Heimkino

Kritik: Ready Player One (USA 2018)
Filme, Heimkino, Kritiken, Science Fiction / Fantasy, Slider, Steven Spielberg

Kritik: Ready Player One (USA 2018)

People come to the Oasis for all the things they can do, but they stay because of all the things they can be. Über Jahrzehnte hinweg waren die Filme von Steven Spielberg für unzählige Zuschauer die perfekte Möglichkeit, der Realität zu entfliehen und im Kino in neue, bislang ungeahnte Welten einzutauchen. Mit unsterblichen Klassikern wie Der weiße Hai, Jäger des verlorenen Schatzes, E.T. - Der Außerirdische und Jurassic Park prägte der Regisseur das Blockbuster-Kino mit einer ganz eigenen, unvergleichlichen Handschrift, die einnehmenden Eskapismus, unwiderstehliches Spektakel und große Gefühle in sich vereinte. Nicht gerade wenige Filmfans dürften mit nostalgischen Gefühlen an mindestens eine einschneidende Spielberg-Erfahrung zurückdenken, die ihre Liebe für das Kino wesentlich mit...
Kritik: A Beautiful Day (USA 2017)
Drama, Filme, Heimkino, Kritiken, Thriller

Kritik: A Beautiful Day (USA 2017)

They said you were brutal. - I can be. Unter einer Plastiktüte scheint Joe, der Protagonist von Lynne Ramsays neuem Film A Beautiful Day, direkt zu Beginn seine letzten Atemzüge zu tätigen. Das schwere Schnaufen innerhalb kurzer Sekundentakte bedeutet für den bulligen, schweigsamen Mann allerdings nicht das Ende, denn plötzlich ist da wieder etwas, ein Geräusch oder ein kurzes Bild vor Joes geistigem Auge, das ihn ins Leben zurückpeitscht. Kurze Gedankenblitze und schockierende Erinnerungsfetzen aus Joes geschädigter Seele, die Kindheitstrauma, Kriegsschrecken und Tatort-Grausamkeiten umfassen, lässt die Regisseurin immer wieder wie kleine Splitter in die Handlung ihres Films einbrechen, der ohnehin wie die brüchige, fiebertraumähnliche Variante eines gewöhnlichen Action-Thrillers e...
Kritik: The Foreigner (GB/CN/US 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: The Foreigner (GB/CN/US 2017)

„Politicians and terrorists, they are just 2 ends of the same snake.“ Gleich zu Anfang mach The Foreigner deutlich, wie fragil die innere Sicherheit unseres Alltags doch ist. Es sind Momente der Angst, der Unruhe und der Orientierungslosigkeit, wenn die geschäftige Innenstadt Londons von einem Bombenanschlag heimgesucht wird. Zerrissene Körper winden sich inmitten von Schutt und Asche, Schreie der Verzweiflung hallen durch die Straßen, Rettungssanitäter versuchen in den Trümmern Leben zu retten, Menschenmassen sammeln sich um den Ort des Geschehens, sind schockiert, hilflos, gelähmt. Diese Bilder des Schreckens, mit denen Martin Campbell (James Bond 007 – Casino Royale) in The Foreigner arbeitet, erweisen sich als umso effektiver, weil sie bereits zum festen Bestandteil unserer Real...
Kritik: The Shape of Water (USA, 2017)
Drama, Filme, Heimkino, Kritiken, Science Fiction / Fantasy, Thriller

Kritik: The Shape of Water (USA, 2017)

If I spoke about it - if I did - what would I tell you? I wonder. [...] Would I tell you about her? The princess without voice. Or perhaps I would just warn you, about the truth of these facts. And the tale of love and loss. And the monster, who tried to destroy it all. Worauf ich mich jedes Jahr eigentlich mehr als die Oscar-Preisverleihung freue, sind die mit den Werbekampagnen einhergehenden Gespräche und Podiumsdiskussionen der verschiedenen Zeitschriften und Gewerkschaften. So taucht beispielsweise jedes Jahr eine monströse 3-Stunden-Interviewrunde der Director’s Guild of America in meinem YouTube Feed auf. Neben Christopher Nolan (Dunkirk), Greta Gerwig (Lady Bird), Jordan Peele (Get Out) und Martin McDonagh (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) sitzt in diesem Jahr auch Gui...
Kritik: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (UK, USA 2017)
Drama, Filme, Heimkino, Komödie, Krimi, Kritiken

Kritik: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (UK, USA 2017)

Mildred Hayes: So how's it all going in the nigger- torturing business, Dixon? Dixon: It's 'Persons of color'-torturing business, these days, if you want to know. And I didn't torture nobody. Wie humorvoll kann ein Schlag in die Magengrube sein? So mancher Kinozuschauer dürfte sich diese Frage nach der Sichtung des neuen Films von Brügge sehen... und sterben?-Regisseur Martin McDonagh stellen, denn der irisch-britische Filmemacher nimmt sich in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri einem unangenehm harten Thema an: Der Kampf einer verzweifelten Mutter, deren Tochter ganz in der Nähe ihres Wohnhauses vergewaltigt, ermordet und anschließend verbrannt wurde, gegen die schleppend voranschreitende Ermittlungsarbeit der Polizei, die auch sieben Monate nach dem grausamen Gewaltverbrec...
Kritik: Personal Shopper (FR 2016)
Filme, Französischer Film, Heimkino, Horror, Kritiken

