Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Kap der Angst" (USA 1991) Kritik – Robert De Niro und die Sucht nach Rache

"Sie lernen noch, was Verlust heißt." Mit Remakes ist das ja immer so eine Sache. Die einen sind schlecht, die nächsten noch schlechter und wieder andere sind schon eine bodenlose Frechheit. Ein seltenes Glück ist es, wenn ein Remake endlich mal funktioniert und sich dabei nicht vor dem Original verstecken muss, sondern ihm sogar das Wasser reichen kann. Wunder geschehen ja bekanntlich immer wieder und wenn ein Regisseur wie der große Martin Scorsese sich einem Remake annimmt, dann darf man immer gespannt sein, denn Scorsese weiß zumeist genau was er tut. Mit 'Kap der Angst' aus dem Jahr 1991, widmete er sich Dee J. Thompsons Klassiker 'Ein Köder für die Bestie' von 1962, basierend auf dem Roman "The Executioners", und bewies wieder einmal seine Meisterklasse. Zwar ist der Film kein Mei...
Filmkritiken

"Armageddon" (USA 1998) Kritik – Amerika und der verlogene Nationalstolz

Autor: Pascal Reis "Ist doch toll! Wir haben Logenplätze für den Weltuntergang." Nachdem Knallcharge Nicolas Cage und Sean Connery, der Geheimagent ihrer Majestät, dem durch desillusionierten Marines angedrohten Gasangriff auf San Francisco Einheit gebieten konnten und die sagenumwobene Gefängnisinsel Alcatraz wieder zur vorherigen Touristenattraktion umfunktionierten, hatte auch Regisseur Michael Bay, den Rückenwind genießend, einen der besten wie kommerziell erfolgreichsten Action-Filme der 90er Jahre inszeniert zu haben, eindeutig größere Ziele in Aussicht. Es sollten keine greifbaren, aus persönlicher Motivation agierenden Gegner der menschlichen Rasse sein, die Amerika vor das ein oder andere Problem stellten, sondern ein Asteroid von der Größe des Bundesstaates Texas, der mit 4...
Filmkritiken

"Ex Drummer" (BE 2007) Kritik – Im Dreck der Unterschicht

"Du weißt schon. Man muss wissen, woher der Wind weht und dafür sorgen, dass einen das Elend nicht fertig macht. Mehr ist es nicht." Belgien ist besonders für sein äußerst süffiges Bier und die knackigen Pommes berühmt. Als Produktionsland für Filme ist Belgien hingegen noch nie so wirklich in Erscheinung getreten. Umso erfreulicher ist es dann, wenn so ein kleines Land, einen Film auf die Welt loslässt, der keinerlei Scheu vor Provokationen hat und auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Mit der Romanverfilmung 'Ex Drummer' serviert Belgien uns 2007 einen solchen Film und Regisseur Ken Mortier entführt uns in einen verstörenden Abgrund, bei dem das Lachen schnell im Halse stecken bleiben wird. Die Bilder des belgischen Untergrunds sind trostlos, grau und erschreckend. Die Schnitte sind sc...
Filmkritiken

"Tanz der Vampire" (USA, 1967) Kritik – Eine Liebeserklärung von unserem Autor Souli

Ich kann mich an diesen Moment noch genauso erinnern, als wäre es erst gestern gewesen. Der Moment, an dem ich das erste Mal mit dem Film konfrontiert wurde, der mir später die Welt und meine Liebe zu Filmen eröffnete. Ich muss fünf gewesen sein und die Schlafenszeit war schon längst überschritten. Auch die ”???”-Kassette hatte bereits ihr Ende gefunden, welches ich sonst eigentlich nie mitbekommen hatte. Heute war hingegen Schlaflosigkeit angesagt. Schicksal? Vielleicht. Nach dem zehnten Versuch endlich einzuschlafen hatte ich genug. Ich kroch aus meinem Bettchen, ging leise die Treppe runter und schlich mich in Richtung Wohnzimmer. Die Tür war zum Glück einen Spalt geöffnet, der mir ermöglichte genau in den Fernseher zu sehen. Interessantes haben sie da grad aber nicht wirklich geguckt....
Filmkritiken, Kurzfilme

Kurzfilm "Doodlebug" (USA 1997) – Christopher Nolans Einstieg in die Filmwelt

In 'Doodlebug' geht es um einen Mann, der versucht einen anderen Mann, in der Größe eines Käfers, irgendwie zu fassen und zu erdrücken. Christopher Nolans 'Doodlebug' erweist sich als atmosphärischer und düsterer Stummfilm, mit äußerst feiner schwarz-weiß Optik, der durch die geheimnisvolle und mysteriöse Hintergrundmusik noch einiges an Spannung aufbauen kann. Das Nolan es versteht, eine düstere Atmosphäre entstehen zu lassen, wissen wir spätestens seit seiner Wiederbelebung des Comichelden Batman. In drei Minuten jedoch eine solche Stimmung aufzubauen, schafft mit Sicherheit nicht jeder, doch Nolan gelingt es mit Bravour. Seine Inszenierung erweist sich dabei noch für seine Verhältnisse ungewöhnlich schwarzhumorig, kreativ und ist mit schönem Tiefgang und starkem Ende versehen. Was nac...
Filmkritiken

