Schlagwort: 2015

Filmkritiken zu „Steve Jobs“, „Irrational Man“ und „Macbeth“
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Filmkritiken zu „Steve Jobs“, „Irrational Man“ und „Macbeth“

  Steve Jobs (USA 2015) von Danny Boyle, u.a. mit Michael Fassbender, Kate Winslet und Seth Rogen Für Steve Jobs sind Computer Gemälde. Kunstwerke, nuanciert und erfüllend. Ihm, dem popkulturellen Phänomen, dem Revolutionär und Visionär, fehlt indes die entscheidende Distanz zur Materie, um erkennen zu können, dass sein Kunstwerk, welches schließlich auch quasi aus seiner eigenen Rippe erbaut wurde, nicht nur in rein technologischer Brillanz überwältigt, es trägt auch seine menschlichen Makel in sich, wie Steve Wozniak in einer Rückblende prägnant festhält. Sie sind miteinander verschmolzen. Danny Boyle ist der richtige Mann, um sich dieser Person anzunehmen, die nicht nur eine Delle ins Universum schlagen sollte, sondern auch ein manischer Egomane war, dem Michael Fassbender i...
Filmkritiken zu „Kill Your Friends“, „Ich und Kaminski“ und  „Zipper“
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Filmkritiken zu „Kill Your Friends“, „Ich und Kaminski“ und „Zipper“

Kill Your Friends (GB 2015) von Owen Harris, u.a. mit Nicholas Hoult, Ed Skrein und Rosanna Arquette Feinde muss man vor sich hertreiben. Nach diesem Credo bestreitet Steven Stelfox seinen Alltag als A&R-Manager in einer renommierten Londoner Plattenschmiede. Wir befinden Mitten in den 1990er Jahren, die britische Musikindustrie hat gerade zum ersten Mal eine Milliarde eingenommen und an Downloads ist noch lange nicht zu denken. Das Geschäft boomt. Blöd nur, dass Steven Stelfox in Wahrheit Bands hasst, was ihn nicht daran hindert, den Markt in seiner ganzen destruktiven Selbstgerechtigkeit zu torpedieren – streng auf den eigenen Vorteil bedacht. „Kill Your Friends“ versteht sich als bissige Satire auf den Tonträgermarkt und fräst Schächte durch die Eingeweide dieser Branche, um kla...
Kritik: Yakuza Apocalypse: The Great War of the Underworld (JP 2015)
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Kritik: Yakuza Apocalypse: The Great War of the Underworld (JP 2015)

There was a time when being a man meant being Yakuza. Takashi Miike zählt unbestritten zu den extremsten und unkonventionellsten Filmemachern unserer Zeit. Das japanische Enfant-Terrible des Kinos hat sich in seiner jahrzehntelangen Regie-Karriere, beginnend Anfang der 90er Jahre, in einen regelrechten Rausch gearbeitet und Film auf Film abgedreht. Dabei ist es nicht nur die schwindelerregende Produktivität, die Miike auszeichnet, sondern auch sein ungeahnter Facettenreichtum, mit dem er durch die verschiedensten Genres wütet und beispielsweise unterhaltsame Kinderfilme schuf, aber auch rasende Splatter-Fantasien, die einem mit ihrer schrillen Absurdität gehörig den Kopf verdrehten. Auch nach ungefähr hundert Arbeiten gibt sich der Regisseur so unermüdlich wie eh und je und zeigt l...
Kritik: Die Entführung von Bus 657 (USA 2015)
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Kritik: Die Entführung von Bus 657 (USA 2015)

This is about principle, not money. Robert De Niro ist ohne Zweifel eine Schauspiellegende, welche sich vor allem durch seine zahlreichen Leistungen als skrupelloser Verbrecher oder Mafia-Boss in die oberste Liga der denkwürdigen Darsteller in der gesamten Filmgeschichte einreihen konnte. In den letzten Jahren ereilte ihn allerdings ein ähnliches Schicksal wie einige andere seiner berühmten Kollegen. Im hohen Alter ist auch er immer häufiger in kleineren Produktionen oder sogar B-Movies zu sehen, in denen er sein Talent für Rollen hergibt, die meist nur wenige Minuten Screentime haben oder kaum Relevanz für die Geschichte besitzen. Nun erscheint mit "Bus 657" hierzulande eine weitere Direct-to-DVD-Produktion, auf deren Cover groß mit De Niro geworben wird. Der spielt mal wieder die...
Die besten Filme des Kinojahres 2015: Pascal stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2015: Pascal stellt seine Lieblinge vor

Des Deutschen Bedürfnis nach Ordnung lässt sich natürlich auch zum Jahresende nicht einfach abschalten: Dementsprechend überflutet sieht man sich mit Jahresabrechnungen, die noch einmal fein-säuberlich auflisten, was das Kino eigentlich so verehrenswert macht und was es, auf der anderen Seite, für manchen Geek so manches Mal auch zu einer unvorstellbaren Qual erklärt. Aber: So eine letztes Rekapitulieren der Siegeszüge und Blindgänger des vergangenen Jahres macht doch immer wieder deutlich, dass das Licht dem Schatten letztlich durchaus überlegen ist. Und auch 2015 war wieder ein Jahr, in dem das Cineastenherz gerne und laut jubilieren durfte, selbstverständlich nicht nur wegen „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ - aber auch! Meine kleine Top-10 soll an dieser Stelle einen ...
Kritik: Taxi Teheran (IR 2015)
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Kritik: Taxi Teheran (IR 2015)

