Schlagwort: Ethan Hawke

Kritik: The Northman (USA 2022)
Abenteuer, Action, Aktuelle Filmnews, DVD & Bluray, Filmkritiken

Kritik: The Northman (USA 2022)

Eine Gastkritik von Sascha Böß Always live without fear, for your fate is set and you cannot escape it! Wikinger sind seit etwa zehn Jahren ein sehr beliebtes Phänomen in unserer zeitgenössischen Pop-Kultur. Zwar gab es schon früher mit Die Wikinger (1958), Der 13te Krieger (1999) und dem zu Unrecht erfolglosen Valhalla Rising (2009) größere Wikingerfilme, aber erst mit der Serie Vikings (2013 - 2021) kann man von einem richtigen Hype sprechen, der u.a. auch mit Assassin's Creed Valhalla* und God of War* in die populäre Spielwelt vorgedrungen ist. Nun hat sich auch der US-amerikanische Filmregisseur Robert Eggers dieser Thematik bedient. Dieser ist bei Cineasten und Indie-Filmliebhabern beliebt für seine bisherigen Filme The Witch (2015) und Der Leuchtturm* (2019), in denen er His...
Kritik: First Reformed (USA 2017)
Drama, Filme, Filmkritiken, Slider, Streaming

Kritik: First Reformed (USA 2017)

Even a pastor needs a pastor. Ernst Toller (Ethan Hawke, Boyhood) betreut eine beschauliche Kirchengemeinde im Staate New York. Er macht seine Arbeit gut, er macht seine Arbeit vor allem gewissenhaft und mit Herzblut. Toller, ein ehemaliger Militärpriester und seit dem Tod seines Sohnes mit Schuldgefühlen beladen, denen kein Mensch auf lange Sicht standhalten kann, befindet sich jedoch im Bruch mit den theologischen wie moralischen Grundsätzen, die sein Glaube ihm voraussetzt. Das Haus Gottes, der Ort der Einkehr, des Schutzes und des Rückhalts scheint sich langsam von dem Reverend zu entfremden. Er findet keine Möglichkeit, sich mit Gott in Verbindung zu setzen, eben genau aufgrund dieser unermesslichen Schuld, die sich auf seinen Schultern abgeladen hat. Neue Kommunikationswege mü...
Kritik: 24 Hours to Live (USA 2017)
Action, Filme, Filmkritiken, Heimkino, Thriller

Kritik: 24 Hours to Live (USA 2017)

Ein Mann ohne Familie hat nichts zu verlieren. Was musste Ethan Hawke (Gattaca) doch Zeit seiner Karriere für Schelte über sich ergehen lassen. Zu ausdruckslos, zu gewöhnlich sei sein Spiel. Dass derlei Verurteilungen auch mit einer Oscar-Nominierung für Training Day nicht abklingen wollten, hat dann doch mehr mit Realsatire denn ernsthafter Kritik zu tun – pointierter als sein Oscar-prämierter Kollege, Denzel Washington (The Equalizer), trat Hawke im Cop-Thriller von Antoine Fuqua nämlich definitiv auf. Inzwischen aber scheint der texanische Schauspieler in der Filmwelt (und ebenfalls beim Publikum) angekommen zu sein, was sich in seiner cleveren, bunt gecheckten Rollenwahl niederschlägt: Sinister, Boyhood, Predestination, Regression, In a Valley of Violence und Maudie. Da erschein...
Kritik: In a Valley of Violence (USA 2016)
Filmkritiken, Heimkino, Slider

Kritik: In a Valley of Violence (USA 2016)

You talk too much. Pascals Meinung Die bisherigen Filme von Ti West, primär The House of the Devil und The Innkeepers, begeisterten letztlich durch die offenkundige Genreaffinität, mit der West seine Geschichten bis ins letzte Frame ausstaffierte. Diese ausgeprägte Geneigtheit aber bedeutet nicht nur, dass West ein spürbares Bewusstsein gegenüber traditionellen Genre-Mechanismen aufzeigt, sein Genie indes liegt vielmehr darin, diese Mechanismen zu transzendieren und zu paraphrasieren. Gleiches lässt sich nun auch bei In a Valley of Violence entdecken, einem Western, der so klassisch veranlagt ist, dass man ihn leichtfertig als klischeehaftes Erwärmen altbekannter Handlungskoordinaten verrufen könnte. Natürlich aber geht Ti West weiter, blickt über den Tellerrand des traditionellen ...
Filmkritiken

Filmkritiken zu "Der Richter: Recht oder Ehre", "Predestination" und "Wild Card"

Autor: Pascal Reis „Der Richter: Recht oder Ehre“ (USA 2014) von David Dobkin, u.a. mit Robert Downey Jr., Robert Duvall und Vera Farmiga Hüftsteifer Biedermeier von innerfamiliärer Problembeseitigung. Robert Downey Jr. leidet am Jack-Sparrow-Syndrom und kann offensichtlich nur noch den manierierten Narzissten im Tony-Stark-Modus, hier mit mehr Tränen in den Augen, versteht sich. Robert Duvall ist daneben natürlich immer eine sichere Bank und gibt den stoischen Patriarchaten naturgemäß routiniert, so wirklich memorabel ist seine Performance aber auch nicht. Ohnehin ist „Der Richter: Recht oder Ehre“ ein auf funktionale Charakter-Modelle geeichtes Melodram, bei dem jeder Anflug von Emotionalität mit Pianogeklimper, Gitarrengezupfe oder Indie-Geseier zugekleistert wird, als wäre Zach Braf...
Filme, Filmkritiken, Heimkino

