Schlagwort: Review

Filmkritiken

“Gangster Squad” (USA 2013) Kritik – Sean Penn vs Josh Brolin in einem Film Noir der etwas anderen Art

Autor: Philippe Paturel “We're not solving a case here. We're going to war!” Wenn anfangs "Inspired by real events" als Schriftzug erscheint, dann erwartet man bereits Schlimmes von Regisseur Ruben Fleischer, dem unter anderem die miserable Komödie "30 Tage oder weniger" zu verdanken ist. Umso überraschter war ich zwei Stunden später, denn seine neueste Arbeit "Gangster Squad" ist eine spaßige, komplett überzeichnete Hommage an die großen Gangster-Filme vergangener Tage. Auf die Hommage-Schiene muss sich Fleischer allerdings nicht abstellen lassen, denn mit "Gangster Squad" ist ihm trotzdem etwas ganz eigenständiges gelungen. Daran werden sich sicherlich manche Mafiafilmfreunde die Zähne ausstoßen, alle anderen, die offen für einen klassischen Mafiafilm der Marke "Style over substance" s...
Filmkritiken

"Findet Nemo 3D" (USA 2013) Kritik – Marlin und die dreidimensionalen Weiten des Pazifik

Autor: Florian Feick „Ich sehe Dich, und bin zuhause.“ Auch zehn Jahre, nachdem das Abenteuer von Nemo und seinem Vater Marlin erstmals eine ganze Generation verzauberte, hat das Unterwasser-Abenteuer nichts von seinem Charme eingebüßt. Ein Großteil der deutschen Synchronisation glänzt nach wie vor mit kreativer Besetzung und trägt auf gelungene Art und Weise dazu bei, dass beinahe alle Witze ob ihrer Doppelbödigkeit und Selbstironie für Jung und Alt auch dieser Tage noch funktionieren. Für jeden, dem die altbekannte Geschichte tatsächlich noch nicht geläufig sein sollte, eine kurze Synopsis: Der aufgrund eines Traumas überfürsorgliche und -vorsichtige Clownfisch-Vater Marlin und sein kleiner Sohn Nemo leben in einer beschaulichen See-Annemone im Great Barrier Reef. Da der junge Nemo al...
Filmkritiken

“Django Unchained” (USA 2012) Kritik – Quentin Tarantino lässt den Western wieder aufleben

Autor: Philippe Paturel “Gentlemen, you had my curiosity… but now you have my attention.” Wir schreiben das Jahr 1858. In den Südstaaten ist es für Schwarze verboten, ohne die Erlaubnis ihrer Landherren eine Beziehung zu führen. Django (Jamie Foxx) und Broomhilda (Kerry Washington) lassen sich davon jedoch nicht abhalten und gehen sogar soweit, dass sie sich als Ehepaar sehen. Die Strafe folgt prompt. Die beiden werden ausgepeitscht und anschließend an verschiedene Sklavenhändler verkauft, damit sie sich nie wieder sehen können. Da Django jedoch Wissen mit sich trägt, welches für den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) von großer Wichtigkeit ist, wird er schneller wieder zum freien Mann als gedacht. Mit dem einen Ziel vor Augen, seine Frau Broomhilda zu finden, stürzen sich ...
Filmkritiken

"Conan der Barbar" (USA 1982) Kritik – Arnold Schwarzenegger schwingt das Schwert

Autor: Pascal Reis "Die Asche wurde in die Erde gestampft und das Blut wurde zu Schnee." In seiner Essenz steht der antagonistische Zweikampf zwischen Stahl und Fleisch. Schon früh wird Conan (in jungen Jahren und mit kindlicher Traurigkeit im Blick von Jorge Sanz verkörpert) von seinem Vater (William Smith) aufgetragen, das „Geheimnis des Stahls“ zu lüften – Ein Rätsel, dessen Auflösung oftmals einen ganzen Lebensweg in Anspruch nehmen kann. Und wer nun vermutet, John Milius und Oliver Stone hätten „Conan der Barbar“ als munteres Rätselraten inklusive spielerischer Abenteuerlust modelliert, der täuscht sich gewaltig. Die Antwort lauert im Subtext, sie wird nicht verbalisiert, sondern findet sich in der Konstruktion der szenischen Verknüpfung; von Akt zu Akt, von Prüfung zu Prüfung. Daz...
Kritik: Batmans Rückkehr (USA 1992)
Action, Filme, Filmkritiken

Kritik: Batmans Rückkehr (USA 1992)

Du bist nur neidisch, weil ich ein echtes Monster bin. Es ist Weihnachten in Gotham City und der Pinguin treibt sein Unwesen. Der Unternehmer Max Schreck versucht den Pinguin zum Bürgermeister zu machen um seine Macht zu steigern und dann ist da noch Selina Kyle, die Sekretärin Schrecks, die eigentlich tot sein sollte, aber als Catwoman wiederkehrte. Kein anderer Comic-Held wurde so vielfältig auf die Leinwand gebannt. Angefangen beim knallbunten Kinder-Batman der 60er Jahre bis hin zum Realo-Batman eines Chris Nolan, und überhaupt ließ selten in der Comic-Geschichte ein Held so viele Freiräume und provozierte förmlich solch unterschiedliche Interpretationen. Vergleiche drängen sich auf und auch ich erliege ihnen öfters, doch letztendlich ist Vielfalt immer etwas Gutes und selbst so ei...
Filmkritiken

