Schlagwort: Dominic Hochholzer

Netflix-Kritik: Mute (GB, DE 2018)
Filme, Kritiken, Netflix, Slider

Netflix-Kritik: Mute (GB, DE 2018)

Do you know what it is to make your dreams come true, Leo? Man sollte meinen dem filmischen Einfallsreichtum seien keine Grenzen gesetzt, dem kreativen Entdeckergeist ständen alle Wege offen. Tatsächlich haben sich jedoch im Laufe der Jahre etliche Motive verfestigt, Bilder eingebrannt, von denen sich Filmemacher nur schwerlich lösen können. Das Abbild der dystopischen Großstadt, in seiner Dynamik von Fritz Lang in Metropolis erdacht und optisch unwiderruflich von Ridley Scotts Meilenstein Blade Runner geprägt, ist ein treffendes Beispiel. Unendliche Hochhausblöcke, dekoriert in Neonlicht, ausstaffiert mit Hologrammen. Strenge Klassengesellschaften, Ober- trifft auf Unterschicht. Sterile Innenräume, gläserne Fronten, dreckige Gassen mit sonderbaren Gestalten. Vormals kraftvolle Bilder, ...
Kritik: Downsizing (USA 2017)
Filme, Kritiken

Kritik: Downsizing (USA 2017)

Downsizing is about saving yourself. We live like kings. Stell dir vor du wärst 12cm groß. Was würdest du tun? Anhand dieser sicherlich nicht neuen, aber dennoch kreativen und interessanten Prämisse, entwirft Regisseur Alexander Payne eine gesellschaftskritische Tragikomödie, die leider keinem ihrer Bestandteile wirklich gerecht wird. Dieses Werk nennt sich Downsizing und sein Titel ist gleichsam der Name eines wissenschaftlichen Wunders, einer neuartigen Methode, die es erlaubt alles und jeden in eine Miniatur seiner selbst zu verwandeln – mit Ausnahme einiger Fische und Meeresfrüchte. Verkauft wird dieser Durchbruch in der Forschung als Rettung der Menschheit. Klimaerwärmung, Überbevölkerung, Wasser- und Nahrungsknappheit – alle Probleme scheinen wie weggewischt, wenn der Mensch plötz...
Die besten Filme des Kinojahres 2017: Dominic stellt seine Lieblinge vor
Jahresliste, Listen, Slider, Specials

Die besten Filme des Kinojahres 2017: Dominic stellt seine Lieblinge vor

Ein weiteres Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Für die Filmwelt bedeutet das in erster Linie Bestenlisten, Bestenlisten und noch mehr Bestenlisten. Und weil die Begeisterung für Jahresrückblicke wohl nie abreißt, lasse ich es mir an dieser Stelle nicht nehmen, ebenfalls auf meine Höhe- und auch Tiefpunkte der vergangenen 365 Tage hinzuweisen. Abschließend darf man 2017 wohl guten Gewissens zu einem der besseren Jahrgänge der jüngeren Vergangenheit zählen, auch wenn quantitativ die altbekannte Ideenlosigkeit dominiert hat (nicht nur innerhalb Hollywoods, sondern auch im Weltkino). Umso erfreulicher sind dann eben doch die zahlreichen Neuentdeckungen, Erstlingswerke und Überraschungen, die Ende des letzten Jahres noch kaum einer auf dem Schirm hatte. Und auch bei den bewährten Filmemac...
Kritik: Detroit (USA 2017)
Drama, Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Detroit (USA 2017)

It's a war zone out there. They're destroying the city. Zweifelsohne zählen die Rassenunruhen von Detroit im Jahre 1967 zu den einschneidensten Ereignissen der vergangenen Jahrzehnte. Zumindest für die bis heute anhaltende Diskriminierung ethnischer Minderheiten sowie für den Ort des Geschehens selbst. Detroit, ehemals prägende Wirtschaftsstadt, gilt unlängst nicht nur in Filmen als ein Symbol für Zerfall und Niedergang, sondern dient auch als Fotomotiv immer wieder als schockierendes Mahnmal. Während der fünftägigen Ausnahmesituation, die passenderweise im Laufe des Films als Krieg betitelt wird, starben 43 Menschen, unzählige wurden verletzt. Mit Detroit versucht nun Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow dem Schrecken ein Gesicht zu geben und zeigt Bilder, welche die bloßen Statistiken w...
Kritik: A Ghost Story (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: A Ghost Story (USA 2017)

A writer writes a novel, a songwriter writes a song, we do what we can to endure. Schon immer übte der Tod eine morbide Faszination auf den Menschen aus. Er gilt als das letzte Mysterium, und egal mit welcher Einstellung man sich seinem unausweichlichen Schicksal nähert – wirklich verstehen wird man es nicht. In David Lowerys neustem Werk A Ghost Story nimmt der Tod eine zentrale Rolle ein und stellt in Wechselwirkung mit der Liebe, einem weiteren großen Mysterium der menschlichen Existenz, die Eckpfeiler einer minimalistischen Geschichte dar. In ruhigen, beinahe meditativen Bildern lädt der Film dazu ein, über Vergänglichkeit und Tod zu sinnieren, Liebe und Trauer als surreal angehauchten Bilderrausch zu erleben. Noch bevor es die ersten Bilder zu sehen gibt, ertönt Rooney Maras Lache...
Kritik: Taboo (UK 2017)
Heimkino, Kritiken, Serien

