Schlagwort: Venedig Filmfestival

Kritik: Don’t Worry Darling (USA 2022)
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Kritik: Don’t Worry Darling (USA 2022)

Eine Gastkritik von Michael Gasch Welcome to Victory! Als Olivia Wilde mit Booksmart* 2019 ihr Regiedebüt gab, war es die darauffolgenden drei Jahre still um die Regisseurin, die mit schnittigen Dialogen und einer ordentlichen Portion Wagemut eine frische Brise in das moderne Coming-of-Age-Kino brachte. Don’t Worry Darling, der seit dem 22. September in deutschlandweit in den Kinos läuft, zeigt jedoch, dass Booksmart kein One-Hit-Wonder war, im Gegenteil. So steht auch dem Zweitwerk der Mut Wildes wie ins Gesicht geschrieben, welcher sich nicht nur in der eigentlichen Story, sondern auch zwischen den Zeilen wiederfindet. Wildes Werk gehört dabei in die Kategorie Film, zu der man sich am besten gar nichts vorher anschauen sollte. Die Geschichte, die sich in der malerischen Gemeinde...
Venedig 2022: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen
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Venedig 2022: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Der Gewinner des diesjährigen Goldenen Löwen steht fest. Und es durfte, wie schon in den vergangenen zwei Jahren (Audrey Diwan sowie Chloé Zhao),  vollkommen verdient und obwohl die Konkurrenz nicht ohne war eine Regisseurin den Hauptpreis entgegennehmen. Es ist allerdings gerade deshalb eine große Überraschung, dass All the Beauty and the Bloodshed ausgezeichnet wurde, weil es sich um eine Dokumentation handelt. Den Oscar für den besten Dokumentarfilm konnte Laura Poitras zwar bereits 2015 mit ihrem mit der Kamera festgehaltenen Treffen mit Edward Snowden (Citizenfour) gewinnen - auch heute noch absolut sehenswert! Doch mit All the Beauty and the Bloodshed setzt Laura Poitras jetzt ein wirklich meisterhaftes Zeichen gege...
Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)
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Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – “I don’t give a FECK about Mozart!”  Filme, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt während man gleichzeitig Tränen verdrücken muss - das kommt euch bekannt vor? Klar, denn es ist immerhin von der neuen Regiearbeit Martin McDonaghs die Rede, dem wir die drei tragikomischen Glanzstücke Six Shooter (2004), Brügge sehen... und sterben? (2008) und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) zu verdanken haben. In The Banshees of Inisherin dreht sich alles um zwei Best Buddies, die Anfang der 1920er auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste Irlands leben, deren Bewohner jedoch, abgesehen von fast täglichen Pub-Treffen, nicht viel in ihrer Freizeit zu tun haben. Ein stundenlanger Monolog über den hau...
Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)
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Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Fast zwölf Jahre ist es schon her, dass ich Darren Aronofskys Black Swan im Kino gesehen habe - ganz genau am 31. Dezember 2010. Etwas, was ich nie wieder machen sollte, denn der Film beschäftigte mich damals noch die ganze Nacht bis ins neue Jahr hinein. Aber dieses Erlebnis hatte sich wie kaum ein anderes gelohnt, zuvor hatte ich wirklich noch keine vergleichbare Stimmung bei einem Kinobesuch erlebt (es war die eine Vorabpremiere in Berlin, bevor Black Swan am 20. Januar 2011 offiziell in den deutschen Kinos gestartet ist). Diesem cineastischen Trip mit der bis heute unvergesslichen Schauspielleistung Natalie Portmans konnte in den letzten Jahren kaum ein anderes psychologisches Drama nur ansatzweise das Wasser reichen ...
Venedig-Kritik: Pearl (USA 2022)
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Venedig-Kritik: Pearl (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Nachdem Ti West mit dem herausragenden The Innkeepers (2011) effektiv das Thema Depression behandelte und zuvor mit The House of the Devil (2009) meisterhaft demonstrierte, dass sich guter (moderner) Horror nicht durch endlose Jump Scares und maximales Blutgespritze definieren muss, meldete sich das US-amerikanische Genre-As, viel zu lange nach den beiden Ausnahmewerken, dieses Jahr endlich mit einem neuen Schocker zurück: X, so der simple kurze Titel, lief in Deutschland nur für kurze Zeit in den Kinos und ist seit gestern, 2. September bereits fürs Heimkino erhältlich*. X stellt den für mich bisher besten Horrorfilm des Jahres dar. X ist hierbei der bis dato fraglos referenziellste (und das hat was zu sagen) unter den ...
Venedig-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)
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Venedig-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – You can't hear it, if it's everywhere. Noah Baumbach ist wirklich einer der interessantesten US-amerikanischen Filmemacher des letzten Jahrzehnts. Seit Frances Ha (2012) hat der in Brooklyn, NY geborene Autorenregisseur erfolgreich eine treue Fan-Base aufgebaut, zumeist mit seiner Lebensgefährtin und ebenfalls Erfolgsregisseurin Greta Gerwig (Lady Bird) vor der Kamera. Herausgekommen sind hierbei bisher zumeist herausragende Tragikomödien - mein bisheriger Favorit der eher unterschätzter Mistress America (2015). Mit dem bergmanesken Marriage Story (2019) konnte er dann immerhin sechs Oscar-Nominierung abstauben, Laura Dern wurde am Ende sogar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Nach diesem Erfolg waren die Erwartu...
Kritik: Spencer (GB/DE 2021) – Kristen Stewart als Lady Di
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Kritik: Spencer (GB/DE 2021) – Kristen Stewart als Lady Di

