Schlagwort: Michael Gasch

Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis
Aktuelle Filmnews, Drama, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia, Netflix, Streaming

Kritik zu „Jay Kelly“: George Clooney in der Midlife Crisis

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. George Clooney trifft auf Adam Sandler: Jay Kelly von Noah Baumbach Stets haben die Filme von Noah Baumbach etwas Exploratives an sich: Es geht um Familienalltag, Träume, exzentrische Figuren, dysfunktionale Beziehungen, Humor inmitten von Schmerz, schlichtweg Kurzgeschichten über das moderne Leben. Von Frances Ha über Mistress America bis hin zu Marriage Story scheint dabei konstant Baumbachs Weltbild durch, welches von einer immanenten Dynamik geprägt ist. Anders formuliert: In seinen realitätsnahen Filmen ist, wie im echten Leben, immer etwas los - zwischenmenschlich im Externen, wie kognitiv im Innern. Eben jenes Motiv des pulsierenden Motors in der Welt finde...
Kritik zu „Zone 3“: KI-Dystopie in Paris
Action, Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Französischer Film, Im Kino, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Zone 3“: KI-Dystopie in Paris

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 6. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. KI-Thriller in Paris: Zone 3 von Cédric Jimenez Gilles Lellouches letztes Werk, Beating Hearts, war einer der Höhepunkte des vergangenen Kinojahrs. Nun kehrt er zurück – allerdings nicht als Regisseur, sondern als Protagonist im Science-Fiction-Thriller Zone 3 (Chien 51) von Cédric Jimenez (November), der auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte. Im Zentrum steht die KI Alma, welche die gesamte Gesellschaft kontrolliert. Als der Entwickler der KI ermordet wird, geraten die Ermittler Zem (Lellouche) und Salia (Adèle Exarchopoulos) in ein gefährliches Netz aus Vertuschung. Zone 3 bildet den Schlusspunkt des diesjährigen Filmfestivals in V...
Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson
DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Materialists“: Was ist Liebe wert mit Dakota Johnson

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 27. Juli 2025 Was ist Liebe wert? - Materialists von Celine Song Im Zeitgeist der Trump-Ära kommt man um einen Begriff kaum noch herum: Deals. Immer wieder heißt es da in der Politik „this is a bad deal“, doch was genau einen schlechten Deal ausmacht, bleibt meist vage. Celine Song, die sich mit Past Lives einen Namen gemacht hat, kontextualisiert in ihrem neuesten Film Was ist Liebe wert - Materialists eben jenes ökonomische Narrativ im Bereich des Datings und liefert einige Antworten. Obgleich Song für mehr steht als konventionelle Geschichten im Bereich RomCom, ist Materialists jedoch nicht immer so durchdacht, wie man es gern hätte. Im Zentrum steht dabei Lucy (Dakota Johnson). Ihr Profil: Attraktiv, beruflich erfolgreich u...
Kritik zu „Roofman“: Channing Tatum als Hochstapler
Aktuelle Filmnews, Drama, Filmkritiken, Im Kino, Komödie

Kritik zu „Roofman“: Channing Tatum als Hochstapler

Kritik von Michael Gasch Channing Tatum als Der Hochstapler: Roofman von Derek Cianfrance Das Filmgenre des Caper Movies (auch Heist Movie) blickt auf eine große Geschichte zurück. Klassiker sind dabei Jules Dassins Rififi (1955), Stanley Kubricks The Killing (1956), Jules Dassins Topkapi (1963), bis hin zu wegweisenden Klassikern der 70er Jahre wie Vier im roten Kreis von Jean Pierre Melville, Der Clou von George Roy Hill sowie Hundstage von Sidney Lumet. Im Zentrum steht dabei immer ein komplizierter Einbruch, ein Raub oder eine anderweitig gewiefte Betrügerei, gefolgt von unterschiedlichen narrativen Verläufen. Diverse Motive sind dabei auszumachen – sei es die Flucht vor dem Gesetz (Kriminologie), der Anfang eines neuen Lebens (Soziologie), bis hin zur Introspektion...
Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung
Abenteuer, Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Horror, Im Kino, La Biennale di Venezia, Netflix, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung von Mary Shelleys Literaturklassiker: Frankenstein von Guillermo del Toro Als ein Symbol über Menschenversuche und Kontrollverlust begleiten Frankenstein und die von ihm erschaffene Kreatur schon gefühlt seit Ewigkeiten die Welt - immerhin erschien Mary Shelleys Literaturklassiker bereits vor 207 Jahren. 1910 entstand die erste gleichnamige Kurzverfilmung - der erste Versuch, den Stoff erzählerisch anzupassen und stilistisch zu gestalten. 1931 folgte James Whales erste große Kinoversion, die sich im kollektiven Bewusstsein fest verankerte. Noch nachhaltiger wirkte jedoch die Fortsetzung vier Jahre später, ebenfalls unter seiner Regie: Frankensteins B...
Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt
Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Im Kino, Komödie, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Bugonia“: Emma Stone wird als CEO entführt

