Schlagwort: Ed Harris

Kritik: mother! (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: mother! (USA 2017)

You give, and you give, and you give. It's just never enough. Darren Aronofsky gehört wohl zu den spannendsten Filmemachern unserer Zeit, denn bei dem amerikanischen Regisseur kann sich kein Fan sicher sein, was er als Nächstes auf der Leinwand zu sehen bekommen wird. Harte Dramen über die Verlierer einer menschlichen Wegwerfgesellschaft treffen auf beklemmende Reisen in fantastische Welten. Dem Regisseur eigen bleibt dabei stets eine spirituell-esoterische Note, eine filmische Ausarbeitung des göttlichen Gedankens, die mal mehr (Noah) mal weniger (Pi) direkt angesprochen wird. Trotz des von vielen Kritikern (zu unrecht) gescholtenen Bibel-Epos Noah war die Vorfreude auf dessen kommenden Film mother! groß, was wohl auch an einer cleveren Marketingstrategie gelegen haben dürfte, denn Aro...
Kritiken

"Run All Night" (USA 2015) Kritik – Von Vätern und Söhnen

Autor: Pascal Reis „Ich bin zu alt zum Weglaufen.“ Wie viel Glauben man dem Wort von Liam Neeson nun wirklich schenken darf, sei an dieser Stelle erst einmal so dahingestellt, sagte der irische Schauspieler schließlich eins in einem Interview, dass es niemals zu einem dritten Teil der „96 Hours – Taken“-Reihe kommen würde. Dass Neeson sich im März in einem US-Interview nun auch hat hinreißen lassen, kundzugeben, dass er in zwei Jahren vollständig aufhören möchte, in Action-Filmen mitzuwirken, kam nun wirklich keine Hiobsbotschaft gleich, hat sich „96 Hours – Taken 3“ doch als durchgängiges Fiasko erwiesen, welches den adrenalingeladenen Erstling in ein unübersichtliches Schnittmassaker ummünzte. Doch in Anbetracht stimmungsvoller Genre-Flics wie etwa „The Grey – Unter Wölfen“ oder auch „...
Kritik: Pain & Gain (USA 2013) – Realität und Intimität: Das heuchlerische Kino des Michael Bay
Filme, Komödie, Kritiken

Kritik: Pain & Gain (USA 2013) – Realität und Intimität: Das heuchlerische Kino des Michael Bay

I believe in fitness. Es ist ein unbestreitbarer Fakt, dass Michael Bay inzwischen ein echter Markenname in der Filmwelt geworden ist und es wie kaum ein zweiter Regisseur in den letzten Jahren so kontinuierlich geschafft hat, die Kinogänger und das Feuilleton zu derart kontroversen Diskussionen zu verleiten. Seine „Transformers“-Trilogie ließ den Box Office-Pegel ekstatisch klingeln, die Qualität der Filme war letzten Ende, gelinde ausgedrückt, recht unbefriedigend, denn wo die postmoderne Materialschlacht in Sachen CGI-Effekte natürlich neue Maßstäbe setzen konnte und die Hochleistungscomputer in Bestform aufeinander jagte, blieben die Filme hinsichtlich aller anderen Kriterien deutlich unter dem pauschalisierten Durchschnittsniveau haften. Dabei hat die Karriere des Michael Bay m...
Kritik: The Rock – Fels der Entscheidung (USA 1996) – Alcatraz wird zum explosiven Ort der Desillusion
Action, Kritiken, Michael Bay, Regisseure

Kritik: The Rock – Fels der Entscheidung (USA 1996) – Alcatraz wird zum explosiven Ort der Desillusion

Patriotism is a virtue of the vicious. So sieht es also aus, wenn sich ein Regisseur mit ungehemmtem Explosionsfetisch wie Michael Bay auf der Höhe seines „künstlerischen“ Schaffens befindet. Ziemlich ansehnlich, aber auch viel zu verfrüht und leider von unikalem Status. „Ziemlich ansehnlich“ könnte man an dieser Stelle sogar noch als leichte Untertreibung umreißen, denn Michael Bays zweite Regiearbeit „The Rock“ ist quasi der Inbegriff, oder vielmehr ein Mitverantwortlicher, für diesen generalisierten Musterfall des hochwertigen Action-Kinos der vielfältigen 1990er Jahre. Mit „Bad Boys“ hat Michael Bay ein Jahr zuvor bereits sein fähiges Inszenierungshändchen für stattliche Actionmontagen bewiesen, blieb seinem Publikum aber auf Charakterbasis diese Qualität schuldig. In „The Rock“...
Kritiken