– gesehen im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2021 – “The thing is Diana, there has to be two of you. The real one and the one they take pictures of.” Mit "Eine Fabel nach einer wahren Tragödie" eröffnet der chilenische Regisseur Pablo Larraín (zuletzt gefeiert für das Reggaeton-Drama Ema) seinen neusten Historienfilm, welcher heute im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feierte. Einigen Hype löste Spencer schon vor Wochen und Monaten aus, als bekannt wurde, dass Lady Diana, die tragische Prinzessin von Wales, von Kristen Stewart verkörpert werden würde. Und ebenfalls, als das erste offizielle Foto von Kristen Stewart als Lady Di online gestellt wurde. Doch mit ihrer unglaublichen nuancierten Verkörperung der Prinzessin der Herzen ...
Kritik: Halloween Kills (USA 2021)
DVD & Bluray, Horror, Kritiken

Kritik: Halloween Kills (USA 2021)

– gesehen im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2021 – Bei einem Produktionsbudget von circa zehn Millionen und einem Einspielergebnis von 255 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen ist es kein Wunder, dass das Halloween-Franchise in die nächste Runde geht. Der Erfolg von David Gordon Greens Halloween-Film aus dem Jahr 2018, der die Sequels außer Acht ließ und als direkte Fortsetzung zum Original von 1978 diente, kam dabei definitiv überraschend. Obwohl Hauptdarstellerin Jamie Lee Curtis im Badass-Modus zurückkehrte, war der Film qualitativ gesehen nämlich keine Granate. Dem mäßigen ersten Teil lässt man nun gleich zwei Fortsetzungen folgen: Halloween Kills und Halloween Ends, die zusammen gedreht wurden und im Abstand von einem Jahr veröffentlicht werd...
Kritik: Last Night in Soho (USA, GB 2021)
DVD & Bluray, Horror, Kritiken

Kritik: Last Night in Soho (USA, GB 2021)

– gesehen im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2021 – When the past lets you in, the truth will come out. Last Night in Soho – das ist der lang erwartete neue Film vom britischen Regietausendsassa Edgar Wright (Baby Driver, Hot Fuzz*), der damit zum blutigsten aller Genres zurückfindet, welches ihn vor fast zwei Jahrzehnten berühmt machte: Mit der Zombiekomödie Shaun of the Dead startete Edgar Wright 2004 in seine bis heute erfolgreiche Karriere, welche er auch später hauptsächlich mit Komödien weiter prägte. Mit dem ersten Trailer von Last Night in Soho kündigt sich dann vor Monaten allerdings, erstmals in Edgar Wrights Karriere, ein düsterer Psychothriller an. Seinen eigenen Worten zufolge von Genremeilensteinen wie Nicolas Roegs Wenn die Gondeln Trauer tr...
Kritik: Dune (USA 2021)
DVD & Bluray, Kritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Dune (USA 2021)

– gesehen im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2021 – There's a crusade coming. Vorgestern premierte eine der heißerwartetsten Kinoproduktionen des Jahres zumindest schon mal in Venedig. Seitdem versuche ich zu verstehen, woher der Festivalhype und einige Lobhudeleien kommen. Wie ich jedoch mittlerweile erleichtert feststellen durfte, halten sich die unkritischen Stimmen, welche Dune zum größten Science-Fiction-Film seit 2001 - Eine Odyssee im Weltraum erklären, mittlerweile in Grenzen. Und immer mehr Stimmen erheben sich, von "a bombastic, impersonal imperial space tragedy" (thefilmstage.com) bis "the boring homework before the juicy stuff starts happening" (The Hollywood Reporter), die in ihren ganz eigenen Worten beschreiben, wie sehr sie Dune für misslun...