Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"True Romance" (USA 1993) Kritik – Eine blutige Liebe

"Ich lese sehr viel, besonders so Sachen über Geschichte. Ich finde dieses Zeug faszinierend und ich weiß wahrscheinlich was, was sie nicht wissen. Sizilianer sind Ableger von Niggern." Tony Scott ist ein Regisseur, der für astreine und stylische Action steht. Ob 'Last Boy Scout', 'Man on Fire' oder 'Top Gun'. Man weiß, was man bekommt, wenn man sich einen Film von ihm anschaut. Sicher keine hochintelligenten und komplexen, aber unterhaltsame, bleihaltige und spannende Geschichten. Im Jahr 1993 ging Scott dann jedoch einen anderen Weg und entschied sich dazu, seinen filmischen Horizont als Regisseur zu erweitern. Mit 'True Romance' brachte er einen Gangsterfilm in die Kinos, wie man ihn so von ihm eigentlich nie erwarten hätte dürfen. Allerdings war diese Neuorientierung kein voller Er...
Filmkritiken

"John Rambo" (USA 2008) Kritik – Rambo kehrt eindrucksvoll zurück

"Wenn man dich dazu zwingt, ist Töten so einfach wie Atmen." Die Jahre vergingen wieder und Sylvester Stallone tingelte durch verschiedenste A und B-Movies. 2006 entschied sich Stallone dazu, seine erste maßgeschneiderte Rolle Rocky wieder in die Kinos zu bringen. Ein guter Schritt, wie sich herausstellen sollte, denn mit 'Rocky Balboa' schaffte es Stallone, die ausgelutschte Reihe wieder aufatmen zu lassen und ein starkes Sportler-Drama zu inszenieren. Doch das war noch nicht Stallones ganzer Plan. 2008 belebte er auch die Kampfmaschine John J. Rambo wieder. 20 Jahre nach dem dritten Teil, stand also Rambo höchstpersönlich wieder vor der Tür. Die Erwartungen gingen klar auseinander, denn 'Rambo II' und 'Rambo III' wurden doch von vielen Menschen deutlich verachtet. Gelang Stallone auch...
Filmkritiken

"Rambo III" (USA 1988) Kritik – Rambo mischt Afghanistan auf

"Wer sind Sie?" – "Ihr schlimmster Alptraum." Es sollten also wieder drei Jahre vergehen, bis Sylvester Stallone als John Rambo im dritten Teil der Action-Reihe erneut zum Bogen griff und die Kinos zum Beben brachte. Nach dem starken 'Rambo' und dem akzeptablen 'Rambo II', setzte sich nun wieder ein unbekannter Mann auf den Regiestuhl und versuchte es nochmal, Rambo in ein neues Abenteuer zu schicken. Dieses Mal war es der britische Regisseur Peter MacDonald, der auch als Kameramann in Hollywood tätig war. Schaffte es MacDonald, die Stärken von 'Rambo' zu erkennen und an diesen zu arbeiten, oder führt er den Weg weiter, den Cosmatos in 'Rambo II' angeschnitten hatte? MacDonald nimmt den zweiten Weg, enttäuscht auch, aber dennoch verkommt 'Rambo III' nicht zum totalen Reinfall. Rambo is...
Filmkritiken

"Rambo II" (USA 1985) Kritik – Zurück in die Hölle

"Um den Krieg zu überleben, muss man selbst zum Krieg werden." Drei Jahre sind vergangen, nachdem Ted Kotcheff die Kunstfigur John J. Rambo über die großen Kinoleinwände schickte. Kotcheff lieferte uns 1982 mit 'Rambo' nicht nur einen der besten Actionfilme, sondern auch einen der kritischsten. Die perfekte Kampfmaschine, mit der zerrissenen Seele, die von ihrer alten Heimat nicht mehr angenommen wird. Die Vorfreude auf einen neuen 'Rambo'-Teil war 1985 natürlich groß und mit George P. Cosmatos hatte man einen Regisseur, der sich erst noch in der Filmwelt beweisen musste und sich auch ins Zeug legen sollte. Das Ergebnis von 'Rambo II' ist jedoch ein zwiespältiges. Kritik ist wieder vorhanden, doch vor allem im letzten Drittel des Films, schlägt Cosmatos einen falschen Weg ein Rambo mus...
Filmkritiken

