Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Now Is Good" (GB 2012) Kritik – Verliebte Todkranke im Sonnenuntergang

Autorin: Maria Engler "Moments. This is one. This right here, right now, is definitely a moment." Tessa (Dakota Fanning) ist 17 Jahre alt und will endlich ihr erstes Mal haben. Mit ihrer besten Freundin Zoey, die schon mehr Erfahrungen mit Männern hat, startet sie die Vorbereitungen in der Wohnung der zwei Auserwählten. Nachdem sich die beiden Freundinnen abgesprochen haben, wer welchen Typen bekommt, startet das Projekt Entjungferung. Während Zoey schon wild mit ihrer Auswahl herumknutscht, nimmt die Verklemmtheit bei Tessa und ihrem Typen bald unangenehme Ausmaße an. Als sie sich dann endlich doch küssen, greift er leidenschaftlich nach ihren Haaren und ... hat plötzlich ihre Perücke in der Hand. In diesem Moment beschließt Tessa, die mit unheilbarer Leukämie gestraft ist, ihre Behandl...
Filmkritiken

"Das wundersame Leben des Timothy Green" (USA 2012) Kritik – Wie man sich ein Kind pflanzt

Autor: Pascal Reis "There's something you need to know about me. I came from the garden. Please don't ask about my leaves." Wenn ein Film unter dem prägnanten Medienkonzern „The Walt Disney Company“ realisiert und veröffentlich wird, dann darf man ohne falsche Mutmaßungen davon ausgesehen, dass man es weniger mit tiefgehender Zwischenmenschlichkeit zu tun bekommt, als mit massenkompatibler Unterhaltungsware. Dagegen spricht per se rein gar nichts, schließlich muss man sich als Filmliebhaber nicht immer in den Abgründen der Arthouse-Fraktion bewegen, sondern darf sich durchaus auf locker-luftige Werke einlassen, die den Zuschauer nicht fordern wollen, sondern die Möglichkeiten des Kinos als abenteuerliches Vergnügen erfahren lassen. Das Problem dieser Filme sind die immer wieder auftrete...
Filmkritiken

Direct-to-DVD: 10 Schätze aus der Videothek

Autor: Pascal Reis, Sebastian Groß Es gibt immer wieder Filme, denen die Ehre verweigert wird, ihre Klasse auf der großen Leinwand zu zeigen. Gründe dafür können verschiedenster Art sein: Entweder gibt es für die Verleger keinerlei Erfolgsaussichten, der Film gehört vielleicht zu einer Nischengruppierung oder es ist einfach nur eine stumpfe Fortsetzung eines einst erfolgreichen Werkes. Wir von CinemaForever haben uns daher gedacht, eine kleine Liste anzulegen, in der wir 10 Direct-to-DVD-Filme vorstellen, die den Weg ins Kino mehr als verdient hätte und auch unbedingt in die heimische Filmsammlung wandern müssen. Natürlich ist das hier keine Bestenliste, sondern einzig eine hochwertige Auswahl ohne Ranking. Viel Spaß! 1. Donnie Darko (2001) Heutzutage ist es normal, dass jeder x-beli...
Filmkritiken

"The Devil’s Double" (BE 2011) Kritik – Der doppelte Despotensohn

Autor: Sebastian Groß "Please be clear about this, Latif. Uday has chosen you. You belong to him." 1987: Der irakische Soldat Latif Yahia wird von Saddam Husseins ältestem Sohn Uday, wegen einer enormen Ähnlichkeit, auserwählt sein Doppelgänger zu sein. Latif bleibt keine andere Wahl, wenn er ablehnt lässt Uday Latifs Familie verhaften und foltern. Nach ein paar chirurgischen Eingriffen ist Latif die optisch perfekte Kopie des Despoten-Sohnes und wird in einer luxuriösen Behausung untergebracht. Doch er wird wegen seiner Nähe zu Uday auch immer wieder Zeuge von dessen eruptiven Exzessen. Schon bald muss sich Latif eingestehen, dass er für einen Wahnsinnigen arbeitet, der weder Anstand noch Moral kennt. Doppelgänger von bekannten Persönlichkeiten soll es ja wirklich geben. Warum auch ...
Filmkritiken

Malmö bei CinemaForever: Von Supercomputern und Holzfällern – Unser filmischer Song Contest

Autoren: Pascal Reis, Sebastian Groß Gestern saß die deutsche Fernsehnation gespannt vor der Flimmerkiste und sah sich wie jedes Jahr an, wie Bands und Interpreten aus ganz Europa um den Sieg beim Eurovision Song Contest trällerten. Musik zieht die Menschen halt in ihren Bann. Schön. Nur blöde, dass wir ein Film-Blog sind. Aber, wir wissen uns zu helfen. Wir haben in den Nachwehen der gestrigen Mega-Veranstaltung 24 Songs zusammengetragen und machen ganz einfach unseren eigenen kleinen Cinema Forever Song Contest. Wer sich jetzt schon euphorisch darauf freut, hier Musicals zu finden, den müssen wir enttäuschen. Wir haben nur Filme genommen, die kein Musical sind. Uns geht es um das Lied, weniger um die Inszenierung. Okay, das ist ganz weit weg vom Eurovision Song Contest, aber dass hier i...
Filmkritiken