"Gone Baby Gone" (USA 2007) Kritik – Ben Affleck beweist sein wahres Talent

"Kinder vergeben. Kinder urteilen nicht. Kinder halten die andere Wange hin. Und? Was kriegen sie dafür?" Was haben die Filme „Phantoms“, „Pearl Harbor“, „Armageddon“ und „Daredevil“ allesamt gemeinsam? Richtig. In allen vier Fällen spielt Ben Affleck die vermeidliche Hauptrolle und hat sich in keinem der genannten Werken von seiner besseren Seite, die durchaus vorhanden ist, gezeigt. Das führte schlussendlich dazu, dass ihm nach der Jahrtausendwende der verzichtbare Ruf angehängt wurde, ein schlechter Akteur zu seiner, der sich nur mit schauspielerischer Unbeweglichkeit und peinlichen Aussetzern durch die Filme schlägt und seinen Rollen keinerlei Tiefe verleihen kann, weil nicht nur seine mimischen Fähigkeiten äußerst begrenzt sind, sondern auch die eigene Körpersprache keinen Hehl dar...
Kritiken

"Die Truman Show" (USA 1998) Kritik – Big Brother is watching you

"Wir akzeptieren die Realität der Welt die uns dargeboten wird. So einfach ist das." "Big Brother" dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Alljährlich läuft sich die Sendung auf der ganzen Welt, in Deutschland RLT II, im Vorabendprogramm zu Tode und regt eine Hälfte der Konsumenten einfach nur auf, während sich die Fans immer wieder aufs Neue von der doch simplen Idee faszinieren lassen. Wer immer noch nicht weiß, wie das Konzept von "Big Brother" funktioniert, dem sei es an dieser Stelle noch einmal schnell erklärt: Mehrere Personen melden sich, um über einen bestimmten Zeitraum zusammen eingesperrt zu werden und an allen Ecken und Enden des „Containers“, in dem sich die neuen Bewohner befinden, wird eine Kamera platziert, damit auch wirklich keine einzige Bewegung verloren geht. Privats...
Kritiken

"The Way Back" (USA 2010) Kritik – Der Marsch in die Freiheit

"Wenn du abhauen willst, dann bin ich dabei." Der australische Filmemacher Peter Weir ist nicht nur ein interessanter Regisseur, der in Hollywood seine Kreise zieht, sondern auch ein wahrer Könner, der in der Vergangenheit schon so manchen fantastischen Streich abgeliefert hat. Zu seinen großen Werken zählen Sachen wie "Der einzige Zeuge" mit Harrison Ford, "Der Club der toten Dichter" mit Robin Williams, "Die Truman Sho"w, in dem Weir Jim Carrey die Möglichkeit gab, sich endlich in einer ernsteren Rolle zu beweisen und das grandiose Seefahrer-Abenteuer "Master & Commander" mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Weirs inszenatorisches Verständnis kann sich in den verschiedensten Bereichen offenbaren, denn der Australier versteht es nicht nur, eine Atmosphäre entstehen zu lassen und diese ...
Kritik: A History Of Violence (USA 2005)
Drama, Filme, Kritiken, Thriller

Kritik: A History Of Violence (USA 2005)

What am I supposed to call you now? - You're supposed to call me Dad. That's what I am, your Dad. Mitten in der Nacht erwacht Sarah aufgrund eines Albtraums. Ihr Vater Tom (Viggo Mortensen) beruhigt sie sanft mit den Worten "There is no such things as monsters." Wenige Tage später wird Tom in seinem Café von seltsamen Fremden aufgesucht, die ihn als Joey wiedererkennen. Tom weiss damit nichts anzufangen und versucht die Männer abzuwimmeln. Diese jedoch bleiben solange hartnäckig, bis alles in einer blutigen Auseinandersetzung gipfelt. David Cronenberg nahm sich hier recht spät, aber nicht weniger effektiv wie beispielsweise Sam Mendes in "American Beauty", der Destruktion der amerikanischen Idylle an. Basierend auf der Comic-Vorlage "A History of Violence" von John Wagner und Vinc...