Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Ghost Dog" (USA 1999) Kritik – Der Weg des Samurai

"Nichts zählt so sehr wie der gegenwärtige Augenblick." Es gibt diese Regisseure immer wieder. Diese Filmemacher, die die Welt zu gerne in zwei Teile spalten. Man kann mit ihnen etwas anfangen, oder erlebt die schlimmsten filmischen Stunden. Bekannte Regisseure, die immer wieder für Furore sorgen und das Publikum in verschiedene Ecke drängen, wären wohl Leute wie David Lynch, Lars von Trier, Gaspar Noé oder Michael Haneke. Doch auch der unabhängige Jim Jarmusch zählt zu dieser speziellen Gattung. Die einen sehen in ihm einen überbewerteten pseudo Intellektuellen, für andere werden seine Filme zu minimalistischen und vielschichtigen Offenbarungen. 'Ghost Dog' von 1999 ist ein treffendes Beispiel, der die Kritiker wie Zuschauer in zwei klare Gruppen trennt, doch wer Jarmusch verstehen kan...
Filmkritiken

"Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" (USA 2008) Kritik – Die Qualen beginnen

"Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm." Hype ist wieder einer dieser Begriffe, die sich langsam aber sicher in unseren deutschen Sprachgebrauch eingeschlichen haben. Hinter dem Wort verstecken sich Personen, Filme und Romane, die gerade durch die Presse und Medien geistern und in den höchsten Tönen angepriesen wurden. Durch die Mundpropaganda wird dieser Hype dann noch weiter angetrieben und auf unzählige andere Menschen übertragen und alles nimmt seinen Lauf. Stephenie Meyers Roman "Bis(s) zum Morgengrauen" wurde Teil eines solches Hypes und die Geschichte um einen Vampir und eine Sterbliche mauserte sich zum Liebling von Millionen Teenies. Was musste also als nächstes kommen? Natürlich eine Verfilmung des Stoffes. Die Folgen davon bekommen wir auch noch heute zu spüren und jede ...
Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Bullitt" (USA 1968) Kritik – Steve McQueen ist unbestechlich

"Ich dachte, ich kenne dich, aber jetzt bin ich nicht mehr so sicher. Gibt es noch irgendetwas was dich berührt, was dir wirklich nahe geht? Oder bist du bereits so abgebrüht, dass dich nichts mehr erschüttert? Du lebst in einem Sumpf, Frank!" Viele Filme werden oft einfach als Klassiker abgestempelt, nur weil sie aus einem bestimmten Jahrgang sind. Auf den Inhalt oder die Klasse dieser Filme, wird dabei nicht immer wirklich Rücksicht genommen und schon hat ein belangloses Werk seinen Klassikerruf weg und geistert durch die Weiten der Filmwelt. Was macht einen Klassiker aber eigentlich aus? Wahrscheinlich ist es diese Eigenart, die den Film zu etwas besonderem macht. Mit Sicherheit auch die Zeitlosigkeit und die Gefühle, die er noch viele Jahrzehnte später überträgt. Dazu müssen diese b...
Filmkritiken

Deutscher Trailer zu "Meine Freiheit, Deine Freiheit"

Deutscher Kinostart: 31. Mai Wie uns der Trailer gefällt: In dieser Dokumentation kriegen wir einen Einblick in das Leben von straffälligen Frauen und deren Sehnsucht nach Freiheit. Sieht interessant und auch emotional aus. Ob aber noch mehr hinter dieser Schale steckt, bleibt abzuwarten.
Die angsteinflößendsten Vampire aller Zeiten – Pascal stellt seine Lieblinge vor
Listen, Specials

Die angsteinflößendsten Vampire aller Zeiten – Pascal stellt seine Lieblinge vor

Wir haben uns in der Vergangenheit schon von so manchem finsteren Wesen in Angst und Schrecken versetzen lassen. Ob von Zombies, Poltergeistern und Schreckgespenstern, Kobolden oder Mörderpuppen. Doch keiner von ihnen hat je die Vielseitigkeit eines Vampires erreicht. Nie war ein Untoter so anziehend, charmant und gefährlich wie Graf Dracula, der allein mit seinem Blick jeden in seinen Bann ziehen konnte. Heute dreht sich bei unserem Autor Souli alles um diese blutsaugenden Geschöpfe der Nacht und er stellt euch seine 10 Lieblinge vor. 10. Alexander Skarsgard als Eric Northman ("True Blood") Angsteinflößende und clevere Vampire in der Kinolandschaft des neuen Jahrtausends zu finden, ist nicht einfach, und auch wenn die Serie "True Blood" nicht in allen Belangen überzeugen mag, ist Alex...
Filmkritiken

OV-Trailer zu "Wallander"

Deutscher Kinostart: Unbekannt Wie uns der Trailer gefällt: Sieht endlich wieder nach einem kompromisslosen, harten und kühlen Cop-Thriller aus. Die Bilder machen schon Lust auf mehr. Man darf gespannt sein, was da auf uns zukommt.
Kritik: Jarhead (USA 2005) – Jeder Krieg ist anders. Jeder Krieg ist gleich.
Filme, Filmkritiken, Kriegsfilm

Kritik: Jarhead (USA 2005) – Jeder Krieg ist anders. Jeder Krieg ist gleich.