Regisseure im Fokus: Eine erleuchtende Brille, Gut gegen Böse und die Monster vom Mars: Drei Werke des John Carpenter

Autor: Pascal Reis "Assault - Anschlag bei Nacht" (USA 1976) John Carpenters minimalistischer Vorstadt-Western kommt ohne große Sperenzchen aus und gilt vollkommen zu Recht als einer großen Klassiker des 70er Jahre-Kinos, noch bevor sich die Regielegende diesen strahlenden Status mit Filmen wie „Halloween“, „Die Klapperschlange“ und „Das Ding aus einer anderen Welt“ erarbeiten konnte und weltweit für wiederhallende Jubelchöre sorgte. Wie wir es auch aus anderen Werken von Carpenter gewohnt sind, liegt der eigentliche Fokus nicht auf der übermäßigen Visualisierung von Gewalt, auch wenn die FSK-Behörden seinen Filmen in der Vergangenheit nur zu gerne den Riegel vorgeschoben haben, sondern auch in „Assault“ wird der Schwerpunkt auf die atmosphärische Wirkung der Gesamtsituation gelegt, di...
Filmkritiken

"The Place Beyond the Pines" (USA 2012) Kritik – Ryan Gosling und die väterliche Pflicht

Autor: Pascal Reis "I want to do something with him that's his first time. I'm going to look in his face when he tries ice cream. Every time he has ice cream for the rest of his life, he's going to see my fucking face." Seit dem Jahre 2010 ist der Name Derek Cianfrance dem indieaffinen Publikum zu Recht kein Unbekannter mehr. Sein Beziehungs-Drama „Blue Valentine“ erblickte das Licht der Kinolandschaft, heimste unzählige Festivalpreise ein und durfte sogar dank Michelle Williams aufopferungsvoller Darstellung im Oscar-Rennen ein kleines Wörtchen mitsprechen. Cianfrance verdeutlichte dabei, das er nicht unbedingt der Regisseur ist, der dem Zuschauer etwas vollkommen Neues bieten und eine explosive Vielfalt an Kreativität evozieren möchte, sondern sich einem universellen Thema annimmt, we...
Filmkritiken

Cannes-Trailer zum französischen Drama "The Past" mit Tahar Rahim

Wie uns der Trailer gefällt: Nach seinem oscarprämierten "Nadar & Simin" serviert uns der iranische Regisseur Asghar Farhadi mit "The Past" allem Anschein nach ein intensives Drama über Beziehungen, kulturelle Konflikte und das individuelle Scheitern. Mit dabei ist auch wieder Tahar Rahim, der in Jacques Audiards "Ein Prophet" 2009 eine beachtliche Leistung hingelegt hatte. Wir sind gespannt, das könnte ganz großes Kino werden. Der deutsche Kinostart ist noch unbekannt.
Filmkritiken

"Smashed" (USA 2012) Kritik – Mary Elizabeth Winstead sagt dem Alkohol den Kampf an

Autor: Pascal Reis "Well, you peed on me, so I guess we're even." Der unbändige Alkoholkonsum ist nicht nur in ausgewählten Ländern ein Problem. Wenn wir uns über die immensen Auswirkungen des Alkoholismus austauschen, dann sprechen wir von einer globalen Causa, dessen Ursprung nicht vor einigen Jahren gelegt wurde, doch den kontrollierenden Boden Verbrauch schon vor langer Zeit unter den Füßen verloren hat. Sieht man die Zahlen der Toten, die alljährlich an den Folgen ihrer Konsumation dahinscheiden, dann wird klar, in welchen Sphären wir schweben: In Deutschland stehen wir bei knapp 75.000 Toten, weltweit bei 2.500.000 Opfern. Wir haben es also mit einem aktuellen wie wichtigen Thema zu tun, welches natürlich auch in der Filmwelt immer wieder in verschiedener Art und Weise angesprochen...
Filmkritiken

Cannes-Trailer zu Steven Soderberghs "Behind the Candelabra" mit Michael Douglas

Wie uns der Trailer gefällt: Seine Kinokarriere hat Steven Soderbergh – angeblich – mit seinem letzten Film „Side Effects“ an den Nagel gehängt, sein HBO-Biopic „Behind the Candelabra“ über die homosexuelle 70er Jahre Las-Vegas-Legende Liberance startet noch dieses Jahr auf den Filmfestspielen von Cannes. Der Trailer weckt in jedem Fall Interesse, allein die Kulisse ist wunderbar eingefangen, genau wie Michael Douglas und Matt Damon in den Hauptrollen, die mit Sicherheit mal wieder zeigen dürfen, was sie auf dem Kasten haben. Sieht gut aus! Der deutsche Kinostart ist noch unbekannt.