"The Guard" (GB/IE 2011) – Ein Ire sieht schwarz

„…und man muss doch lachen; über das Leben, das Business. Wenn man nicht mehr lacht, ist man tot.“ (Brendan Gleeson)

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Tiefschwarzer Humor und ein herrlich rassistischer Cop (Brendan Gleeson) – „The Guard“ ist eine wunderbar selbstironische Crime-Komödie, die mitten im Nirgendwo von Westirland spielt. Brendan Gleeson gehört die Show und so zeigt er eine seiner besten Leistungen und wird dabei tatkräftig von Don Cheadle unterstützt. Zwischen den beiden herrscht ab dem ersten Augenblick eine tolle Chemie, welche wahnwitzige Dialoge über Vorurteile und Freundschaft bietet. Die Bilder bewegen sich zwischen pessimistischen Landschaftsaufnahmen und Pubbesuchen. Das macht Spass, damit kann Regisseur John Michael McDonagh punkten, aber eben noch lange nicht die geniale Atmosphäre seines Bruders, dem das Meisterwerk „Brügge sehen… und sterben?“ zu verdanken ist, erreichen.

Das Erzähltempo ist sehr gemächlich, teilweise zu gemächlich, richtige Brüller halten sich in Grenzen und die Story ist viel zu geradlinig, um eine wirklich packende Stimmung zu erzeugen. Man hat das Gefühl, als wollte der Regisseur zu sehr auf Realismus setzen, was sich im Nachhinein eher als Schwachpunkt herausstellt. Zudem spielt Mark Strong seine typisch klischeehafte Bösewichtrolle.

„I’m Irish. Racism is part of my culture.“

Auf diesem Rassismus liegt McDonaghs Hauptaugenmerk. Das ist anfangs zum Totlachen, und trotzdem ist „The Guard“ Meilen von einem herausragenden Film entfernt. Er ist zu einseitig, hat nur wenige Überraschungen zu bieten und das Timing der musikalischen Untermalung ist auch nur selten gelungen. Letzten Endes bekommt der Zuschauer eine sehenswerte Komödie geboten, die hauptsächlich von ihren Protagonisten und ihren witzigen Dialogen getragen wird. Es gibt viel zu Schmunzeln, ein paar große Lacher sind auch dabei, aber insgesamt bleibt „The Guard“ zu ereignisarm, um restlos zu begeistern.

Fazit: Nach den allgemein sehr positiven Meinungen der Kritiker einer der größten Enttäuschungen dieses Kinojahres. Sehr sympathisch, aber trotz der Menge schwarzen Humors zu harmlos und zu berechenbar. Zum Glück weiss Gleeson, wie man einer Figur Tiefe verleiht, denn das rettet diesen Film vor der Bedeutunglosigkeit.

Bewertung: 7/10 Sternen

3 Comments

  • komme gerade aus dem kino. traumhafter film. klar, der würde ohne gleeson nicht so gut funktionieren, aber genau das zählt ja mit zur guten umsetzung, nämlich dass man einen perfekten cast zusammenstellt, ich war einfach nur glücklich, als ich aus dem kino kam. und die entscheidung, die wunderbaren calexico die musik zu machen, war auch nur genial.

    • Irgendwo fand ich ihn auch traumhaft, aber eben nur teilweise. Ich habe dann immer Brügge vor Augen und mit den genialen Charakteren kann er einfach zu keinen Zeipunkt mithalten… Und ansonsten ist viel zu viel standardisiert. Ob das die typischen Bösewicht-Rollen sind oder die teils recht unspektakuläre Inszenierung. Und das Timing des Soundtracks im Finale war meiner Meinung nach einfach nicht gut… Naja, hatte trotzdem meinen Spass 🙂

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