Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Sieben" (USA 1995) Kritik – David Finchers erster Geniestreich

"Überall an jeder Straßenecke sehen wir Todsünden. In jeder Wohnung und wir nehmen es hin. Wir tolerieren es, weil es schon zur Gewohnheit geworden ist. Es ist trivial. Wir tolerieren es morgens, mittags und nachts. Nun ab jetzt nicht mehr." David Fincher konnte mit seinem Debütfilm 'Alien³' zwar an den Kinokassen einen Erfolg landen, jedoch blieb die Begeisterung, im Gegensatz zu den großartigen ersten zwei Teilen, klar zurück. 3 Jahre später, 1995, meldete sich Fincher mit dem Thriller 'Sieben' zurück im Filmgeschäft und zeigte was wirklich in ihm steckt, denn 'Sieben' ist einer der spannendsten und besten Thriller aller Zeiten. Bei der Jagd auf einen grausamen Mörder, der seine Opfer nach den sieben Todsünden auswählt, werden zwei Detectives - Somerset, der kurz vor dem Dienstende s...
Filmkritiken

"The Dark Knight" (USA 2008) Kritik – Der dunkle Ritter kehrt zurück

"Einige Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen." Nach dem großartigen Neustart der Batman-Saga mit 'Batman Begins' waren die Erwartungen und die Vorfreude an den zweiten Teil von Christopher Nolans Batman-Reihe natürlich dementsprechend riesig. Mit 'The Dark Knight' kann Nolan zwar nicht zu 100% mit 'Batman Begins' mithalten, inszeniert aber trotzdem einen fantastischen und vor allem würdigen Nachfolger. Auf den Straßen von Gotham City herrscht noch immer keine Ruhe. Ein Haufen selbsternannter Batman-Imitatoren macht Jagd auf das organisierte Verbrechen und muss dabei ein ums andere Mal vom Original gerettet werden. Die Polizei ist deshalb gar nicht gut auf den Mann im Fledermauskostüm zu sprechen, der die Justiz einfach in die eigenen Hände nimmt. Als ein neuer Stern an Go...
Filmkritiken

"Batman Begins" (USA 2005) Kritik – Die Auferstehung der berühmtesten Fledermaus

"Mein Zorn überdeckt meine Schuld." Acht Jahre nach der letzten Batman-Verfilmung, wurde es 2005 Zeit für den nächsten Schritt. Der neue Batman stand vor der Tür und die Erwartungen waren mehr als hoch. Christopher Nolan, der bis dahin eher als Indie-Regisseur gefeiert wurde, brachte mit 'Batman Begins' einen Neubeginn der Saga und toppte alle Erwartungen. Nichts ist von Schumachers bunter Version über und ein düsterer, realistischer und tiefgründiger Batman wurde erschaffen. Nach dem Mord an seinen Eltern, macht sich Millionen-Erbe Bruce immer noch Vorwürfe und gibt sich die Schuld an den Morden. Um dieses Erlebnis zu verarbeiten wandert Bruce durch die Welt und sucht nach Antworten und landet in Ra's Al Ghul's Tempel in Tibet. Dort wird er zu einem Krieger der League of Shadow ausgeb...
Filmkritiken

"Slumdog Millionär" (USA 2008) Kritik – Ein enttäuschender Ausflug nach Indien

"Woher soll ein Slumdog das alles wissen?" Danny Boyle hat in der Vergangenheit mit 'Trainspotting', '28 Days Later' und 'Sunshine' drei erstklassige Filme inszeniert. In der Filmwelt war er so immer vertreten, eine Oscar Nominierung sprang jedoch noch nie dabei raus. 2008 war es dann endlich soweit und Boyle ging mit seinem Liebes-Drama 'Slumdog Millionär' ins Oscar Rennen und räumte gleich so richtig ab. 8 Trophäen gewann sein Film, darunter auch für den Film und die Regie. Verdient hat er die aus meiner Sicht auf keinen Fall, denn 'Slumdog Millionär' ist weder Fisch noch Fleisch, zwar nicht richtig schlecht, aber eine große Enttäuschung. Wenn man sich einen Film von Danny Boyle anschaut, kann man sich in einer Sache vollkommen sicher sein: visuell sind sie immer absolut überwältigen...
Kritik: Catch Me If You Can (USA 2002)
Filme, Filmkritiken, Heimkino

Kritik: Catch Me If You Can (USA 2002)

Frank, look. Nobody's chasing you. Man hatte die Hoffnungen ja schon irgendwie aufgegeben, dass Steven Spielberg mal wieder Interesse daran zeigt, das Herz der Zuschauer in den Sälen der Lichtspielhäuser in den höchsten Tönen schlagen zu lassen. Sein Eskapismus war nicht mehr locker-leicht konzipiert, er war von einer entsättigten Düsternis gezeichnet, die den Kleinen der Familie konsequent den Riegel vorschob: Auf „Schindlers Liste“ folge das Sklaven-Drama „Amistad“, nach „Der Soldat James Ryan“ kam die hervorragende Dystopie „Minority Report“. Zwischendurch durfte zwar „A.I. - Künstliche Intelligenz“ noch einmal etwas Magie versprühen, doch von dem federleichten Gestus eines „E.T. - Der Außerirdische“, „Jurassic Park“ oder der „Indiana Jones“-Trilogie waren seine Werke bis zum Jahre 2...
Filmkritiken

"Todeszug nach Yuma" (USA 2007) Kritik – Der Western lebt!

