Heimkino

Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone
Biografie, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Kampfsport, La Biennale di Venezia

Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 01. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Dwayne Johnson als MMA-Legende Mark Kerr: The Smashing Machine von Benny Safdie Das Werk von Benny und Josh Safdie ist einzigartig, da stets das Motiv der Dringlichkeit durchscheint. Ist es beim Familiendrama Go Get Some Rosemary oder den Thrillern Good Time und Uncut Gems, immer wieder stehen Männer im Mittelpunkt, die an der Schwelle des symbolischen Untergangs stehen und mal dezenter, mal intensiver alles daran setzen, eben dies zu verhindern. Jene Schnittmenge aus Zeitdruck und berechnenden Maßnahmen, um die eigenen Ziele zu erreichen (in Good Time könnte man fast schon den Begriff Machiavellismus verwenden) macht ihr Werk so interessant. Auf den diesjährig...
Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis
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Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. George Clooney trifft auf Adam Sandler: Jay Kelly von Noah Baumbach Stets haben die Filme von Noah Baumbach etwas Exploratives an sich: Es geht um Familienalltag, Träume, exzentrische Figuren, dysfunktionale Beziehungen, Humor inmitten von Schmerz, schlichtweg Kurzgeschichten über das moderne Leben. Von Frances Ha über Mistress America bis hin zu Marriage Story scheint dabei konstant Baumbachs Weltbild durch, welches von einer immanenten Dynamik geprägt ist. Anders formuliert: In seinen realitätsnahen Filmen ist, wie im echten Leben, immer etwas los - zwischenmenschlich im Externen, wie kognitiv im Innern. Eben jenes Motiv des pulsierenden Motors in der Welt finde...
Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson
DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 27. Juli 2025 Was ist Liebe wert? - Materialists von Celine Song Im Zeitgeist der Trump-Ära kommt man um einen Begriff kaum noch herum: Deals. Immer wieder heißt es da in der Politik „this is a bad deal“, doch was genau einen schlechten Deal ausmacht, bleibt meist vage. Celine Song, die sich mit Past Lives einen Namen gemacht hat, kontextualisiert in ihrem neuesten Film Was ist Liebe wert - Materialists eben jenes ökonomische Narrativ im Bereich des Datings und liefert einige Antworten. Obgleich Song für mehr steht als konventionelle Geschichten im Bereich RomCom, ist Materialists jedoch nicht immer so durchdacht, wie man es gern hätte. Im Zentrum steht dabei Lucy (Dakota Johnson). Ihr Profil: Attraktiv, beruflich erfolgreich u...
Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K
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Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Schön scheitern: Michael Manns verlorene Festung The Keep jetzt in 4K Wir sehen einen zerklüfteten Gebirgspass. Eine lange Kolonne schwerer Militärfahrzeuge quält sich langsam zur Musik von Tangerine Dream den Berg hinauf – ein unheilvoll pulsierendes Klanggewebe aus Synthesizer, das die Szenerie mit einer fast gespenstischen Spannung füllt. Elektronische Wellen werden zu einer trommelnden Mischung aus Bedrohung und Mystik, die die schwerfällige Wagenkolonne umhüllt, während sie unaufhaltsam weiter in das düstere Herz des Gebirges vordringt. Die ersten Bilder lassen keinen Zweifel: Die unheimliche Macht (Original: The Keep) ist kein gewöhnlicher Kriegs- oder Horrorfilm. 1983 unter der Regie von Michael Mann entstanden und basierend auf dem gleic...
Kritik zu „King of New York“: Abel Ferraras 90er-Klassiker in 4K
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Kritik zu „King of New York“: Abel Ferraras 90er-Klassiker in 4K

Kritik von Marc Trappendreher König ohne Krone – Abel Ferraras King of New York als urbane Heimsuchung in 4K Es beginnt wie ein Gebet an die Nacht. Das erste, zaghafte Glimmen über den Dächern, die noch in Dunkelheit gefangene Stadt, und dann die Geigen. Vivaldis Adagio aus „Herbst“ legt sich wie ein fremder, fast sakraler Schleier über die kalte Wirklichkeit der New Yorker Straßen. Es ist eine Musik, die hier im Reich der Asphaltadern, wie aus einer anderen Welt zu kommen scheint. In diesem Gegensatz, dieser Reibung zwischen barocker Anmut und urbaner Härte, liegt schon der ganze Film: Abel Ferraras King of New York, 1990 entstanden, damals ein Werk am Rand des Mainstreams, heute ein fester Bestandteil der kriminellen Filmmythologie, ist bei Pandastorm Pictures in einer umfa...
Kritik zu „A House of Dynamite“: Kathryn Bigelows Nuklear-Thriller
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Kritik zu „A House of Dynamite“: Kathryn Bigelows Nuklear-Thriller

