Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"500 Days of Summer" (USA 2009) Kritik – So ist die Liebe

"Weißt du was scheiße ist? Wenn einem klar wird, dass das woran man geglaubt hat alles totaler Schwachsinn ist. Das ist scheiße." Das unabhängige Independent-Kino ist schon eine ziemlich feine Sache. Gerade wenn sich dieser Bereich der Liebe annimmt, denn anders als das Mainstream- und Hollywoodkino, dürfen sich die Regisseuren jeden Konventionen entziehen und müssen sich nicht den streifen Gesetzen der Traumfabrik beugen, wie jede Jennifer Aniston-RomCom. Man kann seine eigenen Ideen durchziehen, muss sich nicht anpassen, auch wenn man dem breiten Publikum damit nicht unbedingt gefallen wird. Vor allem Zach Braff bewies mit 'Garden State' zu welchen Höhenflügen das Indie-Kino in der Lage sein kann und inszenierte nicht nur einen einzigartigen Liebesfilm, sondern auch einen der besten a...
Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Zurück in die Zukunft" (USA 1985) Kritik – Eine wunderbare Zeitreise

"Warum nennst Du mich andauernd Calvin?" - "Aber so heißt Du doch, oder? Calvin Klein. Das steht jedenfalls da auf deiner Unterhose." Wenn man an seine Lieblingsfilme aus der Kinder- und Jugendzeit zurückdenkt und mit den heutigen Favoriten vergleicht, dann dürften wohl nicht gerade viele die Zeit überstanden haben. Dinge, die früher gar nicht aufgefallen sind und durch die schöne Kindlichkeit übersehen wurden, sind heute Störfaktoren und bremsen den einstigen Spaß viel mehr aus, als das man über sie hinwegsehen könnte. Aber es gibt auch noch die andere Seite und die Filme, die sich als zeitlos herausstellten und heute wie damals einfach nicht von ihrer Magie verloren haben. 'E.T.', 'Gremlins', 'Stand By Me', 'Die unendliche Geschichte', 'Der Flug des Navigators' oder auch 'Die Goonies'...
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"König der Fischer" (USA 1991) Kritik – Die Realität des Verrückten

"Ich bin der Hausmeister Gottes." Terry Gilliam ist schon ein ganz besonderer und spezieller Fall für sich. Das ehemalige Monty Python Mitglied, der nicht nur für die britische Truppe vor der Kamera stand, sondern auch ihre legendäre Klassiker 'Die Ritter der Kokosnuss' und 'Der Sinn des Lebens' inszeniert, kann nicht immer jeden Geschmack erreichen. Wie schon die genannten Python-Komödien, die auch nicht jedermanns Sache waren, setzte Gilliam seine Solokarriere ebenso eigenwillig wie eindrucksvoll fort. Schaut man sich seine Filmografie genau an, wird man schnell feststellen, was mit eigenwilliger Regie gemeint ist. Filme wie 'Fear and Loathing in Las Vegas', '12 Monkeys' oder 'Brazil' genießen natürlich Kultstatus, sind aber, aufgrund ihrer doch untypischen Erzählweisen und Aufmachung...
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"Heartless" (USA 2009) Kritik – Die unbezahlbare Schönheit

"Ich kann diesen Scheiß, von wegen Schönheit ist nur oberflächlich, nicht ertragen, weil es nicht stimmt." Philip Ridley gehört zu der Gattung Regisseur, die es nicht unbedingt eilig haben mit dem Filmemachen. Schaut man sich die übersichtliche Filmografie des Herrn an, dann ist zwischen seinen drei Filmen immer ein mehr als deutlicher Abstand. Sein Debütfilm 'Schrei nach Stille' mit Viggo Mortensen kam 1990 raus. Ganze fünf Jahre sollte es dann wieder dauern, bis der Name Philip Ridley erneut in der Filmwelt auftauchte und 1995 stand er mit 'Die Passion des Darkly Noon' mit Brendan Fraser und Ashley Judd vor der Tür. Jetzt dürfte man feststellen, das Ridley nicht unbedingt zu den wichtigsten oder interessantesten Regisseuren gehört, sondern sich eher immer dezent im Hintergrund hielt. ...
"28 Days Later" (GB/US 2002) Kritik – Die Menschheit ist dem Ende nah
Filmkritiken

"28 Days Later" (GB/US 2002) Kritik – Die Menschheit ist dem Ende nah

"Niemand kommt jemals zurück." In der Filmwelt gibt es nicht gerade viele Regisseure, denen man es auch wirklich zutrauen kann, dass sie in jedem Genre einen Hit landen könnten. Viele Filmemacher spezialisieren sich auf einen Bereich und ziehen ihr eigenes Ding immer wieder durch, doch einer von diesen abwechslungsreichen Regisseuren ist der Brite Danny Boyle, der eine erstaunliche Vielseitigkeit an den Tag legt und mit jedem neuen Film ein anderes Genre austestet. Von der schwarzen Komödie 'Kleine Morde unter Freunden', über den Drogenfilm 'Trainspotting', zum visionären Sci-Fi-Prunkstück 'Sunshine' und dem intensiven Abenteurer-Drama '127 Hours'. Danny Boye kann so einiges, auch wenn er sich ab und an etwas zu viel zu mutet, wie in seinem fragwürdigen und enttäuschenden Oscar-Erfo...
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"Nach der Hochzeit" (DK 2006) Kritik – Mads Mikkelsen wird von seiner Vergangenheit eingeholt