"Die Muppets" (USA 2011) Kritik – Ein herzliches Wiedersehen

"Habt ihr denn schon alles vergessen? Ihr seid die Muppets!" Jeder von uns kennt sie und jedem von uns sind Kermit und Miss Piggy ein Begriff. Gemeint sind damit natürlich die Muppets, die mit der gleichnamigen Serie immer viel Erfolg hatten. Doch nach Kinofilmen wie 'Muppets – Die Schatzinsel', 'Muppets – Eine Weihnachtsgeschichte' und 'Muppets aus dem All' wurde immer deutlicher, dass es nur noch um das Geld ging und der Charme der Serie ging endgültig verloren. Seit geraumen Jahren war es nun still um die sympathischen Puppen geworden, aber wirklich gefehlt haben sie nur wenigen Menschen. Im Jahr 2011 sollte die chaotische Truppe dennoch ihr Comeback in den Kinos bekommen und dieses Comeback ist auch geglückt. Regiedebütant James Bobin konzentrierte sich auf das, was die Serie einst ...
Filme, Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Der Elefantenmensch" (USA/GB 1980) Kritik – Die Geschichte einer endlosen Sehnsucht

"Ich bin kein Monster! Ich bin ein menschliches Wesen!" Inzwischen sollte bei jedem interessierten Filmfan angekommen sein, dass David Lynch nicht nur für verstörenden und unerklärlichen Surrealismus steht, sondern, dass er auch die leisen und unaufdringlichen Töne toll beherrscht. Zuletzt bewies er das 1999, mit dem schönen Drama 'The Straight Story'. Aber auch schon im Jahre 1980 inszenierte Lynch mit 'Der Elefantenmensch' einen sensiblen und gefühlvollen Film. Natürlich hatte David Lynch in diesem Jahr noch nicht ansatzweise den Bekanntheitsgrad wie heute und war nach einigen Kurzfilmen und seinem ersten Spielfilm 'Eraserhead' noch im Dunkeln geblieben. Ausgerechnet Spaßvogel Mel Brooks nahm sich Lynch an und half ihm dabei, sein Drama zu verwirklichen, mit dem David Lynch voll und g...
Filmkritiken

"21 Jump Street" (USA 2012) Kritik – Zurück in die Jugend

"Jetzt hast du Schulfrei, du Dreckschwein." Beliebte Serien wurden auch in der Vergangenheit gerne und erfolgreich auf die großen Leinwände gebracht. Ob es nun 'Mission: Impossible', 'Auf der Flucht' oder das 'A-Team' waren. Sie alle basieren auf TV-Serien und konnten ihre Anhänger auch in die Kinos locken, wenn auch nicht wirklich alle zufrieden mit der neuen Interpretation waren. Nun schreiben wir das Jahr 2012 und es kündigte sich schon die nächste Serien-Verfilmung an. Dieses Mal handelte es sich um die 80er Jahre Serie "21 Jump Street", durch die Johnny Depp seinen Durchbruch schaffte. Auf den Regiestühlen nahmen Phil Lord und Chris Miller Platz, die vorher im Animationsbereich tätig waren. Lord und Miller dürfen aber auch in Zukunft gerne mit echten Menschen weiterdrehen, denn '2...
Filmkritiken

"Men in Black II" (USA 2002) Kritik – Die außerirdische Langeweile

"Von Kinderbeinen an, als man uns noch eingetrichtert hat, was wir zu glauben haben, wussten wir schon instinktiv, dass irgendwo da draußen noch was ist." Nach seinem Megaerfolg und Kassengranate 'Men in Black' aus dem Jahr 1997, versuchte sich Barry Sonnenfeld 1999 mit 'Wild Wild West' im Western-Genre, erneut mit Will Smith in der Hauptrolle. Heraus kam ein strohdummes und erschreckend niveauloses Filmchen. Was wäre also der nächst klügste Schritt? Genau! Man versucht einfach den letzten Knüller aufleben zulassen und Sonnenfeld brachte 5 Jahre nach 'Men in Black' seine Fortsetzung raus. Aber konnte Sonnenfeld die Blamage von 'Wild Wild West' wieder wettmachen und an die glorreichen Zeiten anknüpfen? Ganz eindeutig nicht, denn 'Men in Black II' ist furchtbar stumpfes und unlustiges Sci...
Filmkritiken

"Men in Black" (USA 1997) Kritik – Die Aliens sind los!

"Elvis ist nicht tot, er ist nur nach Hause gegangen." Barry Sonnenfeld war bis in die Mitte der 90er Jahre kein wirklich heller Stern in der Filmwelt. Zwar hatte er mit 'The Adams Family' und 'Schnappt Shorty' zwei überdurchschnittliche Filme gedreht, doch der große Erfolg blieb vorerst aus. Dann kam das Jahr 1997 und Barry Sonnenfeld kam mit der Sci-Fi-Komödie 'Men in Black' in die Kinos und schlug unhaltbar ein. Das Ergebnis waren fast 600 Millionen Dollar an den Kinokassen. Aber war der Film hinter den monströsen Millionen auch sein Geld wert? Eigentlich schon, denn 'Men in Black' ist perfektes Unterhaltungskino, welches allerdings gänzlich auf Tiefgang verzichtet. Die Erde ist bevölkert von Aliens, ganz besonders schlimm ist es jedoch in New York. Allerdings sehen die Menschen die...