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 3. September 2025 - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Ein rasanter Nuklear-Thriller: A House of Dynamite von Kathryn Bigelow In Zeiten von Polykrisen - also weltumspannenden Herausforderungen wie Pandemien und dem Klimawandel - gesellt sich das nukleare Wettrüsten hinzu. Die Lage wird weltweit zunehmend kritisch, was auch am Kino und bei Streaming-Anbietern nicht vorbeigeht. Besonders Netflix erkennt dabei die Möglichkeit, Narrativen und Systemkritik zu vereinen. Nach Turning Point: The Bomb and the Cold War (Dokumentar-Miniserie) und Zero Day (Politthriller-Serie) ist der Blockbuster-Thriller A House of Dynamite das nächste Aushängeschild des Streaming-Giganten. Anknüpfend an ihre früheren Arbeiten Tödliches Komma...
Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino
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Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 7. September 2024, gesehen im Rahmen des 49. Toronto International Film Festival. Die beste Stephen-King-Verfilmung seit "Misery": The Life of Chuck von Mike Flanagan "I contain multitudes." Das oben aus Walt Whitmans Gedicht "Gesang von mir selbst" stammende Zitat ist eines der zentralen Leitmotive im neuen Film von Mike Flanagan (Doctor Sleep, 2019). Darin drückt Whitman aus, dass Menschen nicht auf simple oder konsistente Weise definiert werden können und dass Widersprüche ein natürlicher Teil des menschlichen Wesens sind. Nachdem der Regisseur in den letzten Jahren hauptsächlich mit nervenaufreibenden Netflix-Horrorserien wie Spuk in Bly Manor eine treue Zuschauerschaft um sich herum versammeln konnte, lockt es ihn mit Th...
Kritik zu „After the Hunt“: Julia Roberts zwischen zwei Fronten
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Kritik zu „After the Hunt“: Julia Roberts zwischen zwei Fronten

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 29. August 2025 - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Julia Roberts in Venedig: After the Hunt von Luca Guadagnino Luca Guadagnino, Regisseur von Call Me by Your Name, Challengers - Rivalen und zuletzt Queer, ist zurück. Sein neuestes Werk After the Hunt, das auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte, knüpft an sein programmatisches Schaffen an. Erneut geht es um die Guadagnino-schen Leitmotive der Anziehung und des Begehrens, jedoch aus einem ganz neuen Blickwinkel. Die malerische, sommerliche und in jedem Fall sinnliche Inszenierung legt er dabei größtenteils ab. Sperrige Bilder, dissonante Musik und eine eher kalte Ästhetik prägen sein Werk, in dem eine hochspannende und zeitgemäße Substanz...
Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray
Aktuelle Filmnews, DVD & Bluray, Filmklassiker, Filmkritiken, Horror, Krimi

Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Horror als Großstadtparabel: Wolfen (1981) erstmals auf Blu-ray Das Kinojahr 1981 brachte gleich drei Filme hervor, die das Genre des Tierhorrors prägten: The Howling, An American Werewolf in London – und Wolfen von Michael Wadleigh, der nun bei Plaion Pictures im deutschsprachigen Raum erstmals auf Blu-ray erschienen ist. Während die ersten beiden mit Verwandlungseffekten und ironischem Ton zu Klassikern des Werwolf-Films wurden, blieb Wadleighs Werk ein Außenseiter. Doch gerade darin liegt heute seine Faszination: Wolfen ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, sondern eine düstere Allegorie auf urbane Hybris und die Gewalt des Fortschritts. Im Battery Park von New York werden mehrere Leichen entdeckt – zerrissen, als hätte ein Tier zugeschlagen. Unt...
Kritik zu „Der Phönizische Meisterstreich“ – Wes Andersons Heist-Komödie neu im Heimkino
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Kritik zu „Der Phönizische Meisterstreich“ – Wes Andersons Heist-Komödie neu im Heimkino

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 19. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2025. Es ist inzwischen wirklich keine Neuigkeit mehr: Mit Wes Andersons Werk - insbesondere dem der letzten Jahre, wie The French Dispatch und Asteroid City - tue ich mich zunehmend schwer. Seine überstilisierten Welten, die wie Uhrwerke in Pastellfarben funktionieren, lassen mich oft eher kalt, als dass sie mich berühren. Vieles wirkt kalkuliert, glatt und emotional distanziert - ein Stil, der sich für meinen Geschmack längst totgelaufen hat. So ging es mir nun auch wieder mit seiner Heist-Komödie Der phönizische Meisterstreich, die mich trotz Flugzeugabstürzen, Schießereien und Prügeleien nur mäßig unterhalten hat. Wer sich darin jedoch...