Komödie

Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
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Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher – erstmals zu lesen am 29. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist ...
Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt
DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Das 4. gemeinsame Projekt mit Emma Stone: Bugonia von Yorgos Lanthimos Zu Yorgos Lanthimos letztem Film Kinds of Kindness schrieb ich einst: „Jeder, der Poor Things als abgefahren, skurril, bizarr, eigenartig und sonderbar bezeichnete, muss sich bei Kinds of Kindness echt anstrengen, noch passendere Worte zu finden.“ Nun legt der griechische Regisseur bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig nach – mit Bugonia, einem Titel, der so unscheinbar wie harmlos klingt. Doch wer Lanthimos kennt, weiß: Harmlosigkeit ist bei ihm ein trügerisches Versprechen. Erneut umfasst der Cast dabei Emma Stone und Jesse Plemons, erneut handelt es sich um ein Werk symbolischer ...
Kritik zu „One Battle After Another“: Wirklich der beste Film des Jahres?
Action, DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, Thriller

Kritik zu „One Battle After Another“: Wirklich der beste Film des Jahres?

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 20. September 2025. Leonardo DiCaprio auf rebellischem Kurs: One Battle After Another von Paul Thomas Anderson Ob im Schatten der Résistance oder im urbanen Widerstand gegen koloniale Herrschaft - das Kino hat der Revolution immer wieder eine kraftvolle filmische Stimme verliehen. Von Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (1925), einem Meilenstein des politischen Films, der den Funken der Revolution als visuelle Choreografie inszeniert - weltberühmt geworden insbesondere durch die ikonische Treppenszene in Odessa; über Gillo Pontecorvos Schlacht um Algier (1966), ein radikal realistisches Drama über den algerischen Unabhängigkeitskampf, dessen dokumentarischer Stil bis heute Historiker und Filmschaffende gleichermaßen beschäftigt; ...
Kritik zu „Marty Supreme“: Timothée Chalamet als Tischtennisprofi
Aktuelle Filmnews, Biografie, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Marty Supreme“: Timothée Chalamet als Tischtennisprofi

Kritik von Julian Bonsu Dieser Film beherrscht das Spiel: Marty Supreme von Josh Safdie Im vergangenen Herbst feierten gleich zwei neue Safdie-Filme Premiere. Zum ersten Mal jedoch präsentierten die Brüder Josh und Benny zwei getrennte Werke - beides Sportfilme. Zuerst kam Benny, der seinen Film The Smashing Machine in Venedig vorstellte. Ein bewegendes, jedoch ziemlich konventionelles Biopic über den Mixed Martial Arts Kämpfer und Wrestler Mark Kerr, welches keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Einen Monat später, bei einer unangekündigten Sondervorführung des New Yorker Filmfests (auf die allerdings schon im Voraus viel spekuliert wurde), präsentierte Josh seinen mit Spannung erwarteten Film Marty Supreme - kein reines Sportdrama, sondern ein Film, der sich mit ei...
Kritik zu „Rental Family“: süßer als Zuckerwatte
Aktuelle Filmnews, Asiatischer Film, Filmkritiken, Im Kino, Komödie

