Schlagwort: Stefan Geisler

Kritik: BlacKkKlansman (USA 2018)
Amazon Prime, Krimi, Kritiken

Kritik: BlacKkKlansman (USA 2018)

There’s never been a black cop in this city. We think you might be the man to open things up around here. Normalerweise kräuseln sich bei mir die Nackenhaare, wenn ich vor einem Film den Satz „basierend auf einem wahren Ereignis“ lese. Doch im Falle von Spike Lees neustem Film BlacKkKlansman kann ich gar nicht anders, als selbst noch einmal auf den wahren Kern des Erzählten hinzuweisen. Die Geschichte um den ambitionierten afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth ist so absurd, dass selbst die besten Schreiberlinge Hollywoods sich keine bessere Räuberpistole hätten ausdenken können: Ron Stallworth (John David Washington) wird im Jahr 1978 in Colorado Springs als erster schwarzer Polizist vereidigt und wird prompt als Undercover-Agent auf Black-Power-Veranstaltungen eingesetzt. Unte...
Kritik: Teen Titans Go! To the Movies (USA 2018)
Animation, Filme, Im Kino, Komödie, Kritiken, Slider

Kritik: Teen Titans Go! To the Movies (USA 2018)

Titans! Why did you do that to Superman? He's a national treasure! Wenn die Pressevorführung eines Films gerade einmal anderthalb Tage vor dem Kinostart gezeigt wird, dann lässt das nichts Gutes erahnen. Die gezeigten Filme entpuppen sich - wenig überraschend - zumeist als cineastische Gurken, die im Vorfeld des Kinostarts möglichst wenig mediale Aufmerksamkeit erzeugen sollen, damit zumindest ein paar verirrte Seelen in den Film stolpern. Im Falle von Teen Titans Go! To the Movies hat der deutsche Verleih dem Film mit diesem Vorgehen aber keinen Gefallen getan. Die Hochgeschwindigkeits-Animationskomödie verfügt nicht nur über eine treue Fanbase, sondern hätte, mit ein wenig mehr Vorlauf, sicherlich auch neue Zuschauer in die Kinos locken können. Die hyperaktive Persiflage auf das...
Kritik: Papillon (USA, CZ, ES 2018)
Drama, Filme, Kritiken

Kritik: Papillon (USA, CZ, ES 2018)

Papillion, right? You got money? Get some. You’ll never escape without it. Ein Remake aus dem Nichts (oder wollte ich es einfach nur nicht wahrhaben?): Am 26. Juli 2018 startet die Neuverfilmung von Franklin J. Schaffners zeitlosem Meisterwerk Papillon in den deutschen Kinos - ob wir wollen oder nicht. Statt Steve McQueen als unbeugsamer Häftling Henri Charrière (Papillon) und Dustin Hoffman in der Rolle seines schrulligen Leidensgenossen Louis Dega stehen diesmal Charlie Hunnam und Rami Malek vor der Kamera. Das Ergebnis ist ein solide inszeniertes Gefängnis-Drama, das sich stoisch an seine Vorlage hält, der bekannten Geschichte jedoch keinerlei neue Facetten hinzufügen kann und sich somit als filmische Redundanz in Reinform erweist. Paris im Jahre 1931: Der Tresorknacker Henri Charri...
Kritik: Solo: A Star Wars Story (USA 2018)
Action, Filme, Heimkino, Kritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Solo: A Star Wars Story (USA 2018)

I thought we were in trouble there for a second, but it's fine. We're fine. Mir persönlich ist Star Wars ja egal. Das soll nicht heißen, dass ich dem Franchise nichts abgewinnen kann – immerhin habe ich alle Teile der Sternensaga gesehen und gehe immer gerne ins Kino, wenn ein neues galaktisches Abenteuer lockt – ich schreibe dies lediglich, um klarzumachen, dass ich verhältnismäßig unbeschwert an die neuste Einzelepisode des Star-Wars-Kosmos herantreten kann. Es geht mir bei der Schilderung meiner Eindrücke zum neusten Nebenprodukt aus dem Star-Wars-Universum also nicht um eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Kanon – darum sollen sich andere, besser qualifizierte Schreiberlinge kümmern, sondern lediglich um das reine Sehvergnügen eines Popcorn-Blockbusters. Und sind wir mal...
Berlinale 2018 – Rückblick: Alte Fischer und der Goldene Bär
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Berlinale 2018 – Rückblick: Alte Fischer und der Goldene Bär

Am Sonntag ging die Berlinale 2018 zu Ende - und gefühlt bin ich noch mittendrin, was vielleicht auch daran liegt, dass ich den Montag genutzt habe, um eine ordentliche Mütze Schlaf nachzuholen. Alles in allem war es für mich ein erstaunlich gutes Berlinale-Jahr, denn nachdem ich mir in den ersten Tagen des Festivals mit fast schlafwandlerischer Sicherheit die schrecklichsten Filme herausgepickt hatte, folgten noch einige echte Höhepunkte. Neben Thomas Stubers melancholischer Arbeitergeschichte In den Gängen, konnten mich die bulgarisch-deutsch-französische Koproduktion Ága von Regisseur Milko Lazaro und die grandiose Dokumentation Inland Sea (Minatomachi) von Kazuhiro Soda begeistern. Thematisch sind beide Filme ähnlich gelagert: es geht um Veränderung, unfreiwillig herbeigeführt durch ...
Berlinale 2018 – Tage 6 bis 8: In den Gängen tobt das Leben
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Berlinale 2018 – Tage 6 bis 8: In den Gängen tobt das Leben

