Schlagwort: Festival de Cannes 2025

Kritik zu „Alpha“: Der neue Filmrausch von Julia Ducournau
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Kritik zu „Alpha“: Der neue Filmrausch von Julia Ducournau

Kritik von Hendrik Warnke Unmögliche Aufarbeitung: Alpha von Julia Ducournau Alpha ist ein Flop, so weit kann man wohl schon gehen. Einerseits finanziell: Mit rund 820.000 Euro Einspielererlös an den französischen Kinokassen hinkt er nicht nur Julia Ducournaus hervorragendem Debüt Raw hinterher, er schafft es  auch gerade einmal auf rund ein Drittel des Einspielergebnisses von Ducournaus letztem Film, dem Palme d’Or-Gewinner Titane. Und andererseits auch in der öffentlichen Meinung: Eine 5,9 auf IMDb, 6,4 auf Letterboxd, 56 % auf Rotten Tomatoes und unter den größten Enttäuschungen des Jahres vieler Kritiker*innen. „Mit Abstand ihr schlechtester Film. […] Ständig dreht sie sich im Kreis, bis das letzte bisschen Publikumsinteresse aus dem Kino gedrängt ist.“, meckert Brian Tellerico für...
Kritik zu „Sentimental Value“: Ein Geniestreich von Joachim Trier
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Kritik zu „Sentimental Value“: Ein Geniestreich von Joachim Trier

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 25. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Wenn der Lärm der Eltern verschwindet: Joachim Triers Familienchronik Sentimental Value Die Kamera gleitet über die klare, kühle Schönheit der Osloer Skyline. Schnitt. Nun nähert sie sich einem idyllischen Haus, fährt langsam an dessen Fassaden entlang und zeigt schließlich vereinzelt Fragmente aus dem Leben einer vierköpfigen Familie: wie die Streitereien zwischen den Eltern, bevor der Vater schließlich seine Frau und die beiden Töchter für immer verlässt. Mit seinem Weggang kehrt zwar Ruhe ein, doch zugleich auch eine Leere, die das Haus erfüllt – und das Leben der Schwestern fortan prägen wird. Aus dieser Annäherung heraus entfaltet Jo...
Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien
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Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien

Kritik von Margarita Eliseeva, gesehen im Rahmen des Brussels International Film Festival 2025. Eine Liebeserklärung an alle (queeren) Wahlfamilien: Der geheimnisvolle Blick des Flamingos von Diego Cespedes Gebirge, Sand und eine graue, nur teils asphaltierte Straße ohne Ende. Hier und da stehen einzelne Holzhäuser, ganz einsam und schäbig – sie wirken fast vernachlässigt. Das Jahr ist 1982 und wir befinden uns in der tiefsten chilenischen Wüste. Die einzelnen Häuser gehören zu einem kleinen Bergarbeiterdorf, in dem aber nicht viel los ist. Diejenigen, die es schaffen, gehen lieber in die Großstadt, und die Verbliebenen müssen mit dem monotonen Alltag klarkommen. So könnte der Beginn eines sozialen Arbeiterdramas aussehen, doch La misteriosa mirada del flamenco, auf Deu...
Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire
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Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 16. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "It will value your life. You should think twice." Der Regisseur von Hereditary und Midsommar ist zurück - und mit Eddington liefert Ari Aster sein bisher kompromisslosestes Werk, das erstmals auch wirkliche politische Sprengkraft entfaltet. Inmitten der glamourösen Kulisse von Cannes 2025 sorgt der Film prompt beim Einsetzen der Credits für hitzige Debatten. Eddington ist ein wuchtiger, verstörender Abstieg in die Abgründe von Fanatismus, Macht, Manipulation und Ideologie - getragen von Asters unverkennbarem Gespür für psychologischen Terror und gesellschaftliche Zerrüttung. Wer dachte, Aster hätte mit Midsommar das Maximum an emotionale...
Kritik zu „Der Phönizische Meisterstreich“ – Wes Andersons Heist-Komödie neu im Heimkino
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Kritik zu „Der Phönizische Meisterstreich“ – Wes Andersons Heist-Komödie neu im Heimkino

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 19. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2025. Es ist inzwischen wirklich keine Neuigkeit mehr: Mit Wes Andersons Werk - insbesondere dem der letzten Jahre, wie The French Dispatch und Asteroid City - tue ich mich zunehmend schwer. Seine überstilisierten Welten, die wie Uhrwerke in Pastellfarben funktionieren, lassen mich oft eher kalt, als dass sie mich berühren. Vieles wirkt kalkuliert, glatt und emotional distanziert - ein Stil, der sich für meinen Geschmack längst totgelaufen hat. So ging es mir nun auch wieder mit seiner Heist-Komödie Der phönizische Meisterstreich, die mich trotz Flugzeugabstürzen, Schießereien und Prügeleien nur mäßig unterhalten hat. Wer sich darin jedoch...
Resurrection – Trailer zu Bi Gans neuem Film zeigt eindringliche Bilder
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Resurrection – Trailer zu Bi Gans neuem Film zeigt eindringliche Bilder

