Kritik: Kleine wahre Lügen (FR 2010) – Der Ensemblefilm des Jahres

Mit 5,3 Millionen Kinobesuchern ist ‚Les petits mouchoirs‘ nach ‚Harry Potter und die Heiligtümer des Todes‘ 2010 der zweiterfolgreichste Film in den französischen Kinos gewesen. Dass Quantität nicht gleich Qualität verspricht, ist nichts Neues. ‚Les Petits Mouchoirs‘ ist meiner Meinung nach jedoch eine der wenigen Ausnahmen, ein kleines Meisterwerk der Emotionen, des Humors und der Authentizität.

Alles fängt scheinbar harmlos auf einer Party in Paris an. Ein Mann tanzt, vergnügt sich und fährt schließlich zu Tagesanbruch nach Hause. Ehe er sich versieht, kommt sein Schicksalsschlag. Was diesem Ereignis folgt, ist eine wunderschön erzählt Geschichte über Lebensentscheidungen, Lügen, Freundschaft, Urlaub, kurz gesagt das Leben. Eine solche Geschichte lebensnah zu erzählen, ist nicht einfach. „Nur kein Beispiel an Hollywood-Filmen nehmen“, scheint sich Regisseur und Autor Guillaume Canet gedacht zu haben. Und siehe da, die Charaktere könnten nicht lebensnaher sein. Der Humor ist absolut klasse, so dass ich nach langer Zeit mal wieder Tränen gelacht habe. Und auch die Dramatik garantiert ein ständiges Auf und Ab mit den Charakteren, als würde man sie schon Jahre kennen. Zu jedem Zeitpunkt konnte ich mich mit den herausragend gespielten Figuren identifizieren. Allen voran spielen Marion Cotillard, Francois Cluzet, Gilles Lellouche und Benoît Magimel absolut herzzerreißend, authentisch und bieten gleichermaßen humorreiche als auch tränenreiche Momente.

Ein starkes Drehbuch, eine tolle Kameraführung und eine perfekte Song-Auswahl. Einzig zu kritisieren bleiben meiner Meinung nach zwei zu klischeehaft geratene Szenen. Zudem konnte ich es wirklich nicht wahrhaben, dass in einem französischen Film kein einziger französischer Song gespielt wird.

Guillaume Canet versteht sein Handwerk Schauspieler zu führen, Komik und Dramatik richtig zu portionieren und ganz einfach ein reales Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder, der sich gerne mit dem Leben auseinandersetzt, wiedererkennen, wohlfühlen und daraus lernen wird. Wie sagt der Franzose so schön: „C’est la vie.“ Das trifft in gleichen Maßen auf den Film zu. Ein neuer Klassiker des Feel-Good-Movies? Vielleicht. Eine Empfehlung? Definitiv!

5 Comments

  • Danke für den Tipp! Hab den Film vor kurzem auf DVD gesehen, fand ihn echt schön, vor allem darstellerisch. In einigen zwischenmenschlichen Szenen hatte er auch mehr Taktgefühl, als man von ähnlichen Filmen sonst gewohnt ist.

    Kleiner Schwank ausm Frankfurter Cinestar (vor drei Tagen): Vor mir fragte ein Herr die Ticketverkäuferin, ob man sie schon mal mit Marion Cotillard verglichen habe. Ihre Antwort: „Ja, ey, wenn’s wenigstens ne gutaussehende Schauspielerin wär..“

    (LOL)

    Ihr Gesicht war etwas schmaler, die Gesichtszüge aber durchaus ähnlich und ihre Frisur glich der von Cotillard auf dem Bild hier:

    http://static1.purepeople.com/articles/5/11/43/95/@/1036313-marion-cotillard-people-arrivant-a-la-620×0-1.jpg

    Der Hammer war aber ihre Stimme! Da hatte man wirklich den Eindruck, Cotillards Charakter in „Rust and Bone“ spreche mit einem auf Deutsch xD

    Hmmmm, hätte ich mir doch ihre Telefonnummer geben lassen! Als Panda klappt das eigentlich immer…

    • Gerne! 🙂 Da erkannte mal wieder eine Frau nicht, wie hübsch sie eigentlich ist… Cotillard kann von mir gar nicht genug Herzen bekommen, eine Traumfrau, die traumhaft schauspielern kann, was will man(n) mehr… 😀

      • Vielleicht war’s auch nur ihre Art die Anmache abzublocken… Mit nem süßen Panda konnte besagter Herr nämlich nicht konkurrieren xD

        Ja, Traumfrau… Selbst die Physiker sagen mc = e²
        (Marion Cotillard = Erodings zum Quadrat ;D )

        • Ach, verdammt!!! Es ist natürlich e = mc²

          Per Äquivalenzumformung also Marion Cotillard ist gleich die Wurzel der Erodings…

          Ok, ich hör auf, zu viel Weißwein.. *hicks*

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