Kritik: Collateral (USA 2004) – Michael Manns L.A. Noir jetzt in 4K

Collateral_2004_Film_Kritik_Trailer

Max: Hey.
Max: [stuttering] He, he, he fell on the cab. He fell, he fell from up there on the motherfucking cab. Shit. I think he’s dead.
Vincent: Good guess.
Max: You killed him?
Vincent: No, I shot him. Bullets and the fall killed him.

Bei mir ist es nun so, dass ich nicht erst, seitdem ich den Klassiker Taxi Driver gesehen habe, auf intensive, minimalistische Dialoge während einer Taxifahrt stehe, die sich schon mal zehn Minuten oder länger ziehen können. Auch in Collateral bekommen wir im Stile des großen Filmklassikers eine fast zehnminütige Exposition aus Dialogen serviert, welche auf brillante Weise die beiden Hauptcharaktere und ihre gesellschaftlichen Hintergründe präsentiert.

Die Rolle des träumenden Taxifahrers Max, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiss, habe ich Jamie Foxx dabei sofort abgekauft. Seine Kundin, mit der er sich zuvor so nett unterhalten hat, steigt aus, macht Platz für den nächsten Passagier und weiter geht es mit dem Taxi durch die Straßen des nächtlichen Los Angeles. Was Max nicht weiss: Er hat einen rücksichtslosen Auftragskiller namens Vincent (superb: Tom Cruise) an Bord. Das Zusammenspiel und die intensive Story, welche aus dem Aufeinandertreffen zwischen dem Killer und seiner Geisel resultieren, sind schlichtweg atemberaubend. Nicht nur dank des hervorragenden Schauspielduos.

Denn der Grund dafür, dass Collateral der vielleicht begeisterndste Thriller der 2000er Jahre ist, liegt insbesondere auch in Michael Manns hypnotisierender, meisterlicher Inszenierung der Stadt Los Angeles als Schausplatz begründet. Ob das nun die Kamerafahrten durch die Häuserschluchten der glänzenden Metropole, die eher ruhigen Einstellungen, die verbalen Auseinandersetzungen der beiden Protagonisten im Taxi oder die wenigen, rapide gefilmten Actionsequenzen sind, Collateral ist kameratechnisch eine Meisterarbeit.

Im Verlauf der Geschichte selbst ist nicht viel Platz für Humor, gesetzt wird auf emotionale (Max) oder kalte, gefühllose (Vincent) Sätze. Die Spannung steigert sich dabei konstant über mehrere Zwischenhöhepunkte bis zum finalen Showdown. Begleitet wird dieses Klimax von James Newton-Howards sagenhaftem Score und einer tollen Musikauswahl, wie dem Klassiker „Destino de Abril“. Ohne Zweifel ist Michael Mann mit Collateral ein unvergessliches Genrehighlight (besonders in Sachen Atmosphäre, Schauspiel und Setting) und für mich einer der besten Filme der 2000er Jahre gelungen – ein kleiner, unscheinbarer moderner Filmklassiker.

Collateral ist ab dem 03. Dezember 2020 als 4K Blu-ray erhältlich. Falls unsere Kritik Dein Interesse geweckt hat, dann unterstütze uns gerne, indem Du den Film über einen der folgenden Links bestellst.*

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