Mehr aktuelle Trailer gibt es hier! Der Koffer steht nicht nur für den Pragmatismus der Reisenden, sondern ebenso für den Beginn einer Reise. Der Trailer zum neuen Film des chinesischen Regisseurs Bi Gan, der den verheißungsvollen Titel Resurrection (zu Deutsch Auferstehung) trägt, beginnt mit genau diesem Symbol: Ein Koffer wird geöffnet, es scheint das Ende einer Reise zu sein – oder vielleicht doch der Anfang einer neuen? Viel verrät der knapp 51 Sekunden lange Trailer nicht über die Handlung, doch die rätselhaften Bilder ziehen sofort in den Bann. Immerhin liefert die offizielle Website der Filmfestspiele in Cannes weitere Informationen, denn auch Bi Gans neuer Film ist Teil des renommierten Festivals. Bereits 2018 war er mit Long Day’s Journey Into Night vert...
Nouvelle Vague – Kritik zu Richard Linklaters Godard-Film
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Nouvelle Vague – Kritik zu Richard Linklaters Godard-Film

Ich habe Nouvelle Vague im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes gesehen. "Zum Glück liebt die Kamera die beiden." Die Magie des künstlerischen Austauschs zu beobachten, wenn Agnès Varda bei einer Tasse Kaffee mit Jean-Luc Godard plaudert; mitzuerleben, wie Godard aus dem Pariser Kino Le Champo kommt; oder zu sehen, wie die Kameraarbeit im Guerrilla-Stil zur Anwendung kam; oder, oder, oder… Nouvelle Vague ist wirklich ein purer nostalgischer Kinogenuss. Und wer hätte die 20 Drehtage von Außer Atem mit mehr Spontaneität, Lebendigkeit und Authentizität nachstellen können als Richard Linklater? Der US-amerikanische Regisseur ist bekannt für dialoglastige Werke wie die Before-Trilogie, mit denen er sein Gespür für tiefgründige, zugleich naturalistische G...
Cannes 2025: 7 ältere Festivalhits, die du jetzt anschauen solltest!
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Cannes 2025: 7 ältere Festivalhits, die du jetzt anschauen solltest!

Du stöberst gerne durch Best-Of-Listen? Dann hier entlang! Du hast dieses Jahr nicht das große Glück, bei den Filmfestspielen in Cannes dabei zu sein? Keine Sorge – auch von zuhause aus kannst du tief in die Magie des Festivals eintauchen. Ich habe dir eine Auswahl an früheren Film-Highlights zusammengestellt, die in engem Zusammenhang mit dem diesjährigen Festivalprogramm stehen. Diese Filme solltest du dir – falls du sie noch nicht kennst – unbedingt ansehen. Warum gerade diese? Ganz einfach: Sie wurden von Regisseur:innen inszeniert oder sind mit Schauspieler:innen besetzt, die auch dieses Jahr in Cannes mit neuen Werken vertreten sind. Ob gefeierte Frühwerke, unterschätzte Geheimtipps oder erst kürzlich etablierte Meisterwerke – meine Empfehlungen sind die perfekte Einstimmung...
Honey Don’t! Trailer – Neue Coen-Komödie mit Margaret Qualley
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Honey Don’t! Trailer – Neue Coen-Komödie mit Margaret Qualley

Mehr aktuelle Trailer gibt es hier! Wenn in einem Filmtrailer malerische Wüsten, leichtbekleidete Menschen, ein exzentrischer Sektenführer (Chris Evans), eine energische wie mysteriöse Ermittlerin (Margaret Qualley), Sexszenen, Schusswechsel und sonstige Gewaltszenen vorkommen, kann das bereits ein vielversprechendes Erfolgsrezept sein – man denke etwa an Once Upon a Time in Hollywood oder Drive-Away Dolls (beide ebenfalls mit Qualley); letzterer blieb allerdings sowohl finanziell als auch in der Resonanz bei Publikum und Kritik hinter den Erwartungen zurück. Bei Honey Don’t handelt es sich - nach Drive-Away Dolls - um den zweiten Spielfilm, bei dem Ethan Coen erneut allein, also ohne seinen Bruder Joel, die Regie übernommen hat. Wie bereits frühere Werke der Co...
Was kann Cannes 2025? – Komplettes Programm & Trailer
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Was kann Cannes 2025? – Komplettes Programm & Trailer

Es ist fast so weit – das Cannes Filmfestival 2025 steht vor der Tür und das Line-up verspricht wie jedes Jahr ein wahres Feuerwerk an Kinoerlebnissen! Die diesjährige Auswahl für die 78. Festivalausgabe ist komplett und umfasst eine fesselnde Mischung aus internationalen Produktionen und großbudgetierten Hollywood-Blockbustern. Wir dürfen uns sicherlich wieder auf Werke freuen, die die kreative Vielfalt des Weltkinos widerspiegeln, mit Regisseuren, die keine Angst haben, Grenzen zu überschreiten. Nachdem mich letztes Jahr in Cannes die später mit dem Oscar prämierten Hits wie The Substance und Anora begeistern haben, erwarten uns dieses Jahr unter anderem neue potentielle Sensationen von Julia Ducournau (2021 mit der Goldenen Palme für Titane ausgezeichnet), von Joachim Trier sowie mit Re...