Kritiken

Kritik: Sisters (USA 1972) – Brian De Palmas Schwestern des Bösen jetzt im Mediabook
DVD & Bluray, Horror, Kritiken

Kritik: Sisters (USA 1972) – Brian De Palmas Schwestern des Bösen jetzt im Mediabook

Erinnere dich! Grace Collier (Jennifer Salt) beobachtet wie ein Mann in der Wohnung gegenüber bestialisch ermordet wird. Als die Polizei nichts findet bzw. nichts finden will, macht sich Grace selbst auf den Täter zu finden. Bei der Suche stößt sie auf den Fall eines verschwundenen, siamesischen Zwillingspaares. Nicht im Geringsten fällt es leicht das zu glauben, was da auf dem Bildschirm vor sich geht. Selbst wenn man Alfred Hitchcocks Werk in und auswendig kennt und man sogar die Handlung von Sisters - Die Schwestern des Bösen (beinahe) mühelos vorhersehen kann, man glaubt es doch nicht. Schwarzer Engel (1976), Brian de Palmas Durchbruch, mag zwar die stringentere Hitchcock-Hommage sein, aber sie ist auch gefährlich nah am Plagiat. Sisters dagegen zerlegt Hitchcock in seine Einze...
Netflix-Reviews: Olivier Megatons The Last Days of American Crime & Spike Lees Da 5 Bloods
Action, Kriegsfilm, Kritiken, Netflix

Netflix-Reviews: Olivier Megatons The Last Days of American Crime & Spike Lees Da 5 Bloods

The Last Days of American Crime von Olivier Megatan, mit Michael Pitt und Édgar Ramírez Auch noch eine Woche später ärgere ich mich über den neuen Film von Olivier Megaton. Der neue Actionfilm des französischen Regisseurs, und das hätte ich vorher echt nicht für möglich gehalten, ist noch weitaus übler, als seine bisherigen Actionflops wie Transporter 3 (2008) und Taken 2 (2012). Der durchschnittliche Colombiana (2011), ebenfalls von Olivier Megaton, wirkt dagegen fast schon wie ein zeitloses Genremeisterwerk. Olivier Megatan macht in The Last Days of American Crime im Prinzip alles falsch, was daneben gehen könnte. Eine durchaus interessante Grundprämisse wird auf einen unsinnigen zweieinhalbstündigen Plot ausgedeht, der durchzogen ist von ekligem Sexismus, schwachsinnigen Dialogen ...
Doku-Tipp: I Am Not Your Negro (USA 2016)
Dokumentation, Streaming

Doku-Tipp: I Am Not Your Negro (USA 2016)

 The story of the Negro in America is the story of America, and it is not a pretty story. Es fällt schwer, dieser außergewöhnlichen Dokumentation in nur wenigen Worten gerecht zu werden. Über I Am Not Your Negro könnten ganze Bücher geschrieben werden und doch wäre nicht alles gesagt. Raoul Peck hat 2016, basierend auf einem Manuskript des afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin*, ein dringend erforderliches Werk geschaffen, welches sich spannend wie ein Thriller und gleichzeitig mit der nötigen Distanz der Geschichte des Rassismus in den USA annimmt. Raoul Peck konfrontiert den Zuschauer mit vielen unbequemen, universellen Fragen und gibt auf diese dankenswerterweise keine trivialen Antworten. Stattdessen hat der Zuschauer gar keine andere Möglichkeit, als sich beispiels...
Trailer: The Complete Films of Agnès Varda Collection
Französischer Film, Trailer

Trailer: The Complete Films of Agnès Varda Collection

Die Mitbegründerin der Nouvelle Vague (La pointe courte, Glück aus dem Blickwinkel des Mannes*) hat bis zuletzt zu ihrem Tod (1928 - 2019) jahrzehntelang den europäischen Film und gelegentlich auch das amerikanische (Independent-)Kino (Black Panthers) wie wohl keine zweite Regisseurin mitbestimmt. Zuletzt zu verdanken haben wir ihr das Dokumeisterwerk Augenblicke: Gesichter einer Reise und ihren letzten, ebenfalls sehr sehenswerten Film Varda by Agnès. Criterion US widment sich nun dem unvergesslichen Schaffen der Französin in einer 39 Filme umfassenden Collection, die jedem Cineasten das Herz höher schlagen lassen dürfte. Der Trailer sorgt für Vorfreude, sich bald diese einmalige Criterion Collection ins eigene Regal stellen zu dürfen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass man einen ...
Kritik: Der weiße Hai (USA 1975) – Der Schrecken der Meere jetzt im Mediabook
Abenteuer, DVD & Bluray, Horror, Kritiken

Kritik: Der weiße Hai (USA 1975) – Der Schrecken der Meere jetzt im Mediabook

Sie werden ein größeres Boot brauchen. Fragt man nach den erfolgreichsten Regisseuren aller Zeiten, dann kommt man an einem Namen nicht vorbei: Steven Spielberg. Spielberg war immer ein Qualitätsname, auch wenn diese Qualität sich mehr als nur einmal auf der visuellen Ebene breiter entfachen konnte, als auf der Filmischen. Schaut man sich die Karriere des einstigen Meisterregisseurs an, dann wird man feststellen, dass Spielberg nicht nur einen Hit in einem Jahrzehnt ablieferte, sondern gleich eine ganze Handvoll und war dabei nie nur auf ein Genre spezialisiert, sondern auf mehreren, die er für Groß und Klein dementsprechend inszenierte. Da hätten wir seine Sci-Fi-Filme Unheimliche Begegnung mit dritten Art, E.T. - Der Ausserirdische, A.I. - Künstliche Intelligenz und Minority Repor...
Kritik: 1917 (US/GB 2019) jetzt im Heimkino
DVD & Bluray, Kriegsfilm, Kritiken

