Schlagwort: Robert De Niro

Filme, Kritiken

"Killer Elite" (USA/AU 2011) Kritik – Clive Owen jagt Jason Statham um den Globus

"Der Oman ist ein gottverdammtes Wespennest!" Manche Geschichte schreibt das Leben schon so abgedreht, dass es einem schwerfällt, diese wirklich zu glauben. Filme kann man immer schnell als realitätsfern und verdreht bezeichnen, doch was ist, wenn sich auch ein Film einer solch verdrehten, aber dennoch realistischen Geschichte annimmt? Gary McKendry tat das mit seinem Spielfilmdebüt mit dem Thriller 'Killer Elite' aus dem Jahr 2011. McKendry, der vorher schon eine Oscar Nominierung für den Kurzfilm 'Everything in This Country Must' einfahren konnte, nimmt sich in seinem Erstling der biografischen Vorlage "The Feather Men" des Ex-SAS Mitglieds Sir Ranulph Fiennes an, ein entfernter Verwandter der beiden Schauspieler Ralph und Joseph Fiennes. Das Ergebnis ist mit Sicherheit kein schlechte...
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"The Untouchables" (USA 1987) Kritik – Im Kampf gegen Al Capone

"Diese Stadt stinkt wie ein Bordell bei Ebbe!" Brian De Palma hat sich in seiner Laufbahn dreimal der Mafia angenommen. Das Ergebnis davon: drei der besten Mafiafilme überhaupt. Seine Unangefochtene Nummer Eins ist und bleibt der legendäre 'Scarface' mit Al Pacino aus dem Jahr 1983. Aber auch 'Carlito's Way', der gerne als „melancholischer Scarface“ bezeichnet wird, ebenfalls mit Al Pacino, ist ein starker Vertreter des Genres und machte es uns allen klar, dass De Palma dieses Genre verstand und aufdecken konnte. Der dritte Film ist der Thriller 'The Untouchables' aus dem Jahre 1987, den er allerdings nicht aus der Sicht der Gangster erzählte, sondern um die Polizisten, die den echten Mafiaboss Al Capone schnappen wollten. Brian De Palma beherrschte sein Handwerk, 'Die Verdammten des Kr...
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"Die durch die Hölle gehen" (USA 1978) Kritik – Ein wichtiges Stück Filmgeschichte

"Wovor sollte man in diesem Krieg noch Angst haben?" Kriegsfilme sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil der Filmgeschichte, egal ob es der erste Weltkrieg, der zweite Weltkrieg, Vietnam oder der Irakkrieg ist. Diese Themen werden nicht alt und der Gesprächsstoff wird ebenfalls niemals ausgesehen. Wenn sich ein Film dann um einen der besagten Kriege dreht, dann hat man Vorfeld immer die leise Befürchtung, dass der Regisseur den Stoff nicht richtig angehen würde und sich im verhassten Pathos verrennt und ein völlig verstelltes Kriegsbild offenbart. 'Wir waren Helden' mit Mel Gibson war 2002 ein solches Beispiel und auch Steven Spielberg kam in 'Der Soldat James Ryan' nicht um die störende Heuchelei herum. Begeben wir uns zurück in die Zeit, in der der Vietnamkrieg noch seinen grausam...
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"The King of Comedy" (USA 1983) Kritik – Robert De Niro ist besessen von Jerry Lewis

"Lieber ein König für eine Nacht, als ein Bettler fürs Leben." Wenn man die Mehrheit der Filmliebhaber auf die gemeinsame Zeit zwischen Martin Scorsese und Robert De Niro ansprechen würde, würden in jedem Fall die Filme 'Taxi Driver', 'Wie ein wilder Stier', 'GoodFellas' und 'Casino' genannt werden, denn diese vier Filme stehen wohl für die großen Höhepunkte im Schaffen des Duos. Doch die beiden Meister haben auch so manchen Film zusammen gemacht, der trotz riesiger Erfolge in den Jahren zuvor nie den verdienten Stand in der Filmwelt erlangen konnten. Da wäre zum Beispiel das äußerst gelungene Remake 'Kap der Angst', 'Bringing out of the Dead' und vor allem der noch viel öfter vergessene 'The King of Comedy' aus dem Jahr 1983. Die fünfte Zusammenarbeit zwischen Scorsese und De Niro erwe...
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"Ronin" (USA 1998) Kritik – Robert De Niro rast durch Frankreich

"Schon mal jemanden umgebracht? – Ich habe höchstens mal jemandem das Herz gebrochen." Der 2002 verstorbene John Frankenheimer war einer der Regisseure, die in der Filmwelt immer vertreten waren, das über Jahrzehnte, doch so wirklich im Vordergrund stand er eigentlich nie. Einigen wird der Name sicher noch ein Begriff sein und im Hinterkopf klingelt etwas bei der Erwähnung, aber einer der Topmänner war Frankenheimer zu keiner Zeit. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen heute Sachen wie 'Der Gefangene von Alcatraz' oder auch 'Der Regenmacher', die in jedem Fall überdurchschnittliche Genrefilme sind. Seinen besten Film inszenierte Frankenheimer mit 'Ronin' allerdings erst im Jahre 1998. Deirdre und eine Handvoll käufliche Agenten bekommen den Auftrag, einen Koffer zu stehlen, bevor der j...
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"Kap der Angst" (USA 1991) Kritik – Robert De Niro und die Sucht nach Rache

