Schlagwort: 2024

Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino
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Kritik zu „The Life of Chuck“: Die beste King-Verfilmung seit Ewigkeiten neu im Heimkino

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 7. September 2024, gesehen im Rahmen des 49. Toronto International Film Festival. Die beste Stephen-King-Verfilmung seit "Misery": The Life of Chuck von Mike Flanagan "I contain multitudes." Das oben aus Walt Whitmans Gedicht "Gesang von mir selbst" stammende Zitat ist eines der zentralen Leitmotive im neuen Film von Mike Flanagan (Doctor Sleep, 2019). Darin drückt Whitman aus, dass Menschen nicht auf simple oder konsistente Weise definiert werden können und dass Widersprüche ein natürlicher Teil des menschlichen Wesens sind. Nachdem der Regisseur in den letzten Jahren hauptsächlich mit nervenaufreibenden Netflix-Horrorserien wie Spuk in Bly Manor eine treue Zuschauerschaft um sich herum versammeln konnte, lockt es ihn mit Th...
Kritik zu „Another End“: Dystopische Science-Fiction mit Renate Reinsve
Aktuelle Filmnews, Berlinale, Demnächst im Kino, Drama, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Another End“: Dystopische Science-Fiction mit Renate Reinsve

Kritik von Hendrik Warnke – erstmals zu lesen am 18. Februar 2024, gesehen im Rahmen der 74. Berlinale. Es ist die nahe Zukunft. Durch das Another End-Programm können sich Angehörige, sofern sie es sich denn leisten können, nochmal von ihren verstorbenen Liebsten verabschieden. Mittels der vorhandenen Erinnerung der Verstorbenen und einem Leihkörper wird eine Art Simulation erstellt, wodurch die Verstorbenen quasi wieder lebendig werden. Sal (Gael Garcia Bernal) hat seine Partnerin bei einem Autounfall verloren und kommt nur schwer über sie hinweg. Nach einigem Bedenken probiert auch er sich am Programm… Leihkörper, Handel mit Erinnerungen und ein riesiger undurchsichtiger Konzern. Another End mutet an wie ein typisch dystopischer Sci-Fi-Thriller, der - wie so oft - davor warnt, Mensch...
Kritik zu „Memoiren einer Schnecke“: Das Stop-Motion-Highlight jetzt im Heimkino
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Kritik zu „Memoiren einer Schnecke“: Das Stop-Motion-Highlight jetzt im Heimkino

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 17. Juli 2025 Ein weiterer Stop-Motion-Hit: Memoiren einer Schnecke von Adam Elliot  Der Stop-Motion-Film gleicht einem leisen Zauber, einem Genre fern der Zeit – unberührt vom Wandel, standhaft im Fluss der Welt. Unberührt, weil es von Innovation in der Filmbranche weitestgehend umgangen wird. Ebenso unberührt, weil die Regisseure dieser Welt dieselben geblieben sind – treue Chronisten eines analogen Kosmos. Nick Park, der Schöpfer von Wallace & Gromit sowie Shaun das Schaf, und Adam Elliot (Harvie Krumpet, Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?) wirken dabei wie Yin und Yang. Während Park das Verspielte, Geborgene und Heitere umarmt, wendet sich Elliot dem Riss im Alltag zu. Tragikomisch, mi...
Kritik zu „Flow“: Der gefeierte Animationsfilm jetzt im Heimkino
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Kritik zu „Flow“: Der gefeierte Animationsfilm jetzt im Heimkino

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 14. Februar 2025. "One of the most groundbreaking animated films about nature since Bambi." (Indiewire) Der Animations-Stummfilm Flow profitiert von seiner immensen Beachtung, die vielen anderen Animationsfilmen vermutlich doch eher verwehrt bleiben. Zuerst war er Teil von den Filmfestspielen in Cannes, diverse weitere Nominierungen gesellten sich hinzu, darunter: BAFTA Awards, César Awards sowie die Kirsche auf der Torte: Zwei Oscar-Nominierungen, darunter in der Kategorie Bester Animationsfilm. Alles spricht also dafür, dass es sich um einen herausragenden Film handelt. Denn immerhin ist auch sein Sujet ein ganz aktuelles: Es geht um den Klimawandel und eine düstere Zeit für den Menschen. Die Mittel der Aufklärung kennen die untersc...
Kritik zu „Beating Hearts“: Frankreichs Kino-Hit jetzt im Heimkino
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Kritik zu „Beating Hearts“: Frankreichs Kino-Hit jetzt im Heimkino

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 21. März 2025. "We were the same, you and me." In der Geschichte Frankreichs gab es genug Rebellion und Revolution. Knallharte Lebensumstände sorgten in genug Fällen für knallharte Gegenreaktionen. Knallhart wird auch immer wieder im französischen Kino durchgegriffen, zuletzt beispielsweise in Coralie Fargeats The Substance, in dem die Regisseurin mit Hollywood und der Gesellschaft so schonungslos abrechnet, wie man es sich nur vorstellen kann, und gleichsam freilich auch eine kleine Revolution in Gang setzt – ideologisch als auch cineastisch. Gilles Lellouche lieferte auf den Filmfestspielen in Cannes 2024 zur gleichen Zeit mit Beating Hearts ein fast dreistündiges Mammutwerk und greift nicht minder knallhart durch. Knallhart bei der Acti...
Like A Complete Unknown – Kritik zum Dylan-Biopic, jetzt neu im Heimkino
Aktuelle Filmnews, Biografie, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Musikfilm

