Filmkritiken

Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis
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Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. George Clooney trifft auf Adam Sandler: Jay Kelly von Noah Baumbach Stets haben die Filme von Noah Baumbach etwas Exploratives an sich: Es geht um Familienalltag, Träume, exzentrische Figuren, dysfunktionale Beziehungen, Humor inmitten von Schmerz, schlichtweg Kurzgeschichten über das moderne Leben. Von Frances Ha über Mistress America bis hin zu Marriage Story scheint dabei konstant Baumbachs Weltbild durch, welches von einer immanenten Dynamik geprägt ist. Anders formuliert: In seinen realitätsnahen Filmen ist, wie im echten Leben, immer etwas los - zwischenmenschlich im Externen, wie kognitiv im Innern. Eben jenes Motiv des pulsierenden Motors in der Welt finde...
Kritik zu „Sentimental Value“: Ein Geniestreich von Joachim Trier
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Kritik zu „Sentimental Value“: Ein Geniestreich von Joachim Trier

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 25. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Wenn der Lärm der Eltern verschwindet: Joachim Triers Familienchronik Sentimental Value Die Kamera gleitet über die klare, kühle Schönheit der Osloer Skyline. Schnitt. Nun nähert sie sich einem idyllischen Haus, fährt langsam an dessen Fassaden entlang und zeigt schließlich vereinzelt Fragmente aus dem Leben einer vierköpfigen Familie: wie die Streitereien zwischen den Eltern, bevor der Vater schließlich seine Frau und die beiden Töchter für immer verlässt. Mit seinem Weggang kehrt zwar Ruhe ein, doch zugleich auch eine Leere, die das Haus erfüllt – und das Leben der Schwestern fortan prägen wird. Aus dieser Annäherung heraus entfaltet Jo...
Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien
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Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien

Kritik von Margarita Eliseeva, gesehen im Rahmen des Brussels International Film Festival 2025. Eine Liebeserklärung an alle (queeren) Wahlfamilien: Der geheimnisvolle Blick des Flamingos von Diego Cespedes Gebirge, Sand und eine graue, nur teils asphaltierte Straße ohne Ende. Hier und da stehen einzelne Holzhäuser, ganz einsam und schäbig – sie wirken fast vernachlässigt. Das Jahr ist 1982 und wir befinden uns in der tiefsten chilenischen Wüste. Die einzelnen Häuser gehören zu einem kleinen Bergarbeiterdorf, in dem aber nicht viel los ist. Diejenigen, die es schaffen, gehen lieber in die Großstadt, und die Verbliebenen müssen mit dem monotonen Alltag klarkommen. So könnte der Beginn eines sozialen Arbeiterdramas aussehen, doch La misteriosa mirada del flamenco, auf Deu...
Kritik zu „Zone 3“: KI-Dystopie in Paris
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Kritik zu „Zone 3“: KI-Dystopie in Paris

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 6. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. KI-Thriller in Paris: Zone 3 von Cédric Jimenez Gilles Lellouches letztes Werk, Beating Hearts, war einer der Höhepunkte des vergangenen Kinojahrs. Nun kehrt er zurück – allerdings nicht als Regisseur, sondern als Protagonist im Science-Fiction-Thriller Zone 3 (Chien 51) von Cédric Jimenez (November), der auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte. Im Zentrum steht die KI Alma, welche die gesamte Gesellschaft kontrolliert. Als der Entwickler der KI ermordet wird, geraten die Ermittler Zem (Lellouche) und Salia (Adèle Exarchopoulos) in ein gefährliches Netz aus Vertuschung. Zone 3 bildet den Schlusspunkt des diesjährigen Filmfestivals in V...
Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson
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Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 27. Juli 2025 Was ist Liebe wert? - Materialists von Celine Song Im Zeitgeist der Trump-Ära kommt man um einen Begriff kaum noch herum: Deals. Immer wieder heißt es da in der Politik „this is a bad deal“, doch was genau einen schlechten Deal ausmacht, bleibt meist vage. Celine Song, die sich mit Past Lives einen Namen gemacht hat, kontextualisiert in ihrem neuesten Film Was ist Liebe wert - Materialists eben jenes ökonomische Narrativ im Bereich des Datings und liefert einige Antworten. Obgleich Song für mehr steht als konventionelle Geschichten im Bereich RomCom, ist Materialists jedoch nicht immer so durchdacht, wie man es gern hätte. Im Zentrum steht dabei Lucy (Dakota Johnson). Ihr Profil: Attraktiv, beruflich erfolgreich u...
Filmtrailer-Ticker: Alle Highlights auf einen Blick
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Filmtrailer-Ticker: Alle Highlights auf einen Blick

