Schlagwort: Daniel Auteuil

Kritiken

Regisseure im Fokus: Rohe Gewalt, gezielte Provokation, menschliche Abgründe und liebevolle Subtilität – Fünf Werke des Michael Haneke

Autoren: Pascal Reis, Sebastian Groß "Funny Games" (AT 1997) Mutter, Vater, Sohn. Ein Urlaub im Ferienhaus. Zwei höfliche Fremde die sich ein paar Eier ausleihen wollen. So beginnt wohl einer der umstrittensten Filmes des Michael Haneke. Bereits im Vorspann, wenn die harmonische Mozartmusik plötzlich verdrängt wird von lauten, brachialen, musikalischem Gekreische, wird klar, dass die gutbürgerliche Urlaubsidylle etwas heimsuchen wird, etwas Verächtliches „Funny Games“ erzählt vom Bösen und macht kompromisslos klar, dass es überall sein kann. Was klingt wie ein Thriller erweist sich aber nach und nach als Reflexion. Nicht nur über menschliche Finsternis, sondern viel mehr über die Rolle der Medien in unserem Alltag. In der Schlüsselszene, wenn es so scheint dass Haneke uns, den Zuschaue...
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"MR73" (FR 2008) Kritik – Düstere Langeweile

"Gott ist ein Drecksack. Irgendwann bring ich ihn um." Vier Jahre nach seinem kommerziellen, aber enttäuschenden Erfolg '36 – Tödliche Rivalen', meldete sich Olivier Marchal wieder zurück. Mit dem Rückenwind seines letzten Films, der reichlich, wenn auch oft unverständliches, Lob nach sich ziehen konnte, inszenierte Marchal seinen nächsten Polizistenfilm. Er blieb seinem Genre also treu und besetzte die Hauptrollen ebenfalls wieder mit Daniel Auteuil. Mit dem düsteren Thriller 'MR73' machte er allerdings nicht wirklich etwas besser und verliert im Gesamteindruck sogar noch gegen '36 – Tödliche Rivalen'. Schneider war einmal einer der besten Elite-Cops der Pariser Mordkommission. Durch einige Schicksalsschläge und der Härte seines Berufs hat er den direkten Boden unter sich verloren. We...
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"36 – Tödliche Rivalen" (FR 2004) Kritik – Ein zwiespältiges Duell

"Wer gibt dir das Recht mich so zu behandeln, Leo? Außer diesem Beruf hab ich nichts, verstehst du?" Olivier Marchal ist auch nach seinem Debütfilm 'Gangsters' aus dem Jahr 2002 eine kleine und unbekannte Nummer geblieben. Zwei Jahre später war das mit seinem zweiten Film '36 - Tödliche Rivalen' schon ganz anders. Sein Krimi mit französischer Topbesetzung wurde von allen Seiten gefeiert und auch der Titel „europäischer Heat“ wurde dem Film nicht nur einmal aufgelegt. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch, die Enttäuschung im Nachhinein allerdings auch. '36 - Tödliche Rivalen' ist mit Sicherheit kein schlechter Krimi, allerdings ist der Film in seiner Qualität so weit entfernt von 'Heat', wie Marchal von der inszenatorischen Klasse eines Jean-Pierre Melville. Fahndungschef Leo Vrin...