Monat: September 2026

Kritik zu „Wild Horse Nine“: Zwei CIA-Agenten auf der Osterinsel
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Wild Horse Nine“: Zwei CIA-Agenten auf der Osterinsel

Kritik von Julian Bonsu In Topform, was auch sonst: Wild Horse Nine von Martin McDonagh Martin McDonagh ist bekannt für seine beißfreudigen schwarzen Komödien, die zugleich als Kritik an politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Problemen und Verwerfungen dienen. In seinem letzten Film The Banshees of Inisherin (2022) schilderte er die wehmütige Auflösung einer Freundschaft, die an verletztem Stolz zerbricht. Dieser Film lässt sich als Allegorie für den irischen Bürgerkrieg lesen, der das Land in den 1920er-Jahren zerspaltete. Und sein Film Three Billboards Outside Ebbing, Missouri aus dem Jahr 2017 kommentiert die Ungerechtigkeiten (Polizeiversagen, Korruption) im Umgang mit der Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau im ländlichen Missouri. Mit seinem neuesten Werk Wild...
Gewinnspiel zum Heimkinostart von “Backrooms”
Gewinnspiele

Gewinnspiel zum Heimkinostart von “Backrooms”

Dieses Gewinnspiel ist am 7. Oktober 2026 abgelaufen. Ab dem 25. September 2026 entfaltet sich Kane Parsons Horror-Highlight Backrooms mit Renate Reinsve und Chiwetel Ejiofor auch auf den heimischen Bildschirmen! "Nur wenige moderne Horrorfilme verstehen so gut wie Backrooms, dass wahre Angst nicht aus dem entsteht, was man sieht, sondern aus dem, was sich knapp jenseits unseres Verständnisses befindet. Kane Parsons nimmt einen der faszinierendsten modernen Mythen des Internets und verwandelt ihn in einen Albtraum aus flackerndem Neonlicht, endlosen Korridoren und existenzieller Orientierungslosigkeit. Während viele Horrorfilme auf plötzliche Schockmomente setzen, erzeugt Backrooms ein weitaus nachhaltigeres Gefühl des Unbehagens. Jeder Raum wirkt vertraut und zugleich auf grundlegende...
Kritik zu „Tangles – Durcheinander“: Demenz in Schwarz-Weiß
Aktuelle Filmnews, Animation, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken

Kritik zu „Tangles – Durcheinander“: Demenz in Schwarz-Weiß

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der Filmkunstmesse Leipzig Sentimentalität in Schwarz-Weiß - Tangles von Leah Nelson Wir schreiben das Jahr 1999: Sarah (Stimme im Original: Abbi Jacobson) kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter (Stimme: Julia Louis-Dreyfus) beizustehen. In einem schwarz-weißen Animationsstil, der an Graphitzeichnungen erinnert, erzählt der Film fortan Alltagsgeschichten und taucht dabei tief in Kindheitserinnerungen ein, ganz im Stil des Slice-of-Life-Genres, das unspektakuläre Momente des gewöhnlichen Lebens in den Mittelpunkt stellt. Damit wäre Tangles konzeptionell wie auch narrativ bereits ausreichend festgehalten. Und doch gibt es noch mehr über diese liebevolle, zuweilen aber auch recht sentimental erzählte Geschicht...
Kritik zu „The Death Of Robin Hood“: Die Legende neu erzählt
Action, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken

Kritik zu „The Death Of Robin Hood“: Die Legende neu erzählt

Kritik von Julian Bonsu – erstmals zu lesen am 12. Juni 2026. Eine etwas andere Neuinterpretation: The Death of Robin Hood von Michael Sarnoski Fast seit der Geburt des Kinos ist Robin Hood eine Schlüsselfigur der Leinwand. Über die Jahre schlüpften schon Größen wie Errol Flynn, Sean Connery, Kevin Costner und Russell Crowe in die Rolle des gutherzigen Banditen und Bogenschützen. Mit dem diesjährigen Film, The Death of Robin Hood, hat Michael Sarnoski (A Quiet Place: Tag Eins) erneut einen Lebensabschnitt der berühmten Legende für die Leinwand adaptiert – dieses Mal mit Hugh Jackman als Held. Interessanterweise wird dieses berühmte Heldentum hier infrage gestellt, und Robin Hoods finales Kapitel wird mit einer ernsten, weitaus düsteren Wendung erzählt. Für diese Dekonstruktion der Iko...
Kritik zu „Geister“: Fatih Akin zurück in Hamburg
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Geister“: Fatih Akin zurück in Hamburg

Kritik von Julian Bonsu Zurück in der Heimatstadt Hamburg: Geister von Fatih Akin “Nicht umdrehen, sonst weinen euch die Geister nach.” Mit diesen Worten leitet Fatih Akin seinen neusten Film, die gespenstische Liebesgeschichte Geister, ein. Diese erste Szene, die eine trauernde Familie an einem Hamburger Friedhof zeigt, ist wie in vielen Filmen von Fatih Akin, sehr verheißungsvoll. Nach den beschaulichen Stranddünen und der eher konventionellen Handlung seines letzten Films, dem Coming-of-Age-Drama Amrum (2025), ist dieser Auftakt eine vielversprechende und willkommene Rückkehr zu seinen einzigarten künstlerischen Wurzeln. Auch die Prämisse ist mitreisend: Geister handelt von einer jungen Liebe, die durch eine Tragödie auseinandergerissen wird, und von den Toten, die vierzig Tage lang...
Kritik zu „Gentle Monster“: Ein relevantes Familiendrama
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film, Im Kino

Kritik zu „Gentle Monster“: Ein relevantes Familiendrama

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 22. Mai 2026, gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Würde ich dich anlügen? - Gentle Monster von Marie Kreutzer Wenn ein Film mit dem musikalischen Klassiker "Would I Lie To You?" von Charles & Eddie beginnt, könnte man das entweder als Zeichen einer zynischen Romanze oder eines zwischenmenschlichen Dramas deuten. Gentle Monster verortet sich im zweiten Kontext und rahmt diese Fangfrage über Vertrauen in ein familienpsychologisches Porträt, in dem der Vorwurf der Kinderpornographie im Raum steht. Zwar wird dieser Begriff den Algorithmen im Internet gar nicht gefallen und doch muss unbedingt über diesen Film gesprochen werden. Nicht nur geht es um eine Familie, die von einem Tag auf den anderen in Trümmer...