Schlagwort: Kritik

Kritik: Glass (USA 2019)
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Kritik: Glass (USA 2019)

This is not a cartoon. This is the real world. Wohl kaum jemand hätte es vor einigen Jahren noch für möglich gehalten, dass eines der neuesten Superhelden-Universen im Kino plötzlich durch den berüchtigten Autorenfilmer M. Night Shyamalan entsteht. Ein unerwarteter Twist, das ewige Markenzeichen des sympathischen Amerikaners, am Ende seines letzten Films Split sorgte jedoch für genau diese Entwicklung. War der Streifen zuvor noch ein verschrobener Psycho-Thriller, der die insgesamt 24 multiplen Persönlichkeiten der von James McAvoy mit stürmischer Wandelbarkeit verkörperten Hauptfigur als horrorartige Bedrohung in Szene setzte, wandelte sich Split durch die finale Enthüllung schlagartig zu einem Teil von etwas wesentlich Größerem. Mit dem Auftritt von David Dunn aus Shyamalans Unbreakab...
Podcast: The House That Jack Built (DK 2018)
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Podcast: The House That Jack Built (DK 2018)

Zum frischen Einstieg ins neue Jahr gibt es mal wieder einen Podcast aus dem Hause Longtake mit Lucas Barwenczik und meiner Wenigkeit. Wir diskutieren über Lars von Triers selbstkritisches Serienmörder-Psychogramm The House That Jack Built mit Matt Dillon in der Hauptrolle. Diskussionspunkte sind nicht nur die vom Film selbst aufgeworfene Frage, inwieweit Mord Kunst sein kann, sondern auch der wahre Provokationsgehalt dieses gewollt provokativen Films. Hat Lars von Trier mittlerweile seinen Biss verloren? Sind seine neueren Filme letztendlich nur noch altbackene Powerpoint-Präsentationen? Oder gehen wir dem ehemaligen enfant terrible des europäischen Films mal wieder völlig auf den Leim? Für Feedback oder Fragen schreibt uns auf facebook.com/longtakepodcast oder @longtakepodcast. Wir ...
Kritik: Under The Silver Lake (USA 2018)
Drama, Festivals, Filme, Im Kino, Komödie, Krimi, Kritiken, Slider, Thriller

Kritik: Under The Silver Lake (USA 2018)

I saw you spying on me, earlier. Der französische Medienphilosoph Jean Baudrillard sah Amerika, also die USA, nicht als Land, sondern als Modell an. Als ein Mekka von Zeichen ohne Referenzen, die nur auf sich gegenseitig verweisen. Die Wirklichkeit verschwindet hinter diesen Zeichennetzen. In Under The Silver Lake, dem neuen Film von It Follows-Regisseur David Robert Mitchell, droht Sam (Andrew Garfield) in diesen Netzen aus Zeichen zu verschwinden; anfangs noch ganz ins Slacker-Dasein vertieft, ohne Job, aber mit Auto und Apartment, wobei die Miete schon lange überfällig ist. Zwischendurch beiläufiger Sex mit einer befreundeten Schauspielerin (Riki Lindhome) und das Bespannen der barbusigen, MILFigen Nachbarin, aber sonst scheint Sam nicht viel zu tun zuhaben. Bis die schöne Sarah ...
Kritik: Mandy (USA 2018) – Nicolas Cage dreht durch
Festivals, Filme, Horror, Kritiken, Science Fiction / Fantasy, Thriller

Kritik: Mandy (USA 2018) – Nicolas Cage dreht durch

That was my favorite shirt! Als Panos Cosmatos mit gekrümmten Rücken und bescheidenem Gestus bei der Cannes-Premiere seines Films Mandy auf die Bühne tritt, fiel es noch schwer, sich auszumalen, was für ein Film einen erwartet. Cosmatos erzählt, dass er damit u.a. den Tod seiner Eltern verarbeiten wollte. Zugegeben, Mandy ist kein leichtfüßiger, fröhlicher Film. Wenn man zudem mit Science-Fiction-, Horrorfilmen, Dungeons and Dragons und Heavy Metal groß geworden ist, werden die Umrisse des Films klarer. Letztendlich war aber niemand wirklich auf Mandy vorbereitet, was sich auf der einen Seite an den zahlreichen Rausläufern während der Vorführung und auf der anderen Seite an den frenetischen Standing Ovations nach dem Film zeigte. 1983, der Holzfäller Red (Nicolas Cage) lebt mit s...
Kritik: The House That Jack Built (DK 2018)
Drama, Festivals, Filme, Horror, Im Kino, Krimi, Kritiken, Lars von Trier, Regisseure, Slider, Specials, Thriller

Kritik: The House That Jack Built (DK 2018)

You're house is a fine little house, Jack. Lars von Trier kehrt zurück nach Cannes. Vor sieben Jahren sorgte sein scherzhaftes "I'm a Nazi" dafür, dass er, nach seiner Goldenen Palme für Dancer in the Dark im Jahr 2000, auch den Preis als Persona Non Grata entgegen nehmen durfte und somit vom Festival ausgeschlossen wurde. Doch die Schonzeit ist nun vorbei, für Cannes, Lars von Trier und natürlich das Publikum, denn das muss sich diesen Film ja letztendlich ansehen. Gerüchten zufolge wollte Thierry Frémaux The House That Jack Built liebend gern im Wettbewerb zeigen, aber da von Trier keine Pressekonferenz geben wollte und diese anscheinend für die Teilnahme am Wettbewerb Usus ist, lief der Film nun außerhalb des Wettbewerbs. Der Andrang wurde dadurch nicht geringer, galt der Film ...
Kritik: Loro – Die Verführten (IT, FR 2018)
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Kritik: Loro – Die Verführten (IT, FR 2018)

