"Die Tribute von Panem – The Hunger Games" (USA 2012) Kritik – 24 Kandidaten, nur einer wird überleben

“They just want a good show, that’s all they want.” – “There’s 24 of us Gale, only one comes out.”

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„Die Tribute von Panem – Schnulzenspiele“ würde sicherlich besser als Titel für den neuesten Hype aus den Vereinigten Staaten passen. Eine futuristische Gesellschaft, in welcher 24 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in einem Gladiatorenkampf als Strafe für die Revolutionsversuche der 12 Distrikte von Panem antreten und bis zum Tod kämpfen müssen. Jeder Distrikt muss dafür ein Mädchen und einen Jungen als Tribute stellen. Dabei tritt Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) für den allseits unbeliebten Distrikt 12 an. Diese Geschichte hätte durchaus eine durchdachte, sozialkritische Ohrfeige für Talentshows aller Art, welche Jugendliche und ihre Privatphäre bis auf das letzte Detail ausbeuten, werden können. Stattdessen verliert man sich während der knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit in unbedeutenden Turteleien und Massenunterhaltung.

Regisseur Gary Ross leistet Starkes, zumindest in der ersten halben Stunde. Im Sekundentakt wechseln sich Emotionen, Düsternis und wunderschöne Aufnahmen ab. Sobald es jedoch zur eigentlichen Action, der Vorstellung der 24 Jugendlichen und zur anschließenden tödlichen Auseinandersetzung dieser kommt, verlor er wohl seine Willenskraft oder das Geld lockte ihn mehr als die Kunst, seine Zuschauer zu fordern. Inwiefern der Film immer mehr vom ernstzunehmenden Blockbuster zur billigen Unterhaltungsware abdriftet, hat sich vor allem am Verhalten des Kinopublikums gezeigt. Es wurde geklatscht und die Hungerspiele wurden angefeuert anstatt für schockierte Gemüter und nachdenkliche Gesichter zu sorgen. Da fragt man sich dann ehrlich, wo der erzählerische Anspruch verloren gegangen ist. Spätestens, wenn das Publikum beim Abschlachten von Jugendlichen zu klatschen anfängt und mit der Protagonistin mitfiebert, ist nämlich klar, dass der Film in Punkto psychologischer Tiefe nichts zu bieten hat. Die anderen Kandidaten sind egal, sie werden nicht einmal vorgestellt, abgesehen von zwei bis drei, welche allerdings auch nur als weitere Identifikationsfiguren dienen, um den Zuschauer emotional zu berühren. Sehr fragwürdig! Katniss ist der Anziehungspunkt, die Figur ohne Makel, die Heldin, daher fiebert das Publikum mit ihr. Das ist so einseitig, dass es weh tut. Die Antagonisten sind zudem aalglatte Abziehbilder und die Story ist streng kalkuliert, unkreativ und versucht alles zu verharmlosen. Dabei hätte es doch wirklich interessant werden können. Die vielen Ansätze machten Hoffnung, Hoffnung auf komplexe Konstellationen zwischen den Kämpfern, Hoffnung auf intelligente Unterhaltung. Viel mehr darf man dann von den anderen Figuren auch nicht sehen und, wenn manche das Zeitliche segnen, tun sie das von einem Moment auf den anderen, so, wie es das Drehbuch gerade eben braucht.

Auch in der Erzählung selbst zeigen sich viele Makel. Für Nicht-Kenner der Bücher dürften einige eingeworfene Handlungsfäden unverständlich bleiben. Viele zwischenmenschliche Beziehungen wurden ganz weggelassen. Da hätte man lieber nur die Grundidee übernommen und aus Suzanne Collins Vorlage eine ganz eigene Geschichte spinnen sollen. Dann hätte man auch die absolut nervige Liebesgeschichte (musste das schon wieder sein) herausstreichen können. Die Altersfreigabe PG13 hat sicherlich auch nicht positiv zum Resultat beigetragen, denn alle Szenen, denen mehr Doppelbödigkeit und Kritik nicht geschadet hätten, wurden lieber altersgemäß abgedreht. Es ist eben ein Teenie-Film. Gewalt zum Nachdenken, vielseitige und unvorhersehbare Figurenkonstellationen, mehr ausgearbeitete Figuren, komplexere und brutalere Wendungen, das wäre alles too much gewesen.