Sind Sie überhaupt ein richtiger Taxifahrer? Es ist der Blick aus der Frontscheibe eines Taxis, mit dem Jafar Panahi („Offside“) seinen neuen Film „Taxi Teheran“ einleitet. Man könnte auch sagen, dass dieser Blick, der eine belebte Kreuzung im urbanen Geflecht der iranischen Hauptstadt bezeugt, ganz bewusst eine klare Richtung vorgibt: Geradeaus, immer nach vorne, und das mit erhobenem Haupt, wie Jafar Panahi seit jeher nicht müde wird zu untermauern. Der Filmemacher, der zweifelsohne als Aushängeschild des iranischen Filmkultur herangezogen werden kann, sieht sich seit dem Jahre 2010 vom Mullah-Regime mit einem Arbeits-, Ausreise- und Interviewverbot belegt, neben einem zwanzigjährigen Berufsverbot und einer sechs Jahre umfassenden Haftstrafe, die Panahi bisher noch nicht antreten ...
Die besten Filme 2015: Conrads Top 20
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Die besten Filme 2015: Conrads Top 20

Alle Jahre wieder! Es ist ein cinephiles Urbedürfnis die innerhalb des Jahres gesichteten Filme zu ordnen und zu nummerieren. Am Ende steht eine Liste, die oftmals Schnittmengen mit den großen Filmen des Jahres aufweist, den Kritik- und Publikumslieblingen, dafür stechen die Besonderheiten und Kuriositäten umso mehr hervor. 2015 war ein sehr breit gefächertes Kinojahr. Obwohl die Newsseiten hauptsächlich mit Star Wars zu gestopft waren, kamen allerhand wunderbare, seltsame, kleine, große Filme zu uns. Meine Top-20 soll euch einen kleinen Einblick liefern. Berücksichtigt wurden nur deutsche Kino-, DVD- und TV-Starts. Nach meiner Top-20 verleihe ich wie jedes Jahr meine persönlichen CinemaForever-Awards. Viel Spaß! 20. Ich seh, ich seh von Veronika Franz & Severin Fiala Taghel...
Podcast: DPUDS #5 – Eine Buddy-Komödie ohne Michael Haneke!
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Podcast: DPUDS #5 – Eine Buddy-Komödie ohne Michael Haneke!

Willkommen, endlich, zur fünften Folge von Der Perser und die Schwedin! Diesmal sprechen Sebastian Moitzheim und ich über John Hughes‘ Ein Ticket für Zwei sowie Michael Hanekes 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls. Viel Spaß! Und an dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die dieses Jahr unseren Podcast gehört, kommentiert, geteilt und unterstützt haben! Der Perser und die Schwedin im RSS-Feed. Der Perser und die Schwedin bei iTunes. Der Perser und die Schwedin auf Facebook. Der Perser und die Schwedin bei Patreon.
Hörenswert: Der StarWarsCast der Leinwanderer!
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Hörenswert: Der StarWarsCast der Leinwanderer!

Die Star-Wars-Mania greift weiter um sich! Doch während wir und andere jetzt erst ihre Podcasts, Reviews und Thinkpieces über Star Wars VII durch das Netz jagen, haben die Kollegen von Die Leinwanderer bereits in der Vorweihnach ... ähh Vor-Star-Wars-Zeit ihren Mega-Podcast zum Franchise online gestellt. Darin dreht es sich natürlich weniger um den neuen als vielmehr um die alten Filme, inkl. der Prequels. Zu Gast ist die Star-Wars-Kapazität Tobias Mayer, den wir auch für unseren Podcast gewinnen konnten. >> Zum Leinwanderer-StarWarsCast
Kritik: The Revenant – Der Rückkehrer (USA 2015)
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Kritik: The Revenant – Der Rückkehrer (USA 2015)

God giveth, God taketh away. Alejandro González Iñárritu war schon immer ein heißes Eisen im anspruchsvollen Weltkino, mit seiner inoffiziellen Todes-Trilogie „Amores Perros“, „21 Gramm“ und „Babel“ hat der mexikanische Autorenfilmer frühzeitig in bemerkenswerter Fasson unter Beweis gestellt, dass er in der Lage ist, dem Innenleben seiner Charaktere entschieden nachzuspüren und sich dabei keinesfalls vor Abgründen, aber ebenso wenig vor dem Silberstreif am Horizont zu verschließen. Sicherlich, ein Freund der großen Gesten war Iñárritu schon immer, die zermürbenden Schicksalsschläge türmte er zuweilen bis ins Unermessliche, und gerade in „Biutiful“ beschlich einen als Zuschauer doch ein deutliches Gefühl affektiver Übersättigung, wurde man doch Zeuge davon, welch Marter der von Javie...