Schlagwort: Philippe Paturel

Aftersun – Kurzkritik & erster Trailer zum Cannes-Highlight
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Aftersun – Kurzkritik & erster Trailer zum Cannes-Highlight

Die diesjährige Festivalsaison, startend mit dem Festival de Cannes im Mai, hatte einige erwartbare Highlights zu bieten. Doch eine der wirklich ganz großen cineastischen Überraschungen des Jahres ist Charlotte Wells' Coming-of-Age-Perle Aftersun, die an der Croisette im Rahmen der Semaine de la Critique Weltpremiere feierte. Ich hatte das Glück den Film bereits dort zu sehen - ohne Erwartungen, wie die meisten anderen, bin ich bereits in die Vorstellung um 8:30 Uhr gegangen und wurde jede einzelne Minute von diesem auf den ersten Blick unscheinbaren kleinen Vater-Tochter-Drama begeistert. Aftersun hat sich einen Platz in meinem Herzen erobert und wird definitiv in meiner Top 10 des Jahres erscheinen. Der Film dreht sich um die letzten Urlaubstage der elfjährigen Sophie (Frankie Corio) ...
Streaming-Tipp: Sherlock, Jr. (USA 1924)
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Streaming-Tipp: Sherlock, Jr. (USA 1924)

Romantik-Komödie von Buster Keaton mit Buster Keaton und Kathryn McGuire >> aktuell kostenfrei bei Amazon Prime* enthalten (Farbfassung) oder unten eingebettet die von mir bevorzuge Schwarz-Weiß-Fassung Say Mr. Detective, before you clean up any mysteries, clean up this theater! Um was es geht: Ein Filmvorführer (Buster Keaton), der sich danach sehnt, als Detektiv zu arbeiten, muss seine bescheidenen Fertigkeiten einsetzen, als er von einem Rivalen hereingelegt und beschuldigt wird, die Taschenuhr des Vaters seiner Freundin (Kathryn McGuire) gestohlen zu haben. Meine Meinung: Noch nicht ganz so vollendet wie der zwei Jahre später gedrehte Der General (ebenfalls von und mit Buster Keaton), doch sein Sherlock, Jr. beweist ebenfalls ganz wundervoll, warum "Der Mann, der niemals...
Kritik: Elvis (USA / AUS 2022) – Neu auf Blu-ray
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Kritik: Elvis (USA / AUS 2022) – Neu auf Blu-ray

– gesehen im Rahmen des 75. Festival de Cannes (außerhalb des Wettbewerbs) – Some people wanted to put me in jail because of the way I was moving. Der australische Regie-Exzentriker Baz Luhrmann meldet sich fast ein Jahrzehnt nach Der große Gatsby (2013) endlich mit einem neuen Film zurück. Endlich deswegen, weil ich ein Riesenfan von Baz Luhrmanns chaotischen, lauten, bunten sowie episch ausgerichteten Filmwelten bin. Selbst dem fast dreistündigen Kriegsdrama Australia (2008) konnte ich, im Gegensatz zu den meisten, etwas abgewinnen. Und wie zu erwarten, hat Baz Luhrmann erneut einen durch und durch stylischen Film gedreht, der die Gemüter ebenso wie sein bisheriges Schaffen, darunter ebenfalls der von mir verehrte Moulin Rouge! (für mich eines der besten Musicals aller Zeiten), s...
Kritik: Der Sinn des Lebens (GB 1983) – Neu in 4K
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Kritik: Der Sinn des Lebens (GB 1983) – Neu in 4K

