Schlagwort: Tony Kaye

Kritiken

"Detachment" (USA 2011) Kritik – Adrien Brody auf der Suche nach sich selbst

Autor: Pascal Reis "A child's intelligent heart can fathom the depth of many dark places, but can it fathom the delicate moment of its own detachment?" Bei seinem Debütfilm aus dem Jahre 1998, kann der britische Regisseur Tony Kaye auch gleichzeitig vom persönlichen und bis dato einzigen Höhenflug in der Filmwelt sprechen. Die Rede ist dabei natürlich vom intensiven Neonazi-Drama „American History X“, bei dem Kaye auch Edward Norton – unvergesslich mit stählerner Physis und demonstrativen Hakenkreuz auf der Brust – zum großen Durchbruch verhalf, um seiner Karriere nur ein Jahr später in David Finchers „Fight Club“ bereits die frühzeitige Krone aufzusetzen. Kaye hat sich jedoch auch in einem anderen Fall im Filmgeschäft einen Namen gemacht: Der Engländer hatte das Privileg, mit dem unant...
Kritiken

"American History X" (USA 1998) Kritik – Edward Norton und die verlorene Generation

Autor: Pascal Reis "I'm ashamed that you came out of my body." Trompeten werden durch laue Stöße angekurbelt, die repetitiven Trommelschläge wirken wie Gewehrschüsse, bis die sakrale Chormusik ertönt und die in traurigem Schwarz-Weiß gehaltene Aufnahme der Strandpromenade von Venice Beach in ihrer bleiernen Schwere abrundet. Später hören wir das lustvolle Stöhnen einer junge Frau, sehen sie beim Geschlechtsverkehr, bis kurz darauf wirklich Schüsse aufschreien und die Leichen dreier Afroamerikaner die Auffahrt der Familie Vinyard zieren: Ein Verbrechen aus ideologischer Überzeugung, keine Notwehr, kein Akt der Verzweiflung. Die ersten Minuten von „American History X“ fordern den Zuschauer bereits einiges ab und führen ihm seine Stärken konkret vor Augen. Die Bildsprache nämlich ist derart...