Kritik: Boyhood (USA 2014)

Autor: Conrad Mildner "Wer willst du sein, Mason? Welcher Film würde eine Diskussion über das Älterwerden deutlicher forcieren als Richard Linklaters Langzeitprojekt „Boyhood“? Der Film schildert die Entwicklung des jungen Mason (Ellar Coltrane), der zusammen mit seiner Schwester Samantha (Lorelei Linklater) bei seiner Mutter Olivia (Patricia Arquette) aufwächst, die sich vor kurzem vom Vater Mason Sr. (Ethan Hawke) getrennt hat. 39 Drehtage über 12 Jahre verteilt und zu einem 166 minütigen Film montiert, in dem alle Schauspieler_innen im fließenden Übergang altern. Was im dokumentarischen Bereich („Die Kinder von Golzow“) schon längst Mittel zum Zweck ist, wird im Spielfilmsegment zur Pionierleistung, denn das Altern im fiktionalen Kino war bisher nur mit Spezialeffekten möglich. Dabei...
Filmkritiken

"Getaway“ (USA 2013) Kritik – Ethan Hawke und Selena Gomez lassen die Reifen quietschen

Autor: Pascal Reis "I am not going to die for you." Was wäre ein echter, in seinem impulsiven Habitus und vitalem (oder cholerischem) Naturell klar dem Eskapismus zugeordneter Kino-Held aus nostalgischen Tagen schon ohne sein ikonisches Vehikel? Ob es der DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“, der legendäre Pontiac Firebird Trans-Am von Burt Reynolds in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“, Steve McQueens grüner Ford Mustang GT390 aus „Bullitt“ oder Sylvester Stallones 1950er Ford Mercury aus der reaktionären Action-Sause „Die City-Cobra“ ist – Sie alle fungieren als verboten cooles Statussymbol und komplettieren den jeweiligen Charakter im Namen der motorisierten Äquivalenz. Möchte man nun einen Schauspieler des Kalibers von Ethan Hawke in die Reihe der schlagfertigen Heroen manövrieren...
Filme, Filmkritiken, Heimkino

Kritik: Before Midnight (USA 2013)

Autor: Conrad Mildner "But sometimes, I don't know? I feel like you're breathing helium and I'm breathing oxygen." Richard Linklater ist einer der wenigen langjährig erfolgreichen, amerikanischen Indie-Regisseure, denen es gelungen ist stets konsequent dem Feuilleton-Radar zu entgehen. Seine Person hat nie einen Kult hervorgebracht wie bei Kollege Terrence Malick und sein Werk wurde auch nie zum Kanon erklärt. Seine Handschrift ist undeutlich. Ein Autorenfilmer war er schon immer. Linklaters beliebte „Before“-Reihe kann sogar als eines der wenigen Franchises des Arthouse-Kinos angesehen werden, denn inwieweit „Before Midnight“ als Abschluss einer Trilogie verstanden werden kann, wird auch mit dem Ende des Films nicht ganz klar. Alle „Before“-Filme verzichten auf ein geschlossenes Ende. ...
Filmkritiken

"Gattaca" (USA 1997) Kritik – Ethan Hawke zwischen Schein und Sein

"It's funny, you work so hard, you do everything you can to get away from a place, and when you finally get your chance to leave, you find a reason to stay." Willkommen in einer Zeit, in der die Menschen nicht mehr durch ihr bloßes Aussehen differenziert werden, sondern durch ihren genetischen Code, der zwischen Gottgewollten und Retortenmenschen unterscheidet. Andrew Niccols' „Gattaca“ erzählt von einem solchen Zukunftsszenario, in dem man durchaus noch von der immensen Wichtigkeit der inneren Werte sprechen könnte, jedoch nicht im traditionellen Sinne. Die Manipulation der DNS-Strukturen ist in diesem futurischen Zeitalter das Maß aller Dinge und Menschen, die noch auf die altbewährte Weise gezeugt und geboren wurden, werden nicht nur zu Handlangern der „perfekten“ Personen degradiert...
Filmkritiken

"Sinister" (USA 2012) Kritik – Ethan Hawke und die Bänder der Grausamkeiten

"Wir müssen hier weg!" Ein Umzug von A nach B kann für vielerlei Dinge im Leben der betroffenen Personen stehen. Sei es ein Neubeginn oder ein Abschied. Man muss sich losreißen von alten Gewohnheiten und sich den neuen Umständen und der unbekannten Umgebung langsam anpassen. Man lernt neue Freunde kennen, man trifft Menschen, mit denen man einfach nicht klar kommt und das Leben selbst kann durch den Ambientewechsel in eine ganz neue Richtung gelenkt werden. In jedem Fall gilt es dabei eine Sache festzuhalten: Egal aus welchem Blickwinkel wir einen derartigen Umzug betrachten, er steht immer für persönliche Veränderungen. Im Horrorfilm steht ein Umzug meistens auch für eine Veränderung, jedoch der etwas extremeren Art und Weise, denn dort ist das zumeist der Anfang vom Ende. Der erste Sc...