Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Gremlins" (USA 1984) Kritik – Die kleinen Monster sind da!

"Also wenn bei euch mal die Klimaanlage versagt, die Waschmaschine nicht funktioniert oder der Videorekorder den Geist aufgibt, dann ruft nicht gleich die Handwerker, sondern macht erst mal Licht an. Seht in allen Schränken und in allen Zimmern nach und schaut auch unter die Betten, denn man kann nie wissen. Vielleicht ist ein Gremlin bei euch im Haus." Das Kino hat so manch schaurige Gestalt ans Licht gebracht. Mal abgesehen von den Genre-Königen Dracula, Frankenstein und dem Wolfsmenschen, waren ganz klar die 80er Jahre die Zeit des Slasherkinos. Ob wir nun von Freddy Krueger, Jason Vorhees, Chucky oder auch etwas verspätet Michael Myers sprechen. Sie alle sind nicht mehr aus der Filmwelt und auch aus den goldenen 80s wegzudenken. Im Jahr 1984 mischte Joe Dante sich mit in dieses Genr...
Filmkritiken

"Ein Ticket für zwei" (USA 1987) Kritik – Ein unschlagbares Duo

"Wenn mir nach Witzen zumute wäre, würde ich mit ihnen aufs Klo gehen und ihnen beim Pinkeln zusehen." Nach den großen Kassenerfolgen wie 'Sixteen Candles', 'Der Breakfast Club' und 'Ferris macht blau', war John Hughes in aller Munde und ein gefragter Mann. Die Ankündigung eines neuen Films von ihm, sorgte für grenzenlose Vorfreude. Im Jahr 1987 kam seine Komödie 'Ein Ticket für' zwei in die Kinos und zündete natürlich wie jeder seiner anderen Filme. Allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen, dass er diese Erfolge auch voll und ganz verdient hat und Hughes einfach ein tolles Händchen für herrliche Komödien, mit gefühlvollem Unterton hat. Und genau das passt mal wieder nahezu perfekt zu 'Ein Ticket für zwei'. Neal Page (Steve Martin) ist wegen seiner Arbeit in einer Werbeagentur z...
Filmkritiken

"Spider-Man 3" (USA 2007) Kritik – Sam Raimis furioser Abschied von der menschlichen Spinne

"Was uns im Leben auch widerfährt, welche Kämpfe wir auch in uns ausfechten, wir haben immer eine Wahl." Fast drei Jahre mussten die Comic-Fans warten, bis sich ihr geliebter Spinnenmann 2007 zum dritten Mal wieder die Kinohallen schwingen durfte und den Zuschauern funkelnde Augen verschaffte. Nachdem 'Spider-Man' und 'Spider-Man 2' locker das Einspielergebnis von über 800 Millionen knacken konnte, war die Messlatte in diesem Fall natürlich wieder mal unglaublich hoch. Doch nicht nur das Geld musste am Ende in den Kassen stimmen, sondern auch die kritischen und verwöhnten Fans sollten das Kino zufrieden und erfüllt verlassen können. Raimi bewies zweimal, wie man das eindrucksvoll schaffen kann und inszenierte vor allem mit 'Spider-Man 2' einen herausragenden Film, der wirklich in jedem ...
Filmkritiken

Meine teuflischen Nachbarn (USA 1989) Kritik – Die gruselige Straße von nebenan

"Was haben Sie da unten in ihrem Keller, Klopek?!" Nicht nur John Hughes war mit seinen liebenswerten Teeniefilmen ein fester und wichtiger Bestandteil der 80er Jahre. Joe Dante ist ebenfalls einer der beliebten 80er Jahre Regisseure, die man sich aus dieser Zeit einfach nicht mehr wegdenken kann und auch nicht mehr wegdenken will. Mit Filmen wie 'Das Tier', 'Die Reise ins' ich und ganz besonders 'Gremlins' schuf Dante einige Klassiker, die heutzutage wirklich fast jeder kennt und auch so gut wie jeder mag. Von diesen genannten Regisseuren hört man heute kaum noch etwas, umso schöner ist es dann, wenn man wieder einen der Filme sieht und lächelnd feststellt, dass sie immer noch genauso funktionieren wie zu ihrer Blütezeit. Wir begeben uns zurück in das Jahr 1989 und widmen uns Joe Dante...
Filmkritiken

"Allein mit Onkel Buck" (USA 1989) Kritik – John Candy in seinem Element

"Ich hab es dir wohl noch nicht gesagt, aber ich bin Amateurzahnarzt." John Hughes war einer der beliebtesten Regisseure der 80er Jahre. Kaum jemand verstand es sich so zurück in seine Jugendgefühle zu versetzen und diese punktgenau zu verfilmen um damit unzähligen weiteren Teenagern direkt aus der Seele zu sprechen. Doch nach 'Ferris macht blau' ging Hughes einen Schritt weiter weg vom Jugendzeitalter und widmete sich den Problemen der Erwachsenen. Mit Sicherheit nicht weniger schlecht, denn die Komödie 'Ein Ticket für zwei' mit Steve Martin und John Candy, hat auch heute noch nichts von seiner Klasse und Komik einbüßen müssen. Im Jahr 1989 stand John Hughs mit seiner nächsten Komödie 'Allein mit Onkel Buck' vor der Tür und John Candy durfte erneut die Hauptrolle übernehmen. Dieses Mal...
Filmkritiken

