Filmtipps der Woche (5.-11. April)

Hier gelangt ihr zum Filmkalender der nächsten Monate.

Ab sofort bei Amazon Prime – Destin Crettons Short Term 12

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Wenn doch nur alle Sundance-Filme so wären wie dieses kleine Meisterstück aus dem Jahr 2013. Kaum zu glauben, dass Destin Daniel Cretton vorher erst zwei Filme gedreht hatte. Short Term 12 mag eine einfache Geschichte erzählen, doch diese wird mit größter Raffinesse vor uns ausgebreitet, Stück für Stück. Cretton selbst hat mal in einem Kinderheim gearbeitet. Das erklärt die feinen Beobachtungen in diesem Film über den Alltag in einem Jugendheim. Brie Larson spielt derweil oscarverdächtig. Ein großer kleiner Film, der einfach alles richtig macht. Hier könnt ihr euch den Film bei Amazon Prime anschauen*.

Am 11.04. bei 3sat – Billy Wilder Double Feature

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Am Sonntag, 11.04. zeigt 3sat nicht nur irgendwelche Filme des legendären Hollywood-Regisseurs Billy Wilder, sondern gleich zwei seiner Besten, beide in den Hauptrollen unvergessen mit Jack Lemmon und Shirley MacLaine besetzt. Um 16:25 Uhr (Wiederholung 0:00 Uhr) läuft der fünffache Oscar-Gewinner Das Apartment (1960), welcher vom Angestellten C.C. Baxter erzählt, der aus Karrieregründen seine Wohnung als Liebesnest an seine verheirateten Chefs verleiht. Kompliziert wird es allerdings, als er zu Hause auf die Frau trifft, die er heimlich liebt. Nicht weniger abenteurlich und charmant spielt Jack Lemmon in Das Mädchen Irma la Douce von 1963 (21:45 Uhr) den jungen Polizisten Nestor, der seinen Job verliert, als er das sündige Treiben in einer Pariser Straße zu stoppen versucht. Dafür gewinnt er die Liebe der süßen Irma (Shirley Mac Laine).

Aktuell zudem kostenfrei bei Amazon Prime*: Billy Wilders zeitloser Film Noir Frau ohne Gewissen 

Ab 8.4. als 4K Steelbook – Andrew Niccols Gattaca

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Willkommen in einer Zeit, in der die Menschen nicht mehr durch ihr bloßes Aussehen differenziert werden, sondern durch ihren genetischen Code, der zwischen Gottgewollten und Retortenmenschen unterscheidet. Andrew Niccols Gattaca erzählt von einem solchen Zukunftsszenario, in dem man durchaus noch von der immensen Wichtigkeit der inneren Werte sprechen könnte, jedoch nicht im traditionellen Sinne. Die Manipulation der DNS-Strukturen ist in diesem futurischen Zeitalter das Maß aller Dinge und Menschen, die noch auf die altbewährte Weise gezeugt und geboren wurden, werden nicht nur zu Handlangern der „perfekten“ Personen degradiert, sondern ihnen wird in dieser Lage auch niemals die Möglichkeit gegeben, sich ihre wahren Wünsche zu erfüllen. Gattaca ist dabei nicht nur Sci-Fi-Kino der leisen und unaufdringlichen Sorte, ohne Effekthascherei, ohne Action und ohne beeindruckende Weltraumaufnahmen, sondern auch ein Film, der sich auf philosophischer Ebene grandios entfalten kann. Bis heute absolut sehenswert!

Die 4K Version von Gattaca erscheint am 8. April exklusiv bei Amazon als Steelbook* und später am 17. Juni auch als reguläre 4k Blu-ray*.

Am 7.4. um 20:15 Uhr bei arte – Andrea Arnolds Fish Tank

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Britisches Kino par excellence – realistisch, einfühlsam und ehrlich. Katie Jarvis ist die Entdeckung dieser Perle, aber auch Michael Fassbenders (Shame) schauspielerisches Talent ist mal wieder nicht zu verachten. Andrea Arnolds parabelhaftes Sozialdrama ist weit mehr, als nur eine klischeehafte Milieugeschichte. Durch den Ultrarealismus erzeugt die Regisserin ein Gefühl vor der Kamera und damit auch beim Publikum, welches um reine Betroffenheit weit hinaus geht. Andrea Arnold erzählt damit eine der wundervollsten Coming-of-Age-Geschichten der 2000er – von Lebensträumen, vom Ende familiärer Bande, vom alltäglichen Kampf gegen die Armut, um sich ein eigenes, hoffnungsvolleres Leben aufbauen zu können. All das erzählt Arnold in einem Umfeld, dem im Kino sonst eher selten Beachtung geschenkt wird.

Ab 8.4. auf Blu-ray – Gaspar Noés Irreversibel – Straight Cut

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Irreversibel erschien bereits im Dezember als limitiertes Steelbook inklusive der Straight Cut Fassung, welche 2019 auf dem Venedig Filmfestival Weltpremiere gefeiert hat. Dort konnte ich den Cut und damit erstmals den Film auf der großen Leinwand erleben (dafür ist die Bildsprache wahrlich prädestiniert) und meiner Meinung ist dieser Cut ebenso sehr zu empfehlen wie die originale Kinofassung. In beiden Fassungen (welche jeweils am Ende ihre komplett eigene Wirkung erzielen) zeigt uns Gaspar Noé (Menschenfeind) glasklar, dass sich Rachegefühle, die zwar vollkommen verständlich, natürlich und menschlich sind, am Ende als vollkommen sinnlos erweisen. Genauso wie die Tat selbst, die in Sinnlosigkeit gipfelt und uns zu keiner Zeit eine Begründung gibt. Weil es einfach keine gibt. Irreversibel ist nach fast 20 Jahren immer noch einer der kontroversesten, aber auch wichtigsten Filme des europäischen Kinos, weshalb jeder Filmfan mal ein Auge riskieren sollte, um sich selbst eine Meinung zu diesem ambivalenten Kunstwerk zu bilden. Hier geht es zu unserer ausführlichen Kritik.

Hier könnt ihr euch die Blu-ray mit beiden Fassungen bestellen.*

Ebenfalls kommende Woche geplant:
Niagara mit Marilyn Monroe am 5.4. um 20:15 Uhr bei arte
– Alfred Hitchcocks Über den Dächern von Nizza am 5.4. um 20:15 Uhr bei 3sat
– Sergio Corbuccis Django am 10.04. um 22:25 Uhr bei SWR
Thunder Force mit Melissa McCarthy ab 9.4. bei Netflix
Die Dinge des Lebens mit Romy Schneider ab 8.4. erstmals auf Blu-ray*

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