Drama

Kritik zu „Shine – Der Weg ins Licht“: Erstmals auf 4K Blu-ray
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Kritik zu „Shine – Der Weg ins Licht“: Erstmals auf 4K Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Genialität als Grenzerfahrung: Shine - Der Weg ins Licht neu in 4K Shine – Der Weg ins Licht ist ein Film, der sich der klassischen Dramaturgie des Künstlerbiopics nur vordergründig bedient. Hinter der Erzählung vom Aufstieg, Fall und einer vorsichtigen Rückkehr des australischen Pianisten David Helfgott verbirgt sich eine wesentlich komplexere Auseinandersetzung mit dem Streben nach künstlerischer Perfektion – und mit dem Preis, den ein Mensch dafür zu zahlen bereit oder gezwungen ist. Die neue 4K Ultra HD Veröffentlichung von Capelight Pictures bietet nun Anlass, dieses Werk jenseits seines kanonisierten Rufes wieder zu betrachten. Der Film eröffnet mit dem Ergebnis eines Zusammenbruchs: Ein erwachsener Helfgott, körperlich anwesend, geistig j...
Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
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Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher – erstmals zu lesen am 29. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist ...
Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack
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Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack

Kritik von Margarita Eliseeva – erstmals zu lesen am 27. Oktober 2025, gesehen im Rahmen des Filmfests Hamburg 2025. Der Kuchen mit bittersüßem Geschmack: Ein Kuchen für den Präsidenten von Hasan Hadi Kino aus dem Irak – wer rechnet schon mit einem solchen Unikat? Doch bei der Quinzaine des cinéastes, der Parallelsektion zum Festival de Cannes, lief zum ersten Mal in der Festivalgeschichte ein Film aus diesem Land: The President´s Cake, auf Deutsch Ein Kuchen für den Präsidenten. Das auch mit großem Erfolg. Denn nicht nur der Publikumspreis der entsprechenden Sektion in Cannes ging an den Film – auch der begehrte Preis für das beste Debüt, die Caméra d’Or, ging in den Irak. Der Regisseur von Ein Kuchen für den Präsidenten, Hasan Hadi, wollte schon seit seiner Kindheit Filmemacher wer...
Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone
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Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 01. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Dwayne Johnson als MMA-Legende Mark Kerr: The Smashing Machine von Benny Safdie Das Werk von Benny und Josh Safdie ist einzigartig, da stets das Motiv der Dringlichkeit durchscheint. Ist es beim Familiendrama Go Get Some Rosemary oder den Thrillern Good Time und Uncut Gems, immer wieder stehen Männer im Mittelpunkt, die an der Schwelle des symbolischen Untergangs stehen und mal dezenter, mal intensiver alles daran setzen, eben dies zu verhindern. Jene Schnittmenge aus Zeitdruck und berechnenden Maßnahmen, um die eigenen Ziele zu erreichen (in Good Time könnte man fast schon den Begriff Machiavellismus verwenden) macht ihr Werk so interessant. Auf den diesjährig...
Kritik zu „Der Fremde“: François Ozons Neuverfilmung des Camus-Klassikers
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Kritik zu „Der Fremde“: François Ozons Neuverfilmung des Camus-Klassikers

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 2. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung des Camus-Klassikers: Der Fremde von François Ozon Der Fremde (L’Étranger), erschienen 1942, ist ein Roman des französischen Autors Albert Camus, der zu einem Eckpfeiler des Existenzialismus wurde. François Ozon (Swimming Pool, Frantz) präsentiert nun auf den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig seine Neuverfilmung der Jahrhundertgeschichte. Im Mittelpunkt steht Meursault (Benjamin Voisin) - dessen Gleichgültigkeit zum Leben umgibt ihn wie eine unsichtbare Rüstung. Liebe, Natur, Tier, Mensch, Leben, Tod - alles ist unbedeutend in seinem Leben. Symbolisch geht es um die Absurdität des Lebens und zwei zentrale Fragen: Wie lebt man in einer sinnlos...
Kritik zu „Sorry, Baby“: Ein Film wie ein guter Freund
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Kritik zu „Sorry, Baby“: Ein Film wie ein guter Freund

