Monat: Januar 2026

Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack
Aktuelle Filmnews, Asiatischer Film, Drama, Filmkritiken, Im Kino

Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack

Kritik von Margarita Eliseeva – erstmals zu lesen am 27. Oktober 2025, gesehen im Rahmen des Filmfests Hamburg 2025. Der Kuchen mit bittersüßem Geschmack: Ein Kuchen für den Präsidenten von Hasan Hadi Kino aus dem Irak – wer rechnet schon mit einem solchen Unikat? Doch bei der Quinzaine des cinéastes, der Parallelsektion zum Festival de Cannes, lief zum ersten Mal in der Festivalgeschichte ein Film aus diesem Land: The President´s Cake, auf Deutsch Ein Kuchen für den Präsidenten. Das auch mit großem Erfolg. Denn nicht nur der Publikumspreis der entsprechenden Sektion in Cannes ging an den Film – auch der begehrte Preis für das beste Debüt, die Caméra d’Or, ging in den Irak. Der Regisseur von Ein Kuchen für den Präsidenten, Hasan Hadi, wollte schon seit seiner Kindheit Filmemacher wer...
Kritik zu „Reflection in a Dead Diamond“: Herausragendes Experimentalkino
Action, Berlinale, DVD & Bluray, Filmkritiken, Französischer Film, Thriller

Kritik zu „Reflection in a Dead Diamond“: Herausragendes Experimentalkino

Kritik von Hendrik Warnke - erstmals zu lesen am 16. Februar 2025, gesehen im Rahmen der 75. Berlinale. Die meisten Filmkritiken starten mit einer Zusammenfassung der Filmhandlung. Welche Figuren gibt es? Was ist deren Herausforderung? Was ist die Prämisse des Films? Bei diesem Text zu Reflection in a Dead Diamond, dem neuesten experimentellen Werk des Ehepaars Hélène Cattet und Bruno Forzani (Amer - Die dunkle Seite deiner Träume, Leichen unter brennender Sonne), versuche ich es etwas, das dem Film eher gerecht wird: Alter Mann blickt auf den Ozean. Schnitt. Nahaufnahme seiner Augen. Schnitt. leichtbekleideter Frauenkörper glitzert im Sonnenlicht, Zoom auf ihre Brust. Schnitt. Nahaufnahme eines Diamanten auf einer Brustwarze. Schnitt. Eine Hand wühlt in einer Schatulle voller Diamanten...
Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt
DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Das 4. gemeinsame Projekt mit Emma Stone: Bugonia von Yorgos Lanthimos Zu Yorgos Lanthimos letztem Film Kinds of Kindness schrieb ich einst: „Jeder, der Poor Things als abgefahren, skurril, bizarr, eigenartig und sonderbar bezeichnete, muss sich bei Kinds of Kindness echt anstrengen, noch passendere Worte zu finden.“ Nun legt der griechische Regisseur bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig nach – mit Bugonia, einem Titel, der so unscheinbar wie harmlos klingt. Doch wer Lanthimos kennt, weiß: Harmlosigkeit ist bei ihm ein trügerisches Versprechen. Erneut umfasst der Cast dabei Emma Stone und Jesse Plemons, erneut handelt es sich um ein Werk symbolischer ...
Kritik zu „Leben und Sterben in L.A.“: William Friedkins 80er-Klassiker in 4K
Action, Aktuelle Filmnews, DVD & Bluray, Filmklassiker, Filmkritiken, Krimi, Thriller

Kritik zu „Leben und Sterben in L.A.“: William Friedkins 80er-Klassiker in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Verruchte Großstadt - William Friedkins Leben und Sterben in L.A. in 4K Von der ersten Einstellung an zieht William Friedkins Leben und Sterben in L.A. (To Live and Die in L.A.) in eine Welt aus heißem Asphalt, flimmernden Neonlichtern und verbissener, existenzieller Härte: das Los Angeles der 1980er Jahre, roh, schmutzig und unentrinnbar. Die Kameraarbeit von Robby Müller arbeitet mit einer Intensität, die zugleich nüchtern und malerisch ist, während der pulsierende Soundtrack wie ein Mantra durch die Szenerie jagt und nicht nur die Straßen, sondern auch die Seelen der Figuren elektrisiert. Das visuelle und auditive Gefüge dieses Films verwebt sich zu einer Dichte, die kaum Raum für Atempausen lässt  - eine dichte Atmosphäre für einen Thriller, ...
Kritik zu „One Battle After Another“: Wirklich der beste Film des Jahres?
Action, DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, Thriller

Kritik zu „One Battle After Another“: Wirklich der beste Film des Jahres?

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 20. September 2025. Leonardo DiCaprio auf rebellischem Kurs: One Battle After Another von Paul Thomas Anderson Ob im Schatten der Résistance oder im urbanen Widerstand gegen koloniale Herrschaft - das Kino hat der Revolution immer wieder eine kraftvolle filmische Stimme verliehen. Von Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (1925), einem Meilenstein des politischen Films, der den Funken der Revolution als visuelle Choreografie inszeniert - weltberühmt geworden insbesondere durch die ikonische Treppenszene in Odessa; über Gillo Pontecorvos Schlacht um Algier (1966), ein radikal realistisches Drama über den algerischen Unabhängigkeitskampf, dessen dokumentarischer Stil bis heute Historiker und Filmschaffende gleichermaßen beschäftigt; ...
Kritik zu „Die glorreichen Sieben“: Der Western-Klassiker neu in 4K
Aktuelle Filmnews, DVD & Bluray, Filmklassiker, Filmkritiken, Western

Kritik zu „Die glorreichen Sieben“: Der Western-Klassiker neu in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Nur die Bauern haben gewonnen – Vom Opfermythos des Westerns Es gibt Filme, die in ihrer bloßen Existenz schon wie ein Dialog wirken – zwischen Kulturen, Zeiten, Mythen. John Sturges’ Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven) von 1960 ist ein solcher Film: ein Western, der tief im amerikanischen Selbstverständnis verwurzelt ist und doch in seinem Wesen das ferne Echo des japanischen Kinos trägt. Die Kamera schweift über staubige Ebenen, die Sonne steht hoch, die Schatten der Reiter ziehen lang und Elmer Bernsteins ikonische Fanfare ruft eine ganze Generation von Kinogängern in den Sattel. Dass hinter diesem Heldenepos ein Remake von Akira Kurosawas Die sieben Samurai (1954) steckt, ist weithin bekannt. Aber das Wissen allein erklärt nicht, w...
Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone
Biografie, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Kampfsport, La Biennale di Venezia

Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 01. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Dwayne Johnson als MMA-Legende Mark Kerr: The Smashing Machine von Benny Safdie Das Werk von Benny und Josh Safdie ist einzigartig, da stets das Motiv der Dringlichkeit durchscheint. Ist es beim Familiendrama Go Get Some Rosemary oder den Thrillern Good Time und Uncut Gems, immer wieder stehen Männer im Mittelpunkt, die an der Schwelle des symbolischen Untergangs stehen und mal dezenter, mal intensiver alles daran setzen, eben dies zu verhindern. Jene Schnittmenge aus Zeitdruck und berechnenden Maßnahmen, um die eigenen Ziele zu erreichen (in Good Time könnte man fast schon den Begriff Machiavellismus verwenden) macht ihr Werk so interessant. Auf den diesjährig...