Schlagwort: 2025

Kritik zu „Nouvelle Vague“: Richard Linklaters Godard-Film
Aktuelle Filmnews, Biografie, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film, Im Kino, Komödie

Kritik zu „Nouvelle Vague“: Richard Linklaters Godard-Film

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 18. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "Zum Glück liebt die Kamera die beiden." Die Magie des künstlerischen Austauschs zu beobachten, wenn Agnès Varda bei einer Tasse Kaffee mit Jean-Luc Godard plaudert; mitzuerleben, wie Godard aus dem Pariser Kino Le Champo kommt; oder zu sehen, wie die Kameraarbeit im Guerrilla-Stil zur Anwendung kam; oder, oder, oder… Nouvelle Vague ist wirklich ein purer nostalgischer Kinogenuss. Und wer hätte die 20 Drehtage von Außer Atem mit mehr Spontaneität, Lebendigkeit und Authentizität nachstellen können als Richard Linklater? Der US-amerikanische Regisseur ist bekannt für dialoglastige Werke wie die Before-Trilogie, mit denen er sein Gespür für...
Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire
DVD & Bluray, Festival de Cannes, Filmkritiken, Horror, Western

Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 16. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "It will value your life. You should think twice." Der Regisseur von Hereditary und Midsommar ist zurück - und mit Eddington liefert Ari Aster sein bisher kompromisslosestes Werk, das erstmals auch wirkliche politische Sprengkraft entfaltet. Inmitten der glamourösen Kulisse von Cannes 2025 sorgt der Film prompt beim Einsetzen der Credits für hitzige Debatten. Eddington ist ein wuchtiger, verstörender Abstieg in die Abgründe von Fanatismus, Macht, Manipulation und Ideologie - getragen von Asters unverkennbarem Gespür für psychologischen Terror und gesellschaftliche Zerrüttung. Wer dachte, Aster hätte mit Midsommar das Maximum an emotionale...
Kritik zu „The Running Man“: Eine gelungene Neuverfilmung?
Action, DVD & Bluray, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „The Running Man“: Eine gelungene Neuverfilmung?

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 11. November 2025. Eine gelungene Neuverfilmung: The Running Man von Edgar Wright Die Zukunft des Fernsehens ist grausam: In der Show „The Running Man“ werden Menschen zu Spielfiguren in einem makabren Wettlauf ums Überleben. Profikiller jagen sie für den Nervenkitzel der Massen, und Millionen Zuschauer verfolgen jeden Schuss, jeden Schrei – live, ungefiltert und voller Begeisterung. Dafür wartet auf die Teilnehmer*innen am Ende der 30-tägigen Challenge ein stolzes Preisgeld. Die Krux an der Sache ist: Bisher hat noch niemand diese 30 Tage überlebt. Dieser dystopischen Welt nach Stephen King hat sich nun Edgar Wright angenommen, der damit nach Filmen wie Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt und Baby Driver erneut ein a...
Kritik zu „Marty Supreme“: Timothée Chalamet als Tischtennisprofi
Aktuelle Filmnews, Biografie, Drama, Filmkritiken, Im Kino, Komödie

Kritik zu „Marty Supreme“: Timothée Chalamet als Tischtennisprofi

Kritik von Julian Bonsu – erstmals zu lesen am 9. Januar 2026. Dieser Film beherrscht das Spiel: Marty Supreme von Josh Safdie Im vergangenen Herbst feierten gleich zwei neue Safdie-Filme Premiere. Zum ersten Mal jedoch präsentierten die Brüder Josh und Benny zwei getrennte Werke - beides Sportfilme. Zuerst kam Benny, der seinen Film The Smashing Machine in Venedig vorstellte. Ein bewegendes, jedoch ziemlich konventionelles Biopic über den Mixed Martial Arts Kämpfer und Wrestler Mark Kerr, welches keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Einen Monat später, bei einer unangekündigten Sondervorführung des New Yorker Filmfests (auf die allerdings schon im Voraus viel spekuliert wurde), präsentierte Josh seinen mit Spannung erwarteten Film Marty Supreme - kein reines Sportd...
Kritik zu „Scarlet“: Überzeugt Mamoru Hosodas Anime-Abenteuer?
Abenteuer, Aktuelle Filmnews, Animation, Asiatischer Film, Filmkritiken, Im Kino, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Scarlet“: Überzeugt Mamoru Hosodas Anime-Abenteuer?

