Kurzfilme

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Kurzfilm "The Alphabet" (USA 1968) – David Lynchs erster Alptraum

A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. Eine richtige Handlung besitzt 'The Alphabet' nicht. Den Gerüchten zufolge, soll David Lynch seine Schwester darum gebeten haben, ihm ihren schlimmsten Alptraum zu schildern. Nach seinem ersten sehr stumpfen Kurzfilm 'Six Men Getting Sick', weist uns David Lynch mit seinem zweiten Kurzfilm schon indirekt den Weg auf das, was wir später noch des Öfteren von ihm erleben werden. Erklären kann man das Ganze hier sicher nicht, man kann es versuchen. Man kann interpretieren, philosophieren und große Sprüche reißen. Doch am Ende geht es uns allen gleich und die Frage nach dem wahren Inhalt oder gar einer Aussage, weiß, wenn überhaupt, nur Lynch selber. In drei Minuten zieht uns Lynch direkt in seine eigene Welt. Wir werden von Kinderstimmen ein...
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Kurzfilm "Doodlebug" (USA 1997) – Christopher Nolans Einstieg in die Filmwelt

In 'Doodlebug' geht es um einen Mann, der versucht einen anderen Mann, in der Größe eines Käfers, irgendwie zu fassen und zu erdrücken. Christopher Nolans 'Doodlebug' erweist sich als atmosphärischer und düsterer Stummfilm, mit äußerst feiner schwarz-weiß Optik, der durch die geheimnisvolle und mysteriöse Hintergrundmusik noch einiges an Spannung aufbauen kann. Das Nolan es versteht, eine düstere Atmosphäre entstehen zu lassen, wissen wir spätestens seit seiner Wiederbelebung des Comichelden Batman. In drei Minuten jedoch eine solche Stimmung aufzubauen, schafft mit Sicherheit nicht jeder, doch Nolan gelingt es mit Bravour. Seine Inszenierung erweist sich dabei noch für seine Verhältnisse ungewöhnlich schwarzhumorig, kreativ und ist mit schönem Tiefgang und starkem Ende versehen. Was n...
Kurzfilm: Vincent (USA 1982) – Tim Burtons düsterer Kniefall vor Vincent Price
Filme, Horror, Kritiken, Kurzfilme, Regisseure, Tim Burton

Kurzfilm: Vincent (USA 1982) – Tim Burtons düsterer Kniefall vor Vincent Price

And my soul from out that shadow that lies floating on the floor. Shall be lifted - nevermore! Im Film geht es um einen kleinen Jungen namens Vincent, dessen größter Wunsch es wäre, so zu sein wie der große Vincent Price. Tim Burton hatte schon immer ein Händchen für wohlige Gruselatmosphäre. Hier, ganz am Anfang seiner fantastischen Karriere, beweist er das in nur knapp sechs Minuten. Wir erleben all das, wofür Tim Burton inzwischen bekannt ist. Skurrile Einfälle, ein Hauch von Melancholie, unendlicher Ideenreichtum, dazu noch die nötige Prise Humor und die sanfte Tiefgründigkeit, die sich erst langsam verdeutlicht und Träume mit der Wirklichkeit verbindet. In feiner schwarz-weiß Optik wird der Animationsfilm von Vincent Price wohlklingend begleitet. Ein Film fürs Herz, voller Atmo...
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Kurzfilm "Die Reise zum Mond" (FR 1902) – Die Geburtsstunde des Science-Fiction-Films

Der erste Science Fiction der Filmgeschichte. Nächstes Jahr darf man zum 110. Geburtstag gratulieren. Damals ein revolutionäres Kunstwerk und heute kann man darüber schmunzeln und sich amüsieren. Über die Puff-Effekte, den wunderbaren Soundtrack und den Charme. Das sind wahrlich zehn Minuten, die jeder Filmfan mal gesehen haben sollte, denn "die (fantastische !!) Reise zum Mond" von Georges Méliès ist ein prägendes Stück Kinogeschichte!
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Kurzfilm "Der große Eisenbahnraub" (1903) – Die Geburtsstunde des Westerns

108 Jahre alt und doch um einiges temporeicher als die Mehrzahl moderner Kurzfilme. Zudem die Geburtsstunde des Western-Genres. "Der große Eisenbahnraub" ist zwar nicht ohne Makel, aber über die Schnittfehler kann man beispielsweise nur schmunzeln, so charmant ist das alles umgesetzt. So funktioniert der Western als unterhaltsamer Stummfilm, besonders die wunderbare, musikalische Untermalung ist hier zu erwähnen, und auch den zwar banal wirkenden, aber grandios inszenierten Schießereien, schaut man gerne zu. Das Resultat ist ein verdammt sehenswertes Stück Filmgeschichte, ja so macht der Western Spass! Bewertung: 7,5/10 Sternen
Kurzfilm: Six Shooter (GB 2005) – Der kleine Bruder von "Brügge sehen… und sterben?"
Drama, Komödie, Kritiken, Kurzfilme

Kurzfilm: Six Shooter (GB 2005) – Der kleine Bruder von "Brügge sehen… und sterben?"

That isn't god's fault, he just can't be there at everyone's like! Noch am selben Tag als seine Frau stirbt, reist der hinterbliebene Ehemann Donnelly (Brendan Gleeson) mit dem Zug, wo er einen merkwürdigen Passagier trifft. Das Kind (Ruaidhri Conroy) könnte durchaus gefährlich sein. Die zwei treffen auch auf ein Paar, das ebenfalls an jenem Tag vom Tod besucht wurde. Das Verhalten des Jungen beschwört eine Kette von Ereignissen herauf, die zu einem unausweichlichen Resultat führen. Martin McDonagh zeigt in seinem 2006 Oscar-prämierten Kurzfilm, wo der Hammer hängt. Er präsentiert uns eine halbe Stunde voll schwarzen Humors, einprägsamen Szenen und spitzenmäßigem Schauspiel. Dabei schafft er es mühelos die Themen Trauer und Religion sowohl humorvoll als auch emotional miteinander zu ve...