Fazit: Darf man anfangs noch eine Dystopie und ein gesellschaftskritisches Spektakel erwarten, so wird man recht bald überrumpelt, inwieweit das Ganze vielmehr in eine Kitschopie abdriftet. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Gary Ross hätte lieber etwas wagen sollen, in Form einer aussagekräftigeren Bildsprache, welche nicht für die Allgemeinheit zurechtgeschnitten ist. Das Design, der Score und vor allem die grandiose Jennifer Lawrence reißen jedoch noch einiges raus und lassen die Zeit im Nu vergehen. Was wir daraus lernen können? „Kleider machen Leute!“

12 Comments

  • @dexter-morgan: jejeje, das hört sich in etwa so an, wie ich es vor der Sichtung des Filmes alles befürchte… Werd mal später meinen Senf zum Film dazugeben… Bis dann! Grüsse! Tobe

  • Das ist doch ein SCHERZ!!!!!
    Panem ist einfach der Oberknaller.
    Der Film regt zu nachdenken an und die Menschen sollten vielleicht mal überlegen was für ein seelischen Schaden Gewalt bei Kindern und Erwachsenen anrichten kann.

    Vielleicht sollten alle die schimpfen mal überlegen wie sie darüber denken.
    Vielleicht mögt ihr Winni Puh ja lieber:D

    • @xxx: wo bitte regt „Panem“ denn zum nachdenken an? Etwaige gesellschaftliche Gründe, warum in „Panem“ Kinder für die Gesellschaft geopfert werden (außer zur „eventuellen“ Nahrungsbeschaffung, was man nie richtig zu Gesicht bekommt während der kompletten Laufzeit), werden in Form von Dialogen gar nicht aufgegriffen / diese werden zu Zu keiner Zeit konsequent erörtert… Zu diesen Gründen dazugehörige Themen wie politische Macht, Korruption, Politik, Sex, Erpressung, Gewalt hinter den Kulissen, etwaige hier in der Gesamtsumme hier mal zwischendurch mager inszenierte Intrigenspielchen, gezeigte,optische Nahrungsknappheit beispielsweise werden zu Gunsten eines Effekte orientierten Überwältigungskinos geopfert und niemals ausformuliert / richtig gezeigt, in welchem die entsprechenden Protagonisten als austauschbare Marionetten relativ zügig immer wieder gekillt werden. Und da bleibt auf Grund des Tempos nicht mal ansatzweise Zeit, auch deren Motivationen, Grundsatzentscheidungen, Beweggründe deutlicher zu hinterfragen, per Dialog zu erörtern, warum man überhaupt töten „muss“. Dafür nimmt sich der Film niemals die entsprechende Zeit. Es geht immer nur Schlag auf Schlag, wenn die Hungerspiele einmal in Fahrt kommen. Man erfährt nie etwas über diese wissenswertesten Dinge, die Motivationen der Teilnehmer von „Panem“ zum töten lassen auch hier wieder nur auf die vorherrschende Eindimensionaliät „ich muss einfach überleben“ reduzieren. Ein Armutszeugnis. Und bevor du einfach andere Meinungen nicht akzeptieren kannst, solltest du dich lieber erstmal mit einer konträren Ansicht richtig auseinandersetzen, welche dir auch mal Alternativen aufzeigt…Und keinen durchschaubaren „Fanboyschen“ Panem Widerstand leisten, wenn dir im Prinzip keiner was böses möchte, vor allem dexter-morgan nicht…

