Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Die Passion Christi" (USA 2004) Kritik – Ein blutiger Leidensweg

"Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt." Im Jahr 2004 polarisierte kein Film die Welt mehr als Mel Gibsons 'Die Passion Christi'. Natürlich zog der Film nicht nur die Aufmerksamkeit der Filminteressierten auf sich, sondern auch die der Kirchen. Und die waren in den meisten Fällen so gar nicht zufrieden und erfreut. Gibson kann in Sachen Authentizität und Realismus zwar punkten, vergisst aber jeglichen Tiefgang und serviert uns einen charakterlosen Film. Bestechen kann 'Die Passion Christ' an erster Stelle durch seine handwerkliche Klasse. Die Kulissen sehen überdurchschnittlich gut aus und vor allem die Bilder von Caleb Deschanel sind atmosphärisch und mit einer feine...
Filmkritiken

Die 30 besten Schauspieler aller Zeiten – Pascal stellt seine Lieblinge vor

30. Tom Schilling Eine kleine Überraschung ist es schon, dass Tom Schilling in der Liste ist. Aber hier geht es schließlich nicht um die objektiv besten Darsteller aller Zeiten, sondern solche persönlichen Listen sind immer von subjektiver Natur, denn sonst wären Leute wie Jack Nicholson, Jean Gabin, Gregory Peck und Marlon Brando schließlich unverzichtbar gewesen. Zum Thema: Tom Schilling ist nicht mehr nur die Hoffnung des deutschen Films, er zählt zu den begnadetsten Darstellern, die die Bundesrepublik zu bieten hat. Man darf gespannt sein, in welchen Rollen Schilling in Zukunft noch überzeugen wird – Denn das wird er gewiss. Lieblingsrolle: "Crazy" ("Oh Boy" fehlt noch, der wird ihm mit Sicherheit den Rang ablaufen) 29. Steve Buscemi Ebenfalls ein inzwischen freneti...
Filmkritiken

"Der Ghostwriter" (FR/DE/GB 2010) Kritik – Gefährliche Wahrheiten

"Ihnen ist doch klar, wie ernst die Sache ist, oder?" Im Jahr 2010 gab es reichlich Trubel um Roman Polanskis Person. Nur leider nicht im positiven Sinne. Die Vergangenheit holte ihn wieder ein und es wurde ordentlich getrocknete Erde aufgewirbelt. Nachdem er am Züricher Bahnhof auf Grund eines internationalen Haftbefehls aus den 70er Jahren geschnappt wurde und gerade mitten in den Dreharbeiten zu der Romanverfilmung 'Der Ghostwriter' steckte, hieß es für ihn Hausarrest mit elektronischer Fessel. Polanski war also gezwungen, seinen Film von zu Hause aus, quasi seinem vertrauten Gefängnis, fertigzustellen. Das Ergebnis ist ein exzellenter Film, in dem Polanski wieder mal sein ganzes Können im Thriller-Genre auffahren kann. Paweł Edelman, inzwischen Stammkameramann von Polanski, beweist...
Filmkritiken

"10.000 BC" (USA 2008) Kritik – Roland Emmerich erreicht seinen Karrieretiefpunkt

"Die Menge der Speere bedeutet nichts. Menschen können nicht gegen Götter gewinnen." Unser deutscher Hollywoodvertreter Roland Emmerich hat sich über die Jahre seinen ganz eigenen Namen in der Filmwelt gemacht. Wir bekamen von ihm einen Blockbuster nach dem anderen vorgesetzt, bei denen er immer wieder seine Zerstörungswut unter Beweis gestellt hat und nicht selten amerikanischer als die Amerikaner selbst sein wollte. Eines ist jedoch so gut wie immer sicher: seine Filme haben zwar keinerlei Tiefgang, aber lassen es immer wieder aufs Neue krachen. 2008 versuchte sich Emmerich dann als Geschichtenerzähler und blamierte sich mit dem Steinzeit-Abenteuer '10.000 BC' auf ganzer Linie. Der einzige Punkt in dem '10.000 BC' voll und ganz überzeugen kann, sind die tollen Landschaftsaufnahmen vo...
Filmkritiken

"Lucky#Slevin" (USA 2006) Kritik – Jede Menge Ärger

"Die Jungfrau Maria könnte hier reinmarschieren, persönlich, mit ihrem hübschen Arsch, dicken Möpsen, das volle Programm! Und wenn die mir sagt, dein Name sei Jesus Christus, dann nehme ich dich trotzdem mit zum Boss!" Paul McGuigan ist mit Sicherheit kein großer oder bekannter Regisseur. Die Frage nach seiner Person und seinen Projekten, könnte sich so als äußerst schwierig erweisen. So richtig gerissen hat er jedenfalls noch nichts. 2004 drehte er das Liebes-Drama 'Sehnsüchtig' mit Josh Hartnett und Diane Kruger in den Hauptrollen. Ein schwacher Film. 2 Jahre später stand McGuigan mit seinem nächsten Filmstoff vor der Tür und auch Josh Hartnett war wieder ein Teil des prominenten Casts. Die Thriller-Komödie 'Lucky#Slevin' bietet zwar durchgehend gute Unterhaltung, kann aber keine neue...
Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Im Westen nichts Neues" (USA 1930) Kritik – Die Sinnlosigkeit des Krieges

