Filmkritiken

Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack
Asiatischer Film, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken

Kritik zu „Ein Kuchen für den Präsidenten“: mit bittersüßem Geschmack

Kritik von Margarita Eliseeva – erstmals zu lesen am 27. Oktober 2025, gesehen im Rahmen des Filmfests Hamburg 2025. Der Kuchen mit bittersüßem Geschmack: Ein Kuchen für den Präsidenten von Hasan Hadi Kino aus dem Irak – wer rechnet schon mit einem solchen Unikat? Doch bei der Quinzaine des cinéastes, der Parallelsektion zum Festival de Cannes, lief zum ersten Mal in der Festivalgeschichte ein Film aus diesem Land: The President´s Cake, auf Deutsch Ein Kuchen für den Präsidenten. Das auch mit großem Erfolg. Denn nicht nur der Publikumspreis der entsprechenden Sektion in Cannes ging an den Film – auch der begehrte Preis für das beste Debüt, die Caméra d’Or, ging in den Irak. Der Regisseur von Ein Kuchen für den Präsidenten, Hasan Hadi, wollte schon seit seiner Kindheit Filmemacher wer...
Kritik zu „The Death Of Robin Hood“: Die Legende neu erzählt
Action, Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken

Kritik zu „The Death Of Robin Hood“: Die Legende neu erzählt

Kritik von Julian Bonsu Eine etwas andere Neuinterpretation: The Death of Robin Hood von Michael Sarnoski Fast seit der Geburt des Kinos ist Robin Hood eine Schlüsselfigur der Leinwand. Über die Jahre schlüpften schon Größen wie Errol Flynn, Sean Connery, Kevin Costner und Russell Crowe in die Rolle des gutherzigen Banditen und Bogenschützen. Mit dem diesjährigen Film, The Death of Robin Hood, hat Michael Sarnoski (A Quiet Place: Tag Eins) erneut einen Lebensabschnitt der berühmten Legende für die Leinwand adaptiert – dieses Mal mit Hugh Jackman als Held. Interessanterweise wird dieses berühmte Heldentum hier infrage gestellt, und Robin Hoods finales Kapitel wird mit einer ernsten, weitaus düsteren Wendung erzählt. Für diese Dekonstruktion der Ikone ließ sich Sarnoski von einer englis...
Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid

Kritik von Julian Bonsu Zurück in Madrid: Bitteres Fest von Pedro Almodóvar Keine zwei Jahre nach seinem englischsprachigen Spielfilmdebüt, The Room Next Door, kehrt Pedro Almodóvar mit seinem neuen Film, Bitteres Fest (Amarga Navidad), in die Kinos zurück - dieses Mal wieder in seiner Muttersprache Spanisch. Für Fans von Almodóvars skurriler, gefühlvoller und bunter Welt ist Bitteres Fest wortwörtlich ein Fest für die Sinne. Endlich kann man für circa zwei Stunden wieder in das sinnliche Madrid seiner Filmwelt eintauchen, in kraftvollem Rot baden und in Alberto Iglesias wunderbar opulenter Filmmusik schwelgen. In der Tat sind diese Eigenschaften, zusammen mit der Darstellung von tiefem Drama in Kombination mit komischem Humor, schon seit Jahrzehnten zu Erkennungsmerkmalen eines Almod...
Kritik zu „Leaving Las Vegas“: Bilder des langsamen Abstiegs
Aktuelle Filmnews, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken

Kritik zu „Leaving Las Vegas“: Bilder des langsamen Abstiegs

Kritik von Marc Trappendreher Bilder des langsamen Abstiegs: Leaving Las Vegas neu auf 4K Blu-ray Leaving Las Vegas ist ein Werk von nahezu asketischer Konsequenz, das jede Form von Trost verweigert und sich stattdessen der schonungslosen Darstellung eines selbstgewählten Abstiegs verschreibt. Mike Figgis’ Film aus dem Jahr 1995 ist die Erzählung eines langsamen, unaufhaltsamen Verlöschens – ein filmisches Requiem, das den Zuschauer nicht loslässt, weil es keine einfachen Antworten kennt und keine Rettung verspricht. Im Zentrum steht die radikale Selbstzerstörung des Protagonisten Ben Sanderson, der beschließt, in Las Vegas zu trinken, bis er stirbt. Dieses Vorhaben wird weder psychologisch erklärt noch moralisch kommentiert. Figgis verzichtet auf dramatische Zuspitzungen im konventio...
Kritik zu „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“: Never-ending Mindfucks
DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“: Never-ending Mindfucks