"Zimmer 1408" (USA 2007) Kritik – Im Zimmer des Wahnsinns

"Vielleicht bin ich nicht real. Vielleicht hab ich nur einen Alptraum." Ebenso wie in der Welt der Bücher, ist der Name Stephen King auch nicht mehr aus der Filmwelt wegzudenken. Stanley Kubricks 'Shining', Rob Reiners 'Stand by Me' oder Frank Darabonts 'Die Verurteilten' bilden die besten Verfilmungen nach einer King-Vorlage. Aber natürlich gibt es auch die Kehrseite der Medaille und Sachen wie 'Dreamcatcher' und zuletzt 'Dolan's Cadillac' sind schon eine Frechheit in Anbetracht auf die Vorlagen. Die letzten King-Verfilmungen 'Das geheime Fenster' und 'Der Nebel' lagen jedoch im positiven Bereich und im Jahr 2007 stand schon der nächste Film vor der Tür. 'Zimmer 1408', vom schwedischen Regisseur Mikael Håfström , dieses Mal auf einer Kurzgeschichte vom Horror-Meister basierend. Die Erw...
Filmkritiken

"The Game" (USA 1997) Kritik – David Fincher zwischen Jubel und Enttäuschung

"Amüsieren Sie mich mit ein paar Einzelheiten." Mit dem dritten Teil der legendären Alien-Sage wählte David Fincher nicht gerade den günstigsten Einstieg in die Filmwelt aus. Eigentlich konnte er mit 'Alien³' nur enttäuschen, denn 'Alien' und 'Aliens – Die Rückkehr' das was Wasser zu reichen, schien in dieser Form eine Unmöglichkeit. Es kam wie es kommen musste und Fans wie Kritiker schlugen nicht selten die Hände über dem Kopf zusammen. Doch seine Zeit sollte kommen und im Jahr 1995 kehrte Fincher mit dem Psycho-Thriller 'Sieben' direkt mit einem der besten und unvergesslichsten Filme zurück. Nun lag die Messlatte, anders als vor seinem Debüt, in extremen Höhenlagen. 1997 kam Finchers nächster Film in die Kinos. Ein erneuter Psycho-Thriller mit dem Titel 'The Game'. Und auch hier schaf...
Filmkritiken

"MR73" (FR 2008) Kritik – Düstere Langeweile

"Gott ist ein Drecksack. Irgendwann bring ich ihn um." Vier Jahre nach seinem kommerziellen, aber enttäuschenden Erfolg '36 – Tödliche Rivalen', meldete sich Olivier Marchal wieder zurück. Mit dem Rückenwind seines letzten Films, der reichlich, wenn auch oft unverständliches, Lob nach sich ziehen konnte, inszenierte Marchal seinen nächsten Polizistenfilm. Er blieb seinem Genre also treu und besetzte die Hauptrollen ebenfalls wieder mit Daniel Auteuil. Mit dem düsteren Thriller 'MR73' machte er allerdings nicht wirklich etwas besser und verliert im Gesamteindruck sogar noch gegen '36 – Tödliche Rivalen'. Schneider war einmal einer der besten Elite-Cops der Pariser Mordkommission. Durch einige Schicksalsschläge und der Härte seines Berufs hat er den direkten Boden unter sich verloren. We...
Filmkritiken

"36 – Tödliche Rivalen" (FR 2004) Kritik – Ein zwiespältiges Duell

"Wer gibt dir das Recht mich so zu behandeln, Leo? Außer diesem Beruf hab ich nichts, verstehst du?" Olivier Marchal ist auch nach seinem Debütfilm 'Gangsters' aus dem Jahr 2002 eine kleine und unbekannte Nummer geblieben. Zwei Jahre später war das mit seinem zweiten Film '36 - Tödliche Rivalen' schon ganz anders. Sein Krimi mit französischer Topbesetzung wurde von allen Seiten gefeiert und auch der Titel „europäischer Heat“ wurde dem Film nicht nur einmal aufgelegt. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch, die Enttäuschung im Nachhinein allerdings auch. '36 - Tödliche Rivalen' ist mit Sicherheit kein schlechter Krimi, allerdings ist der Film in seiner Qualität so weit entfernt von 'Heat', wie Marchal von der inszenatorischen Klasse eines Jean-Pierre Melville. Fahndungschef Leo Vrin...
Filmkritiken, Kurzfilme

Kurzfilm "The Alphabet" (USA 1968) – David Lynchs erster Alptraum

A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. Eine richtige Handlung besitzt 'The Alphabet' nicht. Den Gerüchten zufolge, soll David Lynch seine Schwester darum gebeten haben, ihm ihren schlimmsten Alptraum zu schildern. Nach seinem ersten sehr stumpfen Kurzfilm 'Six Men Getting Sick', weist uns David Lynch mit seinem zweiten Kurzfilm schon indirekt den Weg auf das, was wir später noch des Öfteren von ihm erleben werden. Erklären kann man das Ganze hier sicher nicht, man kann es versuchen. Man kann interpretieren, philosophieren und große Sprüche reißen. Doch am Ende geht es uns allen gleich und die Frage nach dem wahren Inhalt oder gar einer Aussage, weiß, wenn überhaupt, nur Lynch selber. In drei Minuten zieht uns Lynch direkt in seine eigene Welt. Wir werden von Kinderstimmen ein...