"Aber ich dachte nur an dein Gewehr, dein Bajonett, die Handgranaten. Wenn wir das alles wegwerfen würden, könnten wir Brüder sein." In den Anfangszeiten des Tonfilms sorgte einer der ersten Antikriegsfilme überhaupt für viel Aufsehen. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans 'Im Westen nichts Neues' aus dem Jahr 1930 konnte bei der ersten Oscar Verleihung gleich den Preis für den besten Film und auch für Lewis Milestones Regie gewinnen. Auf der anderen Seite stieß der Film jedoch auf Demonstrationen und die Kinosäle wurden von Anhängern der NSDAP gestürmt. In einigen Ländern war der Film so sogar bis in die 80er Jahre verboten. Eine Sache ist jedoch sicher, 'Im Westen nichts Neues' ist nicht nur einer der ehrlichsten Filme über den ersten Weltkrieg, sondern auch einer der besten Kriegsf...
Filmkritiken

"Eagle Eye" (USA 2008) Kritik – Eine Hetzjagd ohne Sinn und Verstand

"Ich werde nicht zulassen, dass wir in die Geschichte eingehen als die Arschlöcher, die nur rumgestanden haben!" Die erste Zusammenarbeit zwischen Regisseur D.J. Caruso und dem damaligen Newcomer Shia LaBeouf in 'Disturbia', erwies sich zwar als kurzweiliger, aber dennoch nur durchschnittlicher Versuch Hitchcocks 'Das Fenster zum Hof' in die Moderne zu verlegen. 2008 kamen die Beiden mit ihrem nächsten Projekt in die Kinos zurück. Mit 'Eagle Eye' möchte Caruso uns einen rasanten High-Tech-Thriller bieten, versagt dabei aber auf ganzer Strecke. 'Eagle Eye' wird von klaren Hochglanzaufnahmen dominiert. Die Kameraarbeit von Dariusz Wolski kann mit einigen guten Einstellungen und Kameraschwenks auffahren, verliert sich in manchen Momenten aber durch die eigene Hastigkeit aus den Augen. Das...
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"Sideways" (USA 2004) Kritik – Der etwas andere Junggesellenabschied

"Kaust du etwa Kaugummi?!" Alexander Payne hat sich schon unlängst seinen ganz eigenen Namen in der Filmwelt gemacht. Sowohl als Regisseur und auch als Drehbuchautor. Mit 'About Schmidt' brachte Payne 2002 einen Film ins Kino, der gleichermaßen berührt und unterhält. 2 Jahre später toppte er seine tolle Arbeit und die wunderbare Tragikomödie 'Sideways' wurde von allen Seiten mit Lobeshymnen überschüttet. Völlig zu Recht. 'Sideways' lebt von seinen warmen und umarmenden Farben. Phedon Papamichael fängt den Film in völlig unaufgeregten und entspannenden Bilder ein und von hektischen Schnitte und wackeligen Kameraaufnahmen ist zum Glück keine Spur. Die gefühlvolle und melancholische Musik von Rolfe Kent passt sich dem ruhigen Erzähltempo und den tollen Aufnahmen an und begleitet den Film ...
Filmkritiken

"Einer flog über das Kuckucksnest" (USA 1975) Kritik – Zum Wahnsinn verdammt

"Die haben mir pro Tag 10.000 Watt verpasst und jetzt bin ich richtig aufgeheizt! Die nächste Frau, die ich vernasche, wird aufleuchten wie ein Spielautomat und lauter Silberdollar ausspucken!" Die Filmwelt ist nicht selten ungerecht. Zum einen wenn es um Auszeichnungen für Filme und das Team geht. Zum anderen wenn der gebührende Bekanntheitsgrad nie wirklich erreicht werden kann, obwohl man sein Können mehr als nur einmal unter Beweis gestellt hat. Einer dieser Fälle ist Milos Forman. Mit seinem meisterhaften Psychiatrie-Drama 'Einer flog über das Kuckucksnest' von 1975 inszeniert er einen herausragenden Film und eines der größten Filme der Filmgeschichte. Das Leben in der Psychiatrie wurde in grauen und kalten Farben dargestellt. Haskell Wexler zeigt uns eine Welt in der die Wärme fe...
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"Running Scared" (USA 2006) Kritik – Eine brutale Nacht

"Es tut mir Leid, dass ich dich nicht richtig getroffen habe." Das Gangster-Kino hat inzwischen viele Gesichter. Früher trugen sie Trenchcoats und die Hüte saßen tief im Gesicht. Von der geheimnisvollen Ausstrahlung ganz zu schweigen. Heute sind es die lockeren Klamotten und das noch lockere Mundwerk. Zeitgenössisch ist das schon, aber ob es nun unbedingt besser ist, sei mal dahingestellt. Mit dem Thriller 'Running Scared' inszeniert Regisseur Wayne Kramer einen dieser neumodischen Gangster-Thriller, der zwar spannend und kurzweilig daherkommt, aber leider dann doch im Gesamteindruck zu oft enttäuscht. 'Running Scared' schafft es schnell, durch seine irren Kameraschwenkt und rasanten Schnitte die Aufmerksamkeit des Zuschauers voll auf sich zu ziehen. Hier gibt es dann wirklich alles, w...