Drama

Aftersun – Kurzkritik & erster Trailer zum Cannes-Highlight
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Kritiken, Trailer

Aftersun – Kurzkritik & erster Trailer zum Cannes-Highlight

Die diesjährige Festivalsaison, startend mit dem Festival de Cannes im Mai, hatte einige erwartbare Highlights zu bieten. Doch eine der wirklich ganz großen cineastischen Überraschungen des Jahres ist Charlotte Wells' Coming-of-Age-Perle Aftersun, die an der Croisette im Rahmen der Semaine de la Critique Weltpremiere feierte. Ich hatte das Glück den Film bereits dort zu sehen - ohne Erwartungen, wie die meisten anderen, bin ich bereits in die Vorstellung um 8:30 Uhr gegangen und wurde jede einzelne Minute von diesem auf den ersten Blick unscheinbaren kleinen Vater-Tochter-Drama begeistert. Aftersun hat sich einen Platz in meinem Herzen erobert und wird definitiv in meiner Top 10 des Jahres erscheinen. Der Film dreht sich um die letzten Urlaubstage der elfjährigen Sophie (Frankie Corio) ...
Kritik: Don’t Worry Darling (USA 2022)
Aktuelle Filmnews, Drama, Im Kino, Kritiken, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Don’t Worry Darling (USA 2022)

Eine Gastkritik von Michael Gasch Welcome to Victory! Als Olivia Wilde mit Booksmart* 2019 ihr Regiedebüt gab, war es die darauffolgenden drei Jahre still um die Regisseurin, die mit schnittigen Dialogen und einer ordentlichen Portion Wagemut eine frische Brise in das moderne Coming-of-Age-Kino brachte. Don’t Worry Darling, der seit dem 22. September in deutschlandweit in den Kinos läuft, zeigt jedoch, dass Booksmart kein One-Hit-Wonder war, im Gegenteil. So steht auch dem Zweitwerk der Mut Wildes wie ins Gesicht geschrieben, welcher sich nicht nur in der eigentlichen Story, sondern auch zwischen den Zeilen wiederfindet. Wildes Werk gehört dabei in die Kategorie Film, zu der man sich am besten gar nichts vorher anschauen sollte. Die Geschichte, die sich in der malerischen Gemeinde...
Kritik: Elvis (USA / AUS 2022) – Neu auf Blu-ray
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Kritik: Elvis (USA / AUS 2022) – Neu auf Blu-ray

– gesehen im Rahmen des 75. Festival de Cannes (außerhalb des Wettbewerbs) – Some people wanted to put me in jail because of the way I was moving. Der australische Regie-Exzentriker Baz Luhrmann meldet sich fast ein Jahrzehnt nach Der große Gatsby (2013) endlich mit einem neuen Film zurück. Endlich deswegen, weil ich ein Riesenfan von Baz Luhrmanns chaotischen, lauten, bunten sowie episch ausgerichteten Filmwelten bin. Selbst dem fast dreistündigen Kriegsdrama Australia (2008) konnte ich, im Gegensatz zu den meisten, etwas abgewinnen. Und wie zu erwarten, hat Baz Luhrmann erneut einen durch und durch stylischen Film gedreht, der die Gemüter ebenso wie sein bisheriges Schaffen, darunter ebenfalls der von mir verehrte Moulin Rouge! (für mich eines der besten Musicals aller Zeiten), s...
Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)
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Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – “I don’t give a FECK about Mozart!”  Filme, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt während man gleichzeitig Tränen verdrücken muss - das kommt euch bekannt vor? Klar, denn es ist immerhin von der neuen Regiearbeit Martin McDonaghs die Rede, dem wir die drei tragikomischen Glanzstücke Six Shooter (2004), Brügge sehen... und sterben? (2008) und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) zu verdanken haben. In The Banshees of Inisherin dreht sich alles um zwei Best Buddies, die Anfang der 1920er auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste Irlands leben, deren Bewohner jedoch, abgesehen von fast täglichen Pub-Treffen, nicht viel in ihrer Freizeit zu tun haben. Ein stundenlanger Monolog über den hau...
Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)
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Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Fast zwölf Jahre ist es schon her, dass ich Darren Aronofskys Black Swan im Kino gesehen habe - ganz genau am 31. Dezember 2010. Etwas, was ich nie wieder machen sollte, denn der Film beschäftigte mich damals noch die ganze Nacht bis ins neue Jahr hinein. Aber dieses Erlebnis hatte sich wie kaum ein anderes gelohnt, zuvor hatte ich wirklich noch keine vergleichbare Stimmung bei einem Kinobesuch erlebt (es war die eine Vorabpremiere in Berlin, bevor Black Swan am 20. Januar 2011 offiziell in den deutschen Kinos gestartet ist). Diesem cineastischen Trip mit der bis heute unvergesslichen Schauspielleistung Natalie Portmans konnte in den letzten Jahren kaum ein anderes psychologisches Drama nur ansatzweise das Wasser reichen ...
Venedig-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)
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Venedig-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – You can't hear it, if it's everywhere. Noah Baumbach ist wirklich einer der interessantesten US-amerikanischen Filmemacher des letzten Jahrzehnts. Seit Frances Ha (2012) hat der in Brooklyn, NY geborene Autorenregisseur erfolgreich eine treue Fan-Base aufgebaut, zumeist mit seiner Lebensgefährtin und ebenfalls Erfolgsregisseurin Greta Gerwig (Lady Bird) vor der Kamera. Herausgekommen sind hierbei bisher zumeist herausragende Tragikomödien - mein bisheriger Favorit der eher unterschätzter Mistress America (2015). Mit dem bergmanesken Marriage Story (2019) konnte er dann immerhin sechs Oscar-Nominierung abstauben, Laura Dern wurde am Ende sogar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Nach diesem Erfolg waren die Erwartu...
Kritik: Spencer (GB/DE 2021) – Kristen Stewart als Lady Di
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Kritik: Spencer (GB/DE 2021) – Kristen Stewart als Lady Di

