"The Green Mile" (1999) Kritik

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„The Green Mile“ will ein poetischer Film sein. Mit der Betonung auf „will“! Schaffen tut er das zu keinem Augenblick. Er ist sicherlich wunderschön gefilmt und mit sympathischen Charakteren ausgestattet, zu sympathisch für mein Empfinden. Die Story beginnt sehr interessant, endet allerdings recht bald in einer Katastrophe. Was für Heulsusen die Amerikaner doch sind. Anders kann ich mir dieses Werk nicht erklären. Irgendwo möchte Herr Darabont die Bibel miteinbeziehen. So wird Jesus durch einen schwarzen, großen Mann dargestellt. Lächerlich!

Wie oft habe ich gelesen, dass „The Green Mile“ einer der traurigsten Filme aller Zeiten sein soll. Nachvollziehen kann ich das im Nachhinein nicht. Die Moral ist dämlich, eine wirkliche Aussage gibt es nicht und ein Todestrakt wird in einen Wunderladen voller magischer Überraschungen und Hokuspokus verwandelt. Es ist auch keine Überraschung, dass mir Tom Hanks hier mal wieder total auf die Nerven geht und die typische Trantüte, den Gutmenschen verkörpert. Seine Mimik aus seinen anderen Filmen darf da natürlich nicht fehlen. Auch Thomas Newmans Score ist einer der Bedeutungslosesten, die ich jemals gehört habe. Die Story lässt sich auf einem Bierdeckel zusammenfassen und wird auf mehr als drei zähe Stunden ausgedehnt. Die Geschichte ist einfach so berechenbar wie das kleine Einmaleins. Wie die Menschen bei einem dermaßen konstruierten, vorhersehbaren Film weinen können, ist mir unbegreiflich. Und irgendwo reiht sich der Film in die Sparte von „Forrest Gump“ ein. Amerikaner sind die nettesten Menschen auf der Welt, amerikanische Gefängnisaufseher weinen mit ihren Opfern. Von den vielen Klischees möchte ich gar nicht erst anfangen zu sprechen.

Fazit: Ich fühlte mich von dem Film nicht emotional berührt, sondern emotional betrogen. Dass Hanks einer der überbewertetsten Schauspieler unserer Zeit ist, wird hier erneut wunderbar zelebriert. Schaut euch lieber mal „Ein Prophet“ an, DAS ist ein grandioses, realistisches und poetisches Knast-Drama.

Bewertung: 3/10 Sternen

19 Comments

  • Das Tom Hanks stark überbewertet ist, da gebe ich dir recht. Mir hat es nach dem FedEx-Werbefilm „Verschollen“ gereicht.
    Das war das lächerlichste überhaupt.
    Green Mile fand ich allerdings einen recht guten Film. Natürlich sollte man stets zwischen Film und Wirklichkeit unterscheiden, was vielen, vor allem Jugendlichen, heutzutage schwer fällt.

  • Naja, dann bist du halt ein knallharter „Analytiker“ und hast dich weder von der Story, noch von den Charakteren fesseln lassen! Ich mochte die Geschichte sehr, denn ich empfand den (behinderten) großen „Schwarzen Mann“, wie ja Schwarze oft genung(nicht nur) in den 30er Jahren abgestempelt wurden,gut umgesetzt und gefühlvoll dargestellt. Er sollte doch gar nicht „Jesus“ verkörpern, sondern sprach nur eine recht illusionslose Einsicht aus:“ Es passiert jeden Tag, überall auf der Welt!“

    Noch dazu, spielte er einen BEHINDERTEN! Wie schon so oft… machten es sich damals(nicht nur dann), Menschen zu einfach und buchteten einfach mal eben einen ein, nur weil er irgendwie ANDERS war und/oder in diesem Fall für viele eine „analytisch nachgedacht“ völlig irrelevante Gefahr darzustellen schien! Es passte den Eltern in den Kram,dieser Hüne von Schrank hat die Mädels getötet…aus- die- Maus… ^^

    Rassenfeindlichkeit ließ sich nunmal besonders gut auf Schwarze abwälzen und wen wunderts, das nach all dem… die Schwarzen ihre Sicht von/über den Weißen Mann weitergaben? Aber gut, das ist ein anderes Thema.
    Es ist im Grunde doch völlig egal, wo man Wunder vermutet, oder vllt. sogar antrifft?!