    • @xxx und dexter-morgan: P.S: Dank des ebenfalls zu vergessenden Potter Finanz Mainstream Kinos, welches in der Vergangenheit die Türen für Produktionen wie „Panem“ öffnete, kann es bestimmt bald nicht mehr lange dauern, bis man sich mit den Fortsetzungen der Hungerspiele in Zukunft haarscharf an der Grenze zum Verblödungskino bewegen wird…Oder man halt mit weiteren auftauchenden Percy Jackson Epigonen malträtiert wird… Bäh. Da gehe ich gerne jede Wette drauf ein… Wobei „Panem“ wie ein beliebiges Mischmasch aus der dunkleren Mainstream Ecke Hollywoods aus ins Leben gerufenen Produktionen wie Harry Potter, Percy Jackson und Gladiator im Märchen/Kinderwald wirkt, welches mitunter ebenso ein wenig an die Effektehascherei aus Clash Of The Titans erinnert. Wobei letztere Produktion mit „Panem“ folgendes gemeinsam hat: die eigene in 3 Sätzen zusammenfassbare Handlung wird auf über 2 Stunden ausdehnt…Und im übrigen sahen die Bürger / Mächtigen von „Panem“ aus, als würden sie gerade im Alkoholrausch „Kölle Allaaf“ feiern, nur so nebenbei… Wer es braucht: Bitte…

  • Ähm, vielleicht sollte bei aller Kritik nicht vergessen werden, dass der Film auf Basis des Buches basiert. In dem Buch wird eben auch auf deine aufgeführte Kritik nicht viel eingegangen. Vielmehr geht es in Band 1 um den inneren Zwiespalt, den Katniss mit sich führt. Sie ist hin- und hergerissen von ihren Emotionen – das wurde im Film vielleicht ein wenig dürftig dargestellt.
    Ansonsten ist der Film gelungen, ein inhaltlich so umfassendes Buch, kann man eben nicht in einen 24-Stunden Film verwandeln.
    Zu bedenken gilt auch, dass es vom Buch noch Band 2 + 3 gibt – die müssen auch noch Stoff bieten.
    Auf die gesellschaftlichen Strukturen, den Freiheitsmissbrauch und all diese Dinge, geht es hauptsächlich erst gegen Ende Band 2 und den kompletten 3. Band. Aber die Verfilmung an sich, ist auch kein packender Polit-Thriller o.ä., sondern schlichtweg ein Unterhaltungsmedium.

    • Intelligente Unterhaltung wollte ich dem Film lange Zeit zusprechen, leider tun aber einige Szenen zu sehr weh. Das mag daran liegen, dass sie im Buch besser dargestellt waren und längere Zeit zur Entfaltung hatten, aber wie immer gilt: Der Film ist ein eigenes Medium und solche Fatalen schwächen wie die Kitsch-Falle am Ende, Stichwort Beeren und den ganzen im Film aufgesetzt wirkenden Wendungen, das war leider zu viel des Guten. Und daher hätte man den Film, so wie es bereits Peter Jackson mit „Herr der Ringe“ vorgemacht hat, nach eigenen Vorstellung gestalten sollen, einiges abändern, so dass das Medium Film für sich funktioniert. Wenn man das sehr gut macht, werden sich dann auch sicher keine Anhänger der Bücher beschweren. Auch hier wieder Herr der Ringe als Beispiel genannt, da besteht viel Unterschied zur Vorlage, allerdings haben sich da kaum Fans der Bücher beschwert. 😉

      • @dexter-morgan: that´s the point… Eine Essenz aus den gefilterten Romanen, Büchern Vorlagen sollte einer gewissen erzählerischen Komplexität zu verschiedenen zwischenmenschlichen oder gesellschaftspolitischen Themen oder was auch immer nicht entbehren, damit soviel des Ursprungsstoffes wie möglich erhalten bleibt, was nun mal nicht leicht zu bewerkstelligen ist / sehr viel können erfordert… Und Peter Jackson hatte diese Herausforderung bei den Scripts zu den Herrn der Ringe Filmen deutlich besser bewältigt als die Macher bei Panem… 🙂