Und was ist das? - Das ist Philosophie! - Ist das ein Sport? - Nein, es ist mehr ein Versuch einer Konstruktion einer lebensfähigen Hypothese, um den Sinn des Lebens zu erklären. Ein wirkliches Skurrilitäten-Kabinett à la Monty Python - man hätte die britische Komiker-Truppe 1983 sicherlich mal wieder (ich sage nur Die Ritter der Kokosnuß) für verrückt erklären können, aber im gleichen Maße muss man ihnen ihre Brillanz anerkennen. Nicht nur, dass sie einem zum Totlachen regelrecht auffordern - hinter all den Dialogen, dem Ideenreichtum und der Ausstattung steckt so viel mehr als die Frage "Was ist der Sinn des Lebens?". Darauf geben die Monty Pythons eine der zugleich kritischsten, witzigsten und nachdenklichsten Antworten der Filmgeschichte. Als Aneinanderreihung von Sketchen, wel...
Venedig 2022: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen
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Venedig 2022: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Der Gewinner des diesjährigen Goldenen Löwen steht fest. Und es durfte, wie schon in den vergangenen zwei Jahren (Audrey Diwan sowie Chloé Zhao),  vollkommen verdient und obwohl die Konkurrenz nicht ohne war eine Regisseurin den Hauptpreis entgegennehmen. Es ist allerdings gerade deshalb eine große Überraschung, dass All the Beauty and the Bloodshed ausgezeichnet wurde, weil es sich um eine Dokumentation handelt. Den Oscar für den besten Dokumentarfilm konnte Laura Poitras zwar bereits 2015 mit ihrem mit der Kamera festgehaltenen Treffen mit Edward Snowden (Citizenfour) gewinnen - auch heute noch absolut sehenswert! Doch mit All the Beauty and the Bloodshed setzt Laura Poitras jetzt ein wirklich meisterhaftes Zeichen gege...
Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)
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Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – “I don’t give a FECK about Mozart!”  Filme, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt während man gleichzeitig Tränen verdrücken muss - das kommt euch bekannt vor? Klar, denn es ist immerhin von der neuen Regiearbeit Martin McDonaghs die Rede, dem wir die drei tragikomischen Glanzstücke Six Shooter (2004), Brügge sehen... und sterben? (2008) und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) zu verdanken haben. In The Banshees of Inisherin dreht sich alles um zwei Best Buddies, die Anfang der 1920er auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste Irlands leben, deren Bewohner jedoch, abgesehen von fast täglichen Pub-Treffen, nicht viel in ihrer Freizeit zu tun haben. Ein stundenlanger Monolog über den hau...
Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)
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Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Fast zwölf Jahre ist es schon her, dass ich Darren Aronofskys Black Swan im Kino gesehen habe - ganz genau am 31. Dezember 2010. Etwas, was ich nie wieder machen sollte, denn der Film beschäftigte mich damals noch die ganze Nacht bis ins neue Jahr hinein. Aber dieses Erlebnis hatte sich wie kaum ein anderes gelohnt, zuvor hatte ich wirklich noch keine vergleichbare Stimmung bei einem Kinobesuch erlebt (es war die eine Vorabpremiere in Berlin, bevor Black Swan am 20. Januar 2011 offiziell in den deutschen Kinos gestartet ist). Diesem cineastischen Trip mit der bis heute unvergesslichen Schauspielleistung Natalie Portmans konnte in den letzten Jahren kaum ein anderes psychologisches Drama nur ansatzweise das Wasser reichen ...
Venedig-Kritik: Pearl (USA 2022)
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Venedig-Kritik: Pearl (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Nachdem Ti West mit dem herausragenden The Innkeepers (2011) effektiv das Thema Depression behandelte und zuvor mit The House of the Devil (2009) meisterhaft demonstrierte, dass sich guter (moderner) Horror nicht durch endlose Jump Scares und maximales Blutgespritze definieren muss, meldete sich das US-amerikanische Genre-As, viel zu lange nach den beiden Ausnahmewerken, dieses Jahr endlich mit einem neuen Schocker zurück: X, so der simple kurze Titel, lief in Deutschland nur für kurze Zeit in den Kinos und ist seit gestern, 2. September bereits fürs Heimkino erhältlich*. X stellt den für mich bisher besten Horrorfilm des Jahres dar. X ist hierbei der bis dato fraglos referenziellste (und das hat was zu sagen) unter den ...
Venedig-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)
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Venedig-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – You can't hear it, if it's everywhere. Noah Baumbach ist wirklich einer der interessantesten US-amerikanischen Filmemacher des letzten Jahrzehnts. Seit Frances Ha (2012) hat der in Brooklyn, NY geborene Autorenregisseur erfolgreich eine treue Fan-Base aufgebaut, zumeist mit seiner Lebensgefährtin und ebenfalls Erfolgsregisseurin Greta Gerwig (Lady Bird) vor der Kamera. Herausgekommen sind hierbei bisher zumeist herausragende Tragikomödien - mein bisheriger Favorit der eher unterschätzter Mistress America (2015). Mit dem bergmanesken Marriage Story (2019) konnte er dann immerhin sechs Oscar-Nominierung abstauben, Laura Dern wurde am Ende sogar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Nach diesem Erfolg waren die Erwartu...
Kritik: Three Thousand Years of Longing (USA/AUS 2022)
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Kritik: Three Thousand Years of Longing (USA/AUS 2022)

– gesehen im Rahmen des 75. Festival de Cannes (außerhalb des Wettbewerbs) – My name is Alithea. My story is true. I am a solitary creature. I have no children, nor siblings, nor parents; I did once have a husband. Alithea Binnie (Tilda Swinton) ist scheinbar zufrieden mit ihrem Leben, trifft eines Tages jedoch auf einen Flaschengeist (Idris Elba), der ihr anbietet ihr im Austausch für ihre Freiheit drei Wünsche zu erfüllen. Das Gespräch der beiden in einem Hotelzimmer in Istanbul führt dabei schnell in eine Richtung, mit der keiner gerechnet hat. Alithea ist nämlich viel zu gebildet, um ignorieren zu können, dass Wunschgeschichten in Märchen böse enden. So versucht der Dschinn ihr Vertrauen zu gewinnen, indem er ihr von seiner Vergangenheit erzählt. Von seinen Geschichten verführt...