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 10. März 2026. Social Media Parodie à la Verbinski: Good Luck, Have Fun, Don't Die Das Werk Gore Verbinskis könnte nicht diverser ausfallen. Vom Fantasy-Abenteuer-Blockbuster (Fluch der Karibik) über existenzialistische Dramen (The Weather Man) bis hin zum Western (The Lone Ranger) und dem Horrorfilm (The Ring, A Cure for Wellness) finden sich die unterschiedlichsten Genres und Motive. Nun ist er mit Good Luck, Have Fun, Don't Die im Science-Fiction-Comedy-Genre angekommen. Ein Mann (Sam Rockwell) verkündet dabei in einem Diner in Los Angeles: Er ist aus der Zukunft und auf der Suche nach einer Gruppe von Menschen, um die Welt zu retten. Was sich im ersten Moment nach dem nächsten Terminator-Verschnitt anhört, entpuppt sich als Film mit d...
Kritik zu „Blue Moon“: Ethan Hawke am Broadway
Berlinale, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Musical

Kritik zu „Blue Moon“: Ethan Hawke am Broadway

Kritik von Hendrik Warnke – erstmals zu lesen am 18. Februar 2025, gesehen im Rahmen der 75. Berlinale. Richard Linklater (zuletzt A Killer Romance) ist schon wieder mit einem neuen Film zurück. Mal wieder im Doppelpack mit Ethan Hawke (Before-Trilogie, Boyhood), mal wieder als kontinuierliche Handlung innerhalb von ein paar Stunden, aber dafür erstmals in den Vierzigern. Genauer gesagt ist es der 31. März 1943. Das Musical Oklahoma! von Richard Rodgers und Oscars Hammerstein hat gerade seine Premiere im legendären St. James Theatre in New York hinter sich und steht am Anfang seines Erfolgs. Einige Straßen weiter in Sardi’s Bar sitzt Rodgers’ alter Partner Lorenz Hart und sinniert über die Liebe, das Leben und die Kunst. Welcher Satz ist der schlechteste in Casablanca? War das Leben...
Kritik zu „Dein Schicksal in meiner Hand“: erstmals auf Blu-ray
Aktuelle Filmnews, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Thriller

Kritik zu „Dein Schicksal in meiner Hand“: erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Der süße Geruch der Verwesung – Alexander Mackendricks Dein Schicksal in meiner Hand erstmals auf Blu-ray Mit Dein Schicksal in meiner Hand (Sweet Smell of Success) schuf Alexander Mackendrick 1957 einen der schärfsten und zugleich elegantesten Abgesänge auf die amerikanische Nachkriegsgesellschaft. Kaum ein anderer Film seiner Zeit blickt mit vergleichbarer Präzision auf die Mechanismen medialer Macht, gesellschaftlicher Abhängigkeit und moralischer Korruption. Heute wirkt dieses Werk weniger wie ein klassischer Hollywoodfilm als vielmehr wie eine düstere Prophezeiung der Gegenwart - einer Welt, in der Öffentlichkeit zur eigentlichen Währung geworden ist und Rufmord effizienter funktioniert als jede physische Gewalt. Tony Curtis verkörpert Sidn...
Kritik zu „Marty Supreme“: Timothée Chalamet als Tischtennisprofi
Biografie, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Marty Supreme“: Timothée Chalamet als Tischtennisprofi

Kritik von Julian Bonsu – erstmals zu lesen am 9. Januar 2026. Dieser Film beherrscht das Spiel: Marty Supreme von Josh Safdie Im vergangenen Herbst feierten gleich zwei neue Safdie-Filme Premiere. Zum ersten Mal jedoch präsentierten die Brüder Josh und Benny zwei getrennte Werke - beides Sportfilme. Zuerst kam Benny, der seinen Film The Smashing Machine in Venedig vorstellte. Ein bewegendes, jedoch ziemlich konventionelles Biopic über den Mixed Martial Arts Kämpfer und Wrestler Mark Kerr, welches keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Einen Monat später, bei einer unangekündigten Sondervorführung des New Yorker Filmfests (auf die allerdings schon im Voraus viel spekuliert wurde), präsentierte Josh seinen mit Spannung erwarteten Film Marty Supreme - kein reines Sportd...
Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
Asiatischer Film, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia, Thriller

Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher – erstmals zu lesen am 29. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist ...
Kritik zu „Scarlet“: Überzeugt Mamoru Hosodas Anime-Abenteuer?
Abenteuer, Animation, Asiatischer Film, DVD & Bluray, Filmkritiken, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Scarlet“: Überzeugt Mamoru Hosodas Anime-Abenteuer?

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 4. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Eine Prinzessin in der Welt der Toten: Scarlet von Mamoru Hosoda Neben Hayao Miyazaki und Makoto Shinkai zählt Mamoru Hosoda zu den prägenden Stimmen des japanischen Animationsfilms. In seinen Filmen wie Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, Mirai oder auch Belle finden sich dabei wiederkehrende Themen. Stets geht es um Familie, aber auch die Motive Vergangenheit, Erinnerung und Zeit. Nun stellte Hosoda seinen neuesten Anime-Film Scarlet auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig vor. Im Mittelpunkt steht die titelgebende Prinzessin, die sich in einem Reich zwischen Leben und Tod wiederfindet. Nicht nur geht es darum, den Tod ihres Vaters zu rächen, sond...