  • Ich finde dein Vergleich zu der Herr der Ringe Trilogie hinkt deutlich. Es ist ja eine feine These, die du da so unbegründet aufstellst, allerdings werden von dir bisher keinerlei andere Umstände mit einbezogen, als die Buchgrundlagen. Dazu zählen aber wesentlich mehr Aspekte, wie z.B. das aktuelle Jahr und Zeitgeschehen, in dem dieser FIlm veröffentlicht wird. Auch ist die Geschichte schwer vergleichbar.
    Aber es scheint, als könne es dir der Film einfach nicht recht machen. Zuerst kritisierst du, dass zu wenig zum nachdenken angeregt wird, in deiner anderen Rubrik -Soundtrack, kritisierst du, wie wenig davon in Erscheinung getreten ist. Verrate mir, wie lange sollte ein Film deiner Meinung nach gehen?
    Ich finde deine Kritikpunkte jedenfalls wenig durchdacht und ziemlich einseitig. Aber da es dein Blog ist, auch dein gutes Recht. Au revoir 🙂

    • @Cupcake: Also mich stört folgendes: Filme und literarische Vorlagen sind Medien, die IMMER einer unterschiedlichen Herangehens/ Aufbereitungsweise bedürfen… Ich kann mich nicht nur einfach stoisch an einen Roman ( in diesem Falle The Hunger Games) als Vorlage klammern und versuchen , diesen mit den immanenten Schwächen wie ausgeklammerter Gesellschaftskritik, fehlendem Mut zur echter satirischer Schärfe, (wenn es durch Stanley Tucci tatsächlich mal satirereif wird, entpuppen sich die in den Raum geworfenen Dialoge als recht handzahm, und die „gewollte“ amerikanische Gesellschaftskritik verpufft im nichts, Stanley Tucci beginnt dann durch seine „gewollte“ Funktion im enstehenden nichts durch die nicht funktionierenden Bezüge relativ zügig zu nerven) sich einschleichendem, dramaturgischem, zwischendurch erzählerischem Leerlauf und nicht ausreichender Annahme wichtiger menschlicher wichtiger Themen eins zu eins umzusetzen…An allen Ecken und Enden von „Die Tribute von Panem“ klaffen richtige Verständnis Lücken nach Sichtung des Filmes…Man erfährt nie noch tiefere Beweggründe, warum die Hungerspiele überhaupt existieren, außer vielleicht am Anfang des Filmes, wo ein paar Verweise in Form von Informationen auf schwarzem Hintergrund zum lesen zur Verfügung stehen…Und wieso hält „Panem“ die ganzen Distrikte überhaupt von der Rebellion ab? Ist es nur „die“ grassierende Angst vor dieser, was recht banal wäre? Werden die Distrikte mit den Spielen nur vor schlimmeren getäuscht, vor der Wahrheit, warum die anderen Menschen nur als „Futter“ dienen? Wie sind in den Wäldern von Panem überhaupt die ganzen Hilfsmittel / Gadgets zum abhören / beobachten der Teilnehmer