Kritik von Hendrik Warnke Ein Film wie ein guter Freund: Sorry, Baby von Eva Victor Es gibt diese Filme, da weiß man gar nicht so recht, wie man in einem Kritikformat wie diesem hier über sie sprechen soll. Nicht, weil man nichts mit ihnen anfangen könnte, sondern eher das Gegenteil. Weil sie wahnsinnig reichhaltig sind und man eigentlich viel detaillierter über einzelne Szenen und Momente sprechen müsste, um den Text nicht mit Plattitüden und leeren Adjektiven wie „bewegend“, „tragikomisch“ oder „empathisch“ zu füllen. All diese Adjektive treffen natürlich auf Sorry, Baby, das beim diesjährigen Sundance Film Festival mit dem Drehbuchpreis prämierte Debüt von Eva Victor, zu. Und trotzdem können sie kaum umfassen, was den Film ausmacht. Gleichzeitig sind ausführliche Sze...
Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis
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Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. George Clooney trifft auf Adam Sandler: Jay Kelly von Noah Baumbach Stets haben die Filme von Noah Baumbach etwas Exploratives an sich: Es geht um Familienalltag, Träume, exzentrische Figuren, dysfunktionale Beziehungen, Humor inmitten von Schmerz, schlichtweg Kurzgeschichten über das moderne Leben. Von Frances Ha über Mistress America bis hin zu Marriage Story scheint dabei konstant Baumbachs Weltbild durch, welches von einer immanenten Dynamik geprägt ist. Anders formuliert: In seinen realitätsnahen Filmen ist, wie im echten Leben, immer etwas los - zwischenmenschlich im Externen, wie kognitiv im Innern. Eben jenes Motiv des pulsierenden Motors in der Welt finde...
Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien
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Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien

Kritik von Margarita Eliseeva, gesehen im Rahmen des Brussels International Film Festival 2025. Eine Liebeserklärung an alle (queeren) Wahlfamilien: Der geheimnisvolle Blick des Flamingos von Diego Cespedes Gebirge, Sand und eine graue, nur teils asphaltierte Straße ohne Ende. Hier und da stehen einzelne Holzhäuser, ganz einsam und schäbig – sie wirken fast vernachlässigt. Das Jahr ist 1982 und wir befinden uns in der tiefsten chilenischen Wüste. Die einzelnen Häuser gehören zu einem kleinen Bergarbeiterdorf, in dem aber nicht viel los ist. Diejenigen, die es schaffen, gehen lieber in die Großstadt, und die Verbliebenen müssen mit dem monotonen Alltag klarkommen. So könnte der Beginn eines sozialen Arbeiterdramas aussehen, doch La misteriosa mirada del flamenco, auf Deu...
Kritik zu „A House of Dynamite“: Kathryn Bigelows Nuklear-Thriller
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Kritik zu „A House of Dynamite“: Kathryn Bigelows Nuklear-Thriller

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 3. September 2025 - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Ein rasanter Nuklear-Thriller: A House of Dynamite von Kathryn Bigelow In Zeiten von Polykrisen - also weltumspannenden Herausforderungen wie Pandemien und dem Klimawandel - gesellt sich das nukleare Wettrüsten hinzu. Die Lage wird weltweit zunehmend kritisch, was auch am Kino und bei Streaming-Anbietern nicht vorbeigeht. Besonders Netflix erkennt dabei die Möglichkeit, Narrativen und Systemkritik zu vereinen. Nach Turning Point: The Bomb and the Cold War (Dokumentar-Miniserie) und Zero Day (Politthriller-Serie) ist der Blockbuster-Thriller A House of Dynamite das nächste Aushängeschild des Streaming-Giganten. Anknüpfend an ihre früheren Arbeiten Tödliches Komma...
Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino
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Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 7. September 2024, gesehen im Rahmen des 49. Toronto International Film Festival. Die beste Stephen-King-Verfilmung seit "Misery": The Life of Chuck von Mike Flanagan "I contain multitudes." Das oben aus Walt Whitmans Gedicht "Gesang von mir selbst" stammende Zitat ist eines der zentralen Leitmotive im neuen Film von Mike Flanagan (Doctor Sleep, 2019). Darin drückt Whitman aus, dass Menschen nicht auf simple oder konsistente Weise definiert werden können und dass Widersprüche ein natürlicher Teil des menschlichen Wesens sind. Nachdem der Regisseur in den letzten Jahren hauptsächlich mit nervenaufreibenden Netflix-Horrorserien wie Spuk in Bly Manor eine treue Zuschauerschaft um sich herum versammeln konnte, lockt es ihn mit Th...