    Dieser Film hat eine ANDERE Aufmerksamkeit verdient.
    Und hat leider bei dir nicht gefruchtet,was solls?!^^

    Der Film ist von 1999, wieso meintest, den „bewerten“ zu müssen? xD

    Ich für meinen Teil, sehe ihn mir gerne wieder an!

    Schönes Wochenende trotzdem

    • Danke für deine Antwort. 😉
      Zumindest muss ich zugeben, dass deine Sichtweise sehr interessant ist. Erklärt ein wenig, was andere wohl an dem Film finden. Trotzdem wird das meine Sichtweise nicht ändern, sorry, aber der ganze Film geht mir einfach nur auf die Nerven *lach*
      Warum ich den Film jetzt bewerte hattest du gefragt. Naja, ich schreibe nicht nur zu neuen Filmen Kritiken, sondern auch zu alten, damit andere auf meinem Blog recherchieren können und ich auf meiner Facebook-page Filmtipps geben kann. Vielleicht hast du ja Lust, meine Facebook-Seite zu liken:
      http://www.facebook.com/pages/CinemaForever/253821727985191?sk=wall

      Dir auch ein schönes Restwochenende. Lg

  • ui. hier lohnt es sich gar nicht, eine diskussion anzufangen, denn da sind wir komplett unterschiedlicher meinung. komisch, ich hätte nicht gedacht, dass es überhaupt möglich ist, sich von der geschichte nicht berühren zu lassen.
    Der überbewerteste Schauspieler unserer Zeit ist eh Al Pacino, Tom Hanks gehört schon zu den Guten, da werden wir jeden Tag mit Schlimmerem befeuert.

    • Wie ich geschrieben habe, eine solch konstruierte Geschichte fernab aller Realität vermag mich einfach nicht so berühren. 😉 Und dafür, dass Al Pacino einer der überbewertesten Schauspieler ist, hätte ich gerne eine Begründung… Natürlich gibt es schlimmere Schauspieler als Hanks, aber keine, die überbewerteter sind… der spielt immer die gleichen mitleiderregenden Rollen, mit immer derselben Mimik.

      • die gleichen mitleiderregenden rollen? bitte, schau dir mal seine vita an.
        und al pacino kann seit jahren nur noch eines: starren!
        konstruierte geschichte – auf eine gewisse art und weise ist das ein trauriges märchen.
        aber wie gesagt, diskussion macht keinen sinn, hier sind wir total unterschiedlicher meinung ohne konsensmöglichkeit *lach*, muss auch mal sein.

        • Ich kenne fast alle Film von Hanks, und egal ob Philadelphia, Forrest Gump, Terminal, etc. etc. er bleibt die gleiche Heulsuse mit immer derselben Mimik. Der einzige Film, indem ich ihn gut finde, ist Catch me if you can.
          Und was Al Pacino betrifft, wenn ich so eine Filmographie wir er aufzuweisen hätte, ein paar der genialsten Figuren aller Zeiten verkörpert hätte, dann muss ich piedone zustimmen, Pacino ist einer der besten Schauspieler überhaupt. Der braucht nichts mehr zu beweisen und so spielt er halt, wie viele Altstars, nur noch zum Amüsement in einigen Filmen mit. Allein mit „der Pate“ hat er die wahrscheinlich komplexeste Charakterentwicklung der Filmgeschichte gespielt.
          Was die unterschiedliche Meinung zu Green Mile betrifft, ja, wir können ja nicht immer einer Meinung sein *lach*.

          • klar hat pacino tolle rollen gehabt. aber wenn jemand dann offenbar irgendwann keinen bock mehr hat, soll er es sein lassen, seine leistungen in den letzten zwanzig jahren entsprechen einfach nicht mehr der „legende“. und trotzdem machen alle noch ah und oh, wenn pacino irgendwo mitspielt, dabei ruht er sich nur auf seine alten lorbeeren aus.
            ich bin übrigens auch kurz davor, das auch über robert de niro zu denken.

