Schlagwort: 2014

Kritik: Z for Zachariah (USA 2014)
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Kritik: Z for Zachariah (USA 2014)

I ain't seen anyone alive for over a year. Eingefallene Industriekomplexe, deprimierende Ruinenlandschaften, abgerodete Wälder – und inmitten dieser Bruchsteine der Vergangenheit zieht der Mensch traurige Striche. Das so vielfältige Sujet der Dystopie, welches durch Filme wie Die Tribute von Panem – The Hunger Gamer, Die Bestimmung – Divergent und Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth dieser Tage eine fragwürdige Hochkonjunktur feiern durfte, verfügt über eine klare Ikonographie des Zerfalls. Wenn wir von der (Post-)Apokalypse sprechen, dann sprechen wir zuvorderst von Schauwerten, von massenwirksamen Oberflächenreizen, die unsere Perzeption dahingehend stimulieren, das Gedankenspiel anzuregen, wie es wohl wäre, wenn Mutter Erde nicht mehr unserer bunt-belebten Heimat gleichen wür...
Kritik: Houses of Terror (USA 2014)
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Kritik: Houses of Terror (USA 2014)

Das ist kein Spukhaus, wir sind mitten im Nirgendwo in unserem Wohnmobil.Noch immer herrscht Hochkonjunktur im Subgenre des Found-Footage-Horrorfilms. Und obwohl scheinbar kein Zuschauer mehr wirklich Interesse daran zeigt, überrascht es trotzdem nicht, dass die Anzahl der Produktionen nicht zurückgeht. Aus Produzentensicht scheint das Erfolgsgeheimnis offensichtlich, man muss einen Film lediglich so billig produzieren, dass er sich ungeachtet seiner Zuschauerzahlen einfach lohnen muss. Denn eine gewisse Grundmenge an zahlender Zuschauerschafft lässt sich immer akquirieren, egal ob diese nun zufällig darüber stolpert oder aus purer Genreliebe einfach jeden Vertreter verschlingen. Auch für den Regisseur liegen die Vorteile auf der Hand. Billig produziert braucht man weder teures Equ...
Kritik: Marco Polo – Staffel 1 (USA 2014)
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Kritik: Marco Polo – Staffel 1 (USA 2014)

Business done quickly is business done badly. Netflix hat sich gemausert. Waren früher noch viele skeptisch, ob der amerikanische Streamingdienst auch mit Eigenproduktionen überzeugen kann, erweisen sich diese als ausgesprochen sehenswerte Serien. Angefangen von „Unbreakble Kimmy Schmidt“ über „Daredevil“ oder „Orange is the New Black“. Mit „Marco Polo“ stieg der Online-Riese nun auch in den Sektor historischer Serien wie etwa „Turn“ oder „Crossbones“ ein. Wie gewohnt vom Unternehmen erweist sich „Marco Polo“ als technisch einwandfrei umgesetzte Erzählung, doch kann die Serie auch abseits ihrer technischen Seite überzeugen? Wer jetzt zu faul ist, um weiterzulesen, hier gleich vorweg ein Vorabfazit: „Marco Polo“ ist ohne Zweifel keine misslungene Serie, allerdings reicht ihre narrative ...
Kritik: The Target (KR 2014)
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Kritik: The Target (KR 2014)

„Wenn Du einen Fehler machst, ist es vorbei!“Sein täglich Brot verdient sich der junge Tae-Joon (Lee Jin-Wook) als Arzt, während seine im siebten Monat schwangere Frau Hee-Joo (Kim Sung-Ryung), früher im gleichen Krankenhaus als Therapeutin tätig, zurzeit ihren Mutterschutz genießt: Das familiäre Glück jedenfalls scheint sich in Kürze mit dem ersten gemeinsamen Kind zu komplettieren. Die Harmonie allerdings wird schnell gebrochen, als ein Patient namens Yeo-hoon (Ryu Seung-Ryong), den Tae-Joon zuvor schon aufgrund einer Schussverletzung bereits behandelt hatte, urplötzlich reanimiert werden muss. Dass Tae-Joon hier seiner ärztlichen Pflicht nachging, ist der bittere Anstoß für einen nervenaufreibenden Kampf: Unbekannte entführen seine Frau und geben Tae-Joon den Auftrag, Yeo-hoon u...
Kritik: Fürst der Dämonen (CZ/RU 2014)
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Kritik: Fürst der Dämonen (CZ/RU 2014)

Kreide ist die beste Verteidigung die wir haben. Zieh einen Kreis um dich herum und kein Teufel kann dir etwas anhaben!“„Der Wij“ von Nikolai Wassiljewitsch Gogol zählt zweifelsohne zu den renommiertesten Erzählungen der russischen Literatur. Nicht unverständlich ist es daher, dass diese Geschichte auch schon zwei Mal in die weite Welt der Kinematographie transferiert wurde: Sowohl im Jahre 1967, als auch zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Wenngleich „Der Wij“ in Russland einen ähnlichen Bekanntheitsgrad genießt, wie in Deutschland etwa „Rotkäppchen“ oder auch „Die sieben Geißlein“, ist das mythologische Abenteuer um den ukrainischen Philosophiestundenten Choma Brut und seiner jähen Begegnung mit einem gar grässlichen Sukkubus in den deutschen Landen noch weitestgehend unbekannt. Das...
Kritik: Days and Nights (USA 2014)
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Kritik: Days and Nights (USA 2014)