Puh, Endspurt! Die Berlinale 2018 neigt sich ihrem Ende entgegen und es wird auch langsam Zeit. Gerade in den vollgestopften Kinosälen, in denen seit nunmehr fast zehn Tagen Kritiker aller Länder gemeinsam eingesperrt sind, geht es mit der Freundlichkeit und auch der Hygiene rapide bergab. Kleines Beispiel gefällig? Gestern entstand gleich neben mir folgende Gesprächssituation: „Könnten Sie das bitte nicht in meine Richtung schnipsen?“ „Was bitte?“ „Das, was Sie da unter Ihren Fingernägeln hervorholen. Könnten Sie das BITTE nicht in meine Richtung schnipsen? Schnipsen Sie es doch BITTE nach vorne.“ Mhmmm...lecker. Meine Sitznachbarn waren bisher glücklicherweise alle angenehm umgänglich. Und auch meine Stimmung hat sich nach meinem persönlichen Tiefpunkt der diesjährigen Berlinale, K...
Berlinale 2018 – Tage 4 und 5: Mit Kim Ki-duk auf blutiger Fahrt
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Berlinale 2018 – Tage 4 und 5: Mit Kim Ki-duk auf blutiger Fahrt

Bei Filmfestspielen beschleicht mich immer ungefähr zur Festivalhalbzeit die Angst, dass ich mir immer genau die falschen Filme aus dem riesigen Angebot herausgepickt und die cineastischen Sahnestückchen gnadenlos übersehen haben. Meist trügt dieser Eindruck, ein kurzer Blick auf das bisher Gesehene reicht, um festzustellen, dass ein guter Durchschnitt an lohnenswerten Sichtungen erzielt wurde. Dieses Jahr scheint meine Sorge jedoch nicht gänzlich unbegründet, denn die Berlinale 2018 hat für mich bisher größtenteils Mittelmaß und einige handfeste Enttäuschungen zu bieten. Die größte Gurke der Festspiele ist bisher Kim Ki-duks nahezu unerträglich stupide Studie über das Böse im Menschen Human, Space, Time and Human (Inkan, Gongkan, Sikan Grigo Inkan). Homo homini lupus (Übersetzung: Ein ...
Berlinale 2018 – Tage 2 und 3: Penis-Alarm im CineStar
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Berlinale 2018 – Tage 2 und 3: Penis-Alarm im CineStar

Gespräch zwischen zwei Zuschauern nach dem indischen Revenge-Thriller Garbage: „Meine Erfahrung mit der Berlinale bisher: Die Internetseiten gehen nicht und das CineStar zeigt die ganze Woche nur Penisse. Kann ja auch nicht Sinn der Veranstaltung sein...“. Pimmel, Pimmel, überall Pimmel - dass das männliche Glied noch immer Verwirrung unter den Zuschauer stiften kann, finde ich direkt erstaunlich. Garbage, der neue Film des indischen Regisseurs Q, der zuvor die Zuschauer stilvoll in einem „Need Weed“-T-Shirt auf das Nachfolgende vorbereitete, zeichnete sich unterdessen nicht unbedingt durch ausufernde Nacktsequenzen aus. Stattdessen durften die Zuschauer hier einer sehr qualvollen Dekonstruktion der Männlichkeit beiwohnen: Der an Hodenkrebs leidende Taxifahrer Phanishwar (Tanmay Dhanania...
Berlinale 2018 – Tag 1: Hunde auf der Mülldeponie
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Berlinale 2018 – Tag 1: Hunde auf der Mülldeponie

Roter Teppich, Menschenmengen und überfüllte Kinos: Seit gestern ist die 68. Berlinale in vollem Gange und ich werde mich auch in diesem Jahr für unsere Seite wieder in das wilde Treiben stürzen. Da ich im letzten Jahr im Großen und Ganzen doch sehr enttäuscht war von den Wettbewerbsbeiträgen (ja, ich meine dich, Körper und Seele), möchte ich diesmal meinen Fokus verstärkt auf andere Sektionen ausweiten. Schließlich gab es im letzten Jahr insbesondere in der Panorama-Sektion einige Filmperlen, die größtenteils nie ihren Weg auf den deutschen Markt gefunden haben, geschweige denn eine Kinoauswertung erfahren hätten. Auf eine deutsche Veröffentlichung der kafkaesken Tragikomödie Requiem for Mrs. J. oder eine Auswertung des bildgewaltigen chinesischen Coming-of-Age-Dramas Ciao Ciao warte ic...
Kritik: Black Panther (USA 2018)
Action, Filme, Kritiken, Science Fiction / Fantasy, Slider

Kritik: Black Panther (USA 2018)

The world is changing. Soon there will only be the conquered and the conquerors. You are a good man, with a good heart. And it's hard for a good man to be a king. Die Verantwortlichen des Marvel-Cinematic-Universe planen immer drei Schritte voraus. Bereits im November 2017 verkündete Marvels Grundarchitekt Kevin Feige, dass die nächsten 20 Filme (!!!) eine neue Richtung einschlagen und sich im Grundton gehörig vom bisher Gesehenen unterscheiden werden. Eine Runderneuerung hätte das MCU inzwischen auch bitter nötig, denn allzu oft müssen inzwischen junge Regisseure formelhaft Aufträge erledigen, die nach marktanalytischen Auswertungen zielgruppengerecht durchstrukturiert wurden. Ein frischer Ansatz, der den marvelschen Filmkosmos auch für die Zeit nach dem Abgang der großen Stars und Hel...