Drama

Kritik zu „Memoiren einer Schnecke“: Das Stop-Motion-Highlight jetzt im Heimkino
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Kritik zu „Memoiren einer Schnecke“: Das Stop-Motion-Highlight jetzt im Heimkino

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 17. Juli 2025 Ein weiterer Stop-Motion-Hit: Memoiren einer Schnecke von Adam Elliot  Der Stop-Motion-Film gleicht einem leisen Zauber, einem Genre fern der Zeit – unberührt vom Wandel, standhaft im Fluss der Welt. Unberührt, weil es von Innovation in der Filmbranche weitestgehend umgangen wird. Ebenso unberührt, weil die Regisseure dieser Welt dieselben geblieben sind – treue Chronisten eines analogen Kosmos. Nick Park, der Schöpfer von Wallace & Gromit sowie Shaun das Schaf, und Adam Elliot (Harvie Krumpet, Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?) wirken dabei wie Yin und Yang. Während Park das Verspielte, Geborgene und Heitere umarmt, wendet sich Elliot dem Riss im Alltag zu. Tragikomisch, mi...
Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone
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Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 01. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Dwayne Johnson als MMA-Legende Mark Kerr: The Smashing Machine von Benny Safdie Das Werk von Benny und Josh Safdie ist einzigartig, da stets das Motiv der Dringlichkeit durchscheint. Ist es beim Familiendrama Go Get Some Rosemary oder den Thrillern Good Time und Uncut Gems, immer wieder stehen Männer im Mittelpunkt, die an der Schwelle des symbolischen Untergangs stehen und mal dezenter, mal intensiver alles daran setzen, eben dies zu verhindern. Jene Schnittmenge aus Zeitdruck und berechnenden Maßnahmen, um die eigenen Ziele zu erreichen (in Good Time könnte man fast schon den Begriff Machiavellismus verwenden) macht ihr Werk so interessant. Auf den diesjährig...
Kritik zu „Der Fremde“: François Ozons Neuverfilmung des Camus-Klassikers
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Kritik zu „Der Fremde“: François Ozons Neuverfilmung des Camus-Klassikers

Kritik von Michael Gasch - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung des Camus-Klassikers: Der Fremde von François Ozon Der Fremde (L’Étranger), erschienen 1942, ist ein Roman des französischen Autors Albert Camus, der zu einem Eckpfeiler des Existenzialismus wurde. François Ozon (Swimming Pool, Frantz) präsentiert nun auf den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig seine Neuverfilmung der Jahrhundertgeschichte. Im Mittelpunkt steht Meursault (Benjamin Voisin) - dessen Gleichgültigkeit zum Leben umgibt ihn wie eine unsichtbare Rüstung. Liebe, Natur, Tier, Mensch, Leben, Tod - alles ist unbedeutend in seinem Leben. Symbolisch geht es um die Absurdität des Lebens und zwei zentrale Fragen: Wie lebt man in einer sinnlosen Welt? Und was passiert, wenn man sich...
Kritik zu „The Testament of Ann Lee“: Dieser Film spaltet Venedig
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Kritik zu „The Testament of Ann Lee“: Dieser Film spaltet Venedig

Kritik von Michael Gasch - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Kontrovers: The Testament of Ann Lee von Mona Fastvold „Gott würfelt nicht“, soll Albert Einstein einst bemerkt haben. Gemeint war die Ablehnung des Zufalls - eine Haltung, die sich dieser Tage auch auf die Filmfestspiele von Venedig übertragen lässt. Denn reiner Zufall war es wohl nicht, dass Regisseurin Mona Fastvold exakt denselben Premierenslot (Sala Darsena um 19:15 Uhr) erhielt, den im Vorjahr ihr Ehemann und kreativer Partner Brady Corbet mit The Brutalist bespielte. Seit über einem Jahrzehnt arbeiten die beiden nun schon zusammen und durchweg alle ihrer jüngsten Werke feierten ihre Weltpremieren in Venedig. Der Umstand, dass Corbets Werk als monumental rezipiert wurde, kommt dem Paar und Fastv...
Kritik zu „Therapie für Wikinger“: Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling
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Kritik zu „Therapie für Wikinger“: Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling

Kritik von Michael Gasch - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling: Therapie für Wikinger von Anders Thomas Jensen Anders Thomas Jensen (Helden der Wahrscheinlichkeit und zuletzt King’s Land) präsentiert auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig sein neuestes Werk Therapie für Wikinger. Es mag wie ein Wikingerfilm klingen - und dies wäre nach dem Historiendrama King’s Land gar nicht so abwegig - jedoch handelt es sich um ein modernes Familiendrama über männliche Vergangenheitsbewältigung. Auch wenn die Risse in der menschlichen Seele offengelegt werden und es düster wird - ganz im Geiste Jensen - gab es bis dato keinen anderen Film auf dem Filmfestival, der so viel Gelächter hervorrief. Anker (Nikolaj Lie Ka...
Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
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Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist - Park Chan-wook beschaut all dies mit...
Kritik zu „Boulevard der Dämmerung“: Billy Wilders Hollywood-Noir neu in 4K
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Kritik zu „Boulevard der Dämmerung“: Billy Wilders Hollywood-Noir neu in 4K

„Ich war ein Star? Ich bin größer als je zuvor!“ Viele Kinder und Jugendliche wünschen sich in ihrem Leichtsinn, irgendwann mal ein großer Star zu sein, der auf der ganzen Welt berühmt ist, Unmengen von Geld verdient und sich vor Fans gar nicht mehr retten kann. Sänger, Fußballer oder Filmstar. Man will die Anerkennung der Masse, man will geliebt und verehrt werden. Doch sich dabei zu verändern, das hat natürlich niemand vor und schon gar nicht wird die eigene Familie vergessen. In Wahrheit sieht das Ganze dann doch etwas anders aus, aber wer will das schon mit unschuldigen oder betäubten Äugen sehen? Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass jeder Star, ob Leonardo DiCaprio, Lionel Messi oder Phil Collins, schon Teil der Kehrseite des Erfolgs wurde, denn das kann sich ja schon durch vers...
Kritik zu „Malcolm X“: Spike Lees politisches Geschichtsepos neu in 4K
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Kritik zu „Malcolm X“: Spike Lees politisches Geschichtsepos neu in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Seine Stimme finden: Malcolm X von Spike Lee bei Arthaus im 4K-Mediabook Wie findet man eine Stimme, wenn einem ein Leben lang gesagt wurde, man habe keine? Diese Frage scheint durch Spike Lees Malcolm X von 1992 zu schwingen, ohne je ausgesprochen zu werden. Er begleitet einen Mann auf seinem Weg durch eine Gesellschaft, die ihn erst missversteht, dann fürchtet, schließlich zum Schweigen bringt. Die neu erschienene 4K-Mediabook-Edition bei Arthaus lässt diesen Weg in neuer Schärfe und Würde sichtbar werden. Der Film erzählt das Leben von Malcolm Little, später Malcolm X, von seiner Kindheit bis zu seiner Ermordung 1965. Nach einer von Rassismus und familiärer Zerrüttung geprägten Jugend gerät Malcolm in die Kriminalität, wird verurteilt und kom...
Kritik zu „Beating Hearts“: Frankreichs Kino-Hit jetzt im Heimkino
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Kritik zu „Beating Hearts“: Frankreichs Kino-Hit jetzt im Heimkino

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 21. März 2025. "We were the same, you and me." In der Geschichte Frankreichs gab es genug Rebellion und Revolution. Knallharte Lebensumstände sorgten in genug Fällen für knallharte Gegenreaktionen. Knallhart wird auch immer wieder im französischen Kino durchgegriffen, zuletzt beispielsweise in Coralie Fargeats The Substance, in dem die Regisseurin mit Hollywood und der Gesellschaft so schonungslos abrechnet, wie man es sich nur vorstellen kann, und gleichsam freilich auch eine kleine Revolution in Gang setzt – ideologisch als auch cineastisch. Gilles Lellouche lieferte auf den Filmfestspielen in Cannes 2024 zur gleichen Zeit mit Beating Hearts ein fast dreistündiges Mammutwerk und greift nicht minder knallhart durch. Knallhart bei der Acti...
Like A Complete Unknown – Kritik zum Dylan-Biopic, jetzt neu im Heimkino
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Like A Complete Unknown – Kritik zum Dylan-Biopic, jetzt neu im Heimkino

Eine Gastkritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 26. Februar 2025. "The ballad of a true original." Musiker-Biopics können den Anfang einer großen, lebensverändernden Reise für den Zuschauer sein. In den besten Fällen, wie Walk the Line (Johnny Cash) oder Ray (Ray Charles), sind es Filme, die die Faszination für den Künstler aufkeimen lassen. Natürlich gibt es dem gegenüberstehend auch die Art Biografien, die sich wie ein cineastischer Wikipedia-Artikel anfühlen. In jenen Worst-Case-Szenarios sind die Filme so schnell wieder vergessen, wie die dokumentierten Subjekts. Like a Complete Unknown könnte ein großer Film über einen großen Musiker sein, keine Frage - doch das Gegenteil ist der Fall. Bob Dylan, weltbekannt durch Songs wie "The Times They Are a-Changin" oder "Blowin’...