Schlagwort: Joaquin Phoenix

Kritiken

"Walk the Line" (USA 2007) Kritik – Joaquin Phoenix wird zum Man in Black

"Zum Glück habe ich meine Federn für so einen Notfall alle durchnummeriert." In der Filmwelt ist es heutzutage nur noch eine Frage der Zeit, bis sich ein bestimmter Regisseur einer der wichtigen Musiker-Legenden annimmt und das Leben dieses Menschen auf die großen Leinwände bringt. Wenn wir darüber nachdenken, welche Biographien es bereits in die Kinos geschafft haben, dann muss man unweigerlich Filme wie „I'm Not There“ über Bob Dylan, „Control“ über Ian Curtis, „La vie en rose“ über Edith Piaf, „Nowhere Boy“ über John Lennon und „Ray“ über Ray Charles erwähnen. Dabei ist es allerdings immer ein äußerst dünner Grat, auf dem sich ein solcher Filmemacher bewegt, denn die Erwartungen, die an einen solchen Film gerichtet sind, liegen in astronomischen Höhen und sind nicht selten bereits v...
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"U-Turn" (USA 1997) Kritik – Kein Weg zurück

"Die Menschen sind nicht nur menschlich, verstehst du? In ihnen drin lebt auch ein Tier." In seiner Blütezeit konnte man Oliver Stone als einen der vielschichtigsten und ehrlichsten Regisseure überhaupt bezeichnen. Mit Filmen wie 'Platoon' oder 'Geboren am 4 Juli' inszenierte er gleich zwei der besten Anti-Kriegsfilme aller Zeiten und schilderte den Krieg und seine Auswirkungen so, wie sie waren. Dazu sein Debütfilm 'Salvador', der von einem Kriegsberichterstatter handelte, 'Wall Street', die Politfilme 'JFK' und 'Nixon' und natürlich die Satire 'Natural Born Killers', die heute Kultstatus hat und jedem Filmfan ein Begriff ist. Heute ist mit Oliver Stone allerdings nicht mehr allzu viel los und Filme wie 'World Trade Center' oder 'Wall Street 2' ließen das einstige Talent des Filmemache...
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"Helden der Nacht" (USA 2007) Kritik – Heldenhaft ist hier nichts

"Ich hab ein gutes Produkt. Komm vorbei und mach dir selber ein Bild." Wie in jedem Jahr, gab es auch 2007 genügend Crime-Filme im Kino. Mit 'American Gangster' und 'Tödliche Versprechen' wurde die Messlatte in Sachen Qualität wieder verdammt hoch gehängt. Nicht so gut kam James Grays toll besetztes Crime-Drama 'Helden der Nacht' bei den Kritikern und beim Publikum an. Zu Recht muss man leider sagen. 'Helden der Nacht' ist enttäuschend spannungsarmes Kino, das sich jedoch nicht ganz aus dem Feld schießt. Das 80er Jahre Feeling wurde in authentischen Bildern festgehalten. Leicht farblos, düster und immer mit einem sanften Schleier bedeckt schafft Kameramann Joaquin Baca-Asay es, eine stimmige und dichte Atmosphäre zu erzeugen. Zu Anfang wird in 'Helden der Nacht' noch auf zeitgenössisch...
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"8MM" (USA 1999) Kritik – Der Abgrund der Menschlichkeit

"Es gibt Dinge die du sehen wirst, die du nie wieder vergessen kannst. Die sind in deinem Kopf und bleiben da auch." Joel Schuhmacher ist einer der Regisseure, von denen man nie so recht weiß was man bekommt. Von Verlass auf Qualität kann also keine Rede sein. Von einem Meisterwerk wie 'Falling Down' über solide Filmchen wie 'Der Klient' bis zum absoluten Rohrkrepierer 'Batman & Robin'. Heute geht es aber in das Jahr 1999 und wir widmen uns Schumachers '8MM'. Zwar ist '8MM' kein Meisterwerk, aber ein äußerst spannender Thriller rundum die Abgründe der Pornoindustrie. Dass die Optik in einem Thriller mit dieser Handlung stark sein muss ist wohl klar. Frohe Farben voller Heiterkeit gibt es natürlich nicht im Ansatz. '8MM' besticht hier ganz klar durch seine kühlen und düsteren Bilder, di...
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"Gladiator" (USA 2000) Kritik – Starke Epik, schwache Story

"Einem Mann wird nur die Bürde auferlegt, die er auch tragen kann." Das war jetzt also "Gladiator", den ich vor einigen Jahren noch sehr geschätzt habe. Leider ist Ridley Scotts allgemein gefeiertes Sandalen-Epos trotz seiner pompösen Inszenierung ein teils sehr zähes Unterfangen, denn sobald "Gladiator" die Themen Politik, Verrat und Familiendrama anspricht, verliert er sich überwiegend in platter Symbolik. Zum Ausgleich der ganzen inhaltlichen Schwächen bekommen wir zum Glück zwei herausragende Protagonisten geboten. Russel Crowe, dessen Mimik nicht emotionaler sein könnte und Joaquin Phoenix zwischen Wahnsinn und dem Verlangen nach Liebe. Dazu ein Bombast-Score von Hans Zimmer, der für mich bis heute zu seinen Besten zählt und eine überragende Bebilderung und Technik. Das Kolosseum ...