"Schau mich an, Jacob! Verstehst du das denn nicht? Siehst du nicht, dass das alles einen Sinn hat!" Die dänische Kombination aus Regisseurin Susanne Bier und Drehbuchautor Anders Thomas Jensen, kann eigentlich nur einen guten Film versprechen. Bier, die in ihrer Karriere bereits das hervorragende Drama 'Brothers' inszenierte, so wie den feinen 'Open Hearts', bewies in diesen Filmen, das sie viel Fingerspitzengefühl und Sensibilität in ihrer Führung legen konnte, um so den Zuschauer in ihre Geschichte zu locken und auch genauso zu fesseln. Anders Thomas Jensen ist da noch ein anderes Kaliber, denn er zählt schon zu den ganz großen in Dänemark. Die Drehbücher zu 'In China essen sie Hunde', 'Dänische Delikatessen', 'Das Genie und der Wahnsin'n und ganz besonders 'Adams Äpfel', bei dem er ...
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"Punch-Drunk Love" (USA 2002) Kritik – Adam Sandler spielt groß auf

"Was rennst du so schnell, du Idiot? Wir wissen wo du wohnst!" Paul Thomas Anderson hat sich mit nur zwei Filmen zu einem Koloss unter den Regisseuren gemacht. Mit 'Boogie Nights' von 1997 und 'Magnolia' von 1999 machte er sich schon jetzt unsterblich und zählt ohne weiteres zu den besten Filmemachern unserer Zeit. Ein Kritikerliebling, ein Publikumsmagnet und ein einmaliger Könner, der es immer wieder eindrucksvoll versteht, die visuelle Klasse mit seiner erzählerischen Brillanz zu verknüpfen und ein pures Meisterwerk daraus zu entwerfen. Aber Anderson kann nicht nur diese zwei grandiosen Filme vorweisen. Mit 'There Will Be Blood' erreichte er 2007 wieder die Dimensionen eines brachialen und kraftraubenden Glanzstückes, welches nicht von wenigen als Andersons bestes Werk betitelt wird...
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"Inside a Skinhead" (USA 2001) Kritik – Ryan Gosling als jüdischer Nazi

"Hätte es Hitler nicht gegeben, die Juden hätten ihn erfunden." Wenn man das Jahr 2011 Revue passieren lässt, dann bleibt einem ein ganz bestimmter Mann im Gedächtnis, der sich zum Superstar des Filmgeschäfts etablierte: Ryan Gosling. Mit Filmen wie 'Drive', 'Blue Valentine', 'Ides of March' und 'Crazy, Stupid, Love' bewies er seine Vielschichtigkeit und wurde immer zum Highlight. Vor allem in 'Drive' leistete er großartiges und festigte seinen Ruf als einer der besten Jungschauspieler unserer Zeit. Schaut man sich Goslings Karriere jedoch mal genauer an, wird man feststellen, dass er schon immer auf hohem Niveau war. 'Lars und die Frauen', 'Half Nelson' und 'Stay' sind da Beispiele und Beweise genug. Gosling war sofort präsent und nutze seine Chance eindrucksvoll. Doch gehen wir zurück...
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"Blutzbrüdaz" (DE 2011) Kritik – Sido zwischen Freundschaft und Karriere

"Sowas lass ich nicht mit mir machen, ich bin doch kein Opfer!" Musiker versuchen sich immer wieder im Filmgeschäft und lassen sich mit Vorliebe dazu hinreißen, ihre eigene Geschichte irgendwie verfilmen zu lassen. Die Ergebnisse davon sind zumeist ziemlich durchwachsen, was auch vor allem an dem talentlosen Schauspiel diverser Sänger liegt. Ganz besonders gefragt sind inzwischen die Biografien von HipHoppern und Rappern. Eminem gab dazu 2002 unter der Regie von Curtis Hanson in '8 Mile' den sehr guten Startschuss. Kollege 50 Cent zog nach, scheiterte mit seinem 'Get Rich Or Die Tryin' aber auf ganzer Linie. Und auch in Deutschland ist es angekommen, dass man die Rapper auf die Leinwand schicken kann, um richtig Kohle zu machen. 2010 schaffte es dann Rüpel-Rapper Bushido in Bernd Eichin...
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"Habemus Papam" (FR/IT 2011) Kritik – Michel Piccoli wird zum neuen Papst

"Ich habe ein Zuwendungsdefizit, aber ich weiß nicht was das sein soll." Stirbt ein Papst, hält die Welt die Luft an. Nicht nur auf Grund der schweren Trauer um das verstorbene Oberhaupt, sondern auch aus Vorfreude und Ewartung an der bevorstehenden Neuwahl. Inzwischen werden auf dieser Wahl sogar schon Unmengen von Geld gewettet und in die Richtung des Glücksspiel gedrückt. Aber auch der Papst selbst hat heute einen völlig anderen Stand als vor hunderten von Jahren, was natürlich verständlich ist. Das soll allerdings nicht heißen, dass die katholische Kirche mit der Zeit geht und alles etwas lockerer sieht, Respekt und Anerkennung des Heiligen Vaters sind das oberste Gebot, aber der Papst wird bei seinen öffentlichen Auftritten vom sämtlichen Nationen gefeiert wie ein Superstar, der ei...