Kritik: Taboo (UK 2017)

"Fuck Nootka! Fuck wills, treaties. I'm the head of fucking state. And by the command of his majesty, kill him." Wir leben im goldenen Zeitalter der Fernsehserien. Diese Erkenntnis ist weder sonderlich innovativ noch in irgendeiner Weiße kontrovers – sondern schlichtweg die Wahrheit. Das Interesse der Zuschauer, die Budgets, die Beteiligung namhafter Regisseure und Schauspieler, alles steigt stetig in die Höhe. Welcher Blockbuster wird denn heutzutage noch so heiß erwartet wie die neueste Staffel von Game of Thrones? Und welcher Film wurde zuletzt so in den Himmel gejubelt wie es jährlich mit zwei bis drei ausgewählten Serien passiert? Ja, die Fernsehserie befindet sich aktuell auf einem Höhepunkt ihrer eigenen Geschichte – und hat diesen möglicherweise bereits überschritten. Denn währ...
Kritik: The Runaround – Die Nachtschwärmer (US 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: The Runaround – Die Nachtschwärmer (US 2017)

This isn’t a movie. This is real life. Das ungleiche Duo zählt zweifelsohne zu den ältesten, erfolgreichsten, aber auch altmodischsten Konzepten der Komik. Angefangen bei Erfolgskooperationen wie Laurel und Hardy oder Abbott und Costello traf die Idee im Laufe der Jahre immer wieder auf Begeisterung, später auch oft in Form von Nebenfiguren – einen strengen Fahrplan liefert eine solche Konzeption gleich mit. Während zunächst die äußeren und inneren Unterschiede der Figuren für beinahe ausschließlich humoristische Zwecke genutzt werden, kommt es im weiteren Verlauf zu einem Punkt, bei dem die Annäherung der beiden Charaktere in den Mittelpunkt gerückt und fortan stärker daran gearbeitet wird, einen herzerwärmenden Schlussakkord inklusive gegenseitiger Akzeptanz respektive Sympathie zu fi...
Kritik: T2 Trainspotting (GB, 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: T2 Trainspotting (GB, 2017)

Choose life. Choose Facebook, Twitter, Instagram and hope that someone, somewhere cares. 20 Jahre sind vergangen, seitdem Renton (Ewan McGregor) seine besten Freunde nach einem Drogendeal sitzen gelassen und sich mit dem erbeuteten Geld nach Amsterdam abgesetzt hat. Sag Ja zum Leben, hieß es im Schlussakkord von Danny Boyles Kultfilm. Aber was passiert, wenn das Leben nicht Ja zu einem zurücksagt? Dieser Frage geht nun T2 Trainspotting nach, denn obwohl es die vier immer wieder probiert haben, stehen sie 20 Jahre später eigentlich genau dort, wo sie angefangen haben. Vielleicht nicht mehr an der Nadel, dafür jedoch auf Kokain. Irgendwann zu Geld gekommen, aber doch wieder alles verbraten. Nicht immer allein gewesen, aber letztlich doch nur eine Exfrau mit Kind, das man nie sehen darf. D...
Kritik: The Salesman (FR, IR 2016)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: The Salesman (FR, IR 2016)

I like to bring a loader and ruin all of this city. Das iranische Kino fristet in unserer westlichen Gesellschaft schon seit Jahren ein Schattendasein. Viele ansprechende Beiträge finden ausschließlich auf Festivals statt, doch abseits einiger namhafter Regisseure trifft man auch dort kaum auf relevantes Material. Umso schwerer wiegt dabei der letztjährige Verlust Abbas Kiarostamis, einem der großen Visionäre des Weltkinos. Diese geringe Präsenz liegt natürlich nicht nur an unseren Sehgewohnheiten, sondern auch an den erschwerten Produktions- und Vertriebsbedingungen im Nahen Osten. Man denke nur an Jafar Panahi, der es trotz Berufsverbot geschafft hat den letztjährigen Berlinale Gewinner Taxi Teheran zu drehen und anschließend außer Landes zu schmuggeln. Leichter hat es da Asghar Farha...
Kritik: Jackie (CL, FR, US 2016)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Jackie (CL, FR, US 2016)

I don’t smoke Wirft man nur einen oberflächlichen Blick auf Jackie, so droht man schnell ein völlig falsches Bild des jüngst gestarteten Films zu bekommen. Obgleich die Vorzeichen zähes Gefälligkeitskino versprechen und auch einige Oscarnominierungen in diese Richtung deuten, stemmt sich das Werk bei näherer Betrachtung vehement gegen diese Vorurteile. Auch Jackie befeuert den jüngst entstandenen Trend zur Rundumerneuerung von Filmbiografien und was wir in den letzten Jahren etwa bei Steve Jobs oder Vor der Morgenröte bestaunen durften, findet auch hier seine Anwendung. Vorbei sind die Zeiten, in denen Biopics die formal belanglose Bebilderung eines Wikipedia Artikels darstellten und ausschweifend von den Taten einer mehr oder weniger interessanten Persönlichkeit erzählten. Hauptaugenme...