"Memento" (USA 2000) Kritik – Tätersuche mit Gedächtnisverlust

Autor: Pascal Reis "We all lie to ourselves to be happy." Wie weit ein Mann bereit wäre zu gehen, um den Tod seiner Frau zu rächen, hat uns die Filmwelt schon in unzähligen Male vor Augen geführt. Dass sich ein solcher Film aber nicht nur in einer gar reaktionären Denke erschöpfen muss, sondern vor allem durch seine Menschlichkeit überzeugt, vergisst man angesichts dessen nur zu gerne: Rache ist letzten Endes nicht weniger nachvollziehbar, als die auslaugende Trauer um das Ableben eines nahen Verwandten. Die Frage ist nur, wie sich diese brennende Vergeltungssucht filmisch kanalisieren lässt, ob sie als Fundament stiernackiger Genre-Action dienen soll oder den moralischen Engpass aufzeigt, der den vermeidlichen Rächer nach und nach in die Selbstzerstörung geleiten wird. Beide intentional...
Kritik: Into the Wild (USA 2007) – Ein Schrei nach Freiheit
Abenteuer, Drama, Filmkritiken

Kritik: Into the Wild (USA 2007) – Ein Schrei nach Freiheit

Wenn du vergibst, dann liebst du. Immer wieder gibt es diese Schauspieler, die auch auf dem Regiestuhl gute Arbeit leisten können. Da hätten wir zum Beispiel Clint Eastwood oder auch Roman Polanski. Inzwischen wissen wir auch, dass der Charakterdarsteller Sean Penn nicht nur einer der besten Schauspieler seiner Zeit ist, sondern gelegentlich auch ein sehr begabter Regisseur. Vor allem seine dritte Arbeit Das Versprechen, die sich mit dem gleichnamigen Dürrenmatt-Roman beschäftigte, zeigte, dass er auch hinter der Kamera sehr talentiert ist. Seine letzten beiden Regiearbeiten (The Last Face, Flag Day) zeugten bedauerlicherweise vom Gegenteil. Seine große Zeit als Regisseur hatte Sean Penn 2007 mit Into the Wild, der auf dem Reportage ähnlichen Roman von Jon Krakauer basiert. Sein Zeugnis ...
Klassiker-Kritik: Nosferatu (DE 1922) – Die unvergessliche Symphonie des Grauens
Drama, Filmkritiken, Horror

Klassiker-Kritik: Nosferatu (DE 1922) – Die unvergessliche Symphonie des Grauens

Ihr dürft jetzt nicht weiter, der Werwolf streift durch die Wälder. Vampire waren schon immer ein großer Bestandteil der Literatur und Filmwelt. Kein Untoter versprüht einen derartig anziehend Reiz und trägt in sich diese unstillbaren Sehnsüchte. Bram Stockers Roman "Dracula" ist heute jedem bekannt und hat zu Recht unzählige Anhänger. Und auch im Film sind die Blutsauger wieder angesagter denn je. Verständlich, denn das Potenzial dieser leidenden aber grauenvollen Gestalten wird niemals ausgeschöpft sein. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, das die großen Zeiten der bissigen Grafen vorbei sind und die wirklichen Fans der Vampire fast schon mit Sachen wie Twilight bestraft werden. Doch es gibt immer einen Film, der den Grundstein für die guten und schlechten Vertreter des Genres legte...
Kritik: Dark Shadows (USA 2012) Unsterblichkeit: Segen oder Fluch?
Filme, Filmkritiken, Horror, Komödie, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Dark Shadows (USA 2012) Unsterblichkeit: Segen oder Fluch?

My name is Barnabas Collins. Two centuries ago, I made Collinwood my home... until a jealous witch cursed me, condemning me to the shadows, for all time. Nachdem Tim Burton an der Adaption des Kinderbuch-Klassikers "Alice im Wunderland" kläglich gescheitert ist, konnte es mit seinem neuen Film "Dark Shadows" eigentlich nur bergauf gehen. Wieder sind mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter zwei Schauspieler vertreten, die man immer gerne sieht und die daher aus Burtons Filmen nicht mehr wegzudenken sind. An seine glanzvollen Tage weiß Burton allerdings wieder nicht anzuknüpfen, denn er liefert eine Horror-Komödie ab, die nicht richtig Angst macht und einen auch nicht wirklich zum Lachen bringen kann. Der Unterhaltungswert wird allerdings sehr hoch geschrieben. Im Kindesalter muss Barnabu...
Kritik: Project X (USA 2012) – Fragwürdiger Unfug
Filmkritiken, Komödie

Kritik: Project X (USA 2012) – Fragwürdiger Unfug

Wow. I don't know how to fix this. I don't know how to fix any of this shit. I'm sorry Thomas. I just wanted to get some pussy. Thomas hat Geburtstag und da seine Eltern über das Wochenende in Urlaub fahren, entscheidet er sich dazu, mit Hilfe seiner Freunde Costa und J.B. eine fette Party zu schmeißen. Sie möchten in der Schule beliebt werden und bei den Mädels gut ankommen. Kurzerhand machen sie überall Werbung für den kommenden Abend, nichtsahnend, dass später hunderte von Jugendlichen auftauchen, welche die Feier in ein Chaos stürzen. Ist es wirklich so cool, was uns der Film vermitteln möchte: Auf eine Party zu gehen und die Sau raus zu lassen, egal um welchen Preis? "Project X" wird sicherlich seine Fans finden, generell sollte man von dem Machwerk aber auf jeden Fall abraten. Fr...