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Berlinale 2019 – Blutige Handschuhe und der Kampf um die billigen Plätze
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Berlinale 2019 – Blutige Handschuhe und der Kampf um die billigen Plätze

10 Tage eingesperrt in dunklen Räumen. Die Strapazen eines Filmfestivals fördern das wahre "Ich" der Filmkritiker zu Tage. Dies ist auch auf der Berlinale nicht anders. Das Schwein im Menschen kommt spätestens dann zum Vorschein, wenn der Kampf um die besten Sitzplätze beginnt. Dass gedrängelt und geschubst wird und sich einige Leute kackdreist in die Warteschlange mogeln, bin ich inzwischen gewohnt. Bei einer Vorstellung von Flatland, dem Eröffnungsfilm der Sektion Panorama, ist jedoch etwas vorgefallen, dass ich so noch nicht erlebt habe: Im rammelvollen Kino beschloss mein Sitznachbar kurz nach Vorstellungsbeginn noch einmal seinen Sitz zu verlassen und die Toilette aufzusuchen. Ein folgenschwerer Fehler, denn just zu dieser Zeit wurden auch die Nachrücker in den Saal gelassen. Kaum w...
Berlinale 2019 – Dieter Kosslick und Hochglanz-Kitsch
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Berlinale 2019 – Dieter Kosslick und Hochglanz-Kitsch

Dieter Kosslick, Dieter KOSSLICK, DIETER KOSSLICK! Die 69. Berlinale ist am 7. Februar gestartet und es gab nur ein Thema: Dieter Kosslick. Der Mann mit dem roten Schal, der seit nunmehr 18 Jahren die Geschicke der Internationalen Filmfestspiele Berlin leitet, nimmt seinen Hut. „Gut so“, hörte man es in den letzten Jahren vermehrt aus der Ecke der Kritiker. Der Berlinale würde es an Profil fehlen, die Stars und großen Filme ausbleiben und selbst das Politische würde nur oberflächlich behandelt werden. Leider scheint es so, als würden die Kritiker auch in diesem Jahr wieder bestätigt werden, denn Kosslicks letzte Berlinale startete ohne große Stars und mit einem katastrophalen Eröffnungsfilm. The Kindness of Strangers ist eine rührselige Schmonzette, die genau so auch im ZDF-Nachmittagspr...
Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Stefan stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Stefan stellt seine Lieblinge vor

2018 war ein holpriges Kinojahr, was weniger an der Qualität der in Deutschland angelaufenen Filme lag, als vielmehr an der Tatsache, dass gerade während der traditionell hierzulande schwachen Sommermonate aufgrund von WM zusätzlich tote Hose im Kinoprogramm angesagt war. Und auch die Netflix bereitet mir Kopfzerbrechen, denn neben grottigen Eigenproduktionen, die der Konzern auf seine scheinbar weitestgehend anspruchslose Kundschaft loslässt, kauft der Streaminggigant Filme kurz vor Kinostart und verhindert so, dass wir diese im Kino zu sehen bekommen. Ein limitierter Kinostart, wie es im Falle von Roma geschehen ist, ist da nur ein kleiner Trost. Was gab es noch? Ach ja, Clint Eastwood ist vollkommen dem eigenen republikanischen Wahnsinn verfallen und verkauft dem Zuschauer in T...
Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Conrad stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Conrad stellt seine Lieblinge vor

Die Filme zum festhalten 2018 Wenn man mal wieder viel zu wenig Filme im Jahr gesehen hat, aber dennoch den Drang verspürt, der Welt seinen erlesenen Geschmack kundzutun, dann kann man auch eine Jahresliste rauskloppen; zugegeben, mit einer langen Liste an Kleingedrucktem. Ja, ich habe Call Me By Your Name immer noch nicht gesehen. Asche auf mein Haupt! Leider noch nicht gesehen: Viel zu viele Filme, aber die schmerzhaftesten Einträge in meiner "List of Shame" sind wohl The Rider (Zhao), First Reformed (Schrader), Augenblicke: Gesichter einer Reise (Varda, JR), Ready Player One (Spielberg), Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot (Gröning), A Star is Born (Cooper), Lady Bird (Gerwig), Florida Project (Baker), Transit (Petzold) und natürlich immer noch Call Me By Your...
Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Philippe stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Philippe stellt seine Lieblinge vor

Ohne großes Blabla vorweg: Dieses Kinojahr war, wie schon 2017, für meinen Geschmack herausragend vielseitig und hat gleich einige wahre cineastische Schmankerl mit sich gebracht. Und das, obwohl Hollywoods Blockbustermaschinerie keinen Deut an Innovation im Vergleich zu den Vorjahren hinzugewonnen hat. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. Dies gilt auch für den Streaming-Giganten Netflix, bei dem die Fallhöhe zwischen zumeist mittelmäßigen bis unerträglichen Filmchen und dazwischen magischen Lichtblicken wohl am größten ist. Größtenteils habe ich meine Highlights des Jahres weit fernab der sich selbst bis zur Unverträglichkeit unüberhörbar und unübersehbar als bestes Irgendetwas (der beste Marvel-Film seit... überhaupt und so) vermarktenden Rohrkrepierer gefunden. Das Kino...
Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Pascal stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Pascal stellt seine Lieblinge vor