"The Happening" (USA 2008) Kritik – Der nächste Fehltritt des M. Night Shyamalan

"Plastik. Ich rede mit einer Plastikpflanze." Was wurde M. Night Shyamalan kurz vor der Jahrhundertwende gefeiert. Wunderkind, neue Filmhoffnung und auch den Oscar sahen viele in absehbarer Zeit bei ihm auf dem Kaminsims stehen. Verständlich, denn mit 'The Sixth Sense' konnte er absolut den Atem rauben und einen inzwischen modernen Klassiker abliefern. Diese Klasse konnte der Inder danach jedoch nicht mehr erreichen und sein Ruf verlor immer mehr von seinem Glanz. Shyamalan ist inzwischen längst kein Name mehr, der für Qualität steht. 2008 stand seine Karriere dann am Scheidepunkt und nach seinem Mega-Flop 'Das Mädchen aus dem Wasser' musste ein Erfolg dringend her. 'The Happening' stand also vor der Tür und man muss es klipp und klar sagen: die großen Zeiten des M. Night Shyamalan sind...
Filmkritiken

"Requiem for a Dream" (USA 2000) Kritik – Eine unvergessliche Drogenstudie

"Ich hab bei dir das Gefühl ein Mensch zu sein…" Nach seinem eindrucksvollen Debütfilm 'Pi' stand Darren Aronofsky direkt als Ausnahmetalent bei vielen hoch im Kurs. Ob er diesem aufgesattelten Ruf überhaupt gewachsen war, musste er mit seinem zweiten Film erst noch beweisen. Mit 'Requiem for a Dream' aus dem Jahre 2000 war es dann klar. Darren Aronofsky kann was. Und zwar so richtig. Er inszeniert eines der wohl schmerzhaftesten, nachhaltigsten und eindringlichsten Meister wie Kunstwerke über den Drogenkonsum. Schnelle, aneinandergereihten Schnitte und wirre, aber kräftige Bilder komplettieren die visuelle Wucht. Kameramann Matthew Libatique leistet geniale Arbeit und zieht den Zuschauer ohne Kompromisse direkt ins Geschehen. Ein Bilderregen sondergleichen. Nicht minder grandios ist a...
Kritik: Das Versprechen (USA 2001) – Das selbstzerstörerische Scheitern
Drama, Filmkritiken

Kritik: Das Versprechen (USA 2001) – Das selbstzerstörerische Scheitern

Ginny hat einen Riesen gekannt. Er war so groß wie ein Berg und sie hat Igel von ihm bekommen. Sie hat gesagt, dass er ein Zauberer ist. Wenn sich hochangesehene Schauspieler als Regisseur versuchen, dann sind die Erwartungen natürlich hoch. Sean Penn, einer der besten Charakterdarsteller unserer Zeit, widmete sich in seiner dritten Regiearbeit 'Das Versprechen' aus dem Jahr 2001, dem gleichnamigen Weltroman von Friedrich Dürrenmatt. Penn inszeniert mit viel Fingerspitzengefühl ein Krimi-Drama, das sich vielmehr um den Ermittler kümmert, als um die Mördersuche selbst. 'Das Versprechen' kann mit einigen tollen Naturaufnahmen von Nevada glänzen und Kameramann Chris Menges durchzieht die Bilder mit spürbarer Kälte, die sich immer deutlicher macht, je weiter wir in die Geschichte eindringen....
Filmkritiken

Die 10 besten Regisseure aller Zeiten – Souli stellt seine Lieblinge vor

10. David Cronenberg Mr. Body-Horror. Von der ekelerregenden Verwandlung zur Fliege, bis zur grandiosen Charakterisierung der russischen Mafia. Cronenberg ist speziell und das auf die extreme und absolut berauschende Weise. Lieblingsfilm: Die Fliege 9. Tim Burton Hollywoods Paradiesvogel. Eine wohl mehr als angemessene Bezeichnung für diesen Mann. Mit seinen Filmen entführt er uns immer wieder in neue Welten, die nur so vor Magie, Leben und Ideenreichtum sprühen und einfach ein wahres Erlebnis voller Herz und Liebe sind. Lieblingsfilm: Sleepy Hollow 8. Alfred Hitchcock Der Meister des Suspense-Kinos. Wegweiser für viele Regisseure und Genrefilme. Auch heute zünden seine Filme noch so wie am Erscheinungstag. Lieblingsfilm: Vertigo 7. Jean-Pierre Melville Ein französisches ...