– gesehen im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2021 – “The thing is Diana, there has to be two of you. The real one and the one they take pictures of.” Mit "Eine Fabel nach einer wahren Tragödie" eröffnet der chilenische Regisseur Pablo Larraín (zuletzt gefeiert für das Reggaeton-Drama Ema) seinen neusten Historienfilm, welcher heute im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feierte. Einigen Hype löste Spencer schon vor Wochen und Monaten aus, als bekannt wurde, dass Lady Diana, die tragische Prinzessin von Wales, von Kristen Stewart verkörpert werden würde. Und ebenfalls, als das erste offizielle Foto von Kristen Stewart als Lady Di online gestellt wurde. Doch mit ihrer unglaublichen nuancierten Verkörperung der Prinzessin der Herzen ...
Kritik: Lawrence von Arabien (GB 1962) – David Leans Epos in 4K
Abenteuer, Drama, Kriegsfilm, Kritiken

Kritik: Lawrence von Arabien (GB 1962) – David Leans Epos in 4K

Eine Gastkritik von Florian Feick Im Jahre 1962 mit sieben Oscars ausgezeichnet und auch heute noch ein unvergessener Klassiker der Extraklasse: David Leans berühmtes Monumentalepos ist von archetypischer Gestalt, doch obwohl es im Grunde auf ein simples Auf-und-Abstieg-Schema heruntergebrochen werden könnte, kommt es mit erstaunlich facettenreicher Vielschichtigkeit daher. Politische Komplexität, Charakterstudie, Zeitportrait, religiöse Konflikte und Philosophie werden zu einer homogenen Einheit verdichtet, universelle Themen behandelt und objektiv betrachtet. Bereits der Anfang funktioniert als einer der intelligentesten Kniffe des Historiengenres, denn wir erleben schon nach ein paar nervenzerreißenden Minuten den lakonischen Tod des titelgebenden Protagonisten. Nur so kann gewäh...
Kritik: Benedetta (FR 2021) – Paul Verhoevens Nonnensploitation
Drama, DVD & Bluray, Französischer Film, Kritiken

Kritik: Benedetta (FR 2021) – Paul Verhoevens Nonnensploitation

- gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 74. Internationalen Filmfestspiele von Cannes - Extraordinary accusations require extraordinary evidence. Wie gut kann ein Film schon sein, der mit pupsenden Nonnen in einem mittelalterlichen Kloster startet, die sich obendrein gegenseitig mit einem Dildo verwöhnen, der in eine hölzerne Madonnafigur geschnitzt ist? Das ist selbstverständlich vulgär. trashig und ein ziemlich unsubtiler Giftpfeil gegen religiöse Alltagsstrukturen. Doch in der neusten Regiearbeit des niederländischen Enfant Terrible Paul Verhoeven (Starship Troopers, Robocop*) sind das eigentlich nur Randnotizen, welche beim Publkum für schallendes Gelächter sorgen. Hinter all den Obszönitäten und der überspitzten Gewalt, die in Benedetta dargeboten wird, steckt jedoch wieder ei...
Kritik: Titane (FR 2021) – Julia Ducournaus Crash
Drama, DVD & Bluray, Französischer Film, Kritiken

Kritik: Titane (FR 2021) – Julia Ducournaus Crash

– gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 74. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – Das junge Mädchen Alexia verliert bei einem von ihrem Vater verursachten Autounfall fast ihr Leben. Nach der lebensrettenden Operation muss sie fortan mit einer Titanplatte in ihrem Kopf leben. So viel Introduktion gibt Julia Ducournau noch in ihrer nur schwer zu greifenden zweiten Regiearbeit, welche viel mehr in eine Midnight Madness Sektion passen würde, als in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Doch genau im dortigen Programm ist Titane gelandet, und das nicht ganz grundlos. Es ist der bisher mutigste Film des Jahres, ein ebenso erschütternder wie bewegender Cocktail aus Körperhorror, Rock and Roll und neonfarbenen Welten, der darüber hinaus aber einiges über das 21. Jahrhundert zu sag...