"Die Seite an ihnen gefällt mir, Dan." Der Western lebt! Zwar nicht mehr so intensiv wie früher, aber es gibt ihn noch. Zum Glück kann man sagen. Mit Filmen wie 'Open Range', 'Jesse James' und zuletzt 'True Grit' wurde dem Genre immer wieder neues Leben eingehaucht. 2007 konnte Regisseur James Mangold mit dem Film 'Todeszug nach Yuma' das Genre ebenfalls mal wieder so richtig aufleben lassen und inszeniert einen hochspannenden und vielschichtigen Film der jedem Western-Fan das Herz öffnet. Der Bürgerkriegsveteran Dan Evans hält sich und seine Familie gerade so mit einer Ranch in Arizona über Wasser. Mit seinen Söhnen beobachtet er einen brutalen Postkutschenüberfall des berüchtigten Ben Wade und seiner Bande. Der hartgesottene Kopfgeldjäger McElroy ist der einzige Überlebende, den Evan...
Filmkritiken

"Fluchtpunkt San Francisco" (USA 1971) Kritik – Im Rausch der Freiheit

"Die letzte wundervolle freie Seele auf diesem armseligen Planeten." Protest gegen die amerikanische Gesellschaft und den Staat selbst gibt es zu genüge. Auch in filmischer Hinsicht wird hier kein Blatt vor den Mund genommen und es kommt oft dazu, dass nicht nur kritisiert wird sondern tatkräftig attackiert. Richard C. Sarafian inszeniert mit 'Fluchtpunkt San Francisco' von 1971 einen einmaligen Schrei nach Freiheit, der heute nicht umsonst absoluten Kultstatus in der Filmgeschichte genießen darf. Ex-Rennfahrer Kowalski hält sich mit der Überführung von Autos geradeso über Wasser. Doch seine alte Leidenschaft hat ihn nie ganz losgelassen und eines Tages will er es nochmal wissen und schlägt in eine halsbrecherische Wette ein: Innerhalb von 15 Stunden muss er einen frisierten Dodge Chal...
Filmkritiken

"Helden der Nacht" (USA 2007) Kritik – Heldenhaft ist hier nichts

"Ich hab ein gutes Produkt. Komm vorbei und mach dir selber ein Bild." Wie in jedem Jahr, gab es auch 2007 genügend Crime-Filme im Kino. Mit 'American Gangster' und 'Tödliche Versprechen' wurde die Messlatte in Sachen Qualität wieder verdammt hoch gehängt. Nicht so gut kam James Grays toll besetztes Crime-Drama 'Helden der Nacht' bei den Kritikern und beim Publikum an. Zu Recht muss man leider sagen. 'Helden der Nacht' ist enttäuschend spannungsarmes Kino, das sich jedoch nicht ganz aus dem Feld schießt. Das 80er Jahre Feeling wurde in authentischen Bildern festgehalten. Leicht farblos, düster und immer mit einem sanften Schleier bedeckt schafft Kameramann Joaquin Baca-Asay es, eine stimmige und dichte Atmosphäre zu erzeugen. Zu Anfang wird in 'Helden der Nacht' noch auf zeitgenössisch...
Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Giganten" (USA 1956) Kritik – James Deans letzter großer Auftritt

"Bick, den Kerl hättest du längst erschießen sollen. Jetzt ist er zu reich dazu." Abschied nehmen fällt uns allen schwer. Vor allem wenn er viel zu früh und unerwartet kommt. So ist das auch mit Fans und Schauspielern, Sängern, etc. Natürlich kaum in dem Ausmaß, wie der Abschied von einem geliebten Menschen, aber dennoch lässt sich auch so eine Trennung als tragisch und schmerzhaft bezeichnen. James Dean ist auch hier wieder das allerbeste Beispiel. In George Stevens Oscar prämierten Gesellschafts/Familiendrama 'Giganten' aus dem Jahr 1952, dürfen wir Dean zum letzten Mal in einem ihm würdigen Meisterwerk bewundern. Die raue Einöde der texanischen Weiten und das einsame Anwesen der Benedicts, wurde in kräftigen Bildern eingefangen, die das verlassen wirkende Land manchmal schon wie ein...
Filmkritiken

"Dark Blue" (USA 2002) Kritik – Die Farbe der Korruption

"Es muss erst hässlich werden, bevor es besser werden kann." Ron Shelton hat sich mit Filmen wie 'Weiße Jungs bringen's nicht' und 'Tin Cup' nicht gerade einen großen Namen gemacht. Ein Händchen für gute Besetzungen hatte er dabei hingegen schon mehrmals bewiesen. Mit seinem Thriller 'Dark Blue' aus dem Jahr 2002 inszeniert Shelton einen spannenden Korruption-Thriller mit tollen Darstellern. 'Dark Blue' fängt die Atmosphäre der 90er zu dem Zeitpunkt der Rassenunruhen stark ein. Die Großstadtaufnahmen von Los Angeles wurden in rauen und gleichermaßen stilsicheren Bildern verpackt. Blanchards Soundtrack überzeugt ebenfalls durchgehend durch seinen emotionalen und doch anspannenden Unterton und unterstreicht die Szenen passend. Wie ich es schon erwähnte, ist 'Dark Blue' mit guten Schausp...