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 28. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Das 4. gemeinsame Projekt mit Emma Stone: Bugonia von Yorgos Lanthimos Zu Yorgos Lanthimos letztem Film Kinds of Kindness schrieb ich einst: „Jeder, der Poor Things als abgefahren, skurril, bizarr, eigenartig und sonderbar bezeichnete, muss sich bei Kinds of Kindness echt anstrengen, noch passendere Worte zu finden.“ Nun legt der griechische Regisseur bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig nach – mit Bugonia, einem Titel, der so unscheinbar wie harmlos klingt. Doch wer Lanthimos kennt, weiß: Harmlosigkeit ist bei ihm ein trügerisches Versprechen. Erneut umfasst der Cast dabei Emma Stone und Jesse Plemons, erneut handelt es sich um ein Werk symbolischer ...
Kritik zu „A House of Dynamite“: Kathryn Bigelows Nuklear-Thriller
Aktuelle Filmnews, Drama, Filmkritiken, La Biennale di Venezia, Netflix, Thriller

Kritik zu „A House of Dynamite“: Kathryn Bigelows Nuklear-Thriller

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 3. September 2025 - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Ein rasanter Nuklear-Thriller: A House of Dynamite von Kathryn Bigelow In Zeiten von Polykrisen - also weltumspannenden Herausforderungen wie Pandemien und dem Klimawandel - gesellt sich das nukleare Wettrüsten hinzu. Die Lage wird weltweit zunehmend kritisch, was auch am Kino und bei Streaming-Anbietern nicht vorbeigeht. Besonders Netflix erkennt dabei die Möglichkeit, Narrativen und Systemkritik zu vereinen. Nach Turning Point: The Bomb and the Cold War (Dokumentar-Miniserie) und Zero Day (Politthriller-Serie) ist der Blockbuster-Thriller A House of Dynamite das nächste Aushängeschild des Streaming-Giganten. Anknüpfend an ihre früheren Arbeiten Tödliches Komma...
Kritik zu „After the Hunt“: Julia Roberts zwischen zwei Fronten
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Kritik zu „After the Hunt“: Julia Roberts zwischen zwei Fronten

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 29. August 2025 - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Julia Roberts in Venedig: After the Hunt von Luca Guadagnino Luca Guadagnino, Regisseur von Call Me by Your Name, Challengers - Rivalen und zuletzt Queer, ist zurück. Sein neuestes Werk After the Hunt, das auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte, knüpft an sein programmatisches Schaffen an. Erneut geht es um die Guadagnino-schen Leitmotive der Anziehung und des Begehrens, jedoch aus einem ganz neuen Blickwinkel. Die malerische, sommerliche und in jedem Fall sinnliche Inszenierung legt er dabei größtenteils ab. Sperrige Bilder, dissonante Musik und eine eher kalte Ästhetik prägen sein Werk, in dem eine hochspannende und zeitgemäße Substanz...
Kritik zu „Memoiren einer Schnecke“: Das Stop-Motion-Highlight jetzt im Heimkino
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Kritik zu „Memoiren einer Schnecke“: Das Stop-Motion-Highlight jetzt im Heimkino

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 17. Juli 2025 Ein weiterer Stop-Motion-Hit: Memoiren einer Schnecke von Adam Elliot  Der Stop-Motion-Film gleicht einem leisen Zauber, einem Genre fern der Zeit – unberührt vom Wandel, standhaft im Fluss der Welt. Unberührt, weil es von Innovation in der Filmbranche weitestgehend umgangen wird. Ebenso unberührt, weil die Regisseure dieser Welt dieselben geblieben sind – treue Chronisten eines analogen Kosmos. Nick Park, der Schöpfer von Wallace & Gromit sowie Shaun das Schaf, und Adam Elliot (Harvie Krumpet, Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?) wirken dabei wie Yin und Yang. Während Park das Verspielte, Geborgene und Heitere umarmt, wendet sich Elliot dem Riss im Alltag zu. Tragikomisch, mi...
Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone
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Kritik zu „The Smashing Machine“: Dwayne Johnson als MMA-Ikone

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 01. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Dwayne Johnson als MMA-Legende Mark Kerr: The Smashing Machine von Benny Safdie Das Werk von Benny und Josh Safdie ist einzigartig, da stets das Motiv der Dringlichkeit durchscheint. Ist es beim Familiendrama Go Get Some Rosemary oder den Thrillern Good Time und Uncut Gems, immer wieder stehen Männer im Mittelpunkt, die an der Schwelle des symbolischen Untergangs stehen und mal dezenter, mal intensiver alles daran setzen, eben dies zu verhindern. Jene Schnittmenge aus Zeitdruck und berechnenden Maßnahmen, um die eigenen Ziele zu erreichen (in Good Time könnte man fast schon den Begriff Machiavellismus verwenden) macht ihr Werk so interessant. Auf den diesjährig...