überhaupt installiert worden? Wie sind sie beispielsweise auf die Bäume gekommen? Wie kommt Katniss einzigste, jüngere Freundin überhaupt auf die Bäume? Wieso kann sie schon in ihrem Alter entsprechend auf Bäume klettern? Woher hat sie diese erstaunlichen Fähigkeiten? Jetzt sagt mir bitte nicht, ja sie hat sie sich über Jahre antrainiert, schon ab 3 Jahren…Aber sie kann gewisse Dinge ja einfach und fertig. Echt ätzend. Ich geb mich mit sowas nicht zufrieden. Ebenso stellen die „Tribute von Panem“ dem Betrachter „fertig“ ausgebildete Charaktere, beispielsweise Katniss als Jägerin zu Verfügung… Aber warum wurde sie zur Jägerin? Nur weil sie ihre Familie gezwungen war zu ernähren? Diese Erklärung erweist sich für mich als recht abgedroschen / banal. Und so wiederholt Jennifer Lawrence nur das, was sie schon in „Winters´Bone“ vorgeführt hat, drängt sich dank ihrer Rolle in eine bestimmte Ecke, erfüllt ein erwartetes, wiederholtes Muster, mehr nicht.. Man erfährt die interessantesten Dinge in wenig ausgeprägter bis kaum vorhandener Form…Ein paar Details, wenn sich Gary Ross sich der gestellten Frage beispielsweise angenommen hätte, in 5 Minuten Rückblenden darauf eingegangen wäre, wie Katniss von ihrem Vater beispielsweise ausgebildet worden, man näher auf ihr Talent, die Gründe für ihre überragenden Fähigkeiten eingegangen wäre, hätten dem Film mehr Tiefgang und Glaubwürdigkeit verliehen…Und man hätte an anderer Stelle auf unnützes bla bla, wie das typische, mal wieder auftauchende amerikanische Selbtsfindungsgedöns á la Spiderman 2 im Film verzichten können, was den Film wieder unnötig in die Länge zog. Aber wie gesagt: Hauptsache man kümmert sich nicht um den essenziellen thematischen Kern, welcher „Die Tribute von Panem“ richtig interessant und ausmacht und es geht lediglich übersteigert zur Sache…
      Ich kam mir nach Sichtung des Filmes ziemlich veräppelt vor, wobei die unsaubere Bildmontage, das ganze rumgewackel mit der Cam mich zwischendurch verärgert gemacht hat. Regisseur Gary Ross schafft es, was sich ehrlich gesagt als ziemlich schlechter Scherz entpuppt, in gerade mal 2 1/2 Laufzeit in Panem“ lediglich ein paar wichtige Charaktere zu installieren, den folgenden Überlebenskampf zu inszenieren, ein paar Allianzen in der Kampfarena entstehen zu lassen und mit einem vorhersehbarem Ausgang in Sachen Story und einem beklopptem, sorry ich muß das an der Stelle mal sagen, Ende, nämlich den „Beeren“, zu glänzen. Was für ein grandioser Käse. Er möchte als Regisseur, wie es auch unter dieser Kritik stand:

