Autor: Pascal Reis

Kurzfilm: Vincent (USA 1982) – Tim Burtons düsterer Kniefall vor Vincent Price
Filme, Filmkritiken, Horror, Kurzfilme

Kurzfilm: Vincent (USA 1982) – Tim Burtons düsterer Kniefall vor Vincent Price

And my soul from out that shadow that lies floating on the floor. Shall be lifted - nevermore! Im Film geht es um einen kleinen Jungen namens Vincent, dessen größter Wunsch es wäre, so zu sein wie der große Vincent Price. Tim Burton hatte schon immer ein Händchen für wohlige Gruselatmosphäre. Hier, ganz am Anfang seiner fantastischen Karriere, beweist er das in nur knapp sechs Minuten. Wir erleben all das, wofür Tim Burton inzwischen bekannt ist. Skurrile Einfälle, ein Hauch von Melancholie, unendlicher Ideenreichtum, dazu noch die nötige Prise Humor und die sanfte Tiefgründigkeit, die sich erst langsam verdeutlicht und Träume mit der Wirklichkeit verbindet. In feiner schwarz-weiß Optik wird der Animationsfilm von Vincent Price wohlklingend begleitet. Ein Film fürs Herz, voller Atmosphä...
Filmkritiken

"Shining" (GB/US 1980) Kritik – Jack Nicholson im Rausch des Wahnsinns

"Ich fasse dich nicht an. Ich werde dir nur den Schädel zertrümmern." 5 Jahre nach seinem Historienepos 'Barry Lyndon' meldete sich der britische Regisseur Stanley Kubrick mehr als eindrucksvoll zurück. Mit 'Shining', der auf dem gleichnamigen Roman von Autorenlegende Stephen King basiert, bewies Kubrick mal wieder seine schier endlose Vielschichtigkeit und sein Talent, wirklich in jedem Genre ein Meisterwerk abliefern zu können. 'Shining' ist vordergründig ein Horrorfilm, doch hinter dieser Fassade einer der komplexesten Filme der Geschichte. Die wahrhaft idyllischen Naturaufnahmen wurden von John Alcott, ein Meister seines Fachs, in überwältigende Bilder verpackt und sind gleich zu Anfang ein wahrer Augenschmaus. Sein ganz großes Können entfaltet Alcott aber bei den Kamerafahrten dur...
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"Red Eye" (USA 2005) Kritik – Ödes Psycho-Duell

"Jetzt warten wir erst mal auf die Taschentücher und das Wasser und wenn wir wieder unter uns sind, können wir das Geschäftliche klären." Die glorreichen Jahre des Wes Craven sind lang vorbei. Ähnlich wie John Carpenter verliert sich Craven zunehmend im Genre-Einheitsbrei. Mit Filmen wie 'Hügel der blutigen Augen', 'Nightmare on Elm Street' und 'Scream' schuf er drei absolute Klassiker. Danach kam aber einfach nichts Besonderes mehr. Jetzt begeben wir uns in das Jahr 2005, in dem Cravens Psycho-Thriller 'Red Eye' in die Kinos kam. Leider inszeniert er damit ein völlig höhepunktarmes und durchschnittliches Thrillerchen von der Stange. Der Film spielt fast über die gesamte Laufzeit im Flugzeug. Klaustrophobische Stimmung kommt auf dem engen und ausweglosen Raum aber eher selten auf. Yeam...
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"Boogie Nights" (USA 1997) Kritik – Aufstieg und Fall in der Welt des Pornos

"Jeder Mensch ist mit etwas Besonderem gesegnet!" Im Jahr 1992 konnte ein Mann endlich richtig auf sich aufmerksam machen. Paul Thomas Anderson, der mit seinem durchaus gut besetzten Debütfilm 'Last Exit Reno' noch nicht eingeschlagen konnte, sorgte mit 'Boogie Nights' für viel Aufsehen und wurde zu Recht von allen Seiten reichlich gelobt. Anderson inszeniert mit seinem zweiten Langfilm einen authentischen und ehrlichen Blick in die Pornoindustrie der 70er und 80er Jahre und mischt dabei gekonnt Humor mit Tragik. Was 'Boogie Nights' wirklich meisterhaft gelingt, ist das Erzeugen von Atmosphäre und das Einfangen der Stimmung der 70er und 80er Jahre. Dazu tragen natürlich die exzellenten Fotografien von Robert Elswit an erster Stelle bei, die das Flair dieser Jahre in jeder Szene voll au...
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"Blue Velvet" (USA 1986) Kritik – Das Grauen der Vorstadt