Like A Complete Unknown – Kritik zum Dylan-Biopic, jetzt neu im Heimkino

Eine Gastkritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 26. Februar 2025. "The ballad of a true original." Musiker-Biopics können den Anfang einer großen, lebensverändernden Reise für den Zuschauer sein. In den besten Fällen, wie Walk the Line (Johnny Cash) oder Ray (Ray Charles), sind es Filme, die die Faszination für den Künstler aufkeimen lassen. Natürlich gibt es dem gegenüberstehend auch die Art Biografien, die sich wie ein cineastischer Wikipedia-Artikel anfühlen. In jenen Worst-Case-Szenarios sind die Filme so schnell wieder vergessen, wie die dokumentierten Subjekts. Like a Complete Unknown könnte ein großer Film über einen großen Musiker sein, keine Frage - doch das Gegenteil ist der Fall. Bob Dylan, weltbekannt durch Songs wie "The Times They Are a-Changin" oder "Blowin’...
Anora – Kritik zum Cannes-Gewinner, jetzt neu im Heimkino
Aktuelle Filmnews, DVD & Bluray, Festival de Cannes, Filmkritiken, Komödie

Anora – Kritik zum Cannes-Gewinner, jetzt neu im Heimkino

Eine Gastkritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 22. Mai 2024, gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. You broke my nose!!! Der deutsche Kabarettist Volker Pispers sagte einmal: „Wenn der Feind bekannt ist, hat der Tag Struktur“. Während Russland nicht nur im realpolitischen Geschehen als das Feindbild schlechthin angesehen wird, gibt es nicht gerade wenig Filme, die sich an dieser Konstruktion bedienen. Von Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben bis hin zu Tödliche Versprechen - Eastern Promises ergibt sich eine breite Depiktion, mit der sich viele Grautöne russischer Stereotype festhalten lassen. Das Drama Anora, das auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere feierte, bricht mit all diesen Konventionen und zeichnet ein gänzlic...
Kritik: Babygirl (USA 2024) | Neu im Heimkino
Aktuelle Filmnews, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, TIFF

Kritik: Babygirl (USA 2024) | Neu im Heimkino

– gesehen im Rahmen des 49. Toronto International Film Festival 2024, Kritik erstmals zu lesen am 11. September 2024 – Der gelungenere Fifty of Shades of Grey, aber der deutlich unterwältigendere Basic Instinct, so lässt sich dieser Erotikfilm der niederländischen Regisseurin Halina Reijn am treffendsten charakterisieren. Nach ihrem Überraschungserfolg Bodies, Bodies, Bodies, der vor zwei Jahren mit einer cleveren Mischung aus schwarzem Humor und Spannungskino das Publikum begeisterte, versucht sich Reijn nun in einem gewagteren Genre. Das Resultat ist ein Film, der zwischen Lust und Psychodrama schwankt, ohne aber je die gleiche ikonische Tiefe von Paul Verhoevens Klassiker oder sonstigen Erotikdramen zu erreichen. Selbst weichgespülte, längst vergessene 90er-Ero...
Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024) | Neu im Heimkino
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Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024) | Neu im Heimkino

Eine Gastkritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 20. Mai 2024, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "This is the Matrix. Everything comes from you. And everything is you." Während im Radio „Forever young, I want to be forever young“ besungen und in der Werbung Anti-Aging-Produkte oder Shampoo mit Verjüngungskur beworben wird, macht auch das Kino keinen Hehl daraus: Jung sein ist toll, alt sein ist… nicht toll, um es so trivial wie nur möglich auszudrücken. Das Älterwerden, kombiniert mit den Versuchen, diesen Prozess aufzuhalten, zieht sich dabei schon Jahrzehnte durch Literatur und Kino, man denke an The Rejuvenator (1988) oder Dorian - Pakt mit dem Teufel (2003) zurück. Coralie Fargeat (Revenge) zeigt mit The Substance nun, dass...
Kritik: Emilia Perez (FR, MX 2024) | Neu im Heimkino
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Kritik: Emilia Perez (FR, MX 2024) | Neu im Heimkino

– gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes, Kritik erstmals zu lesen am 19. Mai 2024 – If he's a wolf, he'll be a wolf. Jacques Audiard gilt als einer der herausragendsten (französischen) Regisseure der Gegenwart, der mit seiner Vielseitigkeit und seinem unnachahmlichen Stil spätestens seit Der wilde Schlag meines Herzens (2005) das gegenwärtige europäische Kino nachhaltig geprägt hat. Seine Filme bestechen durch tiefgründige Charakterstudien, innovative Erzähltechniken und eine starke visuelle Sprache. Und so verwundert es auch nicht, dass Audiard bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, darunter die Goldene Palme für Dheepan (2015) und der Große Preis der Jury für Ein Prophet. Jacques Audiard überschreitet oft Genregrenzen und behande...