      http://diepresse.com/home/kultur/film/741203/Hunger-Games_Die-Tribute-Hollywoods-fuer-die-Jugend?_vl_backlink=/home/kultur/film/741225/index.do&direct=741225

      Zitat: „den Überlebenskampf und das Schmieden vorsichtiger Allianzen in der Waldarena als extreme Variante eines Entwicklungsromans zeichnen.“ Wobei wir beim Punkt sind: hauptsächlich er übt sich brav im nachstellen von Vorlagen, filmt alles hübsch und brav ab, aber kümmert sich kaum um narrative Komplexität, möchte nur mit Jennifer Lawrence emotionalen Momenten regelrecht überwältigen… Regisseur Gary Gray hätte die menschlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen der nächsten Romane schon in seiner ersten Verfilmung in einem „angemessenem“ Rahmen etablieren und verarbeiten sollen, welche erst später entsprechend aufgegriffen werden, „ALLEN“ wichtigen Protagonisten eine richtige charakterliche Entwicklung zu gestehen sollen (sogar Stanley Tuccis verkörpertem Talkmaster, man erfährt nicht einmal, warum er überhaupt moderiert, geschweige wo er denn überhaupt herkommt. Er wird zu einer reinen Funktion in der Handlung runterdegradiert). Und man hätte einen richtigen Todfeind für Katniss ins Leben rufen sollen… Und keine Bande von Pfadfindern, welche bei drei von der Matte geputzt und fast immer lediglich auf die „Huch was sind wir doch wieder Böse“ Funktion degradiert werden. Ziemlich dürftig das ganze… Stattdessen darf man nebenbei im Wechsel die Optik der Bewohner und Spielemoderatoren von Panem bewundern, welche an knallchargierende Teilnehmer des Mainzer Faschings erinnern. Und warum sieht Panem aus , als hätte der römische Imperator im Alkoholrausch eine Karikatur eines herrschenden Regimes entworfen? Eine echte Propagandamaschinerie / Militärdiktatur, welche die Menschen ausbeutet ,sieht optisch ganz anders aus… Man braucht sich ja nur mal in unserem, realem Kosmos umzuschauen, sich immer noch vorhandene Regimes im nahen Osten, in Südkorea oder Gott weiß wo näher anzugucken…Oder man hätte auf die Vergangenheit zurückgreifen sollen. Regisseur Gary Ross Inszenierung hätte locker von unserem realen Kosmos und deren Einflüssen zehren können… Aber nein, stattdessen darf man den entsprechenden Kinderkram bewundern, in welchem auch noch schlecht getrickste Fantasy CGI-Köter auftauchen, welche man locker mit den verfolgenden Fabelwesen aus Harry Potter hätte austauschen können, welche die „Helden“ verfolgen….Wobei auch am Ende wieder die Frage auftaucht: warum verschleppen die Hunde ihr letztes Opfer nicht und wenden sich von ihm ab? Weil Herrchen in der dekadent / steril wirkenden, und spiegelblank polierten Kommandozentrale *hust das aus der Ferne befohlen hat? Gab es da eine heimliche, nicht sichtbare installierte Hundepfeife? Eine computergesteuerte Konsole, die das befohlen hat? Wie bescheuert. Respekt für diese Kindergartensause und den Griff in die Fantasy Retorte, welche an Low Budget Produktionen von Tele 5 Gute Nacht Filmchen erinnert….Gefährliche Tiere / hochgezüchte agressive Killer, welche sich bestimmt nicht davon ablassen, ihr Opfer weiter zu zerfleischen bzw. auch zu verschleppen sehen halt anders aus…Aber nur ein Quäntchen Realismus und Logik darf man in die „Tribute von Panem“ ja nicht mehr erwarten, auch in einem Fantasystreifen. Vielleicht hätte man das den zuständigen Studios mal stecken sollen. Aber die Verantwortlichen haben ja nur den schnöden Mammon im Hinterkopf, wenn es an die Umsetzung einer Vorlage geht. Hauptsache die zehn bis fünfzährigen gucken sich als Zielgruppe alles fleißig an… Dabei sitzen bei Panem „ALLE“ Altersgruppen im Boot, weil sie auf Grund der Vorlage ins Kino wandern… Wie schon bei Harry Potter…Wobei schon diese Umsetzungen nichts als Kinderfilme waren…Worauf man gut und gerne hätte verzichten könnte…Aber jetzt geht es an mit der banalen Ausschlachtung der nächsten tollen Vorlagen weiter….Willkommen zur Panem Potter Gedächtnissause…
      Und bitte behalte dir etwas Respekt gegenüber dexter-morgan vor, der bei diesem Film hat etwas genauer hinschaut… Ein Au Revoir erfüllt diesen Zweck nicht gerade…

  • Ich würde mir eine Neuverfilmung wünschen die ab mindestens 16 besser 18 Jahren freigegeben wird, mit richtigem Regisseur und Filmemachern, die ihr Handwerk verstehen. Die Geschichte an sich ist ja wirklich interessant und kann bestimmt spannend umgesetzt werden, allein die aktuelle Umsetzung und die Freigabe ab 12 sorgen bei mir als 37-Jährigem für 2,5 Stunden pure Langeweile (bis auf 2-3 kurze Szenen zB der Beginn der Hunger Games). Ich habe immer auf den Moment gewartet, wann es ENDLICH losgeht, aber immer wenn man meinte JETZT … wars auch schon wieder vorbei. Schade, ich hatte mir mehr erhofft und kann den Hype nicht verstehen!