💡 Hier findest du alle aktuellen Filmtrailer der Woche – von großen Blockbustern bis zu Indie-Perlen. Speichere diese Seite gerne als Lesezeichen – neue Trailer erscheinen hier fast täglich! 🎬 (Letztes Update: 24.11.2025) November 2025 📽️ Neuer Trailer zu Park Chan-wooks No Other Choice (Kinostart: 5. Februar 2026) 👉 Zur Kritik 💡 📽️ Trailer zu Kristen Stewarts The Chronology of Water (Kinostart: 5. März 2026) 📽️ Trailer zu Christophe Gans' Return to Silent Hill (Kinostart: 5. Februar 2026) 📽️ Erster Trailer zu Die Tribute von Panem - Sunrise On The Reaping (Kinostart: 19. November 2026) 📽️ Neuer Trailer zu Der Astronaut mit Ryan Gosling (Kinostart: 19. März 2026) 📽️ Erster Trailer zu Disneys Vaiana mit Dwayne Johnson (Kinostart: 9. Juli 2026) 📽️ Neuer Trailer ...
Kritik zu „Roofman“: Channing Tatum als Hochstapler
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Kritik zu „Roofman“: Channing Tatum als Hochstapler

Kritik von Michael Gasch Channing Tatum als Der Hochstapler: Roofman von Derek Cianfrance Das Filmgenre des Caper Movies (auch Heist Movie) blickt auf eine große Geschichte zurück. Klassiker sind dabei Jules Dassins Rififi (1955), Stanley Kubricks The Killing (1956), Jules Dassins Topkapi (1963), bis hin zu wegweisenden Klassikern der 70er Jahre wie Vier im roten Kreis von Jean Pierre Melville, Der Clou von George Roy Hill sowie Hundstage von Sidney Lumet. Im Zentrum steht dabei immer ein komplizierter Einbruch, ein Raub oder eine anderweitig gewiefte Betrügerei, gefolgt von unterschiedlichen narrativen Verläufen. Diverse Motive sind dabei auszumachen – sei es die Flucht vor dem Gesetz (Kriminologie), der Anfang eines neuen Lebens (Soziologie), bis hin zur Introspektion...
Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire
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Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 16. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "It will value your life. You should think twice." Der Regisseur von Hereditary und Midsommar ist zurück - und mit Eddington liefert Ari Aster sein bisher kompromisslosestes Werk, das erstmals auch wirkliche politische Sprengkraft entfaltet. Inmitten der glamourösen Kulisse von Cannes 2025 sorgt der Film prompt beim Einsetzen der Credits für hitzige Debatten. Eddington ist ein wuchtiger, verstörender Abstieg in die Abgründe von Fanatismus, Macht, Manipulation und Ideologie - getragen von Asters unverkennbarem Gespür für psychologischen Terror und gesellschaftliche Zerrüttung. Wer dachte, Aster hätte mit Midsommar das Maximum an emotionale...
Kritik zu „The Running Man“: Eine gelungene Neuverfilmung?
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Kritik zu „The Running Man“: Eine gelungene Neuverfilmung?

Kritik von Philippe Paturel Eine gelungene Neuverfilmung: The Running Man von Edgar Wright Die Zukunft des Fernsehens ist grausam: In der Show „The Running Man“ werden Menschen zu Spielfiguren in einem makabren Wettlauf ums Überleben. Profikiller jagen sie für den Nervenkitzel der Massen, und Millionen Zuschauer verfolgen jeden Schuss, jeden Schrei – live, ungefiltert und voller Begeisterung. Dafür wartet auf die Teilnehmer*innen am Ende der 30-tägigen Challenge ein stolzes Preisgeld. Die Krux an der Sache ist: Bisher hat noch niemand diese 30 Tage überlebt. Dieser dystopischen Welt nach Stephen King hat sich nun Edgar Wright angenommen, der damit nach Filmen wie Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt und Baby Driver erneut ein adrenalingetränktes Spektakel auffährt. Zw...
Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung
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Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung von Mary Shelleys Literaturklassiker: Frankenstein von Guillermo del Toro Als ein Symbol über Menschenversuche und Kontrollverlust begleiten Frankenstein und die von ihm erschaffene Kreatur schon gefühlt seit Ewigkeiten die Welt - immerhin erschien Mary Shelleys Literaturklassiker bereits vor 207 Jahren. 1910 entstand die erste gleichnamige Kurzverfilmung - der erste Versuch, den Stoff erzählerisch anzupassen und stilistisch zu gestalten. 1931 folgte James Whales erste große Kinoversion, die sich im kollektiven Bewusstsein fest verankerte. Noch nachhaltiger wirkte jedoch die Fortsetzung vier Jahre später, ebenfalls unter seiner Regie: Frankensteins B...