Horror

Kritik: mother! (USA 2017)
Drama, Filmkritiken, Horror

Kritik: mother! (USA 2017)

Eine Gastkritik von Stefan Geisler You give, and you give, and you give. It's just never enough. Darren Aronofsky gehört wohl zu den spannendsten Filmemachern unserer Zeit, denn bei dem amerikanischen Regisseur kann sich kein Fan sicher sein, was er als Nächstes auf der Leinwand zu sehen bekommen wird. Harte Dramen über die Verlierer einer menschlichen Wegwerfgesellschaft treffen auf beklemmende Reisen in fantastische Welten. Dem Regisseur eigen bleibt dabei stets eine spirituell-esoterische Note, eine filmische Ausarbeitung des göttlichen Gedankens, die mal mehr (Noah) mal weniger (Pi) direkt angesprochen wird. Trotz des von vielen Kritikern (zu unrecht) gescholtenen Bibel-Epos Noah war die Vorfreude auf dessen kommenden Film mother! groß, was wohl auch an einer cleveren Marketing...
Kritik: It Comes at Night (USA 2017)
Filme, Filmkritiken, Heimkino, Horror

Kritik: It Comes at Night (USA 2017)

You can't trust anyone but family. Das Leitmotiv eines Filmes, der sich einem postapokalyptischen Szenario widmet, ist immerzu gleichbleibend: Es geht einzig und allein um den Versuch, die Kontrolle zurückzugewinnen. Darum, Herr der neuen Lebensbedingungen zu werden, um die Welt noch ein Stück weit als die Heimat in Ehren zu halten, als die wir sie einst kennengelernt haben. Ob wir dabei über 28 Days Later, Children of Men oder Into the Forest reden. Letzterer weist indes sogar die ein oder andere (thematische wie stilistische) Parallelität zu Trey Edward Shults' It Comes at Night auf, dem zweiten Werk des hochbegabten Künstlers, der bereits mit seinem Debütwerk, Krisha, zu begeistern wusste. Nun allerdings wagt sich der 28-jährige Texaner in gewisser Weise auf neues Terrain, um letztlich...
TIFF-Kritik: Raw (FR 2016)
Festivals, Filme, Filmkritiken, Französischer Film, Heimkino, Horror

TIFF-Kritik: Raw (FR 2016)

Das Langfilmdebüt der Französin Julia Ducournau hat auf dem Toronto International Film Festival erst einmal dadurch die große Runde gemacht, dass zwei Zuschauer während der Premiere kollabiert sind. Raw war insofern also genau der richtige Film, um in der Sektion Midnight Madness des Festivals zu starten. Der Film ist in der Tat nur schwer zu verdauendes Horrorkino, das sich, kurz zusammengefasst, um eine junge, streng erzogene Vegetarierin dreht, die mit 16 Jahren auf eine Schule für Tiermedizin wechselt und dort eher unfreiwillig ihre unbändigende Lust auf rohes Fleisch jedweder Couleur entdeckt. Julia Ducournau hat mit Raw einen Genre-Bastard auf die Welt losgelassen, der sicherlich noch in einigen Ländern bei seiner Veröffentlichung für Furore und Diskussionen sorgen wird. Das ist al...
Kritik: Evil Dead (USA 2013) – Es wird Blut fließen, eine Menge Blut
Filmkritiken, Horror

Kritik: Evil Dead (USA 2013) – Es wird Blut fließen, eine Menge Blut

You're all going to die tonight! Jeder Horrorfan kennt die Erzählung von der verfluchten Blockhütte mitten im Wald. Bereits vor über 30 Jahren gelang Sam Raimi mit seinem Tanz der Teufel ein Genrestreich, der nur noch von Tanz der Teufel 2 übertreffen werden konnte, in welchem sich B-Movie-Ikone Bruce Campbell alleine den Untoten entgegenstellt. Bei dem Erfolg von damals und der damit aufgebauten, bis heute anhaltenden fanatischen Verehrung, war ein Remake nur eine Frage der Zeit. Doch wo es letztes Jahr The Cabin in the Woods auf brillante Weise gelang, Sam Raimis Hüttenhorror etwas Neues abzugewinnen, muss man Fede Alvarez Evil Dead-Remake diese Qualität größtenteils aberkennen. So steht die überlange Einleitung, die frei von Humor und neuen Ideen daherkommt, leider in jeder Hinsicht ...
Kritik: The Innkeepers (USA 2011)
Filme, Filmkritiken, Heimkino, Horror

Kritik: The Innkeepers (USA 2011)

Everything happens for a reason Claire. Nobody just ends up at the Yankee Pedlar. „Sie wollen das gleiche wie sie, leben.“ Claire lauscht der Erklärung der etwas verschrobenen und angeblich hellsichtigen Schauspielerin, die sich für ein paar Nächte im heruntergekommenen The Yankee Pedlar Inn einquartiert hat. Das Hotel soll bald schließen wegen zu wenig Gästen und viel zu vielen grausamen Geschichten aus der Vergangenheit. Ein geheimnisvoller Ort an dem der Geist einer Selbstmörderin sein Unheil treiben soll und die beiden Hotelpagen Claire und Luke wollen das letzte Wochenende nutzen um diesen Geist aufzuspüren. Claire gelingt es Kontakt zur Verstorbenen aufzunehmen und ist ebenso fasziniert wie ängstlich. Sie will wissen was die Geister wollen und der hellseherische Gast gibt ihr die ...
Kritik: Frankenweenie (USA 2012) – Tim Burtons magisches Horror-Revival
Filme, Filmkritiken, Horror, Komödie

