anfangen kann oder um es wie David Carradine in „Kill Bill“ zu sagen: „Everyone likes music.“ Wahrscheinlich könnte jeder ein Medium nennen auf das er bereitwillig verzichten könnte. Musik wäre wohl nie darunter. Das Kino wollte schon immer etwas von dieser Liebe abhaben. Schon zu Beginn wurden Stummfilme durch Live-Musik erträglicher gemacht. Später im Tonfilm verschmolz beides endgültig miteinander und das Musical-Genre scheint den absoluten Gipfel darzustellen. Kino-Debütant Jim Kohlberg weicht diesem Gipfel wissentlich aus. „The Music Never Stopped“ ist ein Liebeserklärung an die Musik wie jedes Musical auch, doc...
Filmkritiken

"Rum Diary" (USA 2011) Kritik – Johnny Depp zwischen Sonne, Alkohol und Langeweile

"Do you smell it? It's the smell of bastards!" Hunter S. Thompson ist der Inbegriff des Gonzo-Journalismus. Unzählige Menschen lagen und liegen dem exzentrischen Journalisten, der sich 2005 mit einem Kopfschuss das Leben nahm, zu Füßen. Thompson zeichnete sich durch seine unverwechselbare Schreibweise und ließ bei seinen Berichten oder Kommentaren die literarischen Ebenen immer ganz eigen verfließen, um sie dann irgendwo zwischen Fiktion und Tatsachenbeschreibung anzusiedeln. Seine Wortkreationen sind genau wie er selbst mehr als nur Kult, vielmehr besitzen sie schon einen gewissen Legendenstatus, auch wenn es natürlich genügend Leute gab, die seine Art, sowohl als Mensch und als Autor, nicht ausstehen konnten. Zu Thompsons besten Freunden zählte Superstar Johnny Depp, der reichlich Zei...
Kritik: Der Vorname (FR, BE 2012) – Frankreichs Antwort auf den Gott des Gemetzels
Filme, Filmkritiken, Französischer Film, Komödie

Kritik: Der Vorname (FR, BE 2012) – Frankreichs Antwort auf den Gott des Gemetzels

Adolf hat Adolphe getötet. Eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben eines jeden Elternteils ist die Namensgebung für das eigene Kind. In unserer heutigen Gesellschaft gelten inzwischen eine Vielzahl von Namen als geradezu verpönt, anderen hingegen werden von vornherein gewisse Charaktereigenschaften zugeordnet. Doch es gibt auch Namen, die auf Grund der Gräueltat eines einzelnen Menschen zum gesellschaftlich anerkannten Tabu werden, bestes Beispiel ist wohl der Vorname Adolf. Einst war Adolf ein beliebter und häufiger Vorname in deutschsprachigen Gebieten, doch dank des kleinen Mannes mit dem markanten Bärtchen (nein, nicht Charlie Chaplin) ist der Name fast vollständig ausgestorben. Was aber nun, wenn man sich doch dazu entschließen sollte, seinem Kind diesen vorbelasteten Namen anzu...
Filmkritiken

"All Beauty Must Die" (USA 2010) Kritik – Ryan Gosling wird zum femininen Psychopathen

"Sie kennt dich noch nicht." Wahre Fälle haben in der Filmwelt ihren ganz eigenen Reiz, ganz besonders die Fälle, die nie wirklich aufgeklärt wurden und als ungelöster Kriminalfall in die Geschichte eingehen. Das beste Beispiel ist der berühmte Zodiac-Fall, auf den David Fincher 2004 im gleichnamigen Meisterwerk einging. Es ist einfach interessant, seine eigenen Gedanken und Spekulationen in ein Thema einzumischen, welche vielleicht sogar in die richtige Richtung weisen, oder einfach nur einen passenden neuen Denkansatz geben, um einen längst zu den Akten gelegten Fall wiederaufleben zu lassen, wobei sich viele Regisseure bei einer solchen Thematik gerne in dem Satz „basierend auf einer wahren Geschichte“ verrennen und genügend Zuschauer an der Nase herumführen. 2010 nahm sich aber auch...