Kritik: Personal Shopper (FR 2016)

Du musst dich von Lewis befreien. Die wenigsten Horrorfilme kommen ohne Rückgriffe auf ihre Vergangenheit aus. Das Böse, genauso wie das Gute, sind im klassischen Weltbild des Genres ursprüngliche Kräfte. So ursprünglich, dass ihre Existenz womöglich der Welt vorausgegangen sein muss. Etwas sehr altes erwacht. Vielleicht kann es auch gar nicht sterben und plagt nun die Lebenden? So sind die Figuren in diesen Filme oft gezwungen ihre gewohnte, zeitgenössische Umgebung zu verlassen und Orte der Vergangenheit zu besuchen, um das Böse, das an diesen Orten seit langer Zeit haust, schlussendlich zu vertreiben. Dieses sehr einfache Muster ist für den Geisterhorror seit jeher und bis heute mehr oder weniger die Blaupause geblieben. Immer wieder können die bösen Geister nur besiegt werden, w...
Kritik: Your Name: Gestern, heute und für immer (JP 2016)
Animation, Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Your Name: Gestern, heute und für immer (JP 2016)

Treasure the experience. Dreams fade away after you wake up. Body-Switch-Filme. Eigentlich könnte man der Ansicht sein, dass ein derart ausgelutschtes Thema keinen Zuschauer mehr aus dem heimischen Sessel bewegen dürfte – immerhin wurde doch inzwischen wirklich alles mit jedem getauscht, Rob Schneider sogar mehrfach... Und dennoch, alle paar Jahre lockt wieder ein verheißungsvoller Körpertausch Millionen von Zuschauern in die Kinos. Wie sich wohl dieses Mal die eitle Schönheitskönigin/der arrogante Rüpel im Körper ihres/seines Mutter/Vater/Onkel/Tante/Arbeitskollegen/Haustiers schlagen wird? Obwohl gefühlt bereits jedes Szenario mehrfach durchgespielt worden ist, wird dieses Genre wohl nie vollständig aus den Kinos zu verbannen sein. Jüngstes Beispiel: die an den Kinokassen äußerst ...
Kritik: Blade of the Immortal (JP 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: Blade of the Immortal (JP 2017)

But do right and wrong matter when it's for people you love? Was für ein beachtliches Jubiläum: Nicht einmal das 60. Lebensjahr hat Takashi Miike erreicht und dennoch seinen bereits 100. Film abgeliefert. Miike, der Inbegriff eines Alles- und Vielfilmers; eine wahre Lichtgestalt der asiatischen Kulturlandschaft, deren Output natürlich auch wunderbar aufzeigt, dass Quantität nicht über Qualität siegt. Dennoch bleibt der Regisseur, der uns kontroversen Zündstoff wie Ichi the Killer, Visitor Q, Audition und Lesson of the Evil geschenkt hat, immer eine interessante Adresse, eben weil man als Zuschauer nie genau weiß und bestimmen kann, worauf man sich nun wirklich einlassen muss – und über wie viele Kunstschaffende lässt sich das heutzutage schon noch sagen? Mit Blade of the Immortal,...
Kritik: Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi (USA 2017)

Fight what you hate, save what you love. Noch bevor auch nur die erste Szene abgedreht war, galt Rian Johnson als der neue Erlöser für Star Wars. Der Regisseur und Autor, der zuvor Episoden von Breaking Bad inszeniert und Filme wie Brick oder Looper drehte, war von Beginn an für die Fans des Sternenkrieges genau der Richtige, um die neue Trilogie in glanzvolle Regionen zu befördern. Er war der Star Wars-Messias der Stunde. J.J. Abrams bereitete die Wiederauferstehung vor, Johnson - da waren sich die Fans sicher - führt die neue Saga dann in Richtung Unendlichkeit. Tatsächlich gelingt Johnson mit The Last Jedi ein wirklich guter Film. Ob er den Stellenwert von The Empire Strikes Back erreichen wird? Ordentlich holpern tut der Mittelteil der dritten Krieg der Sterne-Trilogie nämlich schon...
Kritik: 47 Meters Down (GB/DO/US 2016)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: 47 Meters Down (GB/DO/US 2016)

Trust me, once you go down there you wouldn't wanna come back up again. Idyllische, reingewaschene Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und strahlender Sonnenschein. Es ist ein hochglanzpoliertes Postkartenmotiv, welches wir alle bestens kennen. Und 47 Meters Down bedient sich diesem ganz gezielt: Die beiden Schwestern Lisa (Mandy Moore, Nur mit dir) und Kate (Claire Holt, H2O – Plötzlich Meerjungfrau) sollen vor der paradiesischen Mexiko-Kulisse noch einmal richtig Kraft tanken, bevor sie weit über ihre Grenzen hinausgeführt werden. Dass diese Prämisse irgendwie bekannt vorkommt, liegt wohl daran, dass vor nicht allzu langer Zeit mit The Shallows – Gefahr aus der Tiefe ein Film in die Kinos kam, der sich einem ähnlichen Konzept bediente. Hier war es Surfer Babe Blake Lively, die nich...