Der italienische Filmemacher Paolo Sorrentino hat ein Lieblingsthema, das sich wie ein roter Faden durch seine Filmografie zieht: Alte weiße Männer in überholten Machtgefügen, die vergangenen Zeiten nachtrauern. Großartig überspitzt dargestellt in dessen „La dolce vita“-Meisterwerk La Grande Bellezza (2013), einem wunderschön anzusehenden Abgesang auf die italienische Gesellschaft. Auch in Loro – Die Verführten kann Paolo Sorrentino wieder auf einen der Eckpfeiler seines Erfolges zurückgreifen: den italienischen Meistermimen Toni Servillo. Dieser gibt in Loro – Die Verführten unter Zuhilfenahme einiger Schichten Latex den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Dieser versuchte im Jahr 2008 zum vierten Mal Ministerpräsident Italiens zu werden, doch Skandale polit...
Heimkino-Kritik: Ocean’s 8 (USA 2018)
Filme, Heimkino, Komödie, Krimi, Kritiken

Heimkino-Kritik: Ocean’s 8 (USA 2018)

Taylor Swift? Can't we just go to this? Do we have to steal stuff? In Ocean's 8, der ursprünglich als Reboot der Ocean's-Trilogie von Regisseur Steven Soderbergh angekündigt wurde, letztendlich aber doch eher Spin-off oder gar Sequel ist, wird sich mit der Vergangenheit nicht allzu lange aufgehalten. Nachdem Danny Oceans Schwester Debbie direkt zu Beginn des Films nach einer 5-jährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen wird, begibt sie sich zum Grab ihres Bruders. Wie die Inschrift verrät, ist der offenbar im Jahr 2018 verstorben, doch so wirklich mag der Zuschauer nicht an dessen Tod glauben. Eine überraschende Rückkehr, die den Tod des Meisterdiebs nur als einen weiteren seiner geschickten Tricks entlarvt, bleibt allerdings aus. Stattdessen blickt Debbie Ocean, die ihrem Brud...
Kritik: Aufbruch zum Mond (USA 2018)
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Kritik: Aufbruch zum Mond (USA 2018)

That's one small step for man, one giant leap for mankind. Es erscheint nur konsequent, dass sich Damien Chazelle in Aufbruch zum Mond mit dem Astronauten Neil Armstrong beschäftigt. Schon in seinem vorherigen Film La La Land tanzten und sangen sich Ryan Gosling und Emma Stone durch ein Los Angeles, das als City of Stars funkelte und das Paar auch in das bekannte Griffith-Observatorium führte, wo sich ihr Blick nach oben in den Himmel richtete. Während Damien Chazelle seine Figuren schließlich zum Schweben brachte und beide als Silhouetten über den Wolken in den Sternen tanzen ließ, ist Aufbruch zum Mond nun die Geschichte des Mannes, dem es tatsächlich gelungen ist, als erster Mensch überhaupt den Mond zu betreten. Damit stellt der vierte Spielfilm des erst 33-jährigen Regisseurs, ...
Heimkino-Kritik: Hereditary – Das Vermächtnis (USA 2018)
Filme, Heimkino, Horror, Kritiken

Heimkino-Kritik: Hereditary – Das Vermächtnis (USA 2018)

"You didn't kill her. She isn't gone." Die Pressevorführung von Hereditary – Das Vermächtnis hielt eine Überraschung für die anwesenden Filmkritiker bereit, denn neben dem üblichen Freigetränk stand ein frischgebackener Kuchen im Kinofoyer, in dem ein großer Zettel mit der Aufschrift „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ steckte. So recht wollte sich keiner an die wohlig dampfende Köstlichkeit wagen. Kuchen im Vorfeld einer Horrorfilm-Pressevorführung? Irgendetwas konnte da nicht stimmen. Nachdem jedoch die ersten Kollegen probiert hatten und nicht mit Bauchkrämpfen auf der Toilette verschwunden waren, griff ich beherzt zu. Ein gewisses Grundmisstrauen jedoch blieb zurück. Was sollte der Nusskuchen mit dem nun folgenden Screening zu tun haben? Die unappetitliche Antwort darauf sollte i...
Kritik: Halloween (USA 2018)
Filme, Horror, Im Kino, Kritiken, Slider

Kritik: Halloween (USA 2018)

I have prayed every night that he would escape Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum von John Carpenters stilbildendem Slasher-Klassiker Halloween - Die Nacht des Grauens hat sich Regisseur David Gordon Green mit seinen Co-Autoren Jeff Fradley und Danny McBride zusammengetan, um die große Horror-Ikone Michael Myers noch einmal auf der Kinoleinwand zu entfesseln. Dabei werden im neuesten Film der Reihe alle anderen Teile des Halloween-Franchise ignoriert. Nur die Ereignisse von John Carpenters Original sind von Bedeutung und hallen als Echo durch eine Gegenwart, die in vielerlei Hinsicht in einem traumatischen Schockzustand gefangen ist. Schon der atmosphärische Vorspann, in dem sich ein zermatschter Halloween-Kürbis zu den dezent modernisierten Klängen von John Carpenters unverkennbar...