Kritik: 1917 (US/GB 2019) jetzt im Heimkino

They're walking into a trap. Your orders are to deliver a message calling off tomorrow morning's attack. If you fail, it will be a massacre. Eine kuriose Anziehungskraft scheint dem Kriegsfilm inne zu wohnen. So gut wie jeder vornehmlich männliche Starregisseur hat sich bereits an ihm versucht. Insbesondere die Todesmaschinerien des Ersten und Zweiten Weltkriegs haben eine gar unmittelbare Strahlkraft. Während der Vietnamkrieg im Hollywoodkino bereits durch die Postmoderne reichlich verzerrt wird (Apocalypse Now, Full Metal Jacket) und aktuelle Kriege im Kino teilweise zu Nebenschauplätze geraten (Jarhead, The Hurt Locker), scheinen nur die alten, großen Kriege den wahrhaftigen Schrecken bieten zu können. Zuletzt ist Christopher Nolan mit Dunkirk den ungeschönten Texturen des Zweite...
Kritik: Crash (CA/FR/GB 1996) – David Cronenbergs apokalyptisches Meisterwerk jetzt in 4K
Drama, Filme, Heimkino, Kritiken, Retro, Slider

Kritik: Crash (CA/FR/GB 1996) – David Cronenbergs apokalyptisches Meisterwerk jetzt in 4K

Beschreibe es mir! James Ballard ist Filmproduzent und treibt es mit einer Kameraassistentin. Seine Frau macht es mit ihrem Fluglehrer. Das Sexualleben der beiden ist am Nullpunkt angekommen. Monotonie und Kälte haben sich in die Beziehung eingeschlichen. Erst als James einen Autounfall hat, kommen neue Gefühle in ihm auf. Die Überlebende des anderen Autos Dr. Remington spürt dasselbe. Beide kommen in die Kreise von Vaughan, einem Besessenen, der den Crash als neue Form der Sexualität proklamiert. Als David Cronenbergs Crash 1996 in Cannes uraufgeführt wurde, verließen Scharen von Leuten den Kinosaal und beschimpften den Film als langweilige Pornografie. Viele andere dagegen sahen in dem Film ein Meisterwerk. Die Jury bezog zu dieser Kontroverse Stellung, indem sie an den Regisseur...
Wild Wild West – Die besten Westernfilme aller Zeiten
Listen, Specials, Western

Wild Wild West – Die besten Westernfilme aller Zeiten

Es betrübt schon irgendwie, dass viele Menschen immer noch glauben, der Western würde sich ausschließlich über breitbeinige Männerrituale definieren oder überwiegend verwegene Cowboys präsentieren, die am Lagerfeuer romantisch von den 'gefährlichen Tagen" schwadronieren. In Wahrheit nämlich ist der Western eines der vielfältigsten Genres überhaupt. Wer das noch nicht so recht glauben kann, dem können wir nun unter die Arme greifen, denn wir haben mal wieder heiß diskutiert, um eine Auswahl von Filmen zu treffen, die man sich ohne Bedenken zu Gemüte führen kann, um die Faszination des wilden Westens zu entdecken. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und (Neu-)Entdecken. Welcher ist euer Lieblingswestern? Platz 28: "True Grit" (US 2010) von Ethan & Joel Coen u.a. mit Jeff Bridg...
Klassiker-Kritik: Wenn die Gondeln Trauer tragen (GB/IT 1973)
Drama, Filme, Horror, Kritiken, Retro

Klassiker-Kritik: Wenn die Gondeln Trauer tragen (GB/IT 1973)

Christine is dead. She is dead! Dead! Dead! Dead! Dead! Dead! John Baxter (Donald Sutherland) kommt mit seiner Frau Laura (Julie Christie) nach Venedig. Beide trauern um ihre Tochter, die erst kürzlich ertrunken ist. Als sie zwei mysteriösen Schwestern begegnen, geraten beide in den Bann unheimlicher Visionen. Daphne du Maurier sollte jedem Filmfan ein Begriff sein, schuf die britische Autorin doch die Vorlagen zu zahlreichen Filmklassikern, vornehmlich Hitchcock-Werke, von Rebecca (1940) bis Die Vögel (1963). Für die Verfilmung ihrer Erzählung Don't Look Now (zu Deusch: "Dreh dich nicht um") wurde allerdings der aufstrebende Regisseur und ehemalige Kameramann Nicolas Roeg verpflichtet, der aus der symbolreichen Geschichte einen okkultistischen Fieberalptraum schuf, der mit Alfred ...
Kritik: The House of the Devil (USA 2009) – Von der suggestiven Kraft der bedrohlichen Ungewissheit
Horror, Kritiken

Kritik: The House of the Devil (USA 2009) – Von der suggestiven Kraft der bedrohlichen Ungewissheit

Am meisten fürchten wir uns vor den Gefahren, die wir glauben zu spüren, aber nicht sehen können. Deshalb empfinden wir Unbehagen in der Dunkelheit und horchen erschreckt auf, wenn das große unbekannte Haus plötzlich Geräusche von sich zu geben scheint. Ti Wests anachronistischer Genre-Beitrag ist in erster Linie eine nostalgische Erinnerung an das ehrenwerte Terrorkino der 1980er-Jahre. Mit voyeuristischer Lusthaftigkeit und dokumentarischen Grobkorn-Einstellungen zelebriert er seine leichtfüßig inszenierte Exposition, deren hitchcockesker Spannungsbogen genau an den richtigen Stellen mit beidseitigen Ausbrüchen ausgestattet ist. Sein The House of the Devil ist die ehrende Verneigung vor den Tugenden des amerikanischen Horrorfilms und dessen Schöpfern. Virtuos werden Genre-Sujets modul...