Schlagwort: 1987

Kritiken

"Hellraiser" (USA 1987) Kritik – Das religiöse Schaf im blutigen Wolfspelz

Autor: Florian Feick "The box. You opened it. We came." Liebe und Schmerz. Zwei Begriffe, die beinahe zwingend zusammengehören. Denn das Erste zieht meist unweigerlich irgendwann das Zweite nach sich. Schmerz bedeutet Leidenschaft, bedeutet sexuelle Erfüllung, bedeutet Liebe? Clive Barkers HELLRAISER kommt als einer der sicherlich ungewöhnlichsten Gruselfilme der 1980er-Jahre daher, denn als zentrales Horror-Element steht nicht die Angst als solches, sondern der absolute Schmerz. Die Quintessenz des Horrofilms ist die Angst. Die Angst vor dem eigenen Tod und den damit einhergehenden Schmerzen. HELLRAISER schafft es, den unvorstellbaren Schmerz visuell herauszukristallisieren und als das Wesen seines Terrors zu verwenden. Barkers England ist ein pervertiertes und sexualisiertes England...
Kritiken

"Angel Heart" (US/CA/GB 1987) Kritik – Eine diabolische Suche nach der Wahrheit

"Das Fleisch ist schwach, Johnny, nur die Seele ist unsterblich." Wenn man an einen Superstar denkt, der seine extreme Karrierebruchlandung selbst verursacht hat, dann hämmert sich sofort Mickey Rourke ins Gedächtnis. In den 80er Jahren ein Vorbild, von der Frauen umschwärmt, von den Männern als kerniger Draufgänger akzeptiert und von den Kritikern für seine Präsenz und Authentizität hochgelobt. Doch Rourke hatte noch eine andere Leidenschaft neben dem schauspielern: Das Boxen. Und mit dem Kampfsport begann dann auch sein Fall. Er ließ sich sein Gesicht immer wieder aufs Neue demolieren, wollte sich dieses dann durch unzählige Schönheitsoperationen wieder richten lassen und erkannte sich kurze Zeit darauf selber nicht mehr im Spiegel wieder. Ein straffer Rourke, dessen Gesicht jegliche ...
Kritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Der Himmel über Berlin" (DE 1987) Kritik – Wim Wenders und die unsterbliche Menschlichkeit

"Wie kann es sein, dass ich, der Ich bin, bevor ich wurde, nicht war und dass einmal ich, der Ich bin, nicht mehr der, der Ich bin, sein werde." Das deutsche Kino ist nicht mehr das, was es einmal war und kommt immer näher an den Nullpunkt heran. Die Zeiten der großen Regisseure sind längst vorbei und prägende Namen werden in der Filmwelt schmerzlich vermisst. Nun sind es Namen wie Jimi Blue Ochsenknecht, Matthias Schweighöfer und Elyas M'Barek, die sich vor der Kamera als Publikumsmagnet erweisen und Til Schweiger ist der beliebteste Regisseur, der sein eigenes Erfolgsrezept immer und immer wieder kopiert. Um Qualität geht er hierbei schon lange nicht mehr, viel mehr interessiert das Aussehen und die 08/15-Lovestorys sprengen jedes Mal aufs Neue die Kinokassen, obwohl es hier weder Übe...
Kritik: Full Metal Jacket (USA 1987) – Stanley Kubrick und die Bestie Krieg
Kriegsfilm, Kritiken

Kritik: Full Metal Jacket (USA 1987) – Stanley Kubrick und die Bestie Krieg

Die tödlichste Waffe der Welt ist ein Marine mit seinem Gewehr! Es ist euer Killerinstinkt, der voll da sein muss, wenn ihr im Kampf überleben wollt! Euer Gewehr ist nur ein Instrument! Töten kann nur ein Herz aus Stahl! Der Krieg hat viele Gesichter, doch allesamt sonnen sie sich in Sinnlosigkeit und unbeschreiblicher Gewalt. Viele große Regisseure widmeten sich schon dieser Bestie, einige von ihnen mussten sie selbst durchleben. Die filmischen Ergebnisse sind dabei immer unterschiedlich. Mal durchwachsen, schwach und täuschend, mal meisterhaft und erschreckend ehrlich. Wenn sich eine Legende wie der einzigartige Stanley Kubrick diesem Thema, hier dem Vietnamkrieg, annimmt, dann darf man etwas Besonderes erwarten. Wie in jedem Kubrick-Film gibt es an der Atmosphäre rein gar nichts...