Kritik zu „Rental Family“: süßer als Zuckerwatte

Kritik von Margarita Eliseeva – erstmals zu lesen am 4. Oktober 2025, gesehen beim Filmfest Hamburg 2025. Brendan Fraser in Japan: Rental Family von Mitsuyo Miyazaki Japan boomt. Als touristisches Ziel, als Ort zum Einwandern und natürlich als Filmkulisse für westliche Produktionen. Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel einer solchen Filmproduktion ist Sofia Coppolas Lost in Translation (2003). Aber auch Wim Wenders Perfect Days (2023) oder David Leitchs Bullet Train mit Brad Pitt (2022) bekommen viel Aufmerksamkeit. Nun erscheint Rental Family, geschrieben von HIKARI aka Mitsuyo Miyazaki, deren bisher prominentestes Werk die Mitarbeit an der Serie BEEF (2023) sein dürfte. Die Regisseurin stammt aus Japan, hat aber in den USA studiert und arbeitet aktuell zum großen Teil auch dort. ...
Kritik zu „Therapie für Wikinger“: Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling
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Kritik zu „Therapie für Wikinger“: Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling: Therapie für Wikinger von Anders Thomas Jensen Anders Thomas Jensen (Helden der Wahrscheinlichkeit und zuletzt King’s Land) präsentiert auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig sein neuestes Werk Therapie für Wikinger. Es mag wie ein Wikingerfilm klingen - und dies wäre nach dem Historiendrama King’s Land gar nicht so abwegig - jedoch handelt es sich um ein modernes Familiendrama über männliche Vergangenheitsbewältigung. Auch wenn die Risse in der menschlichen Seele offengelegt werden und es düster wird - ganz im Geiste Jensen - gab es bis dato keinen anderen Film auf dem Filmfestival, der so viel Geläch...
Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis
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Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. George Clooney trifft auf Adam Sandler: Jay Kelly von Noah Baumbach Stets haben die Filme von Noah Baumbach etwas Exploratives an sich: Es geht um Familienalltag, Träume, exzentrische Figuren, dysfunktionale Beziehungen, Humor inmitten von Schmerz, schlichtweg Kurzgeschichten über das moderne Leben. Von Frances Ha über Mistress America bis hin zu Marriage Story scheint dabei konstant Baumbachs Weltbild durch, welches von einer immanenten Dynamik geprägt ist. Anders formuliert: In seinen realitätsnahen Filmen ist, wie im echten Leben, immer etwas los - zwischenmenschlich im Externen, wie kognitiv im Innern. Eben jenes Motiv des pulsierenden Motors in der Welt finde...
Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson
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Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 27. Juli 2025 Was ist Liebe wert? - Materialists von Celine Song Im Zeitgeist der Trump-Ära kommt man um einen Begriff kaum noch herum: Deals. Immer wieder heißt es da in der Politik „this is a bad deal“, doch was genau einen schlechten Deal ausmacht, bleibt meist vage. Celine Song, die sich mit Past Lives einen Namen gemacht hat, kontextualisiert in ihrem neuesten Film Was ist Liebe wert - Materialists eben jenes ökonomische Narrativ im Bereich des Datings und liefert einige Antworten. Obgleich Song für mehr steht als konventionelle Geschichten im Bereich RomCom, ist Materialists jedoch nicht immer so durchdacht, wie man es gern hätte. Im Zentrum steht dabei Lucy (Dakota Johnson). Ihr Profil: Attraktiv, beruflich erfolgreich u...
Kritik zu „Roofman“: Channing Tatum als Hochstapler
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Kritik zu „Roofman“: Channing Tatum als Hochstapler

Kritik von Michael Gasch Channing Tatum als Der Hochstapler: Roofman von Derek Cianfrance Das Filmgenre des Caper Movies (auch Heist Movie) blickt auf eine große Geschichte zurück. Klassiker sind dabei Jules Dassins Rififi (1955), Stanley Kubricks The Killing (1956), Jules Dassins Topkapi (1963), bis hin zu wegweisenden Klassikern der 70er Jahre wie Vier im roten Kreis von Jean Pierre Melville, Der Clou von George Roy Hill sowie Hundstage von Sidney Lumet. Im Zentrum steht dabei immer ein komplizierter Einbruch, ein Raub oder eine anderweitig gewiefte Betrügerei, gefolgt von unterschiedlichen narrativen Verläufen. Diverse Motive sind dabei auszumachen – sei es die Flucht vor dem Gesetz (Kriminologie), der Anfang eines neuen Lebens (Soziologie), bis hin zur Introspektion...
Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino
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Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 7. September 2024, gesehen im Rahmen des 49. Toronto International Film Festival. Die beste Stephen-King-Verfilmung seit "Misery": The Life of Chuck von Mike Flanagan "I contain multitudes." Das oben aus Walt Whitmans Gedicht "Gesang von mir selbst" stammende Zitat ist eines der zentralen Leitmotive im neuen Film von Mike Flanagan (Doctor Sleep, 2019). Darin drückt Whitman aus, dass Menschen nicht auf simple oder konsistente Weise definiert werden können und dass Widersprüche ein natürlicher Teil des menschlichen Wesens sind. Nachdem der Regisseur in den letzten Jahren hauptsächlich mit nervenaufreibenden Netflix-Horrorserien wie Spuk in Bly Manor eine treue Zuschauerschaft um sich herum versammeln konnte, lockt es ihn mit Th...