Schlagwort: 2005

Kritiken

"Walk the Line" (USA 2007) Kritik – Joaquin Phoenix wird zum Man in Black

"Zum Glück habe ich meine Federn für so einen Notfall alle durchnummeriert." In der Filmwelt ist es heutzutage nur noch eine Frage der Zeit, bis sich ein bestimmter Regisseur einer der wichtigen Musiker-Legenden annimmt und das Leben dieses Menschen auf die großen Leinwände bringt. Wenn wir darüber nachdenken, welche Biographien es bereits in die Kinos geschafft haben, dann muss man unweigerlich Filme wie „I'm Not There“ über Bob Dylan, „Control“ über Ian Curtis, „La vie en rose“ über Edith Piaf, „Nowhere Boy“ über John Lennon und „Ray“ über Ray Charles erwähnen. Dabei ist es allerdings immer ein äußerst dünner Grat, auf dem sich ein solcher Filmemacher bewegt, denn die Erwartungen, die an einen solchen Film gerichtet sind, liegen in astronomischen Höhen und sind nicht selten bereits v...
Kritiken

"Antikörper" (DE 2005) Kritik – Wotan Wilke Möhring erkennt seine eigenen Abgründe

"Das Böse ist ein Virus. Absolut ansteckend, absolut vernichtend. Du bist schon infiziert." Wenn wir die USA und Deutschland rein aus dem filmischen Blickwinkel vergleichen wollen, dann sollte schnell deutlich werden, dass Deutschland in so gut wie jedem Punkt unterlegen ist. Sei es der finanzielle Standpunkt, oder auch der qualitative. Vermeidlich oder erschreckend ist es in diesem Fall also kein Stück, das sich deutsche Regisseure am Stoff der Vereinigten Staaten versuchen, ihn irgendwie abkupfern und Hollywood in das heimische Land holen wollen, um endlich den eigenen Horizont zu erweitern, denn schließlich sollte jedem bewusst sein, dass wir mit ZDF-Krimis und zotigen Komödien weltweit keine Treffer landen können. Die Moderne verlangt nach einem frischen, aber immer noch seriösen Wi...
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"Lord of War" (USA 2005) Kritik – Nicolas Cage wird zum größten Waffenhändler

"Es befinden sich weltweit über 550 Millionen Schusswaffen in Umlauf. Das heißt auf diesem Planeten hat jeder 12. Mensch eine Schusswaffe. Das führt zu der einen Frage: Wie bewaffnet man die anderen 11?" Wenn wir uns heute vor den heimischen Fernseher setzen und die Nachrichten einschalten, dann begrüßen uns tagtäglich die gleichen Themen: Krieg, Verderben, Mord und Totschlag. An jeder Ecke der Welt gehen die Menschen ihrer verankerten Tötungssucht nach und verursachen ein schockierendes Massaker nach dem anderen. Teil dieser blutigen Kämpfe sind jedoch nicht immer Erwachsene, die eigentlich wissen müssen, was für ein Unheil sie da anrichten, sondern längst gibt es schon ganze Armeen von Kindersoldaten, die in frühster Kindheit aus ihren Familien gezogen werden, eine Gehirnwäsche bekomm...
Kritiken

"Krieg der Welten" (USA 2005) Kritik – Spielberg lässt die Aliens angreifen

"Wieso donnert es nicht?" Spielberg und die Aliens. Ein, wie wir aus der Vergangenheit zum Glück lernen durften, sehr schönes und ansprechendes Thema, welches der beliebte Regisseur mit seinem ganzen Herzblut angepackt hat und seine kindliche Seele immer wieder bewahrte, obwohl er seine Magie sowohl für klein und groß spürbar machte, egal ob alt oder jung, man konnte sich in diesen Filmen einfach verlieren und sie nicht nur mit den Augen aufnehmen, sondern auch mit dem Herzen. Die Rede ist hier an erster Stelle natürlich von Spielbergs 'E.T.', den jeder kennt und einfach mögen muss, und an zweiter Stelle 'Unheimliche Begegnung mit der dritten Art' aus dem Jahre 1977. Es ist klar, das Spielberg die Aliens nicht als Feinde sieht, sondern als interessante, aufschlussreiche und ebenso liebe...
Kritiken

"Brothers Grimm" (USA/CZ 2005) Kritik – Heath Ledger und Matt Damon in der Planlosigkeit

"Deine Mutter war eine Kuh ohne Zitzen!" Unzählige Eltern, Großeltern und mittelmäßig bezahlte Babysitter dürfen den Gebrüder Grimm wohl in alle Ewigkeiten dankbar sein, denn ohne ihre Geschichten, wären die Kleinen wohl zur Schlafenszeit nicht immer mit den herrlichen Geschichten in das Reich der Träume abgedriftet und langsam eingeschlummert. Mit Märchen wie Rapunzel, Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Dornröschen, Rumpelstilzchen, Schneewittchen und Rotkäppchen, haben sie die bekanntesten Kindermärchen aller Zeiten geschrieben, die sich auch heute noch in den verschiedensten Romanen und Filmen neuinterpretiert wiederfinden lassen. Äußerst interessant war die Ankündigung, dass Terry Gilliam 2005 seine ganz eigene Interpretation über die Gebrüder in die Kinos bringen will. Interessant,...
Kritiken

