Schlagwort: Berlinale

Berlinale-Kritik: The Dinner (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken

Berlinale-Kritik: The Dinner (USA 2017)

Der einzige amerikanische Wettbewerbsbeitrag stammt dieses Jahr von Oren Moverman (The Messenger- Die letzte Nachricht) und dieser kredenzt seinen Zuschauern mit The Dinner seinen eine bitterböse Satire auf Moral, Schuld und Familiensinn, die trotz einiger Schwächen zu den bisher interessantesten Festivalbeiträgen gehört. Wenn die Verwandtschaft ruft..: Paul Lohman (Steve Coogan) und Ehefrau Claire (Laura Linney) erhalten von Pauls Bruder Stan (Richard Gere), seines Zeichens einer der aufstrebenden Politsterne des Landes, und dessen besserer Hälfte Katelyn (Rebecca Hall) eine Einladung zu einem sündhaft teuren Abendessen in einem der exklusivsten Nobelrestaurant der Stadt – natürlich nicht ganz ohne Grund. Während eines mehrgängigen Edelmenüs soll der Familienrat tagen, denn die Kinder ...
Berlinale Pressekonferenz – Internationale Jury
Festivals, Specials

Berlinale Pressekonferenz – Internationale Jury

Soeben fand die erste Pressekonferenz der 67. Berlinale statt. Die Internationale Jury um Jury-Präsident Paul Verhoeven (Regisseur, "Elle") stellte sich den ersten Fragen der Presse, bevor heute Abend das Festival offiziell mit dem Wettbewerbsfilm "Django" eröffnet wird. Das Event wurde live auf Facebook übertragen. Teil der Jury sind, neben Verhoeven, auch die tunesische Produzentin Dora Bouchoucha Fourati, der isländische Künstler Olafur Eliasson, die US-amerikanische Schauspielerin Maggie Gyllenhall ("The Honourable Woman"), die deutsche Schauspielerin Julia Jentsch ("24 Wochen"), der mexikanische Schauspieler Diego Luna ("Rogue One: A Star Wars Story"), und der chinesische Regisseur Wang Quan'an ("White Deer Plain"). Die Jury entscheidet über die Vergabe des Goldenen und Silbernen B...
Müssen Filme politisch sein? Berlinale/ WdK
Festivals, Slider, Specials

Müssen Filme politisch sein? Berlinale/ WdK

Zum Auftakt der diesjährigen Woche der Kritik, eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V., die zeitgleich zur Berlinale ein erlesenes internationales Filmprogramm in den Hackeschen Höfe Kinos vorführt, wurde eben diese Frage diskutiert. Im Kulturquartier Silent Green versammelte der Journalist Rüdiger Suchsland am 08.02. ein Panel um sich, welches sich aus verschiedenen Perspektiven an diese Problematik herantasten sollte: die Regisseurin und Produzentin Athina Rachel Tsangari ("Chevalier"), die ehemalige Leiterin des Istanbul Film Festivals Azize Tan, der Filmkritiker Joachim Lepastier (Cahiers du Cinéma), der Philosoph Alexander García Düttmann und der Redaktionsleiter von „Kino und Debüt“ (Bayerischer Rundfunk) Carlos Gerstenhauer. In der Begrüßung von critic.de Ch...
Von meinem Donut aus sehe ich die ganze Berlinale
Festivals, Slider, Specials

Von meinem Donut aus sehe ich die ganze Berlinale

Die Gegend um den Potsdamer Platz ist mit dem Berlinale Palast, der Audi Lounge, dem Cinemaxx Kino, dem European Film Market im Martin-Gropius-Bau, der Ticketverkaufsstelle in den Arkaden, und dem obligatorischen roten Teppich seit dem Jahr 2000 Hauptspielstätte der Berlinale. Leider ist das Viertel, trotz dem `glitz and glamour´ („Den Stars so nah sein wie noch nie“, schreit eine MasterCars Werbung) und dem reichhaltigen Filmangebot, nicht besonders gemütlich. Auch außerhalb der Berlinale-Zeit stellt man sich, wenn man mal mit Freunden ins Arsenal oder CineStar im Sony Center möchte, die Frage, wo man denn dort in der Nähe entspannt essen gehen könnte. Neben Ketten, Touristenfallen und Edel-Restaurants hat man leider nicht viel Auswahl, was sich auch während der Berlinale nicht unbeding...
Kritik: Die Kommune (DK, SE, NL 2016)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: Die Kommune (DK, SE, NL 2016)

Wenn ihr die Zeitung lest,seht ihr, dass die Liebe überall auf der Welt schwindet. Eine neue und interessante Zeit bricht an. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte der dänische Filmemacher Thomas Vinterberg in einer Wohngruppe, so gesehen ideale Voraussetzungen für seinen neusten Film Die Kommune, der auf der diesjährigen Berlinale lief. Die Geschichte ist zur Glanzzeit des kommunen Lebenssystem angesiedelt: Die 1970er Jahre. Architekt und Hochschuldozent Erik (Ulrich Thomsen) erbt ein großräumiges Haus mitsamt Grundstück. Eigentlich wollen er und seine Frau, die Nachrichtensprecherin Anna (Trine Dyrholm), dieses verkaufen, doch sie entscheiden sich um. Gemeinsam mit ihrer Teenager-Tochter Freya (Martha Sofie Wallstrom Hansen) eröffnen sie dort, mit einigen Bekannten, eine Kommune....
Kritik: Hail, Caesar! (USA 2016)
Coen Brüder, Filme, Komödie, Kritiken, Regisseure