  • Lieber tobe78,

    es freut mich, dass meine Kommentare dich dazu anregen, deine Kritikpunkte derart detailliert auszuformulieren. Es ist schön zu lesen, dass nach Herr der Ringe nun auch noch die Harry Potter Filme mit ins Boot des unerbittlichen Kritikübens an Panem geholt werden. Vielleicht sagt dir das Wort Toleranz etwas, dies bedeutet, dass ich deine Meinung über den Film ungehindert so stehen lassen kann, aber dennoch eine vollkommen andere habe und auch behalten werde. Und nichts anderes habe ich in den vorangegangenen Kommentaren getan. Mich hingegen als Respektlos zu bezeichnen ist eine Wertung, die du dir nicht erlauben kannst. Ich erlaube es mir hingegen kurz, mich selbst zu zizieren: „Ich finde deine Kritikpunkte jedenfalls wenig durchdacht und ziemlich einseitig. Aber da es dein Blog ist, auch dein gutes Recht. Au revoir“ – Dies nennt sich Meinungsäußerung und auch dabei übe ich Toleranz, wie du nun erneut nachlesen kannst. Au revoir bedeutet auf deutsch übersetzt „Auf Wiedersehen“, dies ist eine gängige Verabschiedung im Französischen und bedeutet, dass man guter Dinge ist. Bevor du meine Sätze also bewertest und versuchst mich schlecht zu machen, verlass doch bitte nicht die Sachebene.
    Deine Kritik ist für mich weiterhin nicht verständlich und in einigen Punkten auch nicht nachvollziehbar. Aber das muss sie ja auch nicht.
    Kurz zu dem einen Punkt, in dem du ansprichst, dass man die Diktatur/das Kapitol auf aktuelle Länder bzw. die Vergangenheit (und ich vermute damit meinst du die DDR plus Vorgeschichte)bezieh sollte. Ich persönlich würde dies in einer fiktiven Geschichte als Beleidigung sehen, denn solche realen Dinge sollten von einer solch eigenständigen Geschichte nicht leben. Meine Meinung – darfst du jetzt so stehen lassen.
    Ansonsten auch dir ein – Auf Wiedersehen – das mit dem Französisch lasse ich in deinem Fall lieber.

  • @Cupcake Traum: Nun ja, der Ton macht die Musik… Da hast du schon Recht… Aber hast du schon mal darüber nachgedeacht, wie ein abgedroschenes Au revoir am Ende eines Satzes wirkt, wenn man es nicht übersetzt? Die Ausführung spar ich mir jetzt mal, denn ich möchte ja keinen Auseinandersetzung mit dir anfangen, wir wollen uns ja vernünftig austauschen…Und deine Meinung akzeptiere ich voll und ganz, auch wenn ich sie nicht gerade prickelnd finde… Hintendran füge ich für meine Ausführung zum Au Revoir noch ein „Sorry“ dran. Ich hoffe du nimmst es an. 😉

    Zum Punkt: Kurz zu dem einen Punkt, in dem du ansprichst, dass man die Diktatur/das Kapitol auf aktuelle Länder bzw. die Vergangenheit (und ich vermute damit meinst du die DDR plus Vorgeschichte)beziehen sollte. Ich persönlich würde dies in einer fiktiven Geschichte als Beleidigung sehen, denn solche realen Dinge sollten von einer solch eigenständigen Geschichte nicht leben.

    Wie kommst du darauf, das ich mit Regimes unbedingt die DDR meinte? Ich ging da von einer ganz anderen Annahme aus…, von richtigen, noch gegenwärtig existierenden Regimes, zumindest in optischer Hinsicht. Und das ein fiktiver Hofstaat in Panem zelebriert wird, durch den das römische Imperium als (kulturell) wichtige Errungenschaft der Menschheit beinahe der Karikatur zum Opfer fällt, DAS ist in meinen Augen eine Beleidigung. Es zeugt lediglich davon, das die Macher den Betrachter des Filmes nicht für voll nehmen…

    Wobei gerade durch eine anders generierte Welt in Panem, sprich der Trick des (optischen) eingezogenen Realismus für einen Kniff gesorgt hätte, mit welchem sich der Betrachter nun mal perfekt identifizieren kann, auch in einer fiktiven Welt, sprich mit Themen, die uns alle etwas angehen, mit Unterdrückung, Dikatur, Demokratie, Trauer, Furcht, Tod, gesellschaftlichen wirtschaftlichen und humanen Nöten wie Hunger, Leid und Kriegen etc. Gut, einen „zu“ autodidaktischen Kommentar sollte man in einem Film schon nicht liefern, aber einem etwas geben, was einen dank der angesprochenen Themen fesselt und einen noch weiter in die entsprechende Geschichte eintauchen lässt, auf Augenhöhe mit der Vision eines Regisseurs versetzt. Wobei: selbst in den Büchern wirkten die Führer in Panem mehr wie die modernen, Macht besessenen, gegenwartsbezogenen Unterdrücker, zu denen man schnell eine entsprechende gedankliche Verbindung herstellen konnte…

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