          • Wie gesagt, Pacino ist eine Legende, genauso wie DeNiro, außerdem ist die letzten 20 Jahre wohl etwas übertrieben 😛 In den 90ern hat Pacino nur super Filme gemacht, genauso wie Pacino… Ich sag nur Heat, Carlito’s Way, Der Duft der Frauen, Donnie Brasco, Im Auftrag des Teufels, etc. etc. Bei DeNiro auch Heat,Goodfellas, Jackie Brown, In den Straßen der Bronx, Casino, Ronin, etc. etc. Alles geniale Filme…
            Die beiden sind übrigens meine Lieblingsschauspieler, als aufpassen *frech lach*. Ich sags mal so, es gibt keine anderen Darsteller auf Erden, die so viele brillante Filme wie die beiden nachweisen können… daher dürfen die jetzt machen was sie wollen 😛

          • jaja, *lach* bei de niro würde ich heat gelten lassen, bei pacino eher nicht. duft der frauen fand ich überbewertet, aber bei carlito’s way gebe ich dir recht.
            tom hanks gehört übrigens zu meinem lieblingsschauspielern *messer wetzt*.
            ich hoffe, du weißt wie ich das meine, wenn ich hier so rumblöke, oder? *lach*

          • Oh… oh… oh… jetzt wirds interessant… *lach*. Jetzt kommt das Duell der Giganten, wobei ja natürlich Hanks nicht den Ansatz einer Chance hat 😛 Also wenn du was zu bieten hast, das mit Taxi Driver, der Pate, der Pate 2, Raging Bull, Serpico, Casino, Goodfellas und Es war einmal in Amerika gleichziehen kann… ich bin gespannt. *En garde* 😛

          • das kann man einfach nicht vergleichen, völlig unterschiedliche filme und rollen. hanks war nie ein liebling für regisseure wie scorsese & co, sondern eher für steven spielberg o.ä.
            aber ich mag ihn in filmen wie philadelphia, forrest gump und cast away. ich mochte ihn aber besonders gerne in seinen frühen komödien dragnet, geschenkt ist noch zu teuer, meine teuflischen nachbarn und big. ich werde den teufel tun und ihn beispielsweise mit robert de niro vergleichen, da würde ich eher joseph gordon-levitt anführen, der locker de niros sohn sein könnte und einer der wenigen aktuellen schauspieler, die sein erbe antreten könnten. aber für mich zählt hanks nach wie vor zu den guten. das einzige, was man ihm – aus meiner sicht natürlich – vorwerfen kann, ist dass er auch seit jahren keine mutige entscheidung mehr trifft und sich nie gegen sein image als „netter“ besetzen ließ.

          • Ja, ich weiss, dass man sowas nicht vergleichen kann, aber bisschen Spass muss sein und an die beiden kommt für mich einfach niemand ran.
            Mit Levitt gebe ich dir recht, der wird mal ganz groß denke ich. Habe letztens Mysterious Skin gesehen, wahnsinn… OK, ist halt trotzdem schwer zu sagen, DeNiro ist eine Legende, wie sie es kein zweites Mal mehr geben wird… noch besser als Pacino meiner Meinung nach… aber ja, bin auch sehr gespannt, was Levitt aus seinem Talent macht…

          • ich hoffe nur ganz stark, dass Levitt nicht irgendwie in den Drogensumpf absackt. Für mich ist der eine noch größere Hoffnung als River Phoenix damals, der auch großes Potential hatte. Was mich freut ist, dass Levitt offenbar eine Mischung aus Independet und Mainstream Filmen macht.
            Mysterious Skin ist heftig, oder? Der ist mir ganz schön nahegegangen. Hast du denn mal „Brick“ gesehen?

          • der hat mich damals erst auf Gordon-Levitt aufmerksam gemacht, lief vor ein paar Jahren auf dem Fantasy Festival. erst danach hab ich geschnallt, dass ich den Burschen aus „Hinterm Mond gleich links“ (oder rechts?) kenne.

  • Also, das Al Pacino überbewertet ist, sorry, aber da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
    Er ist einer der grössten Schauspieler, was Filme wie „Der Pate“, „Carlito´s Way“, „Scarface“ und „Der Duft der Frauen“, um wirklich nur einige wenige aufzuzählen, mehr als eindrucksvoll beweisen.
    Fast hätte ich noch „Donnie Brasco“ vergessen, aber wie gesagt, es gäbe noch viel mehr.
    Tut mir leid, aber da disqualifizierst du dich wirklich selbst.
    j-p-ela muss ich zustimmen, von der Seite hatte ich den Film, auch aufgrund der Tatsache, dass ich ihn vielleicht das letzte mal vor 3 Jahren sah, gar nicht betrachtet.

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