Die Titte der Hexe muss eingefroren sein.“„Days and Nights“ darf sich in die Tradition von Ensemblefilmen stellen, die sich seit Dekaden daran abarbeiten, das dysfunktionale Familiengerüst mit der tatkräftigen Unterstützung von namhaften Personal zu verdichten und menschliche Abgründe an die Oberfläche zu fördern, die sich sukzessive, aber gewaltig wie ein Unwetter am Esszimmertisch zusammenbrauen. Dass es der von Christian Camargo inszenierte Film nicht ganz mit dem Großkaliber eines „Im August in Osage County“ aufnehmen kann, steht außer Frage, allerdings muss das hier in Deutschland direkt für den Heimkinomarkt erschienene Werk den Vergleich zu John Wells' Kleinod nicht scheuen, divergiert die künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Sujet der ominösen 'Familienbande' doch von ...
Kritik: Out of the Dark (CO/ES/US 2014)
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Kritik: Out of the Dark (CO/ES/US 2014)

„Ich weiß, was ich gesehen habe!“Den in Barcelona geborenen Regisseur Lluis Quilez sollte man in der Zukunft tatsächlich einmal genauer ins Auge fassen. Und das, obwohl sein erster Spielfilm „Out of the Dark“ nicht einmal sonderlich gelungen ist. Aber wie es oftmals nun mal so ist, gewinnen Filme ihren Reiz nicht aus der ästhetischen Formvollendung, sondern weisen in ihrem Scheitern ansprechende Facetten auf, mit denen man sich viel eher auseinandersetzen möchte: Es lockt das Unfertige, Ungenaue, Unentwickelte. „Out of the Dark“ bildet dort keine Ausnahme, paradoxerweise ist das Endergebnis ein Horror-Film von der Stange, der sich etwas zu sehr daran aufhält, die Syntax des Genres in Ehren zu halten, ihr sklavisch Schritt für Schritt nachzueifern, anstatt die Courage herauszunehmen...
Kritik: Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst! (CA 2014)
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Kritik: Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst! (CA 2014)

Findest Du immer noch, dass ich gut aussehe?“Schon im Jahre 2012 konnte Michael J. Gallaghers „Smiley - Das Grauen trägt Lächeln“ in Ansätzen veranschaulichen, wie interessant es doch anmutet, den Slasher-Film geradewegs in das digitale Zeitalter zu übersetzen. Trevor Matthews setzt dieses gefällige Gedankenspiel nun fort, ist mit „Girlhouse - Töte, was Du nicht kriegen kannst!“ aber weitaus weniger daran interessiert, infantil aus dem nerdgeschichtlichen Fundus zu fleddern und gebärt sich auch als ein Filmemacher, der mit einem (partiell) wunderbaren Auge für den Moment zu handwerken weiß: Hier thront die Intensität über der Albernheit. Dass es letzten Endes dann wohl doch nicht für den ganz großen Hit reicht, liegt daran, dass der Slasher innerhalb seiner normierten Struktur nur ...
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"Das Verschwinden der Eleanor Rigby: Him & Her" (US 2014) Kritik – Die Gegenwart ist die schwierigste Zeit

Autor: Levin Günther„A shooting star lasts only for a second, but you’re still glad that you saw it.“Der Regisseur Ned Banson hatte eine ganz tolle Idee, als er eine kriselnde Beziehung zweier Menschen anhand von zwei Filmen zeigen wollte. Ein Film aus der Sicht der Frau und ein Film aus der Sicht des Mannes. Mit dem „Verschwinden der Eleanor Rigby“ hat er eben dies gemacht und den beiden Teilen den Zusatztitel „Her“ und „Him“ verpasst. Aber selbst wenn Namen wie James McAvoy und Jessica Chastain im Film zu sehen sind (mit welchen wirklich eine perfekte Wahl getroffen wurde), ist es für eine Produktionsfirma zu riskant, zwei Einzelfilme zu veröffentlichen, die eine Geschichte erzählen. Sowas geht nicht mehr, weshalb Ned Banson zudem eine dritte Version zusammengeschnitten hat, die Szen...
Kritiken

"Kill The Messenger" (USA 2014) Kritik – Hollywood & USA, Prestige & Politik

Autor: Levin Günther„I didn’t realize that truth was a shade of grey.“In der Realität passierende oder passierte politische Skandale können ihre dramatische Kraft wahrscheinlich am besten im dokumentarischen Stile entfalten. Der direkte Kontakt zu Beteiligten, die logische Darlegung von Fakten, ein paar Spekulationen; all dem mag man in einer Dokumentation folgen. In einem Kinofilm kann investigative Arbeit schnell langweilig werden, weil der Zuschauer selbst nicht „mitspielen“ darf, sondern nur dem ganzen Theater beiwohnt. Eine der neusten und wohl auch bekanntesten Beispiele für solche Dokumentationen ist „Citizen Four“, ein Film, der sich mit dem NSA-Skandal und Edward Snowden auseinandersetzt. Der ist vor ein paar Jahren mit einem Ruck bekannt geworden, seitdem gehasst und verehrt,...