Kritik: Frankenweenie (USA 2012) – Tim Burtons magisches Horror-Revival

When you lose someone you love, they never really leave you. They move into a special place in your heart. - I don’t want him in my heart. I want him here with me. Seit James Whales Ur-FRANKENSTEIN sind bereits über 80 Jahre vergangen und dieser Film sollte wie kaum ein zweiter seines Genres für Populärkultur im Allgemeinen und Filme im Besonderen zum stilprägenden Fundament des düsteren Horrors werden. Doch trotz der beachtlichen dazwischenliegenden Zeitspanne von FRANKENWEENIE und FRANKENSTEIN unterscheiden sich beide bis auf die jeweiligen Zeiten, in der die Werke spielen, thematisch kaum voneinander. Burton entlarvt den reaktionären Charakter seiner den American Dream auslebenden Gesellschaft mit lakonischem Humor, gewohnter Schärfe und für ihn typischen Motiven, versetzt den Zuschau...
Kritik zu „The Cabin in the Woods“: Dieser Meta-Horrorfilm macht Spaß!
Filmkritiken, Horror, Komödie

Kritik zu „The Cabin in the Woods“: Dieser Meta-Horrorfilm macht Spaß!

Kritik von Conrad Mildner „Wir müssen uns aufteilen. -Ja, gute Idee. -Echt jetzt?“ Angst kommt immer unvorbereitet, immer genau dann, wenn man es nicht will. So scheinen Horrorfilme erstmal wenig Sinn zu machen. Man löst ein Kinoticket, um sich zu fürchten. Man weiß, was einen erwartet, und benimmt sich wie ein Klugscheißer. Da man nicht zulassen will, dass der Film einem Angst macht, lacht man über ihn, hält das Verhalten der Protagonisten für unglaubwürdig und alles für vorhersehbar. Natürlich ist das nur die eine Seite der Medaille. Viele Horrorfilme sind leider auch schlecht und bedienen mehr die Abwehrtechniken des Verstandes als den Affekt der Angst. So entstand eben das Bild, dass Horrorfilme mehr Komödien, mehr Trash als Film und Müll statt Kunst seien. Kein anderes Genre wird ...
Kritik: Dead Zone (USA/CA 1983) – Cronenbergs übernatürlicher Thriller
Drama, Filmkritiken, Horror, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Dead Zone (USA/CA 1983) – Cronenbergs übernatürlicher Thriller

Sie sind der Teufel. Johnny Smith überlebt nur knapp einen Autounfall und fällt für fünf Jahre ins Koma. Als er wieder erwacht, hat sich alles verändert. Seine Freundin hat einen anderen Mann geheiratet. Johnny selbst ist seinen Job los und ihn plagen fürchterliche Kopfschmerzen. Als er die Hand einer Krankenschwester berührt, sieht er ihre Tochter in einem brennenden Haus festsitzen. Das Mädchen kann gerettet werden. Johnny hat durch seinen Unfall die Gabe des "zweiten Gesichts" erlangt. Oder ist diese Gabe nicht doch eher ein Fluch? Körper und Geist sind untrennbar. Wenn man David Cronenbergs Filme auf einen Satz herunterbrechen müsste, würde man wahrscheinlich zu dieser Aussage kommen. Ob nun der Geist das Fleisch manipuliert (Die Brut*) oder das Fleisch den Geist (Die Fliege), das is...
Filmkritiken, Horror, Komödie

Piranha 3D (USA 2010) Kritik – Nackte Haut, fiese Fische und jede Menge Spaß

Beim ersten Biss fließ etwas Blut. Das Blut zieht die Meute an. Der französische Regisseur Alexandre Aja zählt zu denen jungen Hoffnungsträgern der neuen Horrorgeneration. Sein Einstieg 'High Tension' ist zwar streitbar, aber die Atmosphäre stimmte. 2006 zeigte Aja dann was wirklich in ihm steckte und inszenierte mit 'The Hills Have Eyes' nicht nur eines der besten Remake überhaupt, sondern auch einen der stärksten Terror/Horrorfilme der letzten Jahre, wenn nicht sogar der letzten Jahrzehnte. Schnell wusste man, was man von Ajas Filmen erwarten durfte, denn mit Blut und Kompromisslosigkeit hat der Mann in seiner Karriere nie gegeizt. Die Klasse von 'The Hills Have Eyes' konnte Aja mit 'Mirrors' dann leider nicht mehr einhalten und trotzdem stimmten auch hier wieder das Feeling und die Atm...
Kritik: Der Mieter (FR 1976)
Filme, Filmkritiken, Horror

Kritik: Der Mieter (FR 1976)

Selbstmord werde ich nie verstehen, dass man so was macht finde ich unbegreiflich. Ich kann es mir nicht vorstellen. Thema Okkultismus mit all seinen Facetten und dunklen Geheimnissen war schon immer ein Thema im Leben von Roman Polanski. Mit Filmen wie Rosemary's Baby, Ekel und Die neun Pforten hat er das mehrere Male gezeigt. Doch auch in seinem Privatleben wurde seine Frau Sharon Tate von der satanistischen Manson Family kaltblütig und hochschwanger ermordet. Mit diesem tragischen Ereignis wird Roman Polanski bis an sein Lebensende in Verbindung bleiben und unweigerlich auch ein dramatisches Stück dieser dunklen Magie sein. Die drei genannten Meisterwerke sind jedoch nicht Roman Polanskis einzige Ausflüge in das Okkult-Genre. 1976 inszenierte er den Film Der Mieter, ein heute viel zu...