"Sie lernen noch, was Verlust heißt." Mit Remakes ist das ja immer so eine Sache. Die einen sind schlecht, die nächsten noch schlechter und wieder andere sind schon eine bodenlose Frechheit. Ein seltenes Glück ist es, wenn ein Remake endlich mal funktioniert und sich dabei nicht vor dem Original verstecken muss, sondern ihm sogar das Wasser reichen kann. Wunder geschehen ja bekanntlich immer wieder und wenn ein Regisseur wie der große Martin Scorsese sich einem Remake annimmt, dann darf man immer gespannt sein, denn Scorsese weiß zumeist genau was er tut. Mit 'Kap der Angst' aus dem Jahr 1991, widmete er sich Dee J. Thompsons Klassiker 'Ein Köder für die Bestie' von 1962, basierend auf dem Roman "The Executioners", und bewies wieder einmal seine Meisterklasse. Zwar ist der Film kein Mei...
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"This Boy’s Life" (USA 1993) Kritik – DiCaprios erster großer Auftritt

"Das ist mein Haus und ich hab das Sagen! Verstanden?!" Welcher 18 Jährige Junge hat schon das große Privileg, in seinem ersten großen Filmauftritt, an der Seite von einer Schauspielgröße wie Robert De Niro zu spielen? Tja, niemand geringere als Leonardo DiCaprio. In Michael Caton-Jones Jugend-Drama 'This Boy's Life' aus dem Jahre 1993, begeistern nicht nur die Darsteller, sondern auch Caton-Jones' emotionale und starke Inszenierung. David Watkins Bilder, die das 50er Jahre Leben in Amerika einfangen, sind schön stimmig und nostalgisch. Dabei verzichtet Watkins auf unnötige Sperenzchen und fängt das Geschehen in standhaften und unaufgeregten Aufnahmen ein. Auch der unaufdringliche und gefühlvolle Score von Carter Burwell trägt seinen Teil zur tollen Atmosphäre bei und schafft es, den Z...
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"GoodFellas" (USA 1990) Kritik – Drei Jahrzehnte in der Mafia

"Wenn man zu einer Bande gehört, sagt einem niemals jemand, dass man dich umbringen will. So läuft das nicht. Es gibt keine großen Auseinandersetzungen oder Flüche wie im Film. Deine Mörder kommen mit einem Lächeln. Sie kommen als deine Freunde, als Leute, die sich dein ganzes Leben lang um dich gekümmert haben. Und sie kommen immer dann, wenn man ganz unten ist und ihre Hilfe am nötigsten braucht." Als Fan von Gangster-Filmen, ganz besonders über die Mafia, sind die Filme von Martin Scorsese für mich natürlich unumgänglich und schon fast heilig. Mit seinem sechsfach Oscar nominierten Film 'GoodFellas', über den wahren Aufstieg und Fall des Gangsters Henry Hill, liefert Scorsese mal wieder einen der besten Genre-Beiträge und auch einen der besten Filme aller Zeiten ab. Wenn Scorsese si...
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"Casino" (USA 1995) Kritik – Gefangen in der Stadt der Sünde

"Sie sollten nicht nur aufhören, Sie sollten weglaufen." Wir schreiben das Jahr 1995. Martin Scorsese ist längst eine lebende Legende unter den Regisseuren und hat sich mit Filmen wie 'Taxi Driver', 'Wie ein wilder Stier' und 'GoodFellas' bereits unsterblich gemacht. Die Ungerechtigkeit des Geschäfts verfolgte ihn dabei allerdings all die Jahre und den mehr als überfälligen Oscar für seine immer wieder grandiose Arbeit konnte er noch nicht entgegen nehmen. Mit 'Casino' hielt diese Serie leider weiterhin an und nur eine einzige Nominierung, für die beste Hauptdarstellerin, gab es für den Film. Das wirkt sich natürlich in keiner Weise auf den Film selbst aus und Scorsese zeichnet wieder ein beeindruckendes Portrait dreier Menschen die sich zwischen Macht und Gier selbst verlieren. Mit ei...
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Klassiker-Tipp der Woche "Heat" (USA 1995) – Kampf der Giganten

"Du weißt nicht was hier läuft? Du hast Besuch vom Sensenmann!" 1995 war es soweit. Zwei absolute Größen des Filmgeschäftes standen endlich gemeinsam vor der Kamera. Zwar spielten Al Pacino und Robert De Niro schon in 'Der Pate 2' mit, hatten aber keine gemeinsame Szene. Michael Manns 'Heat' ist ein perfekt inszenierter Kampf der beiden Giganten. Die grandiose Kameraarbeit von Dante Spinotti, der starke Score von Elliot Goldenthal und das unterkühlte Blau, welches den ganzen Film durchzieht machen ihn zu einem visionären und optisch einmaligen Meisterwerk. Selten wurde ein Film so Stilsicher in Szene gesetzt. Die Besetzung ist die absolute Spitzenklasse und bis in die kleinsten Rollen blendend besetzt. Robert De Niro als Bandenchef Neil McCauly bringt wieder eine hervorragende Leistun...