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und Filmportale der ganzen Welt haben sich dahingehend verschworen, euch mit Aufzählungen der besten Filme des Jahres zu bombadieren. Wir machen dabei natürlich keine Ausnahme, vor allem nicht 2018, handelte es sich dabei doch um ein sagenhaft gutes (Kino-)Jahr. Auch wenn ich Luca Guadagninos Suspiria noch nicht gesehen habe und auch viel Interesse an Cold War sowie Shoplifters mitbringe, stelle euch euch nun meine Top 10 des Jahres vor. Viel Spaß damit! 10. In den Gängen (Thomas Stuber) In den Gängen ist ein Film, der zum Verweilen einlädt; der in seiner ungefilterten Menschennähe schwelgt; der einen in seiner schieren Alltäglichkeit einsaugt und für lange Zeit nicht mehr freigibt. Irgendwie wird man die Gänge des Marktes für dieses Jahr wohl ni...
Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Leonhard stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Leonhard stellt seine Lieblinge vor

Kann ich ernsthaft über meine Top 10 schreiben, ohne meine Top 1 zu erwähnen? Ohne Eighth Grade, der zwar Anfang 2018 erfolgreich in Sundance und US-Kinos lief, aber hierzulande immer noch auf sich warten lässt. Wie soll ich eine Top 10 Liste meiner Lieblingsfilme des Jahres machen, wenn Bo Burnhams Regiedebüt weder einen deutschen Kino- noch einen VOD-Start hatte? Selbst eine DVD hätte ich akzeptiert! Aber nichts. 2018 ist jetzt fast vorbei und ich habe umsonst gewartet. Wie soll es jetzt weitergehen? Einfach 2019 abwarten? Pfft. Wer weiß, ob wir in einem Jahr noch Top 10 Listen machen werden, so wie sich die Welt entwickelt. Außerdem: Warum muss ich mich den Launen der internationalen Verleih-Mafia beugen? Eighth Grade ist ein 2018 Film, durch und durch. So viel kann doch jeder sehen! ...
Kritik: Under The Silver Lake (USA 2018)
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Kritik: Under The Silver Lake (USA 2018)

I saw you spying on me, earlier. Der französische Medienphilosoph Jean Baudrillard sah Amerika, also die USA, nicht als Land, sondern als Modell an. Als ein Mekka von Zeichen ohne Referenzen, die nur auf sich gegenseitig verweisen. Die Wirklichkeit verschwindet hinter diesen Zeichennetzen. In Under The Silver Lake, dem neuen Film von It Follows-Regisseur David Robert Mitchell, droht Sam (Andrew Garfield) in diesen Netzen aus Zeichen zu verschwinden; anfangs noch ganz ins Slacker-Dasein vertieft, ohne Job, aber mit Auto und Apartment, wobei die Miete schon lange überfällig ist. Zwischendurch beiläufiger Sex mit einer befreundeten Schauspielerin (Riki Lindhome) und das Bespannen der barbusigen, MILFigen Nachbarin, aber sonst scheint Sam nicht viel zu tun zuhaben. Bis die schöne Sarah ...
Kritik: Mandy (USA 2018) – Nicolas Cage dreht durch
Festivals, Filme, Horror, Kritiken, Science Fiction / Fantasy, Thriller

Kritik: Mandy (USA 2018) – Nicolas Cage dreht durch

That was my favorite shirt! Als Panos Cosmatos mit gekrümmten Rücken und bescheidenem Gestus bei der Cannes-Premiere seines Films Mandy auf die Bühne tritt, fiel es noch schwer, sich auszumalen, was für ein Film einen erwartet. Cosmatos erzählt, dass er damit u.a. den Tod seiner Eltern verarbeiten wollte. Zugegeben, Mandy ist kein leichtfüßiger, fröhlicher Film. Wenn man zudem mit Science-Fiction-, Horrorfilmen, Dungeons and Dragons und Heavy Metal groß geworden ist, werden die Umrisse des Films klarer. Letztendlich war aber niemand wirklich auf Mandy vorbereitet, was sich auf der einen Seite an den zahlreichen Rausläufern während der Vorführung und auf der anderen Seite an den frenetischen Standing Ovations nach dem Film zeigte. 1983, der Holzfäller Red (Nicolas Cage) lebt mit s...
Kritik: The House That Jack Built (DK 2018)
Drama, Festivals, Filme, Horror, Im Kino, Krimi, Kritiken, Lars von Trier, Regisseure, Slider, Specials, Thriller

Kritik: The House That Jack Built (DK 2018)

You're house is a fine little house, Jack. Lars von Trier kehrt zurück nach Cannes. Vor sieben Jahren sorgte sein scherzhaftes "I'm a Nazi" dafür, dass er, nach seiner Goldenen Palme für Dancer in the Dark im Jahr 2000, auch den Preis als Persona Non Grata entgegen nehmen durfte und somit vom Festival ausgeschlossen wurde. Doch die Schonzeit ist nun vorbei, für Cannes, Lars von Trier und natürlich das Publikum, denn das muss sich diesen Film ja letztendlich ansehen. Gerüchten zufolge wollte Thierry Frémaux The House That Jack Built liebend gern im Wettbewerb zeigen, aber da von Trier keine Pressekonferenz geben wollte und diese anscheinend für die Teilnahme am Wettbewerb Usus ist, lief der Film nun außerhalb des Wettbewerbs. Der Andrang wurde dadurch nicht geringer, galt der Film ...