"Es ist eine fremde, seltsame Welt, was?" David Lynch ist in der großen, weiten Filmwelt einer der außergewöhnlichsten Regisseure überhaupt. Nicht selten lässt er sein Publikum mit großen Fragezeichen über dem Kopf und verärgert vor dem Bildschirm zurück. Im Gegensatz zu seinen treuen Anhängern, die genau diese unglaubliche Verwirrung lieben und bei jeder erneuten Filmsichtung einen versteckten Denkwinkel und Interpretationsansatz entdecken. Lynch gibt uns in jedem Fall genügend Diskussionsstoff. Mit 'Blue Velvet' aus dem Jahr 1986 inszeniert der Meister des Surrealen zwar keinen derartigen Schädeltritt wie mit 'Lost Highway' oder 'Mulholland Drive', füttert seine Fangemeinde aber mit einem alptraumhaften Ritt quer durch unsere schwarzen Seelen. Wir schwanken zwischen der glänzend-schi...
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"Shutter Island" (USA 2010) Kritik – Im Angesicht des Wahnsinns

"Was wäre schlimmer, zu leben wie ein Monster, oder als guter Mann zu sterben?" Die gemeinsamen Jahre zwischen Martin Scorsese und Robert De Niro sind lang vorbei. Doch der Meisterregisseur hat einen neuen Stammschauspieler gefunden: Leonardo DiCaprio. Die Qualität von De Niro hat er zwar noch nicht ganz erreicht, doch das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Nach 'Gangs of New York', 'Aviator' und 'Departed' kam es 2010 zur vierten und bis lang letzten Zusammenarbeit des Traumgespanns in 'Shutter Island'. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dennis Lehane erweist sich als nervenzerrender und äußerst vielschichtiger Psycho-Thriller. Kameramann Robert Richardson leistet vorzügliche Arbeit. Die Bilder sind unheimlich düster und ein unwohles und angespanntes Gefühl tritt durchgeh...
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Top Kinostarts der Woche (ab 29. März)

Unser Kinotipp der Woche: "Die Frau in Schwarz" [...] Der Junge Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) erhält von seiner Kanzlei den Auftrag in ein Dorf zu reisen, um dort seltsame Vorkommnise zu untersuchen. Mehr und mehr kommt er den grauenvollen Geheimnissen des Ortes und seiner Bewohner auf die Spur. Dabei muss er jedoch seinen Fuß in ein verfluchtes Anwesen setzen, und das hätte er lieber bleiben sollen, denn von nun an wird ihn "Die Frau in Schwarz" nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. [...] Hier geht es zur kompletten Kritik "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen" "King of Devil's Island" Ansonsten läuft ebenfalls ab Donnerstag im Kino: "Zorn der Titanen" "Russendisko"
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"Eyes Wide Shut" (GB/US 1999) Kritik – Ein sexuelle Odyssee durch die Traumwelt

"Und ein Traum, ist niemals nur ein Traum." Am 7. März des Jahres 1999 verließ uns einer der besten und prägendsten Regisseure der Filmgeschichte: Stanley Kubrick. Mit Filmen wie 'Uhrwerk Orange', '2001' und 'Full Metal Jacket' schrieb er immer wieder Filmgeschichte. Sein letzter Film, 'Eyes Wide Shut', der kurz vor seinem Tod fertiggestellt wurde, kann sich ohne weiteres in die Reihe seiner großen Meisterwerke stellen. Der Film lebt von seiner unbändigen und kraftvollen Atmosphäre. Die kalten Bilder, mit dem ständigen erotisch-bedrohlichen Unterton, zählen zu den fesselndsten der Filmgeschichte. Dazu das minimalistische Klavierstück, das trotz seiner Einfachheit, das Maximum an Wirkung entfachen kann und jeden in einen Rausch zieht, aus dem es kein Entkommen gibt. Aber auch der tolle ...
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Top Soundtrack "The Grey" by Marc Streitenfeld

Marc Streitenfelds Soundtrack zu 'The Grey' zählt nicht nur zu den schönsten der letzten Jahre, sondern auch zu den Emotionalsten. Im Zusammenspiel mit den beeindruckenden Bildern der Schneelandschaften und dem gnadenlosen Kampf gegen die wilden Wölfe und auch dem Kampf gegen sich selbst, kann sich seine Musik wunderbar entfalten und erzielt eine Wirkung, die mit dem mutigen Ende kaum besser sein könnte. Was haltet ihr von Streitenfelds Score?
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Klassiker-Tipp der Woche "Es geschah am hellichten Tag" (DE 1958) Kritik – Zeitlos und bittere Realität

"Eine Forelle ist ein Raubfisch. Einen Raubfisch kann man nur mit etwas lebendigem fangen. Mit einer Mücke, mit einem Wurm oder mit einem kleinen Fisch." Im Jahr 1958 machte ein Film die Runde, der für diese Zeit ein extremes Tabuthema ansprach, welches auch heute noch viel zu oft todgeschwiegen wird: Kindesmissbrauch. Die Rede ist von Ladislao Vajdas 'Es geschah am hellichten Tag'. Einer der ganz großen deutschen Krimi-Klassiker und dazu auch noch aktueller denn je. Die klaren schwarz-weiß Bilder tragen den Film in voller Kraft über die gesamte Laufzeit. Vor allem aber der impulsive und gleichermaßen grandiose Score von Bruno Canfora bleibt im Kopf und erzeugt nicht nur einmal Gänsehaut. Die Atmosphäre zählt zu einer der spannendsten und umklammerndsten überhaupt. Bei den Schauspiele...