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 4. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Eine Prinzessin in der Welt der Toten: Scarlet von Mamoru Hosoda Neben Hayao Miyazaki und Makoto Shinkai zählt Mamoru Hosoda zu den prägenden Stimmen des japanischen Animationsfilms. In seinen Filmen wie Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, Mirai oder auch Belle finden sich dabei wiederkehrende Themen. Stets geht es um Familie, aber auch die Motive Vergangenheit, Erinnerung und Zeit. Nun stellte Hosoda seinen neuesten Anime-Film Scarlet auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig vor. Im Mittelpunkt steht die titelgebende Prinzessin, die sich in einem Reich zwischen Leben und Tod wiederfindet. Nicht nur geht es darum, den Tod ihres Vaters zu rächen, sond...
Kritik zu „Is This Thing On?“: Stand-up-Comedy als Selbsttherapie
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Is This Thing On?“: Stand-up-Comedy als Selbsttherapie

Kritik von Michael Gasch Stand-up-Comedy als Selbsttherapie: Is This Thing On? von Bradley Cooper In den Regiearbeiten von Bradley Cooper sind stets zwei Symboliken erkennbar. Auf der einen Seite findet sich im gefeierten Regiedebut A Star Is Born als auch in dem Nachfolgewerk Maestro der „Funke“ im Menschen, der entweder hell leuchtet oder im Begriff ist, zu erlöschen. Das Symbol des Sterns, gleichermaßen ein Zeichen von Distanz, Größe und Projektion, steht dem kleinen Individuum dabei entgegen. In großer Distanz schwebend wird Bezug genommen auf Themen wie Leidenschaftlichkeit und den Drang, etwas Großes zu erschaffen. Passend heißt es da auch im Oscar-prämierten Song „Shallow“: Tell me something, girl. Are you happy in this modern world? Or do you need more? Is there something else ...
Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
Aktuelle Filmnews, Asiatischer Film, Drama, Filmkritiken, Im Kino, Komödie, La Biennale di Venezia, Thriller

Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher – erstmals zu lesen am 29. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist ...
Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack
Aktuelle Filmnews, Asiatischer Film, Drama, Filmkritiken, Im Kino

Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack

Kritik von Margarita Eliseeva – erstmals zu lesen am 27. Oktober 2025, gesehen im Rahmen des Filmfests Hamburg 2025. Der Kuchen mit bittersüßem Geschmack: Ein Kuchen für den Präsidenten von Hasan Hadi Kino aus dem Irak – wer rechnet schon mit einem solchen Unikat? Doch bei der Quinzaine des cinéastes, der Parallelsektion zum Festival de Cannes, lief zum ersten Mal in der Festivalgeschichte ein Film aus diesem Land: The President´s Cake, auf Deutsch Ein Kuchen für den Präsidenten. Das auch mit großem Erfolg. Denn nicht nur der Publikumspreis der entsprechenden Sektion in Cannes ging an den Film – auch der begehrte Preis für das beste Debüt, die Caméra d’Or, ging in den Irak. Der Regisseur von Ein Kuchen für den Präsidenten, Hasan Hadi, wollte schon seit seiner Kindheit Filmemacher wer...
Kritik zu „Reflection in a Dead Diamond“: Herausragendes Experimentalkino
Action, Berlinale, DVD & Bluray, Filmkritiken, Französischer Film, Thriller

Kritik zu „Reflection in a Dead Diamond“: Herausragendes Experimentalkino

Kritik von Hendrik Warnke - erstmals zu lesen am 16. Februar 2025, gesehen im Rahmen der 75. Berlinale. Die meisten Filmkritiken starten mit einer Zusammenfassung der Filmhandlung. Welche Figuren gibt es? Was ist deren Herausforderung? Was ist die Prämisse des Films? Bei diesem Text zu Reflection in a Dead Diamond, dem neuesten experimentellen Werk des Ehepaars Hélène Cattet und Bruno Forzani (Amer - Die dunkle Seite deiner Träume, Leichen unter brennender Sonne), versuche ich es etwas, das dem Film eher gerecht wird: Alter Mann blickt auf den Ozean. Schnitt. Nahaufnahme seiner Augen. Schnitt. leichtbekleideter Frauenkörper glitzert im Sonnenlicht, Zoom auf ihre Brust. Schnitt. Nahaufnahme eines Diamanten auf einer Brustwarze. Schnitt. Eine Hand wühlt in einer Schatulle voller Diamanten...
Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt
DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Das 4. gemeinsame Projekt mit Emma Stone: Bugonia von Yorgos Lanthimos Zu Yorgos Lanthimos letztem Film Kinds of Kindness schrieb ich einst: „Jeder, der Poor Things als abgefahren, skurril, bizarr, eigenartig und sonderbar bezeichnete, muss sich bei Kinds of Kindness echt anstrengen, noch passendere Worte zu finden.“ Nun legt der griechische Regisseur bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig nach – mit Bugonia, einem Titel, der so unscheinbar wie harmlos klingt. Doch wer Lanthimos kennt, weiß: Harmlosigkeit ist bei ihm ein trügerisches Versprechen. Erneut umfasst der Cast dabei Emma Stone und Jesse Plemons, erneut handelt es sich um ein Werk symbolischer ...