Schlagwort: Coen Brothers

Kritik: Hail, Caesar! (USA 2016)
Coen Brüder, Filme, Komödie, Kritiken, Regisseure

Kritik: Hail, Caesar! (USA 2016)

Squint! Squint against the grandeur! Die Berlinale scheint mir eine seltsame Art Hassliebe für den Glanz und Glamour Hollywoods zu haben. So will das Programm jährlich unbekannte und unterschätzte Filmemacher aus dem internationalen Raum hervorheben und feiern – was sehr lobenswert ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmfestspielen, will die Berlinale diese Filme zudem primär „dem Volk“ zeigen (an Karten kommt jeder, der genügend Zeit und Geduld hat), obwohl es natürlich auch jede Menge Insider-Events für die Branche gibt. Alles in allem werden die Veranstaltungen jedoch recht bodenständig, ohne viel Theater, über Berlin verteilt, gehalten. Die Kehrseite davon ist jedes Mal unausweichlich, dass man zum Ausgleich, um mit anderen Festivals mithalten zu können, den Roten Teppich für e...
Kritik: Fargo (USA 1996) – Eine eiskalte Abrechnung mit der Dummheit
Coen Brüder, Drama, Filme, Krimi, Kritiken, Regisseure, Thriller

Kritik: Fargo (USA 1996) – Eine eiskalte Abrechnung mit der Dummheit

Kennst du schon den Witz über den Kerl, der sich kein Nummernschild mit seinen Initialen leisten konnte und seinen Namen in J3L-2404 ändern ließ? "Fargo" ist in sämtlichen Aspekten eine Meisterleistung. Er ist lustig ohne lustig sein zu wollen, traurig ohne traurig sein zu wollen und kritisch ohne mit der Moralkeule auf den Zuschauer einzuprügeln. Und vor allen Dingen ist er absolut untypisch für Hollywood. Auch ist es schwer "Fargo" einem Genre zuzuordnen. Er ist die verdammt beste Thriller-Romance-Drama-Crime-Story, die das Kino jemals gesehen hat. Wie fast jeder Coen Film startet auch "Fargo" mit einer scheinbar harmlosen Ausgangssituation. Mr. Lunegaard lässt seine Frau von zwei Hinterwäldlern für Lösegeld entführen, um sich für eine Investition ein wenig Geld zu verschaffen. Der w...
Kritik: Miller’s Crossing (US 1990) – Als die Coen-Brüder den Mafiafilm neu definierten
Coen Brüder, Drama, Filme, Kritiken, Regisseure

Kritik: Miller’s Crossing (US 1990) – Als die Coen-Brüder den Mafiafilm neu definierten

I'm talkin' about friendship. I'm talkin' about character. I'm talkin' about - hell. Leo, I ain't embarrassed to use the word - I'm talkin' about ethics. Die Welt der Gebrüder Coen ist ein ums andere Mal düster, trostlos und korrupt. Welche Stellung haben Freundschaft, Ethik und Moral in unserer Gesellschaft? Wann ist "oben gleich unten" und "schwarz gleich weiß"? Diesen Fragen gehen die Brüder in ihrem Film-Noir-Meisterwerk Miller's Crossing auf die Spur. Ein rabenschwarzes Gangster-Drama über Geldmacherei, illegale Geschäfte, Loyalität und Betrug, vollgepackt mit politischen und philosophischen Gedanken, wohin das Auge reicht. Eine Hommage an die Krimis der 40er Jahre, wie den von mir so sehr geschätzten Die Spur des Falken. Schauplatz ist eine namenlose Stadt zur Zeit der Prohibitio...
Kritik: O Brother, Where Art Thou? (USA 2000) – Die Coens auf Irrfahrt
Coen Brüder, Drama, Filme, Komödie, Kritiken, Regisseure

Kritik: O Brother, Where Art Thou? (USA 2000) – Die Coens auf Irrfahrt

Das Nest hier muss eine geographische Kuriosität sein, es ist von allem zwei Wochen entfernt. Während „O Brother, Where Art Thou?“ läuft, hat man als Zuschauer dauernd den Eindruck, dass ein alter Mann neben der Kamera sitzt und zuguckt. Man merkt dann, was passiert, wenn die Coens ein Drehbuch schreiben, das eigentlich auf einem der größten abendländischen Erzählungen aller Zeiten basiert. Aber viel ist von Homers Epos gar nicht übrig geblieben, höchstens die Grundidee und markante Punkte. Alles andere ist bestimmt nicht das, was sich der Autor damals gedacht hatte. Ob Joel und Ethan Coen eine Satire auf die „Odyssee“ schreiben wollten, weiß ich nicht, aber das Gefühl beschleicht einen manchmal. Man merkt aber auch zu jeder Sekunde ihre Hochachtung der Vorlage gegenüber und ab und zu b...