Eine Geschichte: Ein Mann feuert viele Jahre mit seinem Gewehr, und zieht schließlich in den Krieg. Danach gibt er sein Gewehr in der Waffenkammer ab und denkt, dass er ab jetzt nichts mehr mit dem Gewehr zu tun hat. Doch ganz egal was er ab jetzt mit seinen Händen tut, ob er eine Frau liebt, ein Haus baut oder die Windeln seines Sohnes wechselt, seine Hände vergessen das Gewehr nie. Nachdem Sam Mendes mit seinem Debütfilm 'American Beauty' 1999 nicht nur bei Kritikern für Jubelstürme gesorgt hat, sondern auch bei den Kinogängern einschlug und unzählige Preis einstecken konnte, war jedem bewusst, dass Mendes eine der großen des Geschäfts werden könnte. Mit 'Road to Perdition' konnte er die Klasse zwar nicht nochmal erreichen, einen guten Mafiafilm inszenierte er trotzdem und gab vor all...
Filmkritiken

"7 Days" (FR 2010) Kritik – Die schwere Reise in eine geschundene Seele

"Madame wollte ja vögeln. Und während du deinen verdammten Orgasmus hattest, hat er unsere Tochter im Feld vergewaltigt! SO war's!" Selbstjustiz, Rache und Vergeltung. In der Filmwelt sind das längst wichtige und beliebte Themen. Filme wie '96 Hours', 'Ein Mann sieht rot', 'Kill Bill Vol. 1' & 'Vol. 2', 'Harry Brown', 'The Horseman' und auch 'Mystic River' sind einige Vertreter des Genres, die sich auf unterschiedlichen Wegen dieser schwierigen Thematik annehmen. Ob mit bloßer Gewalt und einem erbarmungslosen Feldzug durch Reihen von Gegnern, oder langsam, nachhaltig und emotional bis zum bitteren Ende. Sicher haben beide Seiten ihre Reize, doch die moralischen Fragen sind unumgänglich. Im Jahr 2010 schenkte uns Frankreich noch einen neuen Beitrag zum vielschichtigen Rache-Genre. Die Re...
Filmkritiken

"Garden State" (USA 2004) Kritik – So muss ein Debütfilm aussehen

"Aber so ist das Leben. Es ist doch immer noch irgendwo das Leben. Es ist da und manchmal tut es scheiß weh. Und am Ende ist es alles was wir haben." Serien und Filme sind zwei grundverschiedene Dinge. Vor allem sind auch Serien- und Filmschauspieler manchmal völlig entgegengesetzt, obwohl es doch die gleichen Menschen sind. Einige Darsteller schaffen den Sprung in die Filmbranche, andere hängen in ihren Rollen oder im Serienmuster fest. Zum Beispiel Michael C. Hall, der in "Dexter" und "Six Feed Under" großartige Leistungen brachte, aber in Filmen sein Können nie zeigen konnte. Die Gegenbeispiele sind wohl Leute wie George Clooney, Johnny Depp und inzwischen auch Bryan Cranston. Dann wäre da noch jemand, den inzwischen jeder kennt, doch als richtig ernsthaften Filmemacher wohl niemand ...
Filmkritiken

"Tyrannosaur" (GB 2011) Kritik – Eine vernarbte Liebesgeschichte

"Gott ist nicht mein beschissener Daddy." Immer häufiger wird man heute in der Filmwelt mit dem Begriff „kontrovers“ konfrontiert. Aber was versteckt sich hinter besagtem „kontroversem Kino“? Nun, dass könnte mehrere Bedeutungen haben, doch in einem Fall kann man es immer auf einen Nenner bringen: es handelt sich dabei grundsätzlich um schwere filmische Kost. Tabuthemen werden nicht nur angedeutet, sondern ausgeleuchtet. Abgründe offenbaren sich, verstören den Zuschauern, treffen ihn dort, wo es weh tut und doch sind diese Filme extrem ehrlich. Man kann über sie Diskutieren oder ihnen einfach aus dem Weg gehen. Keine aufgesetzte Rührseligkeit und kein feiger Selbstschutz. Gemeint sind damit zum Beispiel Sachen wie 'Ex Drummer', 'Mysterious Skin' oder auch 'Irreversibel'. 2010 kam diese ...