"The New World" (USA 2005) Kritik – Die Poesie von Liebe, Leben und Tod

"Wie viele Länder liegen hinter mir? Wie viele Meere? Welche Rückschläge und Gefahren?" Terrence Malick ist mit Sicherheit kein Regisseur für das große Publikum, dennoch sind seine Filme geradezu gemacht für die Lichtspielhäuser. Für die einen ist der Filmemacher ein aufgeblasener und Pseudo-Intellektueller, dessen Filme einfach nur träge und langweilig sind. Für anderen ist Malick ein Poet des Kinos, ein Meister der Bildkunst und ein Visionär, der sich einen Dreck um Unterhaltung oder Konventionen schert. Gehört man zur zweiten Gruppe und kann mit dem assyrisch-amerikanischen Regisseurs wirklich etwas anfangen, dann erlebt man immer wieder eine neue Offenbarung, die man so vorher sicher noch nicht gesehen hat. Das beste Beispiel ist wohl sein letztes Werk 'The Tree of Life', der so pol...
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Hostel (USA 2005)

"Ich bekomme eine Menge Geld für dich und das macht dich zu meiner Hure." Drei junge Männer, zwei Amerikaner und ein Isländer, reisen durch Europa, wo sie junge Frauen kennenlernen wollen. In Amsterdam treffen sie einen Mann, der ihnen sagt, dass es in Bratislava einen Ort gibt, an dem die Mädchen auf Männer wie sie warten – insbesondere auf Amerikaner. Also fahren sie dort hin, und die Versprechungen des Fremden erweisen sich als wahr: In der gesuchten Herberge gesellen sich schnell zwei exotische Schönheiten zu ihnen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass sie in der Hölle auf Erden gelandet sind. Wie soll man dem Grauen begegnen? Wie manifestiert es sich? „Horror“, ein Wort und so viele Widersprüche. Ursprünglich war das Genre nur ein kleiner Zweig am ohnehin verkümmerten Baum der...
Kritik: Jarhead (USA 2005) – Jeder Krieg ist anders. Jeder Krieg ist gleich.
Filme, Kriegsfilm, Kritiken

Kritik: Jarhead (USA 2005) – Jeder Krieg ist anders. Jeder Krieg ist gleich.

Eine Geschichte: Ein Mann feuert viele Jahre mit seinem Gewehr, und zieht schließlich in den Krieg. Danach gibt er sein Gewehr in der Waffenkammer ab und denkt, dass er ab jetzt nichts mehr mit dem Gewehr zu tun hat. Doch ganz egal was er ab jetzt mit seinen Händen tut, ob er eine Frau liebt, ein Haus baut oder die Windeln seines Sohnes wechselt, seine Hände vergessen das Gewehr nie. Nachdem Sam Mendes mit seinem Debütfilm 'American Beauty' 1999 nicht nur bei Kritikern für Jubelstürme gesorgt hat, sondern auch bei den Kinogängern einschlug und unzählige Preis einstecken konnte, war jedem bewusst, dass Mendes eine der großen des Geschäfts werden könnte. Mit 'Road to Perdition' konnte er die Klasse zwar nicht nochmal erreichen, einen guten Mafiafilm inszenierte er trotzdem und gab vor...
Kritik: Charlie und die Schokoladenfabrik (USA 2005)
Filme, Komödie, Kritiken, Regisseure, Science Fiction / Fantasy, Tim Burton

Kritik: Charlie und die Schokoladenfabrik (USA 2005)

Süßigkeiten müssen keinen Nutzen haben, deswegen sind sie ja Süßigkeiten! Wenn Johnny Depp und Tim Burton einen Film zusammen machen, ist das eigentlich schon eine Garantie für einen guten Film. So auch 2005 in ihrer vierten Zusammenarbeit in der Romanverfilmung 'Charlie und die Schokoladenfabrik'. Burton widmet sich dem ganz kleinen Publikum, verzaubert aber mit seinem Film die ganze Familie. Dass Burtons Filme immer ein absolutes optisches Highlight sind, dürfte jedem bekannt sein. So auch hier. 'Charlie und die Schokoladenfabrik' ist ein knallbuntes Bonbon der Extraklasse. Satte und glanzvolle Bilder prägen den Film und der Besuch der Schokoladenfabrik wird zum absoluten Hochgenuss, nicht nur für die Augen sondern auch für die eigene Fantasie. Die musikalische Untermalung findet...
Kritiken

"King Kong" (USA 2005) Kritik – Es lebt!

"Das Biest erblickte das Antlitz der Schönheit, seine Hand erstarrte und von diesem Tage an war es dem Tode geweiht." Ich habe lange überlegt, ob ich "King Kong" eine "sehr sehenswert" oder ein "außergewöhnlich" gebe und bin zu dem Schluss gekommen: Peter Jackson hat den Koloss hervorragend ins 21. Jahrhundert übersetzt. Der Film nimmt sich zu Beginn viel Zeit, die Charaktere vorzustellen und die Geschichte aufzubauen, was mit wunderschönen Bildern und sehr guter Musik nicht ins Gewicht fällt. Im Gegenteil: Es ist zu keiner Sekunde langweilig. Stattdessen baut sich langsam eine messerscharfe Atmosphäre und Spannung auf. Nach Anns Entführung bis zum zweiten Antritt auf der Insel hat sich ein extrem hohes Interesse aufgestaut, denn der Film versteht es blendet, Nervenkitzel zu erzeugen u...