Kritik: Hail, Caesar! (USA 2016)

Squint! Squint against the grandeur! Die Berlinale scheint mir eine seltsame Art Hassliebe für den Glanz und Glamour Hollywoods zu haben. So will das Programm jährlich unbekannte und unterschätzte Filmemacher aus dem internationalen Raum hervorheben und feiern – was sehr lobenswert ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmfestspielen, will die Berlinale diese Filme zudem primär „dem Volk“ zeigen (an Karten kommt jeder, der genügend Zeit und Geduld hat), obwohl es natürlich auch jede Menge Insider-Events für die Branche gibt. Alles in allem werden die Veranstaltungen jedoch recht bodenständig, ohne viel Theater, über Berlin verteilt, gehalten. Die Kehrseite davon ist jedes Mal unausweichlich, dass man zum Ausgleich, um mit anderen Festivals mithalten zu können, den Roten Teppich für e...
Die Abspanner, Festivals, Podcasts

Podcast: Die Abspanner #6 – Die 64. Berlinale

In Folge 6 sprechen die Abspanner SEHR ausführlich über die gerade zu Ende gegangene Berlinale. Jan ist leider nicht dabei, weil er sich seit Januar auf einem Selbstfindungstrip um die Welt befindet, weil er einmal zu oft "Eat Pray Love" mit Julia Roberts geguckt hat. Trotzdem sind wir zu dritt, denn Conrad hat sich einfach kurzerhand zwei Gäste eingeladen. Zum einen seine "House-of-Cast"-Kollegin Sonja Rankl (Moviepilot) und den umtriebigen Vielschreiber Sebastian Moitzheim (Das Manifest, Kino-Zeit), der bereits in der ersten Abspanner-Folge zu Gast war. Es wird also episch. Los geht's! Für unser grandioses, musikalisches Intro zeichnet sich übrigens die Band Rollergirls verantwortlich! Danke Jungs! Zu unserem Berlinale-Recap geht es HIER. Inhalt: 0:00:00 - Tief durchatmen, da kommt ...
Festivals, Specials

4. Berlinale-Recap: "Side Effects", "Das merkwürdige Kätzchen", "Don Jon’s Addiction", "Gold", "Interior. Leather Bar.", "Closed Curtain" & "Upstream Color"

Autoren: Conrad Mildner, Philippe Paturel Seit gestern ist die 63. Berlinale vorüber. Es gab viele gute und wenig schlechte Filme zu sehen. Nun folgt unser letzter Berlinale-Recap. Viel Spaß! „Side Effects“ von Steven Soderbergh Angstzustände, Schweißausbrüche, Herzklopfen machen Emily Taylor das Leben zur Hölle. Dabei sollte sich die junge Frau eigentlich freuen, wird doch ihr geliebter Mann bald aus dem Gefängnis entlassen. Nach seiner Rückkehr verschlimmert sich ihr Gemütszustand jedoch zusehends. Die verschriebenen Psychopharmaka stabilisieren sie, führen aber zu geistigen Abszenzen. Zu sehr sollte man sich nicht über „Side Effects“ informieren. Soderberghs allerletzter(?) Film ist ein waschechter Thriller mit zahlreichen Wendungen dessen stilistisches Vorbild ganz deutlich Alfred ...
Kritiken

3. Berlinale-Recap: "Promised Land", "Frances Ha", "Dark Blood" & "Habi, La Extranjera"

Autoren: Conrad Mildner, Philippe Paturel Nach dem zweiten Recap folgt also nun der bereits dritte Schlag. „Promised Land“ von Gus van Sant Im Auftrag des Gasunternehmens Global sollen Steve Butler (Matt Damon) und Sue Thomason (Frances McDormand) die Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt davon überzeugen, dass es für die Zukunft der Stadt wichtig ist, dass sie ihre Ländereien an Global verkaufen. Ihre Mission scheint anfangs auch ohne ernstzunehmenden Widerstand zu verlaufen. Zumindest, bis sich ein Umweltaktivist in das Geschehen einmischt und die Pläne von Steve und Sue gewaltig durcheinander bringt. "Promised Land" ist ein äußerst bewegendes, aber zuweilen oberflächlich erzähltes Umweltdrama. Hauptsächlich überzeugt der Film durch seine blendend aufgelegten Darsteller, allen v...
Festivals, Specials

2. Berlinale-Recap: "Before Midnight", "Endzeit", "Rock The Casbah" & "Computer Chess"

Autor: Conrad Mildner Nach dem 1. Recap folgt nun der zweite Schlag. „Before Midnight“ von Richard Linklater In „Before Midnight“ erfährt man, dass Jesse und Céline damals am Ende von „Before Sunset“ zusammen geblieben sind. Neun Jahre später: Mit ihren Töchtern verbringen sie den Urlaub in Griechenland. Und noch immer ist die Welt der Gefühle ihr favorisiertes Thema. Mittlerweile aber steht die eigene Beziehung auf dem Prüfstand, denn der Alltagstrott hat seine Spuren hinterlassen. Der dritte und wahrscheinlich letzte Film über das Paar Delpy und Hawke war einer der am meisten erwarteten Filme auf dieser Berlinale. Wer „Before Sunrise“ und „Before Sunshine“ bereits mag, wird auch mit dem neuen Film keine Enttäuschung erleben. Wieder einmal vertraut Linklater ganz seinem Schauspieldu...